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  • Bedeutung abstrakter und informeller Kunst

  • siku

    ... Ja... wobei die größten "Affen" hier in aller Regel gar keine eigenen Werke einstellen :D
    Aber mal Spaß beiseite, es ist doch ein interessantes Thema, und tatsächlich denke ich könnten einige Kinderwerke "hoch" bewertet werden. Zwar in der Regel nur als Zufallsresultate, aber eben besonders durch das Fehlen jeglicher Orientierung in einer besonderen Weise.
    Trotzdem frage ich mich, ob nicht informelle Kunst durch diese "bewusste Zufälligkeit" (zumindest in der Teilwirkung) sich nicht doch der reinen Dekoration hingibt.
    Freilich kann der geschulte Blick und weitere Kenntnis zu dem Künstler bei einem kunstbebildeten Rezipienten ein "Kunstgefühl" auslösen, die Frage, die ich mir aber stelle ist immer wieder, für wen oder was ist das Werk gemacht?


    Die Idee mit dem "Kinderinformellen" ist ja unausrottbar: nun habe ich blöderweise dieses Stichwort hier wiederbelebt. :-((
    Schade, dass der Threadersteller seine Artikel wieder herausgenommen hat: ich dachte bei seinen Arbeiten spontan an den Künstler Hans Hartung. Hier mal einen aufschlussreichen Text über das Informel.
    http://www.zeit.de/1989/51/abstraktion-und-wohlgefallen

    - Dazu sind Kinder vom Intellekt und von der malerischen Ausführung nicht in der Lage. Informel ist ja nicht nur schöne Farbpinselei.
    Dazu gehört auch die gestische Abtraktion, die in einem intuitiven Prozess entsteht, der auf die reine Ausdrucksgestalt zielt, das können nur "geübte" Künstler leisten:
    (kleine anmerkung für den evtl. Sturm der Entrüstung: hier ist nix irgenwo abgeschrieben!)

  • magnusmalfix
    magnusmalfix
    @ Siku

    Ich hab das jetzt mal im ersten Suchlauf willkürlich rausgenommen ...

    http://www.kunstwissen.de/fach/f-kuns/b_mod/a00.htm

    " Empfindungen und das Unbewusste werden spontan unter Vermeidung jeder rationalen Kontrolle durch Auftragen von Flecken auf eine Leinwand dargestellt. Hierbei sollen spontane Emotionen und physische Spannungen den Künstler leiten. Tachisten lehnen die bewusste Formgestaltung ab und bekennen sich zur Spontaneität des Schaffensakts, zur Malerei als Ausdruck menschlicher Bewegungsrhythmen und Handlungsimpulse. Der Tachismus versucht, Empfindungen als Spiel des Zufalls durch spontanes Auftragen von Farbklecksen ohne überlegte Kompositionsprinzipien wiederzugeben. Man spricht dabei von der surrealistischen Schöpfungskraft des Unbewussten."

    Ich formuliere mal etwas spitz...
    Wenn ich unter Vermeidung jeglicher rationaler Kontrolle Farbe auftrage, wie kann ich dann einen "eingeübten Prozess" als ein qualitativen Bestandteil eines Werkes postulieren, der den Unterschied zwischen Kindermalerei und informeller Kunst determiniert. Schließt sich das nicht irgendwie aus?

    Gut, das Zitat oben ist natürlich in der Komlexität der Dinge völlig unzureichend, aber ich denke den Gedanken kann man schon mal verschwenden :D



    Signatur
  • siku
    @ Siku

    Ich hab das jetzt mal im ersten Suchlauf willkürlich rausgenommen ...
    " Empfindungen und das Unbewusste werden spontan unter Vermeidung jeder rationalen Kontrolle durch Auftragen von Flecken auf eine Leinwand dargestellt. Hierbei sollen spontane Emotionen und physische Spannungen den Künstler leiten. [...]
    Gut, das Zitat oben ist natürlich in der Komlexität der Dinge völlig unzureichend, aber ich denke den Gedanken kann man schon mal verschwenden :D


    Hallo Magnus, mit den Begriffen ist das so eine Sache: so wenig es "Die Romantik" in der Malerei gibt, so wenig gibt es auch "Das Informel" (das ist allerdings dann doch etwas übersichtlicher, da nicht so komplex wie der Begriff Romantik).
    Die von dir zitierte Textstelle des K an t Gymnasiums erinnert mich mehr an den psychischen Automatismus wie ihn Andre Breton verstand:
    Ziat aus wiki ²1924 verfasste er das Manifest des Surrealismus, in dem er Surrealismus als einen „reinen psychischen Automatismus“ definierte. ².

    Dieses automatisierte Unbewußte findet man auch im Informel wieder, aber nicht nur: schau vielleicht mal in nachfolgenden Link.
    http://www.stiftung-informelle-kunst.de/informelle-kunst.html
    Aufschlussreich finde ich auch den von mir bereits verlinkten Text über Hans Hartung.
    Vielleicht schreiben Kunsttheoretiker hier doch etwas aufschlussreicher als die Kunstexperten eines Gymnasiums. Deren Text könnte vielleicht mal überarbeitet werden. ;-)
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  • magnusmalfix
    magnusmalfix Kalkuliertes Kleckern :)
    Danke Siku für deine Sicht, immer wieder aufschlussreich. Ich denke im Grunde wie Maribu, hinter dem ganzen Eruptivem steckt am Ende des Tages viel Erfahrung und es wird dann doch recht kalkuliert gekleckert. Aus meiner ganz persönlichen Sicht geht das jedoch oft einfach "auf die Tischdecke" :D
    Nur wenige Arbeiten geben mir eine emotionale Information, wie Tom das treffend genannt hat, aber so soll es ja sein in der Kunst. Schönen Tag zusammen...

    Signatur
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