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  • Kunst und Kröten!?

  • nomeaL Kunst und Kröten!?
    Wie würdet ihr auf diese, zugegeben provokante, Frage antworten:

    "Soll/muß/darf/kann mit Kunst Geld verdient werden?"

    Das Ganze vor dem Grundgedanken, dass Kunst nicht in erster Linie kommerzielle Ziele haben sollte (dann wäre es ja auch im Prinzip angewandte Kunst und nicht Freie).
    Ich lasse später meine Meinung mit einfließen, schreibe sie bewußt jetzt noch nicht nieder, sonst ist ja direkt die Richtung vorgegeben.

    Gruß,
    Laemon
  • aloraz
    Das is so die Sache mit dem schnöden Mammon.

    Auf der einen Seite ist es sicher für Menschen ein Wertgegenstand, den sie mit einem Kaufwert einordnen möchten, um den Selbstwert atraktiver zu machen.

    Für mich ist aber die andere Seite, das mir die Bilder sehr viel beim Malen geben und es mir daher schwer fällt, dafür einen Wert zu verlangen.

    Es ist schon sehr oft vorgekommen, das ich Bilder verschenkt habe, weil sie den Betrachter sichtbar berührten.

    Mittlerweile mache ich das nur noch für enge Freunde, doch es ist schon allein nicht leicht den eigenen Bildern einen Wert zu zusprechen, entweder fühle ich mich dann anmaßend oder unterwert verschleudert.

    Also nichts im Leben ist leicht zu entscheiden und müßte ich davon leben wär mein zweites zu Hause wohl eine Bahnhofsmission grins


    Ob das was nützt wer weiß es schon zarola
  • nasopiL
    "Soll/muss/darf/kann mit Kunst Geld verdient werden?"

    Offenbart diese immer wiederkehrende Frage nicht die
    Minderwertigkeitskomplexe der Kunst an sich?
    Wenn man nämlich zu dem Schluss kommt, das Kunst, und somit der Künstler,
    wichtig für die Gesellschaft ist, stellt sich diese Frage doch nicht mehr ernsthaft.
    Es fragt sich ja schließlich auch kein Pastor ob es rechtens sei
    für seine Tätigkeit bezahlt zu werden - weil er in diesem Fall eben nicht fähig wäre seinen Beruf auszuüben.

    Aus Konsumentensicht fände ich es natürlich spitze wenn für Kunst nicht mehr bezahlt
    werden müsste, ich könnte mir jeden Tag umsonst ne neue CD vom Saturn holen, hätte
    mein Bücherregal voll mit sämtlichen Sheakespeareausgaben, Gedicht und Kunstbänden
    und im Kino gäb’s nur noch Jim Jarmusch und Chabrolfilme, kostet ja nichts. Vor allem
    hätte ich endlich mal einen Überblick über Picassos Gesamtwerk weil er’s bis zu seinem
    Hungertod nur auf knapp 300 Bilder gebracht hat ;-)  (Ok, da vertu’ ich mich wohl, er wäre
    wohl rechtzeitig zur Industrie gewechselt und ich würd' mir mit einem Picassolöffel den Kaffe umrühren.)

    Aus Künstlersicht versteh ich die Fragestellung nicht.
    Muss man ein schlechtes Gewissen haben, für etwas bezahlt zu werden was man gerne tut?
    Mein Gott, dann bin ich aber heilfroh das ich keine Freude daran habe an Autos rumzuschrauben oder Häuser zu bauen,
    dafür gäbe es ja sogar Gehalt.

    Den Grundgedanken, dass Kunst nicht in erster Linie kommerzielle Ziele verfolgen sollte, teile ich vollkommen.
    Ich finde es jedoch falsch daraus im Umkehrschluss abzuleiten, dass Kunst demnach keinen finanziellen Wert haben sollte.
    Die ganze Diskussion nähert sich doch eher wieder der Frage: was ist Kunst und was nicht.

