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  • Besprechung des Kunstwerks 18255 (o.T.)

  • lleiret
    aber dazu muss ich sagen ist das bild dann für mich wie eine zeitschrift in der ich nicht alle artikel gut finde.

    Also es wäre doch weniger toll, wenn eine zeitschrift aus der medienagenda eines subjekts bestünde, oder? ;) Wäre dann ja eine subjekt- und keine zeitschrift...

    viele grüße,
    sebastian
  • xer
    Mein Resümee. Ich stelle fest, nicht wirklich überrascht, dass wir uns alle, mit dem Werk Teriells ziemlich bis sehr schwer getan haben. Dies mag nicht zuletzt daran liegen, dass Teriell hier, nicht etwas sehr konkretes, bestimmtes thematisiert, sondern sich mit dem Geschehen in einer Gesellschaft, also einem eher sehr frei auslegbaren und darstellbarem Thema beschäftigt.

    Wieso ist es uns aber nicht möglich hinter seine Idee zu steigen? Selbst nachdem er uns etwas zu seiner Motivation und dem Werk selbst, verraten hat! Es ist doch nicht so, dass es hier niemanden interessiert, weil es zu langweilig wäre, sich über irgendwelche Bilder zu unterhalten; vielmehr scheint es mir so zu sein, dass die, die etwas dazu geschrieben haben zwar genauso viel wie die, die nichts dazu geschrieben haben, von dem Werk verstehen können; allein haben sie sich getraut dies publik zu machen. Unterstelle ich dem einen oder anderen hier im Forum also Feigheit (daneben zu liegen bzw. gelegen zu haben und dem hier offen und ehrlich Kund zu tun)? Nun ja, wenn die Frage schon so konkret gestellt wird... hm, was soll ich sagen? Ja! So ist es. Ich weiß zwar selbst nicht so Recht wozu das gut sein soll, wahrscheinlich handele ich mir damit nur eine Rügenlawine ein, aber sei es drum. Gesagt ist gesagt!
    Zurück zu meiner Frage: Wieso ist es uns aber nicht möglich hinter seine Idee zu steigen? Lag es vielleicht, wie schon im Laufe der Diskussion angesprochen, am Unvermögen in der Bildsprache Teriells? Ich persönlich glaube es nicht. Für mich entsteht hier der Eindruck (auch hier muss ich blutige Nase riskieren) dass wir zwar sehr sehr viele Werke kommentieren uns gerne und viel an Diskussionen über Kunst, wozu, weshalb und was auch immer beteiligen (Ich rufe in Erinnerung, Forenthema: Eine Frage des Könnens) tiefgehende bzw. wie wir hier feststellen: ausreichende (!) Kenntnisse scheinen nur die wenigsten zu haben. Wozu soll es gut sein das hier und jetzt so zu schreiben? Wird es irgendjemandem, wobei auch immer, helfen? Ich weiß es nicht. Vielleicht habe ich noch nicht mal Recht. Es ist aber meine augenblickliche Sicht der Dinge.

    Zum Werk. Das was von einigen als unstimmig, im Sinne von "nicht gekonnt" ausgelegt wurde, ist also durchaus genau so gewollt:
    Teriell: Völlig offensichtlich ist hier eine Collage die Grundlage, welche nicht einen Fotorealismus oder eine Kohärenz / Stimmigkeit in Sachen Belichtung, Farbe, Kontrast, Proportion usw. erzeugen sollte. Sehr im Gegenteil
    ... übrigens:
    Teriell: Wie man gerade bei einer Collage Unabsichtlichkeit vermutet, verstehe ich nicht
    Seinem Text entnehme ich folgenden Inhalt: Die genannte Unstimmigkeit bezieht sich auf ein dynamisches System, welches zum Beispiel eine Gruppe, oder die Gesellschaft insgesamt, ist. Dabei möchte er einerseits die (zumindest teilweise) Widersprüchlichkeit der Einzelkomponenten und Regelkreise, eben dieses Systems, auf den Pranger (Prüfstand?) stellen, oder aber zumindest uns vor Augen führen; andererseits aber die "Selbstregulierung" des genannten Systems nicht außer Acht lassen. Es geht im also um das Geschehen in der Gesellschaft (ja Welt) und zwar, wie er selbst schreibt, das Geschehen der letzten Jahre, das ihn nicht los lässt.
    Hier noch ein signifikanter Satz von Teriell: "Der Anlass zum Bild selbst war durchaus das Betrachten der Hinterhofbilder, auf welche dann eine thematische Projektion stattfand" (Das läst mich übrigens an mein Gefühl denken, dass ich hatte als ich das Bild zum ersten mal sah... und es selbst auf das Geschehen der letzten Jahre, allerdings nicht in der Gesellschaft, sondern in Deutschland, bezogen habe)
    In seinem Bild bedient er sich also, um seine Projektion auf uns zu projizieren, gewisser Analogien, Brüche und Unterschiede. Die Hinterhöfe zum Beispiel, allgegenwärtig und doch kaum wahrgenommen, nutzt er als Bezugspunkt zur Gegenwart (Teriell bitte ggf. um Korrektur!). Eine Unstimmigkeit wird von ihm in Form einer Ruine dargestellt (welche ich anfangs als Bezug zu längstvergangener "Milch und Honig Zeit" verstanden habe). An seinem Satz, die Ruine sei "... konträre Ebene zum "stellaren Griff" (deswegen auch simpel oben, unten), was insgesamt wieder die systemische Einbettung aufgreift im Sinne von Feedbackschleifen (wieder Luhmann)" kann ich mir die Zähne ausbeißen, da ich zum einen nicht wirklich verstehe was er mit "stellaren Griff" meint, bzw. worauf dieser bezogen wird und zum anderen habe ich Luhmann nicht gelesen. An dieser Stelle ein kleiner Verweis: 🔗

