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  • Universalkomparsen

  • otto_incognito
    otto_incognito Universalkomparsen, die fünfte - eine wahre Geschichte aus der Villa Kunterbunt

    In dem Haus, in dem ich wohne, sind viele dazu übergegangen, einen nicht
    unbeträchtlichen Teil ihres Konsums online abzuwickeln. Auch ich bestelle
    ab und zu gerne (unhandliche) Teile über´s Internet. Mein direkter Türnachbar
    ist ein rüstiger Achtzigjähriger, der schon in diesem Hause geboren wurde.
    Auch er ist mit der Zeit gegangen und läßt sich gerne per DHL beliefern.
    Fast täglich werden Pakete und Päckchen in unser Haus getragen. Unser
    Lieferant ist ein kleiner, schmaler Muslim, der aber beim Nach-Oben-Trans-
    portieren der Pakete durchaus beachtliche Kräfte entwickelt.
    Vor einiger Zeit kam ich nach Hause und sah meinen Nachbarn in seiner
    Tür stehen, wie er mißtrauisch ein Päckchen beäugte, das ihn der völlig
    ratlose DHL-Bote entgegenhielt. "Ich weiß ja nicht, ob ich das jetzt annehmen
    soll," hörte ich meinen Nachbarn sagen, und: "Da ist doch hoffentlich kein Spreng-
    stoff drin, oder...?"
    So schnell ich konnte, schloß ich meine Tür auf, um mich und meinen Lach-
    anfall vor der Welt in Sicherheit zu bringen.
    "Na, geben Sie schon her, ich hab´s ja schließlich bestellt" hörte ich ihn noch
    sagen. Dann war Ruhe.
    Kurz darauf mußte ich die Erfahrung machen, daß er auch vor anderen Ethnien
    kein Halten kennt. Ächzend und schwer bepackt mit Einkaufstüten schleppte
    ich mich die Treppe hoch, da stürmte er mir entgegen und rief so laut, daß es
    vom Keller bis zum Dachboden widerhallte: "Herr Otto! Ich habe gesehen, daß
    bei Ihnen die ganze Nacht das Licht gebrannt hat!! Da dachte ich, Ihre Katze ist
    gestorben!!! Herr Otto, ist Ihre Katze endlich tot?"
    Schwer getroffen und außer Atem krächzte ich: "Nein,lieber Herr Nachbar, meine
    Katze erfreut sich leider bester Gesundheit und ich lebe auch noch!"
    Daraufhin war Rache angesagt. Meistens bin ich relativ gutmütig, aber meinen
    lieben Castor darf man nicht beleidigen!
    Ich durchstöberte im Internet bei amazone die Abteilungfür kriegerisches Zubehör
    und bestellte mir per Eilzustellung einen Rammbock und dazu ein Kettenhemd.
    Schon am nächsten Tag kam die Ware, und als der Lieferant die wuchtigen Teile
    die Haustreppe hochstemmte, lief ich ihm entgegen und rief: "Ich danke dir, Bruder,
    daß du dich noch in diese Haus wagst - und ärgere dich nicht über meinen Nach-
    barn. Er ist eigentlich ein ganz netter Kuffar und meint es nicht so. Möge Allah
    Nachsicht mit ihm üben!"
    Dann nahm ich Rammbock und Kettenhemd und schleppte sie in meine Hütte.
    Zuerst stand der Bote wie vom Blitz getroffen, aber dann hörte ich ihn, durch die
    geschlossene Tür, ziemlich laut lachen, als er das Haus verließ.
    Immer, wenn er jetzt in seinem DHL-Wagen an mir vorbeifährt, winkt er, ich
    winke zurück und dann müssen wir lachen.
    Ich dachte, ich schreib´den Quatsch mal auf, denn abgesehen von Rüstung
    und Rammbock ist die Geschichte wahr.

