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  • Buchtipp zur Farbtheorie mit Praxisbezug

  • eirelagkrap
    Hallo,
    1966 stellt Gerhard Richter fest, dass "jede Farbe sowieso ganz prima zu jeder beliebigen anderen Farbe passt"
    http://fondationbeyeler.tumblr.com/post/87994152593/1024-farben-1024-colors-1973

    (Paul) Klee malte, sensibilisiert durch das Farbverständnis Delaunays für das intensive Licht und die Farben des Südens, mehrere Aquarelle, denen er selbst für sein weiteres Kunstschaffen große Bedeutung zumaß. So schrieb er am 16. April (1914, Tunisreise) in sein Tagebuch:

    „Die Farbe hat mich. Ich brauche nicht nach ihr zu haschen. Sie hat mich für immer, ich weiß das. Das ist der glücklichen Stunde Sinn: ich und die Farbe sind eins. Ich bin Maler.“

    Mir selbst hat die Lektüre von Farbtheorien keinerlei Hilfestellung oder Erkenntnissgewinn für das Verständnis von Farbigkeit in der Malerei gebracht.
    Für wesentlich empfehlenswerter halte ich es, nach Selbstaussagen von Künstlern über ihre Verwendung von Farbe zu stöbern und sich Gedanken darüber zu machen.

    Klaus
  • efwe
    efwe
    Interessantes statement von richter...dank fuer den link.
    Signatur
  • Paco
    Paco
    Hat Kandinksy nicht auch mal was Grundlegendes zur Farbtheorie veröffentlicht, bes. auch zur Synästhesie (Farbe/Musik)?
    Ich hatte mir deshalb letztens das kleine Bändchen "Farben und Klänge. Zweite Folge (Ölbilder)" von Kandinsky gekauft, was aber eher einem Schuss in den Ofen gleichkam, da dort von Farbtheorie oder Synästhesie kaum die Rede ist - bei nur 13 Textseiten kein Wunder.
    Na ja, das ist halt der Nachteil am Online-Kauf, dass man öfter mal in den Ofen schießt, bevor man einen Volltreffer landet.
    Ich hoffe da ja jetzt ganz stark auf den Gage...
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  • Xabu Iborian
    Xabu Iborian

    Berücksichtige, was Klaus schreibt. Das ist der bisher ergiebigste Beitrag hier.
    Und der Manlio Brusatin, der scheint mir immer noch einen tieferen Blick wert, auch ohne dass ich das vollständige Werk gelesen haben muss.

    :)


    (Die Links zu den Büchern bedeuten nicht, dass du die Teile zwangsläufig online kaufen musst, sie sind in erster Linie ein Hinweis auf das Buch und eine kurze Beschreibung dazu. Eigentlich selbstverständlich, wie so vieles :)


  • otto_incognito
    otto_incognito
    @Paco- gesetzt dem Falle, daß die zufällig ausgewählten Farben a,b+c den geweiligen Ausdrucksqualitäen vont bja, wrx+kau entsprechen, so ergeben sich fogende und in der Konsequenz noch viel mehr Möglichkeiten:

    a+b (Farbanwendung des Malers) = bjawrx( vorhersagbareWirkung auf den Rezipienten)
    a+c (Farbanwendung des Malers) =bjakau ( vorhersagbareWirkung auf den Rezipienten)
    b+c (Farbanwendung des Malers )=wrxkau( vorhersagbareWirkung auf den Rezipienten)

    undsoweiter.

    Erschwerend kommt die Einbindung der gewählten Farbe in ein Formgefüge hinzu.
    Noch erschwerender kommt hinzu, daß ein vom Maler angestrebtes Sinngefüge es
    gelegentlich notwendig macht," unpassende" (im Volksmund "sich beißende Farben"
    genannt) zu verwenden.
    Noch erschwerender dürfte der Umstand sein, daß bei den zum Vorbild genommenen
    Werken der Maler zu seiner in dem Moment einzigen Lösung gefunden hat, was für
    jemanden. der selbst malerisch tätig wird, nur auf schwer beschreibbaren Wegen zu
    einer Hilfe werden kann.
    Eine Codierung dürfte dem sogar im Wege stehen.