    Teriell: Was ich mir, genau wie gedacht habe und dann umgesetzt, ist glaube ich ohnehin nicht sonderlich bedeutsam, wenn ich es nun im Nachhinein erzähle
    Das finde ich gar nicht! Im Nachhinein von was? Ich denke schon, dass genau das, der krönende Abschluss dieser Diskussion sein könnte.
    Mit einem "guten" Titel, hätte der Betrachter höchstwahrscheinlich eine etwas größere Chance das Ungetüm zu bezwingen ;o)
    Vielleicht als Abschluss meiner kleinen Ausführung noch ein Satz von Teriell:

    Und insgesamt habe ich die thematischen Belange - so gebe ich gerne und offen zu - auch nicht mit aller Akribie versucht in ein perfektes Lesebild umzusetzen. Diese Forderung stelle ich mir nicht an jedes Bild
  • lleiret
    Dann noch ein paar kleine Bemerkungen zu Deinem Resümee.

    Dies mag nicht zuletzt daran liegen, dass Teriell hier, nicht etwas sehr konkretes, bestimmtes thematisiert, sondern sich mit dem Geschehen in einer Gesellschaft, also einem eher sehr frei auslegbaren und darstellbarem Thema beschäftigt.


    Also ob dies konkret oder unkonkret ist, mag durchaus im Auge des Betrachters liegen. Im theoretischen Sinne halte ich die Thematik für durchaus konkret. Wenn Konkretes aber eine sofortige Überschaubarkeit und intuitive Bewertbarkeit bedeuten muss, dann wäre es unkonkret. Nach diesen Kriterien würde jedoch eine bloss quantitative Eigenschaft (bezogen auf Kontexte) das Konkrete ausmachen und später das Qualitative (im Hinblick auf thematische, intuitive Bewertbarkeit) herstellen bzw. ausmachen.

    Wieder zum Bild - wie schon erwähnt, eine absolute Lesbarkeit, die 100%ig bewirkt und bewirken kann eine Aussage so auszulesbar zu erstellen, eine Aussage wie ich sie als Satz formulieren könnte, wollte ich nicht erzielen und will ich oftmals nicht. Hier scheint aber ein Konsens darin vorzuliegen, dass ein Bild solches leisten müsse. Dem Stimme ich allerdings nicht zu, da dies auch bedeuten würde, dass die Literatur ein geeigneteres Mittel wäre. Ich suche also im Bild als Text nicht zwingend jene Möglichkeit, eine überschaubare Aussage so wie durch Schriftsystem zu kodieren, welches dann aufgrund des Normativen jeden objektiv wieder auf diese Aussage zurückführt. Weiter ist so von vorrangigem Interesse, einen Eindruck auszufächern, der wenn man die Poesie bspw. als Gattung der Literatur betrachtet, Methoden einer Negativpoesie folgt (ist nun sehr dumm formuliert, aber ich habe nicht viel Zeit - sorry also).

