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  • Wer traut sich unter´s Messer? - Bildbesprechung/Analyse + Beschreibung

  • xiflamsungam
    ....außerdem hat noch keiner meine schmetterlinge kommentiert, zu schwierig??? ;))
    Ich denke mal, Otto hat die Latte recht hoch gesetzt.... Aber vielleicht findet sich ja noch einer :)
  • siku



    Ich denke mal, Otto hat die Latte recht hoch gesetzt.... Aber vielleicht findet sich ja noch einer :)


    ja, in dem Schmetterlingsmotiv wäre für Otto eine Geschichte drin. :-).
    Otto hat einem Bild, das man nicht weiter beschreiben muss, da dem Betrachter eine Bildbeschreibung auch keinen Zugewinn bringt, mit einer kleinen Kurzgeschichte Aufmerksamkeit verliehen, dabei hat er es unauffällig in Grund und Asche geschrieben.
    Möchtet Ihr das über Eure Bilder lesen?
    Das hat, wie er ja mit "sich selbst auferlegt" beschreibt, Arbeit gemacht. Die Geschichte kann er vielleicht noch weiterhin an anderer Stelle verwenden.... Das Bild dagegen wird bestenfalls an einer Sofawand kleben bleiben.

    @ Moni, der Mund muss wieder weg! er gibt dem Bild etwas Banales. Die Offenheit, die die Kompostion ausstrahlte, wird dadurch der Banalität geopftert. Malten kleine Mädchen nicht gern schöne Geschichter oder schöne Frauen?
    Deiner gelben Koposition kann der Betrachter jetzt nichts Immaginäres mehr hinzufügen, du hast sie mit der Hinzufügung des Mundes "totgemalt". Ich würde das Bild wieder in den Urzustand versetzen.



  • siku
    @Wasserwaage : nach meinem Bedürfnis wäre ein Bild interessant, in dem völlig auf Gegenständlichkeit verzichtet wird, also eine Orientierung an Begrifflichkeit wegfällt. LG magnus


    Ihr verlangt den potentiellen Bildberschreibern im Forum einiges ab. Hier soll quasi jedes Teil. auf dem Farbe in irgendeiner Form zu sehen ist "kunsthistorisch" beschrieben werden. Die eingestellte Anleitung zu einer Bildbeschriebung ist doch eher für Schüler gedacht, die Kunstwerke von Leonardo bis Picasso als Hausaufgabe beschreiben müssen, oder die diese Bildbeschreibung als Grundlage für ein Referat über Künstler aus der Kunstgeschichte benötigen. Hier werden Reflektionen auf Vitruv, Dürer, Le Coubusier "abverlangt". - Und wir sollen jetzt über ein bischen Blau vermischt mit Gründ, dynamisiert mit Rot eine Bildanalyse abliefern?

    Z.B: "bei längerem Schauen erschließt sich dem Betrachter eine Vielfalt zarter Töne. Wie eine vernarbte Haut legt sich die Farbe über die Bildfläche. Kleine Unebenheiten, wie Farbklumpen und Einritzungen, erwecken den Eindruck einer verletzten Leinwand. Auf der linken Bildtalfel erhebt sich, kaum vom dunklen Grund zu unterscheiden, im rötlichen Grauton ein wuchtiges Kreuz"
    Na, wenigstens ist auf der Komposition noch ein Kreuz zu erkennen. Ein einzelnes gegenstandsloses Motiv für den Betrachter zu beschreiben, macht keinen Sinn, er kann das selber sehen.

    Gegenstandslose Kunst verzichtet auf eine uns bekannte Formensprache, auf Symbole, Schmetterlinge, schöne Frauen oder sonst was. Die inhaltlich von thematischen Vorgaben unabhängige Kunst gewährt dem Betrachter Deutungsfreiheit. Diese muss ihm dann nicht durch eine Anleitung zum Sehen, Bildbeschreibung, genommen werden.

    Konnotationen des Betrachters, z.B. religiöse, liegen im Sinn eines offenen Kunstwerks..
    Die Aussagekraft der Bilder wird zum einen bestimmt durch Theamtisierung von Farbe, zum anderen durch Sinnoffenheit.
    Mark Rothko sagte: "Ein Bild lebt auf in Gesellschaft eines sensiblen Betrachters, in dessen Bewusstsein es sich entfaltet und wächst..." Nach der Vollendung der Arbeit werde auch der Künstler zum Rezipienten. Der Maler trete hinter das Bild zurück, es müsse sich ihm, wie jedem späteren Betrachter (neu) erschließen.

