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  • Kohle machen mit Kunst...

  • xylo
    xylo Thomas Schüttes tröstende Worte
    Seit ich Thomas Schüttes Film in der Fondation Beyeler gesehen habe, welcher dort, anlässlich seiner grossen Aussellung lief, bin ich sehr getröstet, was den Anspruch anbelangt, von der Kunst leben zu können.

    Er legte offen, wie er mit seinen Werken umgeht, wo er den Platz geschaffen hat, um seine Sachen aufzubewahren und erklärte, dass er nicht auf Deubelkommraus verkaufen muss, weil er den Platz hat!

    Ein wichtiger Satz war für mich sehr wichtig:
    " Nur 5 % der bildenden Künstler können von ihrer Arbeit leben"
    Der Rest muss sich mit anderen Arbeiten durchschlagen, um sich die Kreativität leisen zu können.

    Ich war von der Arbeit Schüttes und so wie er damit umgeht, tief beeindruckt. Er arbeitet mit einem sehr kleinen Team, versucht die Kosten dadurch auch niedrig zu halten, entwirft aber auch Gebäude und hatt verschiedene Einnahmequellen. Das wäre einer der wenigen Künstler, mit denen ich mich gerne mal einen Nachmittag unterhalten würde, weil er auf dem Boden geblieben ist, egal wie berühmt er ist.

    Geld verdienen mit Kunst? Was sind schon mehrere hundert Euro für einen Auftrag,wenn man sich druchrechnet, wieviele Stunden die Arbeit benötigte. Da muss man manchmal trocken schlucken, wenn die Arbeitsstunde noch 5 Euro wert ist.
    Das einzige, was man daraus schöpfen kann, ist die Gewissheit, dass das, was man macht, auch Fremden gefällt und nicht nur Oma, Opa und Tante Hilde, oder die Mama, der sowieso alles gefällt, egal was Du machst
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  • Daniel Cool

    Da muss man manchmal trocken schlucken, wenn die Arbeitsstunde noch 5 Euro wert ist.


    Das ist aus sozialer Sicht nicht gerecht.
    Nach der Einführung des Mindestlohns von 8,50 Std. sollte wenigstens der Staat für die 3,50 aufkommen.
    Kunst im Zeichen des Regenbogens
  • siku

    Das trifft nur auf die Kommentare zu. Die Sternchen sagen etwas völlig anderes.
    @Wasserwaage: Ich wünsche mir, dass ich von MEINER Kunst leben kann. Was ich mir nicht vorstellen kann ist Kunst zu machen, die ich nur des Geldes wegen schaffe. Garagentore mit Wunschmotiven bepinseln würde ich z.B. nicht gerne.


    @ Christian Das Problem liegt m.E. weit weniger in der Gefahr, dass die Maler sich mit ihrer Kunst "prostiturien" könnten (diese Furcht ist unbegründet, sie wird ja auch von der künstlerischen Qualität der einzelnen Arbeiten selbst beantwortet), sondern daran, dass künstlerisches Ungenügen auf dieses Argument geschoben wird. Künstlerisch ist es egal, ob dein Bild auf einem Garagentor prangt, oder im Museum hängt. - Nur ist das Bild künsterisch mäßig, dann fällt das auf dem Garagentor eben eher auf.
    Beispiel: Motiv Kurve.
    das Bild wird wahrscheinlich als wenig künstlerisch betrachtet, weil es offensichtlich im Hobbybereich festhängt, an diesem Motiv sieht man es eben gut, an anderen Motiven vielleicht weniger. Die Bäume, die Lichtverhältnisse geben dem Motiv einfach nicht die künstlerische Ausstrahlung, für die man Geld ausgibt. Davon kann man m.E. nicht leben, das wäre Selbstbetrug.

    Ich glaube auch, dass man heute von Malerei schwerer leben kann. Es gibt ja kaum noch Bildergeschäfte, die werden zwar mengenmäßig voll von Produzetengalerien ersetzt, nur diese Verkaufsform nehmen potentielle Käufer nicht so an wie den Verkauf in einer Bildergalerie, aus verschieden Gründen: u.a. weil Produzentengalerie irgendwie einen experimentellen Charakter vermittelt, der Bilderkäufer möchte aber einen echten Wert an seiner Wand hängen haben und keinen künstlerischen Findungsprozess.