    Die weitaus interessantere Frage wäre jedoch:
    "Welche Funktion hat die Kunst in der Gesellschaft?"

    Gruß, Liposan
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  • stanko
    stanko
    Kannliposan da nur zustimmen. Das ist eine verkehrte und eigentlich nicht haltbare Fragestellung.
    Ich wage mal zu behaupten, wer seine Kunst verschenkt, bemisst ihr selbst keinen Wert zu und das sagt natürlich auch was aus.

    Klar ist aber auch, daß meistens für Kunstwerke nicht angemessen bezahlt wird. Mal von den Spitzenverdienern abgesehen.

    Mein Motto:
    Nimm soviel Du kannst für Deine Kunst, denn Du weisst nicht, wie lange Du noch mit ihr gesegnet bist.
    Signatur
  • nomeaL
    Hallo zusammen,
    ich wollte bestimmt keine Diskussion auslösen nach dem Motto, was ist Kunst und was nicht. Davon gibt's wirklich schon genug hier. Ich war nur deshalb neugierig auf eure Antworten weil ich in der Situation war bei einer mündlichen Prüfung auf diese Frage möglichst schnell zu antworten. Leider habe ich nicht mehr den genauen Wortlaut im Sinn, dieser war nämlich was griffiger, deshalb habe ich die Frage inhaltlich wiedergegeben.
    In dieser Situation war ich nur ziemlich geplättet, weil einerseits für mich klar war, dass der Künstler für sein Tun bezahlt werden muß. Mir war nur nicht klar, inwiefern ich diese Antwort gebe, weil ich mir bis dahin keine Gedanken dazu gemacht hatte und ich dementsprechend natürlich am rumschlingern war.
    Was haltet ihr davon wenn man sagen würde, dass das Künstlersein im Prinzip mit jedem anderem Beruf zu vergleichen ist und man deshalb auch das Recht hat Preise für seine "Produkte" zu verlangen. Je nachdem wie gut man ist, kann man dann natürlich Spitzensummen verlangen. Nichts anderes würde z.B. ein Einzelhändler ja auch machen.
    Es stellt sich nur dann wieder die Frage wie gut sich Künstlersein mit einem Beruf auf die gleiche Ebene stellen läßt. Meineserachtens recht einfach, aber ich glaube da gibt's bestimmt den ein oder anderen Prof der dann wegen "höheren" Zielen-Blabla "böse" auf mich ist... ;)

    Laemon
  • flow_thgin
    @ Laemon
    Also, da kann ich nur sagen: "Typisch Prof.!" Die sind mit ihrer Professur auf der sicheren Seite, scheffeln sogar nebenher noch Kohle und wollen ihren Studenten, die ja schließlich mal von der Kunst leben wollen, was von "höheren Zielen" erzählen. Eigentlich ist das eine Frechheit den Studenten gegenüber. Ging mir in meinem Studium genauso. Und ich Depp bin auch noch darauf reingefallen, weil wir alle unseren Profs an den Lippen klebten und sie das Testament verkündigten. Sei nicht so blöd wie ich, denn nach dem Studium kam die Ernüchterung, sprich harter Broterwerb und die Seifenblase von der Kunstelite platzte je. >:(
    Ich sehe das heute so: Nimm was Du kriegen kannst, Du hast es Dir verdient. ;D
  • ssaneht
    Kunst =  Kapital

    Gruss
  • nasopiL
    Kunst =  Kapital

    Gruss
    Wohl eher

    Kunst = (Mit viel Glück) Sozialhilfe
    Ich hab' früher auch mal viele Bilder verschenkt oder
    für wenig Geld verkauft.
    Die Augen gehen einem jedoch erst richtig auf,
    wenn man sich mal an Auftragsarbeiten heranwagt.
    Da kommt man ganz schnell davon ab, den
    Aufwand nach Arbeitsstunden zu berechnen,
    sonst ist der Interessent schleunigst über alle Berge.