    PS. Im Vergleich zu meinem vorherigen Beitrag könnt Ihr ersehen, wie viel Zeit ich für diesen Text investiert haben. ;-)
    PPS: Gerade nachgeschaut: 30 Minuten! Investition für Rot, das ja anzeigt, dass sich hier eh keiner für den Inhalt, sondern mehr für den nick namen interessiert, ob dieser nun gruppenkonform ist oder nicht. :-)

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  • xiflamsungam
    .... Möchtet Ihr das über Eure Bilder lesen? ....
    @siku weißt du, jeder Laie hier zappelt doch irgendwie in einer "Endlosschleife" in seinem eigenen Brei, wenn ich das mal so sagen darf. Wenn eine solche Analyse dem Autor einen echten Erkenntnisgewinn bringt, kann man sich doch nur darüber freuen.... Von daher ausdrücklich, JA! - wenn die Grundsätze für eine konstruktive (s) Auseinandersetzung/Feedback gewahrt bleiben. Grüße, magnus - ohne einen gewissen Schmerz gibt es keine Veränderung....
  • xiflamsungam Danke für die Mühe :)
    @siku nein, nicht jedes Teil und ja, wer nicht fordert, der bekommt auch nichts :)
    Mir würde genügen eine exemplarische Vorgehensweise des Sehens in der Abstraktion lesen zu dürfen, ohne das es hauptsächlich um den Autoren des Textes geht, einen Sachverhalt, der mich in einigen Büchern immer wieder gestört hat.

    Danke dir aber schon mal für die Ausführungen oben. "Grüne" Sonntagsgrüße an dich, magnus
  • enoilemak



    ja, in dem Schmetterlingsmotiv wäre für Otto eine Geschichte drin. :-).

    Otto hat einem Bild, das man nicht weiter beschreiben muss, da dem Betrachter eine Bildbeschreibung auch keinen Zugewinn bringt, mit einer kleinen Kurzgeschichte Aufmerksamkeit verliehen, dabei hat er es unauffällig in Grund und Asche geschrieben.
    Möchtet Ihr das über Eure Bilder lesen?
    Das hat, wie er ja mit "sich selbst auferlegt" beschreibt, Arbeit gemacht. Die Geschichte kann er vielleicht noch weiterhin an anderer Stelle verwenden.... Das Bild dagegen wird bestenfalls an einer Sofawand kleben bleiben.

    @ Moni, der Mund muss wieder weg! er gibt dem Bild etwas Banales. Die Offenheit, die die Kompostion ausstrahlte, wird dadurch der Banalität geopftert. Malten kleine Mädchen nicht gern schöne Geschichter oder schöne Frauen?
    Deiner gelben Koposition kann der Betrachter jetzt nichts Immaginäres mehr hinzufügen, du hast sie mit der Hinzufügung des Mundes "totgemalt". Ich würde das Bild wieder in den Urzustand versetzen.




    @liebe siku, bei dem bild "pappe"war der mund von anfang an drauf, ich habe nichts hinzugefügt............es kommt so wieder in die ecke, wos gelegen hat!!
    DANK DIR AUCH FÜR DIE MÜHE ;))
  • siku
    Hallo Magnus,

    @siku nein, nicht jedes Teil und ja, wer nicht fordert, der bekommt auch nichts :)
    da hast du wohl recht! Derjenige, der einen Einsatz leistet, schreibt ja nicht ständig, wenn kein gescheites Feedback kommt, man nimmt dann an, dass es für das Thema keine Interessenten giibt. Als Pinnwand für rot zu fungieren, damit sich die Grünen dann hervorheben können, macht gelegentlich Spaß, aber nicht ständig -das geht einen auf den...