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  • heike
    heike


    Das ist aus sozialer Sicht nicht gerecht.
    Nach der Einführung des Mindestlohns von 8,50 Std. sollte wenigstens der Staat für die 3,50 aufkommen.

    Das ist ja wohl mal daneben, warum sollte die Gesellschaft dem Künstler was schulden? Wenn seine Arbeit keiner haben will, ist sie eben nach Marktwirtschaft nichts wert. Vielleicht hat ein "Künstler" ja noch andere Kompetenzen mit denen er sich in die Gesellschaft lohnend einbringen kann. Wenn nicht ist er eben eine schwaches Mitglied der Gesellschaft und wird von Sozialstaat getragen, das ist dann schon in Ordnung .
  • Vincents_Ohr
    Vincents_Ohr
    Wow ... Nighthawk, xylo, Siku - das sind gute und wertvolle Beiträge. Danke.

    Was die genannten Werke von mir angeht: Diese Bilder würden in keiner Ausstellung hängen. Im Kunstnet lade ich fast alles hoch. Übungen, Experimente und Bilder zu denen ich stehen kann. Ich probiere Techniken oder Materialen aus. Es hat mich nur etwas erschreckt, dass gute Bewertungen häufig gerade für jene Bilder kamen, welche am wenigsten ambitioniert entstanden sind. Eine Ausnahme ist "Ohne Worte", das bläuliche Bild mit dem Frauenkopf. Meine Eingangsfrage war eigentlich, ob sich der Geschmack der Kunstnet-User mit dem Geschmack potentieller Käufer deckt. Vielleicht gibt es ja eine Überschneidung zwischen gut verkäuflichen Bildern und dem, was ich gerne produziere und was mir am Herzen liegt.
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  • xylo
    xylo @ Daniel
    Natürlich ist das gerecht.
    Wenn ich einen Auftrag annehme und weiss, wieviel ich maximal nehmen kann, weil in der Summe gesehen, der Auftraggeber sich auch in einem bestimmten Rahmen bewegen muss, dann ist das mein Problem und nicht das Problem des Staates.

    Ich habe noch einen (ziemlich mühsamen) Broterwerb, damit ich mir meine künstlerische Tätigkeit leisten kann.
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  • El-Meky
    El-Meky alles meins
    Ich male ja mit voller Absicht so, dass mir niemand ein Bild abkauft.
    Und dann stelle ich mir vor, wie teuer meine Bilder wären und rechne alles zusammen
    und dann fühle mich wohlhabend und glücklich.
    was will ich mehr? :-D
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  • rundesdreieck
    Mensch, ich bin doch jezze verheiratet. ;-)

    mit charlie? ich dachte bis grade, das ist ne zeitschrift. und da, äh, für den malochst du jetzt als vorzeigeorientalin?
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  • siku

    Meine Eingangsfrage war eigentlich, ob sich der Geschmack der Kunstnet-User mit dem Geschmack potentieller Käufer deckt. Vielleicht gibt es ja eine Überschneidung zwischen gut verkäuflichen Bildern und dem, was ich gerne produziere und was mir am Herzen liegt.



    Wie die User hier bewerten und für welche Arbeiten sie dann ihr eigenes Geld rausrücken, muss nicht identisch sein. Hier ist man unter Kreativen, da ist es auch sinnvoll, sich gegenseitig Mut zu machen, zu loben. Es wird ja immer wieder nach der "ungeschminkten Wahrheit verlangt", aber sinnvoll ist das in einer öffentlichen, wenn auch nur virtuellen Galerie, nicht. Das was einige mehr sehen, müssen sie den anderen ja nicht noch auf dem Silbertablett servieren. Aber spüren, was künstlerischer von einer Auswahl von Arbeiten ist, wird jeder ungefähr ähnlich, auch wenn nicht alle die künstlerischen Stärken oder Schwächen klar benennen können. Gut verkäuflich ist was künstlerisch gut ist, auch wenn das die "wahren Künstler" des KN vielleicht nicht alle glauben können oder mögen. :-)

  • nighthawk
    nighthawk


    Das ist ja wohl mal daneben, warum sollte die Gesellschaft dem Künstler was schulden?

    weil sie ohne ihn gar keine gesellschaft, sondern nur ein haufen laut gackernder, ins eigene verderben rennender konsum-enten wäre. ist sie eigentlich auch so schon, aber immerhin hinterlässt sie den archäologen der zukunft dann nicht nur einen haufen sondermüll.

