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  • Freiheiten - Abhängigkeiten - Kompromisse?

  • egaawressaW
    @siku:
    Nochmal:
    es geht mir hier absolut nicht um Bewertung irgendwelcher Werke.
  • sternenstaub
    Die Fähigkeit, frei sein zu können steht in engem Zusammenhang mit dem Selbstwertgefühl.

    Oftmals wirken hier völlig unbewusst Kräfte auf uns, die wir nicht einmal bemerken.

    Sind wir wirklich frei – oder denken wir es nur?

    Fest steht: Wir werden stärker beeinflusst, als uns bewusst ist.

    Sobald wir es anderen Menschen oder Kräften zu stark erlauben, Einfluss auf uns zu nehmen und unsere Entscheidungen für uns zu bestimmen, geben wir eine gute Portion Selbstrespekt ab.

    ein Beispiel: male ich ein Bild, das mir gefällt, oder male ich speziell, um etwas zu verkaufen ?
    oder nur, um anderen zu gefallen ?
  • Xabu Iborian
    Xabu Iborian

    Wer "Freiheit" sagt, sollte wissen, was er überhaupt damit meint, mit Freiheit; frei wovon, für was und wozu?
    Die Freiheit von Existenzangst, abgesehen von der luxuriösen Variante, um tagtäglich hier Bilder hoch kippen zu können bis zum Erbrechen, während andere verrecken, damit das und das ebenfalls luxuriöse Erbrechen überhaupt möglich sind, z.B.?
    Der Begriff alleine, ohne diesen Bezug, macht gar keinen Sinn, ist Bla Bla Bla.

    Was ist mit Verantwortung?

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  • otto_incognito
    otto_incognito mal anders gefragt; kommt das Freiheitsgefühl aus dem Gefühl, einen freien Willen zu haben?

    Es wird sogar noch schwieriger, wenn man bedenkt, daß einem eigene
    geglückte Handlungen, die dadurch die eigene Zustimmung erfahren,
    als "freie" Handlungen empfunden werden. (im umgekehrten Fall ver-
    weist man dann wohl eher auf die "unglücklichen" Umstände ;) - Aber
    dabei ist die Frage nach einem (angenommenen?) freien Willen noch
    nicht mal berührt. Und wenn dann noch Abhängigkeit und Kompromiß
    hinzukommen... oje...
    Signatur
  • siku Romantisierung der eigenen Kreativität
    @siku:
    Nochmal:
    es geht mir hier absolut nicht um Bewertung irgendwelcher Werke.


    Thema: "Freiheiten - Abhängigkeiten - Kompromisse"

    um was geht es dann: darum, dass du dich nach keinem Markt richtest, nur das malst, wozu du Lust hast?

    Dann mach es einfach, denn damit wirst du an keine Grenzen stoßen, keinen anderen Menschen stören, wenn jemand deine Bilder nicht gut findet, guckt er eben weg.

    Die Fragestellung ist entweder zu hoch gehängt, oder sie zielt mal wieder darauf ab, eigene künstlerische Fähigkeiten und Grenzen zu legitimieren.

    Rupp streitet schon seit Jahrzehnten mit allen möglichen Behörden um Kunstfreiheit, er meint Verkaufsfreiheit für Künstler - über all und nirgens auf der Welt, besonders in stark frequentierten Fußgängerzonen, einfach irgendwo eine transportable Galerie aufgestellt, um dann (vielleicht noch ohne Abgaben) die eigenen Arbeiten "frei" zu verkaufen.
    Auch dieses Ansinnen hat eigentlich nichts mit Kunstfreiheit zu tun,
    sondern mit "Privatvorstellungen" von Künstlern über die Entstehung und den Verkauf ihrer künstlerischen Arbeit.

    Der Trend geht zum Sponsoring: künstler sehen es als "Berufsehre" an, sich nicht zu vermarkten, als Ersatz gibt es dann Stipendien, oder ähnliches: Unternehmen zahlen "verdeckt", um Künstlern die Illusion eine totalen künstlerischen Freiheit zu lassen.