    @thenass
    Solche Bemerkungen kann ich echt nicht mehr hören,
    ich habe in letzter Zeit schon mindestens zehnmal gehört:
    "Sie können von Ihrer Malerei bestimmt wunderbar leben"
    - hey, ich kann noch nichtmal meine Stromrechnung davon bezahlen!

    Zum Kunstschaffen muß man sich sicherlich auch die Fähigkeit
    zum Träumen erhalten, es träumt sich nur verdammt ungemütlich
    im Schlafsack unter der Brücke ;)

    Gruß, liposan
  • flow_thgin
    Kunst = Kapital?
    Fragt sich nur, wie das Kapital verteilt ist!!! >:(
    Das  hört sich so an, als könne ich einen Schimpansen an die Leinwand setzen und darauf warten, dass man mir den A.... küsst.
    In Lichtgeschwindigkeit vorbei an der Lebensrealität der Kunstschaffenden.
  • nilrebxerk
    Kunst = Kapital ist ja die Beuyssche Definition. Eigentlich ein Fortschritt, der gerade das Verständnis zeitgenössischer Positionen manchmal einfacher macht. Ich glaube, man sollte diese Position wenigstens ernstnehmen, bevor man sie sarkastisch übergeht.

    Liebe Grüße,

    krexberlin
  • nasopiL
    Schön, schön,
    aber bezieht sich die Beuyssche Definition nicht auf einen
    vollkommen anderen Sachverhalt?
    Ich bin zugebenerweise keineswegs ein Beuys-Kenner.
    Andererseits finde ich keinerlei Geschmack daran,
    real existierende Mißstände durch theoretisches Abfrühstücken
    zur Ideologie oder Kunst zu erheben. Es stellt sich doch die
    Frage, wer hier wen sarkastisch übergeht!

    Der Begriff "Kapital" stand hier meiner Ansicht nach, keineswegs
    zur Diskussion, egal in welcher Definition. (Wenn man schon
    Beuys heranziehen will sollte man fairerweise auch seine
    Definition des Begriffes Kapital erläutern!
    "KAPITAL ist nicht Geld (Produktionsmittel),
    KAPITAL ist Fähigkeit und Produkt der Fähigkeit."
    Daran wird wohl auch klar, das "Kunst = Kapital" im Beuysschen
    Verständnis in dieser Diskussion fehl am Platze ist!)
    In der Tat gibt es Etwas zwischen Kapital (im Sinne von Geld)
    anhäufen und Verhungern - nämlich Überleben!!
    Genau darauf habe ich die Ausgangsfrage
    bezogen.
    Wenn man nun zu dem Schluß gelangt das dieser Anspruch in
    der alleinigen Tätigkeit als Künstler etwas Anrüchiges ist,
    dann sollte man auch so konsequent sein und den Lehrplan an
    den Kunsthochschulen um eine verpflichtende Klempnerlehre
    o.Ä. erweitern. ;)
    Liegt der wirkliche Sarkasmus nicht da, wo sich die
    "High-Society" an Kultur bereichert ohne etwas zu ihrem
    Fortbestehen beizutragen?



    @krexberlin
    "Kunst muss verfallen, ansonsten wird sie verkauft"?!
    Na und, Die Kunst die es nicht schafft eine dauerhafte Bedeutung
    zu erlangen, verschwindet doch eh von selbst. Das riecht mir alles
    doch zu sehr nach Einem der Angst hat wirklich Position zu beziehen
    weil er sie entsetzlicherweise auch in zwei Tagen noch vertreten
    müsste.
    Deshalb sollten wohl auch Diskussionen grundsätzlich
    theoretisch und komplex sein,ansonsten könnten glatt noch,
    für das Leben brauchbare Antworten dabei rauskommen!

