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  • Jeder kann Zeichnen

  • nighthawk
    nighthawk
    ist aber auch son klische. was ist daran so besonders ein einzelgänger zu sein? ist man dann was besonderes ? vll hat man ja auch nur so einen an der klatsche ( soll jetzt nicht auf dich bezogen sein ) und denkt man wäre dadurch besonders kreativ. was ist man schon ohne soziale kontakte ?

    nein, man hat keinen an der klatsche. man tut halt einfach am liebsten dinge, für de man keine anderen menschen braucht. zb, zeichnen. dann sitzt man so den ganzen tag da und zeichnet, und ist völlig in seine welt versunken, und so total happy, und voll bei sich, wie so ein buddistischer mönch nach stundenlangen meditationsübugen, und dann kommt die mutti rein und sagt: "mensch, geh doch mal raus, die sonne scheint so schön!" und dann sagst du - "nö, kein bock." und dann sagt sie: "nur für eine halbe stunde, frische luft hat noch niemandem geschadet!" dann seufzt du leise vor dich hin, ziehst deine jacke an, gehst ne runde um den block, und kommst wieder nach hause. mutti: "was, bist schon wieder da?" "ja, draußen ist langweilig." "keine anderen kinder auf dem hof?" "ja doch, spielen fussball" "spiel doch mal mit!" nö, keine lust." setzt dich wieder hin und zeichnest weiter. da ist nichts besonderes dran, es ist halt so wie es ist.

  • O0O 0O0
    interessant, Deine individuellen Lebensgeschichte, nighthawk.
  • van Housewolve
    van Housewolve



    was ist dann passiert?



    Nachdem ich vollkommen isoliert nahezu meine gesamte Kindheit zeichnend in meinem Refugium bei Kartoffelchips + Cola verbrachte, begann meine steile, jedoch kaum beachtete Karriere als Fotomodel für Thermo-Unterwäsche und Stützstrümpfe.
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  • nighthawk
    nighthawk

    Nachdem ich vollkommen isoliert nahezu meine gesamte Kindheit zeichnend in meinem Refugium bei Kartoffelchips + Cola verbrachte, begann meine steile, jedoch kaum beachtete Karriere als Fotomodel für Thermo-Unterwäsche und Stützstrümpfe.

    scheint so, als hättest du aufs falsche pferd gesetzt, wenn ich das richtig entschlüsselt habe?
  • selmer
    selmer
    @ all: Schön zu sehen, wie die Diskussion Fahrt aufnimmt ;)
    @ annette: Bin grundsätzlich bei Dir, wenn Du sagst, dass die Gleichsetzung der Aussage von Ian Lewington mit der Feststellung, Kinder malen bis ihnen jemand sagt, sie können es nicht, weit gefasst ist. Ich sprach dabei aus der eigenen Erfahrung mit meinen und Kindern befreundeter Eltern heraus: Grundsätzlich durchläuft jedes Kind eine oder sogar mehrere Phasen intensiven Zeichnens. Es ist schlicht Bestandteil ihrer Entdeckung der Welt um sich herum. Meine Erfahrung sagt mir, dass Kinder in diesen Phasen auch einen beträchtlichen Stolz auf ihre Leistung entwickeln und mit hoher Motivation zur Tat schreiten. Sie wollen dann lernen und Bestätigung finden. Wird ihnen diese verweigert, schäft das Interesse aber ebenso schnell wieder ein - meistens. Was die Lebendigkeit von Zeichnungen angeht, so kommt es meiner Ansicht nach sehr darauf an, ob diese das Ziel des Ausdrucks ist.
  • nighthawk
    nighthawk
    @ all: Schön zu sehen, wie die Diskussion Fahrt aufnimmt ;)
    @ annette: Bin grundsätzlich bei Dir, wenn Du sagst, dass die Gleichsetzung der Aussage von Ian Lewington mit der Feststellung, Kinder malen bis ihnen jemand sagt, sie können es nicht, weit gefasst ist. Ich sprach dabei aus der eigenen Erfahrung mit meinen und Kindern befreundeter Eltern heraus: Grundsätzlich durchläuft jedes Kind eine oder sogar mehrere Phasen intensiven Zeichnens. Es ist schlicht Bestandteil ihrer Entdeckung der Welt um sich herum. Meine Erfahrung sagt mir, dass Kinder in diesen Phasen auch einen beträchtlichen Stolz auf ihre Leistung entwickeln und mit hoher Motivation zur Tat schreiten. Sie wollen dann lernen und Bestätigung finden. Wird ihnen diese verweigert, schäft das Interesse aber ebenso schnell wieder ein - meistens. Was die Lebendigkeit von Zeichnungen angeht, so kommt es meiner Ansicht nach sehr darauf an, ob diese das Ziel des Ausdrucks ist.