    Mir würde genügen eine exemplarische Vorgehensweise des Sehens in der Abstraktion lesen zu dürfen, ohne das es hauptsächlich um den Autoren des Textes geht, einen Sachverhalt, der mich in einigen Büchern immer wieder gestört hat.
    Gegenstandslose Malerei wird vom Primat der Farbe gesteuert, die wirkt auf unsere Psyche, da gibt es kein exemplarisches Vorgehen. Der Betrachter assoziiert, was sein kognitives System hergibt. Gegenstandslose Kunst kann man auf zweierlei Art rezipieren:
    1. man schaut auf das Bild, dann in sich hinein, was es bewirkt
    2. man sieht sich den kunsttheoretischen Zusammenhang an, dann werden viele Arbeiten tatsächlich spannender.

    Gegenstandslose Kunst und das Informel würden gar nicht als Kunst wahrgenommen, wenn sie nicht theoretisch begleitet worden wären. Das können heutige "Nachahmer" nicht mehr nachvollziehen, aber die gängige Argumentation, dass der Künstler expressiv arbeitet, ist "nachgeplappert". Leider kann man hier auch kaum mehr trennen zwischen innovativen Ideen und bloßer Pinseltätigkeit. Hier öffnet sich ein Markt für alle Kreativen, ihre Eitelkeit mit der Dazugehörigkeit zur "ernsthaften" Kunst zu untermauern.

    Ein Beispiel wie sich Assoziationen verändern können:
    Du siehst ein gegenstandsloses Gemälde als Dekoration in einem Möbelhaus über einem Sofa, einenm Sideboard, um eine leere Wandfläche auszufüllen. Dasselbe Gemälde siehst du dann in einem Kirchenraum hinter dem Altar, der Pfarrer bezieht es evtl. noch in seine Predigt (Kunstpredigt) ein, er assoziiert das menschliche Sein in Reflexion auf das Bild.
    Am ersten Standort wirst du vielleicht denken: schönes Bild, würde auch gut in meine Wohnung passen, beim zweiten Standort, würde dir vielleicht ein leichter Schauer über den Rücken laufen, weil dir z.B. durch die Predigt deine Stellung in der Welt bewußt gemacht wird: kleines Würmchen o.ä. Du kannst dir ja mal selbst beantworten: welche Situation sich auf deine Bildbetrachtung eindrucksvoller auswirkt.

    Es handelt sich aber immer noch um dasselbe Bild, dieselbe malerische Qualität, Duktus, Farbgestaltung ist unverändert, erst die verschiedenen Umgebungen lassen unterschiedliche Konnotationen aufkommen. Das ist das faszinierende an gegenstandsloser Kunst - und zur Bereicherung der Bildrezeption trägt auch auch das Wissen um die Entstehung der Arbeiten, der theoretische Hintergrund bei.
    Die Welten zwischen künstlerischer Auseinandersetzung und der oberflfächlichen Bewertung "das kann mein Kind auch", die liegen dicht beieinander. - Und: nein, so abtrakt wie Künstler können Kinder nicht malen.

    So, jetzt ist mir aber viel eingefallen - für eine Sonntag ;-)

    Dir auch einen schönen Sontag
    Gruß siku

    PS: wenn du Lust hast, schau dir doch mal ein das Gemälde "White Flag" von Jasper Johns an.
    vielleicht mit einem theoretischen Beitrag als Ergänzung.




  • siku

    @liebe siku, bei dem bild "pappe"war der mund von anfang an drauf, ich habe nichts hinzugefügt............es kommt so wieder in die ecke, wos gelegen hat!!
    DANK DIR AUCH FÜR DIE MÜHE ;))


    @ Moni schade um das Bild. - mit oder ohne Mund, ich finde die Komposition künstlerisch gut gelungen! Vielleicht könntest du dir mal überlegen, in dieser Richtung weiterzuarbeiten. Wenn man wie du viel gegenständlich arbeitet, dann hat man meist auch ein gutes Gefühl für abstrakte Formen - dein "Hahn" liefert den Beweis. :-) - Warum ausgerechnet dieses Bild "in die Ecke" soll erscheint mir nicht schlüssig. Verkauf es doch!

  • xiflamsungam Wer nur Freunde hat, hat auch keinen Charakter ;)
    liebe Siku, danke für deine Ausführungen, die ich sehr anschaulich fand. Den Tipp mit Johns werde ich in jedem Fall nachgehen.

    Ärgere dich nicht über rote Bewertungen, wie oben beschrieben läßt sich das gar nicht wirklich vermeiden. Ich bin auch sicher, dass viele hier von deinen Texten profitieren, auch wenn sie sich nicht dazu äußern oder bewerten und so ist deine investizierte Zeit keinesfalls vergebens.

