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  • Jeder kann Zeichnen

  • selmer
    selmer



    ja klar, wenn du so ein profilneurotiker bist wie dieser türkische junge, der immer bei dsds in den recall wollte, obwohl er überhaupt nicht singen konnte, hast du heute in der kunst ungeahnte möglichkeiten.



    Davon rede ich eigentlich nicht. Ich kenne eine Menge Leute, die hausgemachte Pseudo-Mondrians in ihrer Bude hängen haben. Sie würden kaum für sich in Anspruch nehmen, große Maler zu sein. Ihnen gefallen einfach die Muster und die klaren Farben ...
  • nighthawk
    nighthawk

    Dasselbe gilt sinngemäß für Tiere, Pflanzen und Gegenstände. Ich glaube auch, dass man mit der nötigen Erfahrung auf eine bestimme "Schule" schließen kann, da es sicher Unterschiede in der zeichnerischen/malerischen Umsetzung dieses Wissens gibt.

    die "schule" erkennt vor allem daran, wie der künstler bestimmte künstlerische probleme wie: bildaufbau, komposition, colorit, duktus und so weiter löst. hier kann man wieder ganz gut die talentierteren leute von den talentloseren unterscheiden. die wirklich begabten pflegen einen eher lockeren, spielerischen umgang mit ihrem akademisch erworbenen können, sie haben vielleicht sogar die freiheit und den mut es zu durchbrechen und ihr eigenes ding zu machen. die unbegabteren halten daran fest und machen alles nach schema f. genau wie man es ihnen beigebracht hat. da ist die "schule" plötzlich ganz wichtig, überlebensnotwendig sogar, denn man muss ja dazugehören. das ist hier im westen nicht anders. man schleudert die farbe auf die leinwand genauso, wie es der prof. vorgemacht hat, und die anderen es gut finden, denn man will ja dazugehören. sonst ist man ja alleine und ganz auf sich selbst gestellt. davor haben die leute angst. denn nimmt man ihnen das weg, dann bleibt nichts übrig, weil vorher nichts da war.

  • selmer
    selmer


    die "schule" erkennt vor allem daran, wie der künstler bestimmte künstlerische probleme wie: bildaufbau, komposition, colorit, duktus und so weiter löst. hier kann man wieder ganz gut die talentierteren leute von den talentloseren unterscheiden. die wirklich begabten pflegen einen eher lockeren, spielerischen umgang mit ihrem akademisch erworbenen können, sie haben vielleicht sogar die freiheit und den mut es zu durchbrechen und ihr eigenes ding zu machen.


    Da hast Du sicher recht! Per Definition heiß Talent = eine bestimmte große Fähigkeit für etwas, die jemand nicht durch Lernen oder Ausbildung erworben hat, sondern bereits von Geburt an besitzt. Den eigenen Fähigkeiten zu trauen und sich über "Lehrbücher" hinwegzusetzen ist sicher ein Zeichen von Kreativität. Allerdings muss man dazu erst einmal wissen, was in den Büchern steht. lol.
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  • van Housewolve
    van Housewolve
    @nighthawk
    ... vielleicht bedeutet 'kreative Begabung/Talent' ja , sich seiner geistigen Freiheit+Fähigkeiten wesentlich bewusster als der sog. Durchschnitt zu sein, und diese spezielle Art des Selbstbewusstseins ausleben bzw individuell durchsetzen zu können (?)
    - wobei ich allerdings nicht glaube, dass dieses Vermögen über die Nabelschnur weiter gegeben werden kann.

    (edit: mein posting hat sich eben mit Thorstens Beitrag überschnitten... )
    Signatur
  • nighthawk
    nighthawk

    Allerdings muss man dazu erst einmal wissen, was in den Büchern steht. lol.

    du wirst lachen, aber ich wusste es nicht, als ich den "bacchus" malte. danach hab ich mal reingeschaut, und es war gar nicht so falsch, was ich machte. aber malen ist ja auch nicht atombombe erfinden. ich wollte mal als kind wissen, wie man einen menschen richtig zeichnet, damit ich meine cowboys und indianer anatomisch korrekt zeichnen konnte. ich bin dann zur kunstschule gelatscht bei uns in der stadt. (wir hatten eine, die die kinder auf ein kunststudium vorbereitete, war eigentlich ein muss, um später irgendwo genommen zu werden.) da haben die mir gesagt: junge du bist erst zwölf! du musst erstmal 4 jahre lang blumentöpfe abmalen, danach ist die anatomie dran. ich dachte: alter, die spinnen! ich verschwende schon genug zeit in der schule. ich ging nach hause, lieh mir ein ganz normales anatomiebuch in der schulbibliothek aus. (sowas extra für künstler, wie der bammes hatten wir nicht) und saß dann zu hause mit dem lineal und habe die proportionen gemessen und ausgerechnet. da habe ich eine der wichtigsten erkenntnisse meines lebens gemacht - wenn du was lernen willst, bring's dir selber bei. und lass die anderen blumentöpfe abmalen, bis sie schwarz werden.

