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  • Inwiefern zeigt sich Talent

  • nighthawk
    nighthawk


    Einmal abgesehen von der Frage ob Begeisterung gelehrt werden kann, oder doch geweckt, frage ich mich ob das überhaupt Unterrichtsziel an staatlichen Schulen ist.

    mein ältester hasst seine kunstlehrerin. Ist ne olle zippe, die ihn wegen jeder kleinigkeit blöd anmacht. dabei hat er sie erst seit 6 wochen. er ist aber sowieso eher ein technikfreak. legobauen geht über alles. wenn das jetzt seinen wunsch bekräftigt später maschinenbau zu studieren, wäre das nicht das schlimmste, was ihm passieren könnte.

  • VBAL
    VBAL
    Siehst du, Staatsschulen schauen auf das, was später "hinten" rauskommen soll.
  • nighthawk
    nighthawk
    Siehst du, Staatsschulen schauen auf das, was später "hinten" rauskommen soll.

    genau, wir hatten einen platz auf der montessori sicher. auf der infoveranstaltung saßen lauter ältere akademikerpaare, die ich zuerst für die großeltern der kinder gehalten habe, bis meine frau mir ins gedächtnis rief, dass die durchschnittliche akademisch gebildete frau ihr erstes kind heute mit 39 bekommt und nicht wie wir gut 10 jahre früher und mitten im studium. alle saßen da und hörten ganz gebannt zu, wie der schuldirektor (ein sporticher und dynamischer glatzkopf) uns stolz berichtet hat, dass die unternehmen heutzutage total scharf sind auf ihre kinder, weil sie angeblich so frei und kreativ sind. sie üben auch ganz fleißig bewebungsschreiben schon ab der 7ten klasse, hm. gleichzeitig hörten wir horrorgeschichten aus dem bekanntenkreis von eltern, die ihre kinder da rausnehmen mussten, weil sie in der 4ten klasse immer noch nicht ordentlich lesen und schreiben konnten. ganz besoders hart hat es den sohn einer germanistikdozentin getroffen, der in der 8 klasse noch "spatzirrgang" schrieb zum bleistift. (weißt du, was ein "spatzirrgang" ist?) sie hat es einfach nicht mitgekriegt, weil sie dem unterrichtskonzept blind vertraut hatte.

    auf der waldorfschule war alles so verschlafen und verstaubt, genau wie die computer, die noch röhrenbildschirme aus den 90ern hatten. dafür hatten sie einen schönen spielplatz mit einem piratenschiff auf dem hof.

    die dritte freie schule in der stadt, eine integrative, die ihr mischmasch-konzept von den beiden anderen geklaut hatte, kam für uns von vorn herein nicht in frage. ein guter freund von mir hatte dort seine tochter eingeschult und musste sie jeden tag unter dem bett hervorholen, wo sie sich immer verkrochen hat, kurz vor dem rausgehen. nach ein paar monaten hat er sie entnervt da rausgenommen und auf eine staatliche schule gesteckt in einem sozalen brennpunkt im plattenbau. was besseres hat er auf die schnelle nicht gefunden. seitdem geht sie gern zur schule und ist glücklich. unser nachbarsjunge geht auch auf diese privatschule. sein fazit: einige von den behinderten kindern sind ganz schön agressiv, er musste sich schon mehrfach mit ihnen prügeln auf dem hof, und den lehrern war es egal. (klasse, dafür zahlen die eltern 260€ im monat!) neulich kam ne sms von ihm: "hir xaver, darv ich hoite mit ettkar spilen." 10 jahre, vierte klasse, alles klar! deswegen geht mein junge auf eine "staatsschule".

    ............
  • Patrick
    Patrick
    Nur weil du schlechte Erfahrungen gemacht hast, heisst das nicht, dass das Konzept dieser Schulen per se schlecht ist. Vielleicht sind die Betriebe in Deutschland abgefuckter. Ich persönlich finde Staatsschulen zum kotzen. Die lernen erst sehr viel später selbstständig zu denken. Ich ging in die Rudolf Steiner Schule und bin sehr froh darüber. Als ich später den Vorkurs besuchte (mit 15, Durchschnitt war 20-25) hatte ich schon einen sattelfesten Zeichnungsstil. Die Lehrerin meinte, dass Steiner-Schüler gestalterisch allgemein mehr drauf haben als Staatsschüler, wenn sie den Vorkurs antreten.

    Jedenfalls kann sich dort der Geist eines Kindes viel stärker entfalten als auf einer Staatsschule. Von meiner Klasse, und auch die unter und über mir, ist bis auf 2-3 aus allen etwas geworden.

    Ich denke vielmehr, dass Eltern heutzutage glauben alles auf die Schule abschieben zu können. Lehrer sind ja heute beinahe auch noch Sozialarbeiter. Und wenn dieser Germanistikdozentin nicht mal auffiel, dass ihr Sohn in der 8. noch "Spazirrgang" schreibt, dann ist sie bestimmt auch nicht die aufmerksamste Mama.