  • Roderich
    Roderich
    geehrte siku, deine Ansicht, echte Kunst ist auftragsarbeit, sich nach dem zu richten, was der markt verlangt, ist meiner Meinung nach grund verkehrt.
    es gibt unzählige Beispiele in der film und musik-branche, die einen zum schluß kommen lassen sollten, dass wahre Kunst, in der regel dann entsteht, wenn der Künstler dem nachgeht, was er machen will, und dafür findet sich dann ein Publikum, andersrum kommt meistens Unsinn wie brittney spears oder schund wie id4 (emmerich) raus.
    bei malern und co sieht das nicht viel anders aus.
    warum? um das bestmögliche zu leisten, muss das eigene können, die Motivation, dem zu entstehenden Produkt günstig gestellt sein, en Internist ist ja wohl auch kaum der bessere Urologe, nur weil da gerade ein Job frei ist.

    oder täusche ich mich da so sehr, und Künstler ist ausschließlich und zwingend eine Berufsbezeichnung? dann möge man mich darüber bitte aufklären. danke.
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  • otto_incognito
    otto_incognito




    um was geht es dann: darum, dass du dich nach keinem Markt richtest, nur das malst, wozu du Lust hast?

    Dann mach es einfach, denn damit wirst du an keine Grenzen stoßen, keinen anderen Menschen stören, wenn jemand deine Bilder nicht gut findet, guckt er eben weg.


    Na, das kann sogar einem renommierten Künstler mal passieren, daß Leute desinteressiert weggucken, sogar dann,wenn er kalkuliert und vermeintlich wieder was Neues erfindet, um den "Erfordernissen des Marktes" entgegen zu kommen.
    Ich habe aber eher den Eindruck, du verschiebst die Frage nach" Freizügigkeit" versus "Abhängigkeit" in der Kunst in Richtung "beliebig" contra "kunsthistorisch notwendig", als ob jemand, der seine Eigenheit behauptet, sich zwangsläufig nicht mehr in Relation setzen könnte zu dem, was es schon gibt und als ob derjenige prinzipiell unfähig wäre, eine eigene innere Gesetzmäßigkeit in seinen Arbeiten zu erkennen und anzuwenden..


    Signatur
  • siku

    Ich habe aber eher den Eindruck, du verschiebst die Frage nach" Freizügigkeit" versus "Abhängigkeit" in der Kunst in Richtung "beliebig" contra "kunsthistorisch notwendig", als ob jemand, der seine Eigenheit behauptet, sich zwangsläufig nicht mehr in Relation setzen könnte zu dem, was es schon gibt und als ob derjenige prinzipiell unfähig wäre, eine eigene innere Gesetzmäßigkeit in seinen Arbeiten zu erkennen und anzwenden..

    dein Eindruck täuscht: ich halte die Frage, die hier gestellt wurde allerdings heute für kaum noch relevant, wenn man nicht wirklich bewußt provoziert, wie z.B. santiago sierra.

    Freiheiten, Abhängigkeiten, Kompromisse:
    heute ist ein Künstler doch viel eher abhängig vom paintprogramm als von einem Kunstkanon oder vom Markt, weil es einen Markt für "Durchschnittskunst" kaum noch gibt, Kunstkanon gibt's auch nicht mehr.

    Und auch die Frage, ob ein Künstler Kompromisse hinsichtlich der Verkäuflichkeit (andere Kompromisse gibt es ja wohl kaum) macht erübrigt sich fast. Was wäre so schlimm daran, wenn z.B. ein Maler auch mal Auftragsmalerei annimmt. Er sollte sich freuen, wenn er so gut malen kann, dass er überhaupt Aufträge erhält: die gibt es ja kaum noch.
    Dieses "ich kann dann nicht mehr richtig künstlerisch tätig sein" halte ich für Selbsschutz - natürlich kann man künstlerisch sein, auch wenn man nebenher einen (fiktiven) kunstmark bedient.