    Das Zitat von parkgalerie trifft es auf den Punkt.
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  • Roderich
    Roderich
    wozu eine lehre über etwas das man schon verstanden hat? nur unterbewusst....mag ja sein, aber hilft mir ein buch über hunger wenn ich Appetit habe? sagt es mir was ich essen soll? und für wen soll es sein, für den Konsumenten oder den macher?
    beim malen merkt man ja was miteinander harmoniert, wenn man etwas naturgetreu wiedergibt stellt sich die frage dann schon gar nicht, und als betrachter merkt man ja auch welche Wirkung die farben aufeinander haben.
    natürlich spricht aber auch nichts gegen eine literaische Umsetzung der subjektiv erlebten Wahrnehmung, ein allgemein gültiges werk oder eine Sammlung aller bekannt relevanten Publikationen zu dem Thema, dürfte es aber vermutlich zu dem Thema nicht geben, sonic igelt ja auch nicht im Mario land rum.
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  • Roderich
    Roderich
    @Rodi
    damit wäre auch beantwortet für wen, für die Theoretiker nämlich.
    ein maler wird dafür kaum Verwendung haben.
    Signatur
  • nighthawk
    nighthawk
    Hallo,
    1966 stellt Gerhard Richter fest, dass "jede Farbe sowieso ganz prima zu jeder beliebigen anderen Farbe passt"
    http://fondationbeyeler.tumblr.com/post/87994152593/1024-farben-1024-colors-1973

    richter stellte auch einmal fest: "wer leidet oder nicht ganz dicht ist, sollte zum arzt gehen und nicht malen. nur gesunde dürfen malen." man sollte deshalb richterzitate, vor allem die aus den 60er jahren, vielleicht nicht ganz ernst nehmen.
    das was in der malerei möglich ist, weil in der malerei sowieso alles mögliche möglich ist, gilt zb. überhaupt nicht für fassadengestaltung. man sieht so viele mißgestaltete fassaden, wo selbst die 2-3 farben, die dafür gewählt wurden, nicht zusammenpassen oder leute auf der straße, die klamotten in den unmöglichsten, geschmacklosesten farbkombinationen tragen. da tun einem die augen weh. schlecht gemalte bilder kann man in museumsdepots verbannen, aber die ganzen täglichen farbgestalterischen verbrechen, denen man überall auf schritt und tritt begegnet, leider nicht. farbtheorien machen dann doch irgendwie sinn.

  • otto_incognito
    otto_incognito


    ... aber die ganzen täglichen farbgestalterischen verbrechen, denen man überall auf schritt und tritt begegnet, leider nicht. farbtheorien machen dann doch irgendwie sinn.


    Nö.
    Das widerspricht sich nicht. Was du beschreibst, ist ein Mangel an Gefühl.
    Da helfen auch keine Theorien.

    Signatur
  • eirelagkrap


    richter stellte auch einmal fest: "wer leidet oder nicht ganz dicht ist, sollte zum arzt gehen und nicht malen. nur gesunde dürfen malen." man sollte deshalb richterzitate, vor allem die aus den 60er jahren, vielleicht nicht ganz ernst nehmen.



    Mir beweist dieses Zitat eher, dass man Richter auch regelmäßig ernst nehmen darf.
  • otto_incognito
    otto_incognito
    @nighthawk
    P.S. die ganzen städtebaulichen Sünden und der ganze amtlich zugelassene Dekokitschberuht ja wohl eher auf schlecht verstandenen Theorien.
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  • Doktor Unbequem

    „Die Farbe hat mich. Ich brauche nicht nach ihr zu haschen. Sie hat mich für immer, ich weiß das. Das ist der glücklichen Stunde Sinn: ich und die Farbe sind eins. Ich bin Maler.“

    Liest sich wie der Ausspruch einer/eines euphorisch-verklärten Hobbymalers/-malerin.

    Oder, noch nahe liegender, eines religiösen Eiferers. Er hatte vielleicht ein paar Besuche tunesischer Moscheen hinter sich:

    „Der Herr hat mich. Ich brauche nicht nach ihm zu haschen. Er hat mich für immer, ich weiß das. Das ist der glücklichen Stunde Sinn: ich und der Herr sind eins. Ich bin Gläubiger.“

    :))
  • Xabu Iborian
    Xabu Iborian

    An den Vollidioten:

    Genau das ist es eben nicht, sondern das ganze Gegenteil.

    Signatur
  • Doktor Unbequem
    Zitat Richter: "nur gesunde dürfen malen."

    back to 1933?!!!
  • Doktor Unbequem


    An den Vollidioten: ...

    schon scheisse, wenn das kartenhaus immer wieder wackelt und zusammenbricht, gelle?!
    :))
  • nighthawk
    nighthawk


    Mir beweist dieses Zitat eher, dass man Richter auch regelmäßig ernst nehmen darf.

    ja klar, man muss es dann aber auch konsequenterweise zu ende denken, und in allen künstlerbedarfläden fortan von den farb- und pinselkäufern einen amtlich beglaubigten nachweis ihrer geistigen gesundheit verlangen. so ähnlich wie beim kauf von schusswaffen, oder so.