    sag mal thorsten, verplemperst du auch gerade wertvolle arbeitszeit? im grunde hast du ja recht. aber genau hier trennt sich die spreu vom weizen. für ein wirklich begabtes kind ist das zeichnen so wertvoll, quasi überlebensnotwendig, da können die erwachsenen sonst was erzählen, das nützt alles nichts, das kind zeichnet trotzdem weiter, wenn es sein muss heimlich. ich hab schon einige verwöhnte mittelschichtenbubis reden gehört: "ach, hätte ich ne nette kunstlehrerin gehabt, wäre ich vielleicht auch künstler geworden!" "wärst du nicht, alter"- sag ich dann immer: "und sei bloß froh drum!" begabung ist wie homosexualität, selbst in ländern, wo die todesstafe drauf steht, gibt es leute, die es heimlich ausleben. weil es für diese menschen einfach zum menschsein dazugehört. ohne wird man auf dauer nicht glücklich.
  • otto_incognito
    otto_incognito
    Meine Erfahrung sagt mir, dass Kinder in diesen Phasen auch einen beträchtlichen Stolz auf ihre Leistung entwickeln und mit hoher Motivation zur Tat schreiten. Sie wollen dann lernen und Bestätigung finden. Wird ihnen diese verweigert, schäft das Interesse aber ebenso schnell wieder ein - meistens.


    Meine Erfahrung ist eine andere. Die sagt mir, daß Kinder zwar einen beträchtlichen Stolz entwickeln, aber eigentlich
    auf die Elemente in den Zeichnungen, die dem "Echten", "Naturalistischen" möglichst nahekommen, stolz sind. In der
    Regel werden sie für ihre Zeichnungen ja eher "gelobt", manchmal sogar, wenn auch etwas abfertigend,
    überschwenglich gelobt.
    Der Moment, ab dem die kindliche Zeichnerei im Sande verläuft, scheint mir der zu sein, wo ein Kind selbst die riesige Diskrepanz zwischen seinen Versuchen und dem erträumten, perfekten Illusionismus merkt und auch die Fragwürdigkeit
    der elterlichen "Bewunderung". Da hören die meisten auf und interessieren sich für andere Sachen, die sie auch besser mit anderen zusammen machen können.
    Andere Kinder, die die Zeichnerei in sich spüren, kennen ja auch diese Ernüchterung un hören trotzdem
    nicht auf, obwohl das Leben wirklich geselligere Beschäftigungen bereithält. Nein, die Zeichnerei ist
    nicht gleichmäßig jedem in die Wiege gelegt, um dann auschließlich von einer ignoranten Umwelt unterdrückt
    zu werden.
    Da fällt mir auf - manche "Hobbymaler" scheinen genau diesen kindlichen Blickwinkel beibehalten zu haben,
    sie träumen meisterliche Qualitäten in ihre Bilder hinein, um sich sogleich mit den Ergebnissen zufrieden zu
    geben, was ja auch was Schönes ist
    So, ich blicke auf die Uhr und stelle entsetzt fest, wieviel Zeit ich jetzt verplempert habe :D

    Signatur
  • selmer
    selmer
    @nighthawk: Arbeit ist die Verschwendung von wertvoller Lebenszeit ;).
    @otto: Grundsätzlich hast Du in einem wesentlichen Punkt ganz recht: Die oberflächliche Auseinandersetzung der Erwachsenen und Verdammung durch halbherziges Lob ("Das hast Du aber schön gemacht") sind auf Dauer eher frustrierend für die Kids. Ich denke aber, dass ehrliche Rückmeldung und insbesondere das Eingehen auf die oftmal schon in frühen Jahren erstaunlich genau formulierte Fragen der Kinder viele nicht zeichnende Eltern einfach überfordert. Nighhawk und Du habt ganz recht, wenn Ihr sagt, dass man letztlich die Motivation zum Weitermachen in sich selbst finden muss. Ich bin mir aber ebenso sicher, dass es so etwas wie ein Schlüsselerlebnis gibt, das dafür verantwortlich ist. Deckt sich das mit Euren Erfahrungen?
  • nighthawk
    nighthawk
    @nighthawk: Arbeit ist die Verschwendung von wertvoller Lebenszeit ;).