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  • Doktor Unbequem


    Und auch die Frage, ob ein Künstler Kompromisse hinsichtlich der Verkäuflichkeit (andere Kompromisse gibt es ja wohl kaum) macht erübrigt sich fast. Was wäre denn so schlimm daran, wenn z.B. ein Maler auch mal Auftragsmalerei annimmt. Er sollte sich freuen, wenn er so gut malen kann, dass er überhaupt Aufträge erhält: die gibt es ja kaum noch.
    Dieses "ich kann dann nicht mehr richtig künstlerisch tätig sein" halte ich für Selbsschutz - natürlich kann man künstlerisch sein, auch wenn man nebenher einen (fiktiven) kunstmark bedient.



    Es ist schon ein universeller Unterschied, ob ein Künstler das, was ihn "bewegt/durchdringt/beschäftigt" zum Ausdruck bringt, oder ob er brav nach Vorgabe "Dinge" abarbeitet.
    Von Erstem träumt fast jeder - sein Ego zur Schau stellen und Geld dafür bekommen...
    :)
  • annette_r
    annette_r
    Ich habe dieses Thema für mich schon vor längerem aus einer anderen Sicht betrachtet. Zu Beginn dieses Jahrtausend postulierte W. Singer und andere Hirnforscher, dass der freie Wille ein Mythos sei – verursachte damals einen riesen Aufschrei -. Die Frage ist also wenn es keinen freien Willen gibt, kann es dann eine Freiheit des Geistes geben, sprich ist der Künstler frei. Vereinfacht gesagt war die Aussage Singers, bevor ich etwas tue hat das Gehirn die Entscheidung getroffen, also bevor ich diese oder jene Farbe setze hat das Gehirn schon entschiede. Wenn ich von meine Gehirn abhängig bin ich dann per se unfrei. Ich würde aus meiner Sicht dem wiedersprechen, denn ich habe mein Bewusstsein mit diesem kann ich in Aufmerksamkeit mein Tun hinterfragen, und Entscheidungen auch verändern. Sicher wird sich mir damit nicht alles erschließen und vieles werde ich so belassen weil mir die Emotion sagt, dass es so stimmt. Wenn man so will ist mein Kompromiss, dass ich akzeptiere, dass mein Gehirn seine Entscheidung getroffen hat bevor ich handle, ich mir aber das Recht herausnehme diese Entscheidung zu hinterfragen.
  • Doktor Unbequem
    "Freiheit" ist immer relativ, es gibt keine Vollkommene.
    Jedenfalls nicht im menschlichen Gewand...
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  • Filou
    Filou Was will ich
    Die zentrale Frage bei der zur Freiheit ist meiner Meinung nach "was will ich". Bezogen auf die Kunst ist es ein "was will meine Kunst.......". Sehr viele Faktoren beinflussen dieses was will ich und es ist sehr individuell.
    Um wirklich frei zu sein muss man glaube ich sein Selbst und Ego überwinden so weit es möglich ist. Urtriebe tief im unbewussten spielen sicher auch eine große Rolle. Angst löst z.B. Fluchtgedanken aus, stelle ich mich meiner Angst handle ich sicher freier als laufe ich drauf los.
    Wenn das wollen frei von beinflussung ist, hat man sicher das Optimum an Freiheit erreicht und handelt ganz aus sich heraus.
    Signatur
  • El-Meky
    El-Meky gönn dir mal ne Freiheit.
    Wer Freiheiten liebt ist ein Egoist.

    leider wird uns schon als Kind erzählt, dass Egoist sein nicht gut wäre.

    Ich bin ein Egoist mit Herz und Diplomatie ;-)
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  • sternenstaub


    Als ich aus der Zelle durch die Tür in Richtung Freiheit ging, wusste ich, dass ich meine Verbitterung und meinen Hass zurücklassen musste, oder ich würde mein Leben lang gefangen bleiben.