  • nighthawk
    nighthawk
    @nighthawk
    ... vielleicht bedeutet 'kreative Begabung/Talent' ja , sich seiner geistigen Freiheit+Fähigkeiten wesentlich bewusster als der sog. Durchschnitt zu sein, und diese spezielle Art des Selbstbewusstseins ausleben bzw individuell durchsetzen zu können (?)
    - wobei ich allerdings nicht glaube, dass dieses Vermögen über die Nabelschnur weiter gegeben werden kann.

    (edit: mein posting hat sich eben mit Thorstens Beitrag überschnitten... )

    über die nabelschnur wird alles mögliche weitergegeben, warum nicht auch begabung. denkst du, ich mach das hier freiwillig? die verdammten gene zwingen mich dazu. sonst würde ich viel lieber irgendwelche formeln an der uni an die tafel kritzeln und einen schicken volvo fahren und nicht diesen alten dacia logan ohne servolenkung. aber ist halt nicht drin. "das leben ist wie eine pralinenschachtel, man weiß nie, was man kriegt" - pflegte die mama von forest gump zu sagen. und mit der nabelschnur fängt das an.
  • van Housewolve
    van Housewolve
    Wenn Gene wirklich eine derart vorbestimmende Rolle spielten, würde zB mein Zwillingsbruder wohl kaum die meisste Zeit seines wertvollen Lebens "freiwillig" damit verbringen, das Geld für seinen neuen Benz, seine Doppelhaushälfte im Grünen und seine konsumorientierte Familie mittels Tätigkeit als Programmierer zu verdienen.
    Sprich: ein und die selbe Nabelschnur, aus einer über mehrere Generationen hinweg vernabelten "Künstlerfamilie" stammend, und doch vollkommen unterschiedliche Biographien ...
  • xt3xka7
    xt3xka7
    wenn das nunmal sein lebensstil ist. programmierer sind meist kreative leute die nunmal leidenschaft für den ganzen computerkram aufbringen können. wir sind alle konsumorientiert und wenn man die möglichkeit hätte mehr geld zu verdienen, dann würde sich bei den meisten der lebensstil schonmal ändern. warum soll man sich nicht schöne dinge gönnen können, wenn mans kann ?
  • van Housewolve
    van Housewolve
    @Mikachel
    der Unterschied liegt für mich persönlich einfach darin,
    dass ich "schöne Dinge", die es nicht zu kaufen gibt,
    weitaus höher schätze, als irgendwelchen Müll.
    Ich besitze weder PKW, Fernseher, Computer,
    noch Einbauküche mit Geschirrspüler.
    Das verstehe Ich unter 'Luxus' ...

    (dass ich seit einem guten Jahr jeden verdammten Euro
    für ein Rennrad aus Titan zur Seite lege, hat damit selbstverständlich nichts zu tun ;-))
  • Judith M. Brennike
    Judith M. Brennike @Alia
    wenn Dein Zwillingsbruder von Geburt an männlich ist und Du von Geburt an weiblich bist, seid Ihr genetisch nicht identisch. Also ist das doch mal gar kein Argument.
    Signatur
  • van Housewolve
    van Housewolve

    wenn Dein Zwillingsbruder von Geburt an männlich ist und Du von Geburt an weiblich bist, seid Ihr genetisch nicht identisch. Also ist das doch mal gar kein Argument.


    genau ... ^^

    Signatur
  • nighthawk
    nighthawk
    Wenn Gene wirklich eine derart vorbestimmende Rolle spielten, würde zB mein Zwillingsbruder wohl kaum die meisste Zeit seines wertvollen Lebens "freiwillig" damit verbringen, das Geld für seinen neuen Benz, seine Doppelhaushälfte im Grünen und seine konsumorientierte Familie mittels Tätigkeit als Programmierer zu verdienen.
    Sprich: ein und die selbe Nabelschnur, aus einer über mehrere Generationen hinweg vernabelten "Künstlerfamilie" stammend, und doch vollkommen unterschiedliche Biographien ...