    Nur insgesamt nochmal ... wäre das Bild in der Tat lesbar wie ein literarischer Text (mit simpler Bildsprache), mündete der Rezipient in dem Ergebnis meines Eindrucks einer Facette aus einer beobachteten Realität in theoretischer Anlehnung an systemtheoretische Ansätze. Wäre das nicht beschissen? Nun, gut - es blieben dann zwei Möglichkeiten...
    1) Das Bild gar nicht zu erstellen (hehe, hier ja offenbar die favorisierte Variante), oder
    2) Mich thematisch völlig einzuschränken, einem Minimalkonsens folgend

    Beides würde ich im Sinne eines Kunst- oder Kulturapparats, also der Verwaltung und Vermarktung von Kunst, kommerziellen Absichten, Ausstellungkonformitäten etc. vielleicht sinnigerweise machen sollen. Beides halte ich aber für eine völlig unnötige Unfreiheit im Arbeiten und für eine Behinderung im Prozess des Sehenlernens. Also stellt sich für mich eine solche Frage aus Autonomiefragen nicht. Weiter halte ich die Anforderung, ein jedes Werk muss jeder Öffentlichkeit möglichst zugänglich sein für problematisch. Hier scheiden sich durchaus die Geister. Ich sehe eine wichtige Funktion in der Kunst als autonomes System (agierend und reagierend bzgl. einer Gesellschaft), aber wenn diese Anforderung jeden Schritt im künstlerischen Werk determiniert, dann das Aufrechterhalten der Autonomie auf wackelige Füße gestellt. Dies sieht man oft an den abstrakten Bildern, welche nicht mehr von Autonomie erzählen, sondern von intersubjektivem Minimalkonsens. Hierfür wird's vermutlich auch Attacken regnen - aber bitte.
    Ich merke, ich scheife ab, aber nunja - dann auch richtig. Jeder der hier eigens sich vorgestellenden wird ja potentiell als Künstler angesprochen. Da möchte ich mich nicht zuordnen. Die Anforderungen an Intellektuelle und Künstler haben durchaus mit einer Verantwortung zu tun, so sehe ich das - ungefähr frei nach Sartre. Mich sehe ich dieser Verantwortung (vielleicht noch) nicht gewachsen und halte meinen Background im Intellektuellen wie auch Künstlerischen für noch weitaus zu unfundiert. Der Intellektuelle wie auch der Künstler (in manchem Falle mag er beides in einer Haut vereinen) ist es, da er über einen Zugriff auf eine universellere (!), querverbundenere Ebende des Denkens, Beobachtens und Formulierens im Bezug zu einer Gesellschaft verfügt. Seine Verantwortung (auch als Profitierender dieser Gesellschaft) ist es, diesen Zugriff auf universelle Beobachtung rück zu kommunizieren. Ich sehe mich nicht als Künstler oder Intellektuellen, der über jene Fähigkeiten schon verfügt (ob, bleibt offen). Insofern sind meine Bilder nicht als vermessene Stellungnahme eines selbstdeklarierten Künstlers zu verstehen, sondern als Prozesse in dem Versuch, sich weiter zu befähigen. Dies kann man mir vorwerfen, unter der Annahme ich fügte mich dem Minimalkonsens und den Anforderungen an den Künstler nicht. Letzteres habe ich erläutert und im Bezug auf den Minimalkonsens vertrete ich eine andere Meinung, so dass ein Vorwurf evtl. berechtigt sein kann (erläuterte ich weiter oben).


    Wieso ist es uns aber nicht möglich hinter seine Idee zu steigen?

    Interessant ist, dass die konkrete (möglicherweise formulierbare) Idee das einzige ist, was gesucht wird.

    Um wieder auf den Hintergrund, einige Überlegungen zu der Systemtheorie in Anbindung an die Wahrnehmung von Gesellschaft anzustellen, zurückzukehren...
    Es geht im also um das Geschehen in der Gesellschaft (ja Welt) und zwar, wie er selbst schreibt, das Geschehen der letzten Jahre, das ihn nicht los lässt.


    Ich meinte, die Thematik lässt mich nicht los. Und zwar, die Einbettung einer systemtheoretischen Sichtweise in anderen z.B. philosophischen Kontext sowie die Anwendung auf Beobachtung. Das Geschehen der letzten Jahre ist dabei nicht wichtig, wenn eben nur in Anwendung.