    Nix für ungut, aber gerade wo ich mich auch noch
    durch diese Kunstverfalls-Diskussion gequält habe, geht mir die Hutschnur erst recht bis zum
    Mars.

    Gruß, liposan
  • nomeaL
    Ich finde es vor allen Dingen wichtig einen Standpunkt zum momentanen Zeitpunkt herzustellen. Eben im Zusammenhang mit Wirtschaft und Arbeitslosigkeit, Nachfrage und Kaufkraft des Markts. Es nützt uns doch nix Sprüchen vergangener "Epochen" nachzuhängen, wo die Sprüchemacher noch nicht einmal mehr leben.
    Wir existieren doch im Hier und Jetzt und gehen in die Zukunft, da sollte man es doch schaffen nicht permanent Begrifflichkeiten der Vergangenheit hinterherzutrauern, die in einem vollkommen anderen zeitlich/geschichtlichen Zusammenhang entstanden sind.
    Für mein Verständnis ist Künstlersein => Berufung => Beruf => Broterwerb. Und der eine kann's eben besser, der andere eben schlechter. Wie es überall auch so ist.
    Ich will einfach gerne wissen wie ihr das seht. Ich denke eins ist klar: bezahlt werden muß die getane Leistung in jedem Fall.
    Und hierbei stehen eigentlich weder malende Katzen noch Roboter zur Dikussion, sondern ganz schnöde der gebrechliche menschliche Geist der versucht sich durch's Leben zu kämpfen und dabei seine Meinung entwickelt.
  • ardnaxelA_xirtaeB
    Nachfrage und Erkennen regeln den Preis..............
  • stanko
    stanko
    Hi Beatrix
    Mit Verlaub - Das ist doch Schmarrn -




    Eigentlich ist diese sinnentleerte und auf Unterhaltung ung Konsum orientierte Zeit, doch die beste Möglichkeit kunstschaffend zu sein.

    Fragen wir das Volk: "Wollt Ihr Unterhaltung?" - gut wir unterhalten Euch!
    "Wollt Ihr Sinn?" - Gut wir geben Euch Sinn!
    "Wollt Ihr Kunst?" Gut, aber diese behalten wir für uns - oder aber wir machen ein Tauschgeschäft - Ihr gebt uns Brot und wir geben Euch Kunst.

    Denn mal ehrlich - nicht alle taugen zu Künstlern, auch wenn in jedem kreatives Potenzial steckt.
    Und die Berufenen sollen ihren Lohn erhalten.

    ~~~~~~~~~Mal sehen, ob mich jemand ruft~~~~~~~

    in diesem Sinne - schöne Träume
    stanko
    Signatur
  • ardnaxelA_xirtaeB
    Hi Stanko -

    Kein Schmarrn: Glaub´mir!
    Denn selbst wenns einem manchmal fast physischen Schmerz bereitet ein Bild rauszugeben an irgend einen Banausen - der sich mit dicker Brieftasche den Weg in die Künstlerszene erkaufen kann - um "in" zu sein...es fördert die Nachfrage!!!!

    Werde versuchen, von edleren Welten zu träumen!
    Gruß
    Beatrix
  • ardnaxelA_xirtaeB
    Nachwort: Sollte natürlich "mit dicker Brieftasche" heißen!!!

    Beatrix
  • ardnaxelA_xirtaeB
    Nachruf an meine Tastatur: Werde sie begraben!
  • stanko
    stanko
    Ups
    Wußte nicht, daß der Schmerz so tief geht - sorry - nehme mein Schmarrn zurück.
    Signatur
  • 03onasihsus
    Also ich denke, daß man klar mit angewandter Kunst sprich Auftrag auch Kohle verdienen muß, ganz klar. Und mit freier Kunst..tja..da sollte man sich eben nicht von dem Geldgedanken seine ursprünglichen Schaffensgedanken zu einem Werk vermasseln lassen...wenn die Werke später Käufer finden um so besser...bzw. perfekt.
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