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  • Fundstück

  • siku
    rex schreib:
    "Wer ist also Ursache dieser Reize, die beim Empfänger ein Bild im Kopf entstehen lassen?
    Der Schöpfer des Werkes oder der, der davor steht?"

    ...beide, wenn sie die gleiche kulturelle Sprache sprechen bzw, deren Zeichen verstehen.
    Wir (Betrachter) gehen doch davon aus, dass sich niemand erhängt, der sich im Leben wohlfühlt, also muss ihm (dem Erhängten) Schreckliches widerfahren sein.
    Eine Sonnenblume assoziert in der Regel Positives: Sonne, Sommer usw. Es ist unser Wissen, unsere Erfahrung die bewertet, also kognitive Abläufe.
    Gruß siku
  • rep
    (Wissen steht jedesmal in Anführungszeichen, wenn du weißt, was ich meine :-)


    dann halte dich mal dran.

    :)))
  • Sabine Minten
    Sabine Minten
    "ursache dieser reize..."

    wie siku bereits richtig erwähnte, beruht die assoziation auf gemeinsamer kultureller sprache, man könnte auch konvention sagen.

    bilder holen den betrachter da ab, wo er steht. schlechte bilder bedienen dabei simmple konventionelle vorstellungen (ähnlich deutscher volks- und schlagermusik).

    klischees eben - ein fast untrügliches kriterium für kitsch - ohne die bildinformation in einen überraschenden kontext zu stellen oder etwas hinzuzufügen wie z. b. einen bruch, eine nuance, eine substanz oder einen zusammenhang, der über das abgebildete hinausgeht.
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  • _em_ton_sti_
    @ per: du kannst dir natürlich rauspicken, was du willst. Sehr spannend, was du weg lässt.
  • Sabine Minten
    Sabine Minten
    weglassen ist auch ein bildnerisches mittel, das sich sehr gut eignet, einem bild paradoxerweise mehr information hinzuzufügen - wenn man´s richtig macht...
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  • geronimo
    geronimo
    hi @rex, ok so ergibt die frage für mich einen sinn. sicher wird der betrachter auf die beiden bilder abhängig von seiner persönlichen disposition vermutlich unterschiedlich reagieren und interpretieren, nur diese interpretation erschafft er selbst, ebenso wie die emotionen die damit verbunden sein können, nicht das bild. das bild ist ein visueller reiz, mehr nicht. d.h. aber nicht, dass der erschaffer eines bildes, der ja sein bild als idee bereits kennt bevor es exsitiert, durchaus durch andere bilder (erfahrene visuelle reize) motiviert und stimmuliert sein kann, was natürlich auch auf den betrachter zufreffen kann.
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  • rep
    ... d.h. aber nicht, dass der erschaffer eines bildes, der ja sein bild als idee bereits kennt bevor es exsitiert,


    ist das logisch?
  • geronimo
    geronimo
    hi @siku, also der kulturellen sprache traue ich da nicht so viel zu. für mich sind das eher kollektive verhaltens - und erkenntnismuster unserer spezies. die kulturelle sprache ändert sich realtiv schnell, eben so wie zeitgeist und mode. die reaktionsmuster auf darstellungen von tod oder blumen, haben sich in den leztzen 5tausend jahren wohl grundsätzlich nicht geändert...
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  • rep
    @ per: du kannst dir natürlich rauspicken, was du willst. Sehr spannend, was du weg lässt.

    ja ich bin wählerisch. :)))

    da haben wir etwas gemeinsam. nur machst du mehr wind drum rum.
    :))))))))))))
  • geronimo
    geronimo
    re logisch..hi @per, ja für mich macht das sinn, denn bilder sind ja nicht nur vorhanden wenn wir sie "materialisieren", zumindest bei mir im kopp fliegen die dinger ständig rum, ganz ohne leinwand, farbe oder bits und bytes...
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  • _em_ton_sti_
    @per: du darfst gerne das letzte Wort haben :-)
  • rep
    @geronimo

    ich würde die these wagen, dass etwas existiert, bevor es exisitiert. (deinen ausführungen zufolge)
    :)))
  • _em_ton_sti_
    ... irgendwie ist zwischendurch das Thema abhanden gekommen ;-)
  • rep
    ein "s" auch.