    Die Hinterhöfe zum Beispiel, allgegenwärtig und doch kaum wahrgenommen, nutzt er als Bezugspunkt zur Gegenwart (Teriell bitte ggf. um Korrektur!). Eine Unstimmigkeit wird von ihm in Form einer Ruine dargestellt (welche ich anfangs als Bezug zu längstvergangener "Milch und Honig Zeit" verstanden habe). An seinem Satz, die Ruine sei "... konträre Ebene zum "stellaren Griff" (deswegen auch simpel oben, unten), was insgesamt wieder die systemische Einbettung aufgreift im Sinne von Feedbackschleifen (wieder Luhmann)" kann ich mir die Zähne ausbeißen, da ich zum einen nicht wirklich verstehe was er mit "stellaren Griff" meint, bzw. worauf dieser bezogen wird und zum anderen habe ich Luhmann nicht gelesen.

    Die Ruine und der "stellare Griff" ist keine Bewertung, vonwegen jo gut oder hmmm böööse. Es wird eine zeitliche Achse dargestellt. Von unten nach oben, von der antiken Ruine, über die Gegenwart, bis hin zur Zukunft. Zukünftiges ist abhängig von unserer heutigen Sichtweise auf Zukünftiges. "Stellarer Griff" soll nun unser heutiges Bild der last frontier beschreiben, ob's nun eine Marskolonialisierung oder die Beobachtungserweiterung auf technischer Grundlage (Sonden, Teleskope etc.) ist... Zeitliche Achse also, innerhalb autopoietischer Systeme.

    Da nun Bezug auf Systemtheorie besteht und Begriffe wie "autopoietische Systeme" vielleicht unklar sind,
    zunächst mal ein paar Links zu der Systemtheorie und Luhmann:

    <a href="http://www.humboldtgesellschaft.de/inhalt.php?name=luhmann" target="_blank" rel="nofollow">http://www.humboldtgesellschaft.de/inhalt.php?name=luhmann</a>
    🔗
    🔗
    <a href="http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/methoden/luhmann.htm" target="_blank" rel="nofollow">http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/methoden/luhmann.htm</a>
    <span class="icon-wikipedia"></span> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologische_Systemtheorie" target="_blank" rel="nofollow">https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologische_Systemtheorie</a>


    Ferner möchte ich noch hinzufügen, dass wenn ich Systementwicklungen thematisiere, zumeist auch das Verhaltnis von Individuum und Kollektiv einen für mich schwer trennbaren Kontext darstellen. Hier finden sich dies nicht konkret wieder. Ich sage dies aber, um meine Perspektive ein wenig zu beschreiben, welche oftmals in Bildern auch eine Rolle spielen. Aber dies nur als Zusatz...

    Teriell: Was ich mir, genau wie gedacht habe und dann umgesetzt, ist glaube ich ohnehin nicht sonderlich bedeutsam, wenn ich es nun im Nachhinein erzähle
    Das finde ich gar nicht! Im Nachhinein von was? Ich denke schon, dass genau das, der krönende Abschluss dieser Diskussion sein könnte.
    Mit einem "guten" Titel, hätte der Betrachter höchstwahrscheinlich eine etwas größere Chance das Ungetüm zu bezwingen ;o)


    Dies bezog auf die Offenheit in der Positionierung. Es hat ja nun jeder seine Meinung geäussert und Position gefestigt. Position meint nun nicht die weniger relevante Einschätzung des Bildes - gut oder schlecht. Das ist relativ trivial. Ich meine dies im Bezug auf den Willen, sich überhaupt in die Thematik eindenken zu wollen. Die Äusserungen zum Bild selbst waren ja schon beinahe von Empörung durchsetzt oder totaler Ablehnung davon, überhaupt etwas erfahren zu wollen.. das Urteil stand fest, wie bei acrylbilder:
    Tut mir Leid-vielleicht lieber Warzen besprechen

    Ich bilde mir also nicht ein, dass das eigentliche Thema nach der Urteilsbildung überhaupt noch jemanden (jener Leute, welche sich derart positionierten) interessiert. Insofern halte ich es für wenig ausschlaggebend, nicht mehr.
    Aber das hört sich jetzt sicher pikiert an, so ist es nicht gemeint. Ich fand's sogar sehr spannend, wie sich über ein Bild empört wurde, zu welchem kein Zugang bestand. Spannend und zugleich amüsierend :)

    Besonders amüsierend fand ich Äusserungen, wie...
    das teil überschwemmt den betrachter mit informationen, so dass im endeffekt keine information, also auch keine bildaussage, wirklich rüberkommt. hier wäre reduktion wirklich angesagt. auch die stilistischen mittel und die kompositorische anlage sind schwach. alles ein brei. keinerlei bildführung oder spannung. es sei denn, man mag suchbilder... für mich ist das collagenkitsch.