  • rundesdreieck brennende konsum-enten
    ... rennender konsum-enten wäre. ist sie eigentlich auch so schon, aber immerhin hinterlässt sie den archäologen der zukunft dann nicht nur einen haufen sondermüll.

    arbeitsmarktzukunftsplanung: totengräber und grabräuber werden künstler (und haben dann sicher auch ihr eigenes temporary problemforum).

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  • rundesdreieck hier! müsste eigentlich gleichermassen befriedigend genug sein für christly chris und seine trockenheike
    Fuck Fellini
    Regisseure waren wie Kinder, die auf eine Herdplatte fassen wollten. Denn trotz seines Rufes als Filmemacherfressen zankten sich die besten Regisseure um Klaus Kinski. och KK schmetterte die Angebote von Luchino Visconti, Pier Paolo Pascolini und Steven Spielberg ab. Aus allen Wolken fiel auch Federico Fellini. Statt des unterzeichneten Vertrages telegrafierte Kinski ihm die Nachricht
    «Lass dich in den Arsch ficken».
    Wie bei den meisten Projekten empfand auch hier Kinski die ihm angebotene Gage als lachhaft. Seine
    Regel: Solange der Zaster stimmte, war der Rest Nebensache. So brachte es Kinski auf über 130 Filme, über 2`000 weitere Projekte lehnte er im Verlauf seiner Karriere ab.

    :-))))
    quelle: http://www.seite3.ch/Klaus+Kinski+Ruhe+in+Frieden+verdammt+nochmal+/415919/detail.html
  • nighthawk
    nighthawk

    Wie bei den meisten Projekten empfand auch hier Kinski die ihm angebotene Gage als lachhaft. Seine Regel: Solange der Zaster stimmte, war der Rest Nebensache. So brachte es Kinski auf über 130 Filme, über 2`000 weitere Projekte lehnte er im Verlauf seiner Karriere ab.

    :-))))
    quelle: http://www.seite3.ch/Klaus+Kinski+Ruhe+in+Frieden+verdammt+nochmal+/415919/detail.html

    na siehste, und brett und schorsch zahlen sogar drauf, um bei coolen autorenfilmen ne nebenrolle spielen zu dürfen.

  • Daniel Cool

    So macht man mit Kunst Geld
    🔗
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  • Roland Rafael Repczuk
    Roland Rafael Repczuk
    Bildrechte, ich verkaufe hauptsächlich Nutzungsrechte. Viel zeigen, viel werben .....wenig essen
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  • Daniel Cool
    Hallo Phil,

    malst du jetzt die 1,5 Millionen Menschen in München?
    Oder ist das nur ein Marketing-Gag?
    Ist das ein Gemeinschafts-Projekt?

    Dann hast du es ja fast geschafft.
    Hol doch von jedem 1,- € für das Bild.
    Dann bist du bald Millionär.
    Und dann ab nach Berlin, dort leben 3,4 Millionen Menschen

    Gruss
    Daniel

    http://einskommafuenfmiomuenchner.blogspot.de/

    https://www.facebook.com/1.5MioMuenchner/info?tab=page_info
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  • Phil Splash
    Phil Splash
    Kein Marketing Gag... 20.000 sind schon gemalt...
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  • Xabu Iborian
    Xabu Iborian

    Pro Werk ne Minute (Vorbereitung/Nachbereitung nicht gerechnet), ca. 3 Jahre 7/24 und Du hast es geschafft :D

    Merkst Du Dir all die schon gezeichneten Menschen?
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  • Daniel Cool

    Ich find die Kampagne ein bissel zu dick aufgetragen
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  • Phil Splash
    Phil Splash

    [quote="p344463"]
    Pro Werk ne Minute (Vorbereitung/Nachbereitung nicht gerechnet), ca. 3 Jahre 7/24 und Du hast es geschafft :D

    Merkst Du Dir all die schon gezeichneten Menschen?


    Klar, ich hab ein Fotografisches Gedächtnis :-)


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