    :)))

    ich werd jetzt nicht weiter stören, dames & heeres.
    muss sonne tanken.
    wünsche angenehmes weiterdriften auf dem wahren leitstrahl
    :)))
  • xer
    Wilando:

    >> Der Impuls während des Betrachtens entsteht also in jedem selbst
    Der Impuls ist aber eine Reflektion auf das was man sieht.
    Wer ist aber der Verursacher dessen was der Betrachter sieht?
    Er tantzt also nach meiner Pfeife und nicht umgekehrt



    Siku (Geronimo, Sabine) (aber auch alle anderen KopfKino-Theorie Verfächter):

    >> Wer ist also Ursache dieser Reize, die beim Empfänger ein Bild im Kopf entstehen lassen?
    >> ...beide, wenn sie die gleiche kulturelle Sprache sprechen bzw, deren Zeichen verstehen

    Beide?
    Wenn der Schöpfer das Bild nicht erschaffen hätte und sei es dadurch, dass er sich tatsächlich selbst erhängt, würde es beim Betrachter keine Reize geben... da es keine Ursache dafür geben würde. Beide – ist aus dieser Sicht also falsch.

    Ansonsten hast du Recht. Natürlich! Wenn ich rotes Licht auf Gelbe Fläche scheinen lasse erhalte ich einen anderen Ton, als wenn ich es auf eine Blaue Fläche scheinen lasse. Die Ursache des entstandenen Mischtons ist aber mein Licht! (Taschenlampe, was auch immer)
    Es ist also die Macht meines Lichtes, meines Bildes, die auf der Fläche (bei dir) wie auch immer geartete Veränderungen (Reize, Reflektionen) auslöst. Dabei kann ICH eben diese Reize steuern, in dem ich jeweils ein anderes Licht (Bild) benutze, auf dich scheinen/wirken lasse


    PS: >> ich würde die these wagen, dass etwas existiert, bevor es exisitiert
    Natürlich! Als Bits und Bytes in userer Birne;)
  • geronimo
    geronimo
    hi @per, where is the problem? ideen, konzepte, bilder existieren in deiner und meiner phantasie mehr oder weniger konkret. willst du das in frage stellen? würden sie erst entstehen während sie sich manifestieren, wären wir wohl noch auf den bäumen und würden grunzlaute von uns geben...
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  • xer
    >> wären wir wohl noch auf den bäumen und würden grunzlaute von uns geben...

    :)))
  • _em_ton_sti_
    Wir imaginieren immer.
  • geronimo
    geronimo
    hi @rex, ist das der rückzug auf gott, der dich fragen lässt wer ist der verursacher? unsere existenz beruht darauf, dass es in der natur, wenn wir bei dem begriff mal bleiben, "reize" gibt. schon der einzeller reagiert auf sie. sie bestehen wie ich bereits sagte, aus strahlung, wellen und molekülen, wenn du willst auch aus atomen und weiteren komponenten, aus deren kombination sich chemische reaktionen und prozesse bildeten die zu leben führten, bis zum heutigen tage, wo wir diesem thread hier folgen. wenn es kein licht gibt können wir nicht sehen, außer den dingen in unserer phanatsie und vor unserem geistgen auge. im weitesten sinne sind wir wie ein messgerät, gibt es nichts zu messen, passiert nichts, kann unser sensitives system aber etwas wahrnehmen, sprich es realisiert einen reiz, geht's los...wenn du so willst ist die taschenlampe eine komplexe kette von reizen, die uns als intelligentes wesen dazu führte, so dinger zu bauen...ob es einen großen chef gibt der das licht an und aus knipst weiß ich nicht...
    Signatur
  • _em_ton_sti_
    Vielleicht noch ein Paar Worte aus dem Vortrag (um den Anschluss zu schaffen, zunächst ein Paar Zeilen Wiederholung):[list][Natürlich ist diese Fähigkeit eine Illusion, weil Dreidimensionalität niemals in der Fläche vollgültig ersetzt werden kann. Leonardo ist der Ansicht es gäbe Kräfte, die von solcher Gewalt sind, dass man sie mit den Sinnen nicht erfassen kann (als Beispiel werden im Vortrag Leonardos Sintflutzeichnungen gegeben, die ich leider nicht im Netz gefunden habe), wohl aber durch Malerei und Zeichnung.]

    [...]

    Die starken Affekte, die von den Zeichnungen einer übermächtig zerstörerischen Natur (Sintflut o. ä.) ausgehen, zielen daher nicht so sehr auf eine perfekte Wiedergabe der Natur, sondern auf eine Wirkung im Betrachter, die Bewegung und daher Fakten erzeugt. Sie bewirken einen [Zitat Leonardo:] „affektiven Raptus**, der Wirklichkeit nicht nachahmt, sondern Realität erzeugt“. Leonardos Theorie des mentalen Raptus attestiert Bildern, den Betrachter in Gefangenschaft nehmen zu können, weil diese die Wirklichkeit imaginär neu zu gestalten verstehen.

    [...][/list:u]
    **Rap|tus [m. ––se] 1 stürmischer Krankheitsanfall, heftige Erregung, Koller 2 [ugs., scherzh.] ➔ Rappel [<lat. raptus ”fortgerissen, geraubt“ (d.h. dem Verstand, der Vernunft entrissen), zu rapere ”fort–, wegreißen, rauben“]
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