    Hätte nicht gedacht, dass das Bild es vermag, so aus der Reserve zu locken. :)

    Also, in diesem Sinne (nu hab ich wirklich gerade keine Zeit mehr...)

    Viele Grüße,
    Sebastian
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  • lisa
    lisa


    Wieder zum Bild - wie schon erwähnt, eine absolute Lesbarkeit, die 100%ig bewirkt und bewirken kann eine Aussage so auszulesbar zu erstellen, eine Aussage wie ich sie als Satz formulieren könnte, wollte ich nicht erzielen und will ich oftmals nicht. Hier scheint aber ein Konsens darin vorzuliegen, dass ein Bild solches leisten müsse.


    Nö, da nehm ich mich schon mal raus aus einer evtl. bestehenden Übereinstimmung.
    Ich habe zwar auf die Frage von Rex geantwortet, daß ich das Bild nicht verstehe, das bedeutet aber nicht, daß ich eine Lesbarkeit erwarten würde.
    Im Gegenteil.

    Ich finde das gerade oftmals das spannende an Bildern, daß sie dies und jenes bedeuten können, daß ich ungehindert meine eigenen Geschichten dazu ersinnen kann. Wenn mir nicht auf Anhieb etwas einfällt, kann ich mich länger mit dem Bild befassen, versuchen, mich ihm zu nähern, vielleicht brauche ich auch weitere Bilder dazu, vielleicht noch Informationen über den Künstler. Im Laufe meiner Suche stoße ich dann vielleicht auf etwas Neues für mich.

    Genausogut kann es natürlich sein, daß ich die Lust verliere, oder feststelle, daß da nichts für mich zu holen ist.

    Aber diese Auseinandersetzung ist mir oft lieber als eine von vornherein ganz klare Bildaussage.
    Signatur
  • xer
    Wollte mich später zu deiner Aussage noch gerne äußern Teriell, aufgrund des "Einwands" von Lisa, muss ich hier aber kurz etwas einwerfen.

    Teriell: ... Hier scheint aber ein Konsens darin vorzuliegen, dass ein Bild solches leisten müsse"

    Kein Bild muss es tun! Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass hier irgendjemand etwas anderes denkt. Hat ein Bild "etwas zu sagen" (und das muss keineswegs jedes Bild!) kann diese Aussage sehr klar und deutlich auf der Hand liegen, oder aber bis hin zu "Unsichtbarkeit", verborgen werden. Das ist der Konsens der hier vorliegt. Dessen bin ich mir ganz sicher. Es macht, aus meiner Sicht, nur wenig Sinn über Bilder zu diskutieren, die sich jedem auf den ersten Blick erschließen
  • geronimo
    geronimo
    hi, also ich mag bilder die sich einem breiten publikum unmittelbar durch eine starke "bildsprache" mitteilen. sie sind für mich quasi geradezu eine eindladung zur diskussion. unter diskussion verstehe ich kein pseudo intellektuelles gelaber, sondern "teilhabe" der betrachter an inhalt und aussage eines bildes. für mich ist das eine starke qualitative eigenschaft, insbesodnere dann, wenn die thematik eines bildes, wie in diesem beispiel, auf gesellschaftliche entwicklungen und zustände eingeht. eine starke bildsprache bedeutet keineswegs so etwas wie "totale lesbarkeit" sie kann ganz einfach, schnell und wirkungsvoll emotionen hervorrufen, zum nachdenken anregen, problembewusstsein herstellen oder als mächtige analogie zum "real life" herhalten. gerade jemand der luhmann und willke gelesen hat wird das verstehen. der betrachter bestimmt den inhalt der nachricht, nicht der erzeuger, gerade deshalb ist ein starke bildsprache von großem nutzen, btw. für alle beteiligten...
    Signatur
  • odnaliW_ocsicnarF
    Das was ich hierzu noch sagen möchte ist folgendes.


    Hier wurden doch sehr viele Worte verbraucht, die nicht viel oder sehr wenig gebracht haben.

    Kunst, egal in welche richtung muss man meines Erachtens fühlen können.

    Teriell macht wahnsinns gute und gefühlvolle Bilder die zum Nachdenken anregen und teilweise der Fantasie freien Lauf lassen.