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  • Doktor Unbequem

    Zitat Richter: "...nur gesunde dürfen malen."
    Mir beweist dieses Zitat eher, dass man Richter auch regelmäßig ernst nehmen darf.

    eijeijeijeijei....
    das ist leider der klaus, den ich kenne.
  • siku
    Paco wollte ja nur einen Buchtitel über die Farbe in der künstlerischen Anwendung kaufen. Mit Hilfestellung dazu wäre die Frage abgeschlossen.

    Hallo,
    (Paul) Klee [...]. So schrieb er am 16. April (1914, Tunisreise) in sein Tagebuch:

    „Die Farbe hat mich. Ich brauche nicht nach ihr zu haschen. Sie hat mich für immer, ich weiß das. Das ist der glücklichen Stunde Sinn: ich und die Farbe sind eins. Ich bin Maler.“


    Die Diskussion darüber, was man an Kunsttheorien aufnehmen sollte, oder was sich einer interessierten Person dann erschließt, ist eine andere Sache.

    Künstlerisches (malerisches) Talent beinhaltet genau das, was Paul Klee beschreibt, die intuitive Farbgestaltung bzw. das intuitive mischen der Farben.
    vergleichbar mit dem interessenlosen Geschmacksurteil des Schönen (nach Kant) das gegeben ist, jeder kann es besitzen, d.h. aber nicht, das jedes Individuum, auf das, was "in ihm wohnt" auch jederzeit zurückgreifen kann
    Diejenigen, die es können, wissen damit umzugehen und handeln (lautlos), die anderen, die es aktivieren wollen, aber nicht können, resümieren theoretisch über die "unsinnigen" ästhetischen Theorien - ohne dazu Zugang zu finden.

    @ otto Bausünden entstehen bzw. entstanden ja wohl weniger aus Mangel an farblicher Gestaltung, sie haben viele Ursachen: Sachzwänge, Kostenbegrenzung, ja auch Zeitgeist. Wenn man mal über Friedhöfe geht und schaut, welche Grabsteine Architekten haben, die während des Hochhausbooms in den 60ern, 70ern aktiv und berühmt waren, dann kann man erstaunt feststellen, dass ihre Grabmäler offensichtlich herausgeschnittene Stücke aus den von ihnen gebauten Hochhaus-Betonklötzen sind.

    Theorie ist immer eine Basis, sie ist aber kein Ersatz für künstlerisches Talent. Und wenn jemand mit Kandinskys Aufsätzen zur Form, Farbe und künstlerischer Theorie nichts anfangen kann, dann liest er eben was anderes. d.h. ja nicht, dass die Schriften deshalb "in die Tonne" gekloppt werden müssen".

    Am besten, jeder erkennt seine Grenzen in der künstlerischen Auseinandersetzung selbst.
    Das Herabsetzen anderer Vorschläge und Meinungen zeigt außer Engstirnigkeit gar nichts auf.


    An den Vollidioten:
    Genau das ist es eben nicht, sondern das ganze Gegenteil.


    am Beispiel des hier gesetzten Zitats von Xabu lässt sich Überforderung mit künstlerischer Auseinandersetzung am besten veranschaulichen. - und es verbietet das Wissen darum, xabu für seinen Beitrag einen roten Punkt zu geben, dagegen ist für diesen Beitrag keinen roten Punkt zu setzen ein Zeichen der Nächstenliebe.

  • nighthawk
    nighthawk

    Nö.
    Das widerspricht sich nicht. Was du beschreibst, ist ein Mangel an Gefühl.
    Da helfen auch keine Theorien.

    das gefühl enwickelt sich aber nur beim tun. wenn du jeden tag 8 stunden malst, dann hast du das irgendwann mal beim entsprechenden talent. die meisten leute aber, die heute unsere umwelt entwerfen und gestalten sitzen eher täglich 8 stunden am computer rum. ohne funktionierende theorien wären sie völlig aufgeschmissen. man müsste dann das wieder so wie früher machen, als design- und architekturstudenten ungefähr dasselbe grundstudium hatten, wie maler und bildhauer.

  • Doktor Unbequem

    Paco wollte ja nur einen Buchtitel über die Farbe in der künstlerischen Anwendung kaufen. Mit Hilfestellung dazu wäre die Frage abgeschlossen.

    Da könnte ich "natürlich"
    "Zufallsstrukturen in der zeitgenössischen Malerei ..." von Heike Rohrer empfehlen...
    :))
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