    Mein Motto:
    Ich befinde mich in dauerndem Streit mit oTTo.
    Gruß,OttO
  • fpmlhcs

    sehr schöne geschichte, lieber otto.
  • otto_incognito
    otto_incognito
    Salem aleikum, lieber schlmpf, ich danke dir, und ich danke meinem
    Nachbarn, dem DHL-Boten und Allen, die mir durch ihr schicksalhaftes
    Auftreten die Erleuchtung brachten Das größte Lob jedoch gebührt
    Allah, der sie führte und das Feuer des Glaubens in mir entfachte! :D
    Signatur
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  • otto_incognito
    otto_incognito Universalkomparsen retten DATEN, die sechste

    Vor einigen Tagen war ich mal wieder im Fitneßstudio meines Vertrauens, wo ich regelmäßig
    meine Muskeln stähle. Mit einer individuell auf den Kunden zugeschnittenen Liste läuft man
    dann dort rum und stellt auf jedem der wuchtigen Geräte seine zu stemmenden Gewichte ein
    und legt los.
    Neuerdings gibt es ein besonderes Gerät, da sitzt man einfach vor einem Bildschirm, darauf
    erscheint auf Knopfdruck der gewünschte Schwierigkeitsgrad und dann ein Pfeil, der durch
    Verlauf und Geschwindigkeit die zu leistenden Muskelkontraktionen vorgibt. Dieser Linie
    folgend, kann man sich vonl LevelzuLevelzuLevel hocharbeiten, bis man nicht mehr kann
    und dann erscheint eine Diagramm mit einer Kurve und man sieht, was man geschafft hat.
    Ich liebe dieses Gerät, allerdings erfordert es ungeteilteKonzentration, und so war ich schon
    etwas genervt, als ein etwas älterer Kunde sich neben mich stellte, mich unentwegt ansah
    und ostentativ darauf wartete, daß das Ding für ihn frei würde. Bald war ich fertig und überließ
    hm meinen Platz.
    Aber statt sich zu setzen, blickte er entgeistert auf den Bildschirm und eilte mir hinterher.
    Etwas agressiv lächelnd und in durchaus lehrerhafter Manier sprach er also zu mir:" Sie
    haben die AUS-Taste nicht gedrückt! Da kann ja jeder sehen, was Sie trainiert haben! "
    Ich war fassungslos. Ich sagte: "Ja, ist doch egal, das passiert hier doch den Meisten.
    Drücken Sie doch einfach, wie ich soeben auch, auf START, und dann legen Sie einfach los
    mit Ihrem Training..."
    "Sie haben mich offensichtlich nicht verstanden" meinte er ,"Ich möchte Ihnen mal was im
    Guten raten. Sie können doch nicht von Jedem Ihre DATEN so einfach einsehen lassen!"
    Da bekam ich doch Angst. Ich überlegte kurz, wandte mich den ANALOG-Geräten zu, an
    denen ich vorher trainiert hatte, und zog überall da, wo man noch meine persönlichen DATEN
    in Form von Gewichtsangaben sehen konnte, die Hebel aus den Gewichtsstöcken, klappte
    auch eifrig Sitz- und Lehnen in den NULLMODUS zurück und verließ das Studio, begleitet
    von den genervten Blicken der dort tätigen Instruktoren.
    Gestern, auf dem Weg zum Supermarkt, dachte ich angestrengt darüber nach, was alles so
    gebraucht wird, die Liste im Kopf wurde immer länger, was mich verwirrte undso ließ ich mich
    auf einer Parkbank nieder, kramte einen Zettel hervor und schrieb mir einen Einkaufszettel.
    Den las ich mir danngründlich durch und ermahnte mich:
    "Komm, Otto, das schaffen wir doch auch so. So eine kleine Gedächtnisübung kriegen wir doch
    noch hin!",zerknüllte den Zettel, warf ihn in den Papierkorb neben der Bank und machte mich froh
    gemut wieder auf den Weg.
    "Halt, Halt! Hören Sie mal...!" hörte ich da hinter mir und blieb stehen.Eine rundliche Dame mit
    feschem, blaugetönten Kurzhaarschnitt und pinker Kastenbrille stürmte auf mich zu und rief atem
    los: "Sie haben da Ihre Zettel in den Papierkorb geschmissen - sind da etwa DATEN von Ihnen drauf?
    "Äh, ja...nein. Ich weiß nicht," stammelte ich.
    Da hielt sie mir eine Vortrag über SENSIBILITÄT und BEWUSSTSEIN und PRIVATSPHÄRE und
    ich stoppte dies indem ich sagte; "Wenn ich es mir recht überlege, war es weiter nichts, nur mein
    Testament, das sein wohlverdientes Ende in diesem Mülleimer fand." und lief davon.
    Der Einkauf im Supermarkt verlief leider recht unbefriedigend, weil ich, wohl aufgrund
    der Störung, die in meinem Kopf abgespeicherten EinkaufsDATEN nicht mehr abrufen
    konnte.
    Die Welt verändert sich. Ich und wahrscheinlich einige Andere kommen so richtig nicht
    mehr mit. Ich erwäge, eine (von Hackern geschützte!) email an das Ministerium für
    Weiterbildung+Kultur zu schicken mit der Bitte, eine kleine, nette Broschüre
    herauszubringen, wo in einfacher Sprache der Unterschied zwischen DATEN, DATEN-
    WEGE und DATENTRÄGER hübsch und bunt dargestellt wird, wobei aber die Gefahr
    einer Variante über die vielen möglichen Weisen, wie ein Medium als seine eigene Bot-
    schaft ( tschuldigung, Mr.McLuhan :) mißverstanden werden kann, immer noch besteht.
    Ich dachte, ich schreib´den Quatsch mal auf, denn abgesehen von dem dummen Witz
    mit dem Testament ist die Geschichte wahr.