    ...Ich bin mir aber ebenso sicher, dass es so etwas wie ein Schlüsselerlebnis gibt, das dafür verantwortlich ist. Deckt sich das mit Euren Erfahrungen?

    warum machst du das dann? verstehe ich nicht. ich male nur, das ist meine arbeit.
    ja klar, gibt es ein schlüsselerlebnis. das ist wie bei serienkillern, die haben meistens auch eins. ich hatte mehrere, allerdings mit größeren zeitlichen abständen dazwischen. das letzte hat mich so aus den socken gehauen, dass danach irgendwie nichts mehr anderes möglich war. ich versuchte zwar noch eine zeitlang irgendwie wieder auf den weg der tugend zu kommen - arbeiten gehen, grafikdesign studieren, was vernünftiges machen halt, das bruttosozialprodukt ankurbeln, der gesellschaft nützlich sein und wenn auch nur der mutti zu liebe. hat aber nichts geholfen. ich war hoffnungslos verloren.


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  • sternenstaub nighthawk
    man ist doch nicht verloren, nur weil man nicht mehr im großen, verzehrenden strom mitschwimmt!!
    im gegenteil...............
    lgmoni
  • nighthawk
    nighthawk
    man ist doch nicht verloren, nur weil man nicht mehr im großen, verzehrenden strom mitschwimmt!!
    im gegenteil...............
    lgmoni

    der spruch könnte von meiner schwiegermutter sein. sie musste das auch nie, sie hat einfach geheiratet.:)


  • van Housewolve
    van Housewolve

    Ich kann ja nicht mal richtig schwimmen
  • xt3xka7
    xt3xka7
    @nighthawk ja da kriegt man irgendwann angst ne ;)? naja hoffen wir mal des es in zukunft läuft bei dir ansonsten gehts in richtung prekäre arbeitsverhältnisse später
  • htnin
    Ich kann nicht zeichnen und werde es nie können ^^
  • xt3xka7
    xt3xka7
    @melli: stimmt !
  • htnin
    @Mikky: Ich weiß, ich hab 'nen Spiegel Zuhause :-)
  • Filou
    Filou
    Nach Konfuzius sind die täglichen Rituale die den Geist erhöhen. Jemand der nicht zeichnet und es täglich übt kann es eines Tages wirklich nicht ;)
    Signatur
  • nighthawk
    nighthawk

    Nach Konfuzius sind die täglichen Rituale die den Geist erhöhen. Jemand der nicht zeichnet und es täglich übt kann es eines Tages wirklich nicht ;)

    zeichnen verlernt man nicht. es gibt leute, die 20 jahre nicht gezeichnet haben und dann in relativ kurzer zeit wieder ihr altes niveau erreichten. technisch zumindest. künstlerisch haben sie natürlich zwanzig jahre weiterentwicklung verpasst und ein veritables künstlerisches werk nicht geschaffen, das sie vielleicht hätten schaffen können.

  • nighthawk
    nighthawk

    @nighthawk ja da kriegt man irgendwann angst ne ;)?

    nein, angst habe ich nur in konkreten gefahrensituationen, sowas wie existenzängste kenne ich nicht.

  • selmer
    selmer


    warum machst du das dann? verstehe ich nicht. ich male nur, das ist meine arbeit.

    Meine Aussage zur Arbeit war ironisch gemeint. Als Wissenschaftler lebe ich genauso wie ein Künstler von meinem kreativen Potential. Das Ganze lässt sich nicht steuern, es kommt wie es kommt. Deshalb macht es auch wenig Sinn, gegen einen momentanen Anflug von Interesse an der Auseinandersetzung mit etwas anderem anzukämpfen ... Klingt wenig fokussiert, funktioniert aber in der Praxis erstaunlich gut! Um der Wahrheit die Ehre zu geben, sind die meisten meiner Zeichnungen in Labortagebüchern und Notizbüchern zu finden und eher technischer Natur - also eher nichts für's kunstnet. Diese Art zu Arbeiten findet aber auch ihren Ausdruck, wenn ich meinen Hobbies (v.a. Birding und inspirierende Spaziergänge mit meinem Hund) nachgehe. Dann entstehen sowohl beruflich interessante Ideen wie auch Vorstellungen für Zeichnungen, die ich gerne zu Papier bringen möchte. Leider ist es oft so, dass die Notwendigkeit ersteren nachzugehen die Verfügbarkeit von Zeit zum Umsetzen letzterer stark limitiert. Das ist der Hauptgrund, warum die meisten meiner Bilder nicht wirklich fertig werden. Für mich ist das aber auch nicht wirklich ein Problem, da das Zeichnen selbst eine gewisse meditative Qualität für mich hat: Der Weg ist das Ziel, was am Ende dabei herauskommt ist eher nebensächlich. Ansonsten decken sich Deine Aussagen mit meinem Motto: Beruf = Berufung, sonst passt er nicht zum Leben. grins!
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