    Beim hier besagten Bild spürt man kein Gefühl des Vervassers, es ist ein zusammengebasteltes Werk, Quasi ohne Gefühl.

    Ich kann es noch so oft betrachten, möchte mein inneres sich einfach nicht mit der Bildaussage anfreunden.

    Schade eigentlich wenn man die Qualitäten des Verfassers kennt und man von Ihm, ich möchte mal sagen so einen Schrott vorgestzt bekommt.

    Sorry der harten Worte aber es soll konstruktiv gesehen werden und auf keinen Fall kompromitierend wirken.

    Ich habe großen Respekt vor Teriell, er macht wunderbare tiefgründende Bilder. Nur dieses war halt ein bisschen daneben.
  • xer
    Hallo Sebastian,

    nachdem ich mir alle von dir angebotenen Links + die darin enthaltenen Querverweise und darüber hinaus ein wenig (allerdings mit mäßigem Erfolg) gegoogelt habe, gestehe ich, dass Luhmann mit seiner Theorie und/aber natürlich auch die Gegenpole (Jürgen Habermas usw) meine Neugier schon geweckt haben und vielleicht auch einen ganz kleinen Spalt öffneten, durch den man aber lediglich die Begrenztheit meiner Ausführungen erkennen kann; das Verstehen der Theorie, die deinem Werk zugrunde liegt, ermöglichen diese aber nicht.
    Folglich ist das Verstehen des Werkes eben so wenig möglich. Da helfen, aus meiner Sicht, deine Erklärungsversuche nicht wirklich.. aber das war dir vermutlich schon klar, als du´s geschrieben hast, oder?
    Dennoch freue ich mich, dass wir´s versucht haben. Zum einen bietet dieser Thread, wie ich finde, die Möglichkeit dem einen oder anderen, das eine oder andere zu hinterfragen. Zum anderen hast du mich dazu bewegt, mich noch weiterhin mit diesem Thema zu beschäftigen. In diesem Sinne: Danke und bis zum nächsten Kracher!

    Peter
  • lleiret
    Hallo Rex,

    zunächst mal finde ich super, dass Du Dir wirklich die Mühe gemacht hast, ein wenig nachzulesen. Finde ich gut.

    Zum Verstehen - sagen wir so, der Fakt, dass ich das Bild hochgeladen habe, soll kein Indiz dafür sein, dass ich glaube, man "versteht" es. Ich glaube, dass manche Bilder (von andern und von mir) leichter zugänglich sind, andere vielleicht gar nicht. Das ist mir nicht immer wichtig. Bei manchen Bildern ist es mir also wichtig, dass sie nicht beliebig zu deuten wären, bei anderen spielen individuellere Beweggründe eine Rolle, so dass sie auch nicht dafür aufgebaut sind, verstanden zu werden. Dass ich dieses Bild aber trotzdem hochgeladen habe, liegt zum einen daran, dass ich nicht nur die konformen Bilder in einen "Gesamteinblick" einfügen möchte, da dies nicht repräsentativ wäre und zum anderen daran, weil es so oder so interessant ist, wie Reaktionen ausfallen. Oft bin ich sehr sehr überrascht. Manche Bilder zum Beispiel wurden mit positiven Kommentaren versehen, Bilder, die ich selber sehr schlecht finde. Z.B. dieses Pusteblumenbild - das finde ich selber völlig irrelevant, es war nur sinnleere Bastelei - aber offenbar kam's super an (den Bewertungen nach zu urteilen). Ist mir selbst völlig unverständlich :) Und vor allem - dort gibt es nichts, was zu verstehen wäre.

    @Wilando... Ich bin auch der Meinung, dass die emotionale Raum eines Bildes oft sehr wichtig ist. Wobei ich selbst das nicht als ständiges Muss definieren würde.
    Ansonsten vielen Dank für Deine offene Kritik und auch Dein Lob. Brauchst Dich wegen der harten Worte aber nicht zu entschuldigen ;) Ist völlig ok.
  • odnaliW_ocsicnarF

    @Wilando... Ich bin auch der Meinung, dass die emotionale Raum eines Bildes oft sehr wichtig ist. Wobei ich selbst das nicht als ständiges Muss definieren würde.
    Ansonsten vielen Dank für Deine offene Kritik und auch Dein Lob. Brauchst Dich wegen der harten Worte aber nicht zu entschuldigen ;) Ist völlig ok.






    Danke Sebastian, bei dir hatte ich das Gefühl, dass du mich verstehen wirst.
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