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  • Doktor Unbequem
    na das sind ja aufregende geschichten - da scheint jemand ein kleiner abenteurer zu sein...
    ^_^
  • kceierdsednur

    na das sind ja aufregende geschichten - da scheint jemand ein kleiner abenteurer zu sein...
    ^_^

    geh kacken du null.
  • efwe
    efwe
    null ist viel zu wichtig fuer einen der im delirium lebt :)
  • K_nav_nnamreH

    null ist viel zu wichtig fuer einen der im delirium lebt :)


    "Einer, der im Delirium lebt" ist viel zu komplex für jemanden, der eine Null ist.

  • kceierdsednur
    ich vermittel mal…
    null ist noch viel zu komplex fuer einen der im delirium lebt :)
    "Einer, der im Delirium lebt" ist viel zu nichtig für jemanden, der eine Null ist.
    und ich bitte im gegenzug um verzeihung, dass ich den blödi überhöht habe, indem ich dem ne null über neutralnull zugestanden habe.
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  • Doktor Unbequem
    huihui, schnelle reaktionen.
    immer am ball, was mädelz?
    :)))
  • K_nav_nnamreH
    huihui, schnelle reaktionen.
    immer am ball, was mädelz?
    :)))


    Trotz klugem Vermittlungswillen behaupte ich:
    Oben rumgammelnder Kommentar ist keiner auf der soliden Grundbasis "komplexes Hirn" - halt mal delirierend - ruhender, sondern ein waschechter Nullkommentar auf der Nullbasis einer Nullhaltung.

    Quasi ein völlig rendundates Gequarke für die handelsüblich internetgebräuchlichen Selbstverdauungsprozesse.
    Ein waschecht gebräuchlicher Versuch über die Selbstverbödung in die Weltverödung zu plumpsen, ohne es zu merken - wie es abermillionen Deppen tun - auch wenn dieser Schwachkopf keine 15 mehr ist.

  • otto_incognito
    otto_incognito
    Trübtasse meint: " da scheint jemand ein kleiner abenteurer zu sein..."
    Ich danke dir, Tasse. Das ist ja mal ein Kompliment in trüben Zeiten
    voller trüben Tassen, denen schon die kleine Ahnung eines Abenteuers
    Angst macht vor einem echten Abenteuer...
    :D
    Signatur
  • otto_incognito
    otto_incognito MEINE BUNTE VOGELWELT (die siebte)

    Das oben war schon mal die Überschrift.
    Und jetzt kommt der Rest.