    ihr seid ja nicht eieiig, eineiige zwilinge machen beruflich tatsächlich oft dasselbe oder was ähnliches, selbst wenn sie nach der geburt getrennt und in unterschiedlichen familien oder sogar ländern großgeworden sind. es gibt ein ganzes gebiet in der psychologie, das sich damit beschäftigt - die zwillingsforschung. sehr interessant. zweieiige zwilinge sind wie ganz normale geschwister und die können sehr verschieden sein. gene sind wie baukästen, aus denselben klötzen kann man ganz unterschiedliche sachen bauen. und eine ausgeprägte zeichnerische begabung ist recht selten und muss auch nicht gleich an die nächste generation weitervererbt werden. und selbst wenn, verhalten sich viele gene still und werden erst in kombination mit weiteren genen wieder aktiv. du kannst also sie in dir tragen, hast aber selbst nichts davon. eine doppelte gemeinheit sozusagen, wenn man ausgerechnet künstlerin werden will.
    sonst wenn du diese begabung hast, schlägt sie ziemlich früh durch, so ab dem alter von 5 jahren kann man diese kinder ganz klar von den anderen unterscheiden. sie zeichnen um längen besser, fantasievoller und detailreicher als die anderen und haben unglaubliche ausdauer dabei. sonst sind diese kinder meist eher still, ruhig und zurückhaltend, oft aber trotzdem sehr eigenwillig und selbstbewusst. sie gehen schon sehr früh eigene wege und sondern sich freiwilig von den anderen ab. man muss dann aufpassen, dass sie nicht zu totalen einzelgängern werden, aber meistens haben sie dann doch 1-2 gute freunde. das ist so eine art gesamtpaket an charaktereigenschaften die meist mitgeliefert werden. das ist an sich für aufmerksame eltern und erzieher nicht zu übersehen.
  • van Housewolve
    van Housewolve
    @nighthawk
    Hm ... in dem, was du von Kindern mit ausgeprägt zeichnerischer Begabung schreibst, finde ich mich tatsächlich wieder ... dieses Einzelgänger-Sein ist mir von Kindheit an absolut vertraut, wobei ich darunter nie gelitten habe - ganz im Gegenteil. Ich empfand und empfinde es noch immer als besonders wertvoll, bewusst eigene Wege zu gehen und sich dadurch oftmals allein auf weiter Flur zu befinden ...
    Bevor ich eingeschult wurde, habe ich täglich Stunden lang allein damit verbracht, zu zeichnen - meine Mutter hielt mich allein deswegen schon für geistig minderbemittelt.
    Signatur
  • xt3xka7
    xt3xka7
    ist aber auch son klische. was ist daran so besonders ein einzelgänger zu sein? ist man dann was besonderes ? vll hat man ja auch nur so einen an der klatsche ( soll jetzt nicht auf dich bezogen sein ) und denkt man wäre dadurch besonders kreativ. was ist man schon ohne soziale kontakte ?
  • van Housewolve
    van Housewolve
    Einzelgänger zu sein hat zumindest aus meiner Sicht
    wenig mit mangelnden sozialen Kontakten zu tun +
    mit der Erfüllung irgendwelcher Klischees schon mal gar nix.
    Signatur
  • xt3xka7
    xt3xka7
    liest man aber im kontext von deinen und nighthawks text so. wenn du nur ne eigenwillige einstellung meinst ist es was anderes
  • van Housewolve
    van Housewolve
    @Mikachel

    das liest Du vllcht nur für dich so ... und das mag wohl auch zu einem guten Teil daran liegen, dass hier niemand die biographischen Details eines jeden Einzelnen kennt ...
    Signatur
  • xt3xka7
    xt3xka7
    da ist was dran.. naja egal
  • annette_r
    annette_r
    Die Aussage von Ian Lewington deckt sich für mich nicht mit der Aussage jedes Kind kann malen. Ich stimme zu das jedes Kind malen kann dieses malen ist spielerisch, experimentell und fragt in der Regel nicht nach Perfektion und erwachsenen Realismus. Genau die Beiden letzt genannten stecken für mich in der Aussage Lewingtons, das Üben zielt mir hier darauf Technik zu erlernen, die oft Zeichnung nicht leben lässt. (im Übrigen finde ich sind seine Vogelbilder für mich ein gutes Beispiel dafür), es ist wie Noten spielen ohne die Musik zu leben. Da liegt mir Paul Klees Zitat einfach näher „Zeichnen ist die Kunst, Striche spazieren zu führen.“
  • nighthawk
    nighthawk


    Bevor ich eingeschult wurde, habe ich täglich Stunden lang allein damit verbracht, zu zeichnen - meine Mutter hielt mich allein deswegen schon für geistig minderbemittelt.

    was ist dann passiert?

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