    Nelson Mandela
  • gnitnuh-stna

    Wer "Freiheit" sagt, sollte wissen, was er überhaupt damit meint, mit Freiheit; frei wovon,




    Das Wort Freiheit ist erstmal sinnlos, wenn man nicht das begriffliche Gegenstück in concreto formuliert. Hier fiel der Begriff Freizügigkeit. Das ist die Freiheit den Aufenthaltsort seiner Wahl frei zu treffen.
    Dann gäbe es die Kunstfreiheit. Darunter versteht man das in demokratischen Gesellschaften ihren Individuen zugestandene Recht auf freie Äußerung, solange keine anderen Rechtsgüter beeinträchtigt werden.
    Meint das jemand?
    Welche Freiheit also? Künstlerische Freiheit vor dem Hintergrund ökonomischer Zwänge? wer wurde denn schon einmal mit Geld zur künstlerischen Tätigkeit unter eigenem Niveau korrumpiert?
    Freiheit vom herrschenden Zeitgeist?
    Freiheit vom akademischen Betrieb?
    Gedankliche Freiheit gibt es nicht, selbst wenn aus keiner Richtung spürbar Zwang ausgeübt wird. Man sieht es an den vielen Tierportrait und Kitsch Malern, die ganz zwanglos das machen, was sie wollen und trotzdem gedanklich eingekerkert sind. Künstler sind keine Geister, die neutral durch Jahrhunderte reisen, sondern Menschen, die fest in ihrer Zeit verwurzelt sind und allen Zwängen ihrer Zeit mehr oder weniger unterliegen. Es ist ganz sinnlos, wenn jemand sagt, er lässt sich nicht verbiegen und tut nur was er will. Wer das sagt, kennt nicht einmal die Muster, die ihn steuern. Man kann nur einigermaßen frei sein, wenn man die künstlerischen Rahmensetzungen der eigenen Zeit genau studiert hat, damit man überhaupt dagegen verstoßen kann.






  • El-Meky
    El-Meky viele kleine Freiheiten machen den Braten fett :-)

    Es gibt nicht die eine große Freiheit.

    Aber es tut gut, Abhängigkeiten, fremde Erwartungen usw,
    zu erkennen, zu hinterfragen und nicht darauf zu achten,
    ob man Wem mit seinen Handlungen gefällt,
    sondern ob es einem persönlich gut tut.
    Jeder hat da so seine Steckenpferde, wo man 'trotzt' und sein Ding durchzieht.
    Dabei darf man natürlich nicht vergessen, dass wir eine soziale Gesellschaft/Gemeinde sind.

    Ich zB. weigere mich bis heute, ein Handy zu besitzen.
    (enorme Freiheit) lol
    Ich meide Uhren soweit wies möglich ist. habe eine präziese innere Uhr (Biorythmus)
    Und ich meide Menschen. (Nur wenige lasse ich 'an mich ran') .

    und viele mehr kleine Freiheiten.








  • Filou
    Filou Es gibt nicht die eine große Freiheit
    Da bin ich etwas anderer Meinung. Ich weiß aus eigener Erfahrung das man größte Freiheit empfinden kann und sei es nur für einen kurzen Augenblick. Und zwar dann wenn sich der Geist öffnet und man plötzlich ungeahnte Weite wahrnimmt. Wenn man fest mit den Beinen am Boden steht und der Kopf unheimlich frei ist. Diese Empfindung ist nicht an Substanzen gebunden, sondern kommt wenn man bei unterschiedlichen Aktivitäten ganz tief in sich geht. Man kann es nicht festhalten aber es ist vlt eine Ahnung was sein kann und noch vor einem liegt. Ein Vorgeschmack auf die Ewigkeit?
    Signatur
  • heinrich

    Diese Empfindung ist nicht an Substanzen gebunden, sondern kommt wenn man bei unterschiedlichen Aktivitäten ganz tief in sich geht. Man kann es nicht festhalten aber es ist vlt eine Ahnung was sein kann und noch vor einem liegt. Ein
    Vorgeschmack auf die Ewigkeit?


    Nö...Das sind nur:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Endorphine

    :-}

    Nicht an Substanzen gebunden,
    nein...nein!
    Üüüüüberhaupt nicht...


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