    Wenige Kilometer von hier, rheinabwärts, gibt es in Köln-Stammheim einen wunderhübschen
    Schloßpark mit teilweise sehr alten Bäumen. Das Schönste dort aber ist eine etwa tausend-
    köpfige Kolonie von Alexanderpapageien, die sich dort seit Generationen etabliert haben.
    Ich selber wohne zwar in Stadtmitte, aber auch unser Innenhof ist eine wahre Oase. Eine riesige
    alte Platane, in deren Stamm ein Specht mit seiner Familie wohnt, senkt sanft ihre Äste über
    Wäscheleinen und Balkone und dient darüberhinaus seit Jahren einer lärmenden Horde Raben
    als Ausgangsbasis für ihre täglichen Exkursionen,
    Besonders im Winter ist das sehr schön, wenn morgens aus dem kahlen Geäst eine kreischen
    de schwarze Wolke aufsteigt.
    Aber jetzt ist Sommer.
    Und seit zwei Wochen treibt sich hier ein Papagei im Innenhof herum. Vermutlich ist es ihm in
    Stammheim zu eng geworden und nun versucht immer wieder, sich auf unserer Platane nie-
    derzulassen, um dann jedesmal grob und rücksichslos von der Rabenmeute verjagt zu werden.
    Letztens war es ganz schlimm. Vor meinem Fenster kreischte der Papagei, die Raben zeterten,
    mein Nachbar trat auf den Balkon und brüllte."RUHE!" und ich rannte hinaus, hieß alle zu
    schweigen, hub an und sprach also: "Meine lieben Vögelein, so höret mir zu! Sehet diese
    Platane, sie ist wahrlich groß und bietet vielen Geschöpfen einen nachhaltigen Platz zum Wohnen
    und ich als zertifizierter Kompetenzmanager des Herrn will euch die Augen öffnen und euch soweit
    stärken,auf daß Empathie eure Herzen durchströme und sich euch die frohe Botschaft von
    Inklusion und Integration erschließe in Form eines Selbstwirksamkeitsprozesses, der sogar
    einem kleinen Papagei Partizipationsräume erschließt, denn wisset, ihr lieben Raben, ich habe
    euch zwar sehr lieb, aber so ein bunter Vogel im Baum vor meinem Fenster - das wäre mal
    was zur Abwechslung. Juchheissassa!"
    Owei, das kam nicht gut an. Entgeistert starrten mich die Raben an, um dann in gespenstischer
    Stille weg zu wackeln und erstmal nicht wiederzukommen. Tagelang lag die vereinsamte Platane in
    düsterem Schweigen, sogar der Wind stand still in den Zweigen und nur gelegentlich der Specht
    kletterte mit trübem, gesenktem Blick den Stamm hinab, um den Müll runterzubringen.
    Eine dunkle Ahnung lag über unserem Hinterhof und dann geschah es, just in der Nacht, nachdem
    eine Nachbarin ihre weißen Bettlaken zum Trocknen rausgehängt hatte.
    Bis zum frühen Morgen war ein Tappsen und Trippeln, ein zartes Reißen und feines Krachen
    zu hören und als ich dann ans Fenster trat, sah ich die Bescherung. Auf dem Sims vor mir
    saß ein Rabe, als solcher kaum noch zu erkennen. denn er hatte sich ein Stück weißes Laken
    übergestülpt, vorne waren zwei Löcher in den Stoff gerissen, aus denen mich düster seine
    Augen anfunkelten. Und überall in der Luft schwirrten solcherart weiß vermummte Gestalten
    umher. Unten im Hof stand, schluchzend angesichts der zerstörten Wäsche, meine Nachbarin
    und ich rief. "Raben, oh ihr Raben. was habt ihr getan?!"
    "Wir...!", krächzte es mir vielstimmig entgegen, "...reden nicht mehr. Jedenfalls nicht mehr mit
    dir, du geschwätziger Otto!"
    Und dann erfuhr ich, daß sie den Kuckucksclan gegründet hatten, um die Vorherrschaft der
    Raben in unserem Hinterhof zu begründen und aufrechtzuerhalten und allem Invasionsver-
    suche aus Köln Stammheim abzuwehren.
    Der idyllische Zauber dieses Ortes ist nun verflogen, eine geradezu metallische Atmosphäre
    schlägt einem hier entgegen. Der Specht läßt sich auch kaum noch blicken, aber trotzdem
    muß ich sagen, daß es auch einen Zugewinn an Erhabenheit gibt, sieht man den Kuckucks-
    clan, gehüllt in weißes Linnen, aus dem die spitzen Schnäbel ragen, heroisch vor der kalten
    Bläue eines gleichgültigen Firmaments herumflattern.



    Signatur
  • Doktor Unbequem

    " da scheint jemand ein kleiner abenteurer zu sein..."
    Das ist ja mal ein Kompliment in trüben Zeiten
    voller trüben Tassen, denen schon die kleine Ahnung eines Abenteuers
    Angst macht vor einem echten Abenteuer...
    :D



    ich sehe, du verstehst mich, zumindest partiellellell...!
    :))
  • buatsnenrets zur nulldiskussion
    otto incognito hat doch eigentlich 4 nullen für sich beansprucht...............
    das ist doch schonmal was ....:D
    lgm
  • Doktor Unbequem
    :)))

    Nullies sind aber auch manchmal gaaanz schön wichtig.
    Der Spass hier würde ohne sie gar nicht funktionieren.
    hihaho...
    Signatur
  • otto_incognito
    otto_incognito pieps: ich schrieb+s für dich


    Signatur
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