    Also mich interessiert es in jedem Fall und lese dich gerne hier.

    Schöne Grüße, magnus
  • enoilemak ich weiss ja nicht....liebe siku oder lieber siku ;))
    weißt du, wie hoch der stapel von "pappe-bildern in meiner dachbodenecke ist?
    ziemlich hoch, die müßte ich dann alle rahmen und auf vordermann bringen.............
    ich experimentiere ziemlich viel und das kommt dabei heraus......;))
    nochmals viele liebe grüße an dich
    moni
    sollte nicht überheblich klingen, sorry!!
  • Xabu Iborian
    Xabu Iborian
    Mir ist gerade so.
    Ich schieb mal die siku.

    :)
    Signatur
  • VBAL
    VBAL
    Da ist man mal ein paar Tage in der Pampa und schon passiert hier was, dem ersten Eindruck nach, interessantes, ts ts ts.
    Lohnt es sich den hier rein zu lesen? (mir ist die Absurdität der Frage bewust)
  • daednU
    der erwünschte daumen braucht anscheinend viel grün.....
  • egaawressaW ein Versuch im Konjunktiv
    reisenden

    der vom Künstler gewählte Titel bezieht sich m.E. in erster Linie auf den optischen Eindruck der Darstellung. Unter diesem Gesichtspunkt geben sich mir menschengleiche Wesen zu erkennen, welche einer Richtung zu folgen scheinen. Diese orientiert sich haltungsbedingt von rechts nach links, wobei mir eine dieser Gestalten den Eindruck vermittelt, sich in Gegenrichtung zu erheben. Dabei handelt es sich um die vorletzte der assoziierten Reihe. Sie unterscheidet sich sowohl anatomisch als auch tonwertig von den übrigen (monochrom).
    Ein Sich-Aufbäumen wird erkennbar - verstärkt durch die ihr nach- und richtungsfolgend ´unterliegenden´ Gestalt, welche sich grössten Teils oberhalb, teils unterhalb und m.A.n. am Ende des ´Geschehens´ befindet.
    In diesem Zusammenhang zeigt sich mir eine fast waagerechte, zum beidseitig vertikalen Bildrand hin, abgeschnittene Achse, die als Beginn und Ende der Reise interpretiert werden könnte, wobei die Frage nach dem "goldenen Schnitt" ...

    vielleicht auch jemand Anderer aufgreifen könnte (?)

  • enoilemak
    @ alia, der goldene schnitt ist im großen und ganzen eingehalten worde, ob absichtlich oder durch
    zufall läßt sich nicht so genau sagen. man kann dabei auch kein zentimetermaß anlegen, werde
    morgen noch ein skizze zeigen, wenn du möchtest.....
    lg moni
  • egaawressaW
    @ alia, der goldene schnitt ist im großen und ganzen eingehalten worde, ob absichtlich oder durch
    zufall läßt sich nicht so genau sagen. man kann dabei auch kein zentimetermaß anlegen, werde
    morgen noch ein skizze zeigen, wenn du möchtest.....
    lg moni


    ehrlich gesagt halte ich diese Frage bzgl Analyse für gar nicht so wichtig - mir fiel es nur mehr oder weniger ins Auge, als ich mich mit diesem Bild eine gute Weile auseinander gesetzt hatte ... w.a.i. - jedenfalls hat´s mir, nach einigen Anlaufschwierigkeiten (sprich: geistige Trägheit), ab einem gewissen Punkt sogar Freude gemacht, mich mit einem Werk mal etwas intensiver zu beschäftigen

  • enoilemak
    der goldene schnitt ist die grundlage für jede gestaltung...
    also unwichtig ist das nicht.............;)
  • egaawressaW

    der goldene schnitt ist die grundlage für jede gestaltung...
    also unwichtig ist das nicht.............;)

    ernsthaft jetzt ?

  • enoilemak
    google doch einfach!
  • e-h-u-R
    Nun, nur weil es da steht, bedeutet es nicht dass ich es so machen muss, oder?!
    Künstlerische Freiheit?;)

    Technische Perfektion steht zumiendestens bei mir nicht an der ersten Stelle...
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