    genau, wir hatten einen platz auf der montessori sicher. auf der infoveranstaltung saßen lauter ältere akademikerpaare, die ich zuerst für die großeltern der kinder gehalten habe, bis meine frau mir ins gedächtnis rief, dass die durchschnittliche akademisch gebildete frau ihr erstes kind heute mit 39 bekommt und nicht wie wir gut 10 jahre früher und mitten im studium. alle saßen da und hörten ganz gebannt zu, wie der schuldirektor (ein sporticher und dynamischer glatzkopf) uns stolz berichtet hat, dass die unternehmen heutzutage total scharf sind auf ihre kinder, weil sie angeblich so frei und kreativ sind. sie üben auch ganz fleißig bewebungsschreiben schon ab der 7ten klasse, hm. gleichzeitig hörten wir horrorgeschichten aus dem bekanntenkreis von eltern, die ihre kinder da rausnehmen mussten, weil sie in der 4ten klasse immer noch nicht ordentlich lesen und schreiben konnten. ganz besoders hart hat es den sohn einer germanistikdozentin getroffen, der in der 8 klasse noch "spatzirrgang" schrieb zum bleistift. (weißt du, was ein "spatzirrgang" ist?) sie hat es einfach nicht mitgekriegt, weil sie dem unterrichtskonzept blind vertraut hatte.

    auf der waldorfschule war alles so verschlafen und verstaubt, genau wie die computer, die noch röhrenbildschirme aus den 90ern hatten. dafür hatten sie einen schönen spielplatz mit einem piratenschiff auf dem hof.

    die dritte freie schule in der stadt, eine integrative, die ihr mischmasch-konzept von den beiden anderen geklaut hatte, kam für uns von vorn herein nicht in frage. ein guter freund von mir hatte dort seine tochter eingeschult und musste sie jeden tag unter dem bett hervorholen, wo sie sich immer verkrochen hat, kurz vor dem rausgehen. nach ein paar monaten hat er sie entnervt da rausgenommen und auf eine staatliche schule gesteckt in einem sozalen brennpunkt im plattenbau. was besseres hat er auf die schnelle nicht gefunden. seitdem geht sie gern zur schule und ist glücklich. unser nachbarsjunge geht auch auf diese privatschule. sein fazit: einige von den behinderten kindern sind ganz schön agressiv, er musste sich schon mehrfach mit ihnen prügeln auf dem hof, und den lehrern war es egal. (klasse, dafür zahlen die eltern 260€ im monat!) neulich kam ne sms von ihm: "hir xaver, darv ich hoite mit ettkar spilen." 10 jahre, vierte klasse, alles klar! deswegen geht mein junge auf eine "Staatsschule".

    ...........


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  • absurd-real
    Ich les dauernd Schuhe.
    So leite ich vom Absurden drei Schlussfolgerungen ab: Meine Auflehnung, meine Freiheit und meine Leidenschaft.
  • nighthawk
    nighthawk

    Nur weil du schlechte Erfahrungen gemacht hast, heisst das nicht, dass das Konzept dieser Schulen per se schlecht ist.

    keine ahnung, ich find's halt per se schlecht.
    Ich persönlich finde Staatsschulen zum kotzen. Die lernen erst sehr viel später selbstständig zu denken.
    ich habe noch lange vor der schule gelernt selbstständig zu denken. meine mutter hat uns alleine großgezogen und hat im dreischichtensystem und auch am wochenende gearbeitet. vielleicht war das der grund?

    Jedenfalls kann sich dort der Geist eines Kindes viel stärker entfalten als auf einer Staatsschule. Von meiner Klasse, und auch die unter und über mir, ist bis auf 2-3 aus allen etwas geworden.

    aus mir ist nicht "etwas" geworden, sondern genau das, was ich wollte. ich frage mich gerade, ob es an einer staatlichen, sowjetischen schule hinter dem ural lag, die noch tels nach konzepten unterrichtete, die in der stalinzeit entwickelt wurden, oder ob ich jetzt total geistesgestört bin, und es völlig wurscht wäre, welche schule das pech gehabt hätte, sich 10 jahre mit mir rumschlagen zu müssen?

  • Gast, 8
    ich mach ne austellung über mützen und deren geschichten dazu. dank meines sattelfesten zeichenstils wirds auch nicht langweilig. ich zeichne grüne, gelbe, schwarze mützen und viele mehr. jeder besucher meiner vernisage bekommt am eingang eine mütze geschenkt oder eins auf die mütze.
  • nighthawk
    nighthawk

    Ich les dauernd Schuhe.

    rudolf steiner einfluss?

  • absurd-real
    @Mikachel Und sollte sie nicht gut laufen, kannst du alles Patrick in die Schuhe schieben.
    So leite ich vom Absurden drei Schlussfolgerungen ab: Meine Auflehnung, meine Freiheit und meine Leidenschaft.
  • Patrick
    Patrick

    Ich les dauernd Schuhe.


    hahaha :D


    "aus mir ist nicht "etwas" geworden, sondern genau das, was ich wollte."
    Das ist der Punkt, in Steiner-Schulen wird viel mehr auf die persönliche Entfaltung des Kindes Wert gelegt.

    Was das Denken angeht: Ausnahmen gibt es immer. Auf dein solitudes Aufwachsen würde ich das jetzt nicht ganz schieben. Du bist eh ein Spezieller, so was ich aus deinen Beiträgen entnehme ;)
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  • Patrick
    Patrick
    Inzwischen bin ich solche Sprüche gewohnt. Sie kommen oft von solchen, die sich selber nichts trauen.
    Darüber zu lachen ist einfach, aber den Mut, zu seiner sexuellen Vorliebe zu stehen und dies vor 30 Leuten zu sagen oder überhaupt publik zu machen, haben wenige.

    Deine Beiträge hier in diesem Thema sind übrigens die schwächsten. Irgendwie versuchst du das Bild eines zynischen Skeptikers aufrecht zu erhalten, aber dafür sind deine Beiträge nicht bissig genug. My 2 cents.

    ich mach ne austellung über mützen und deren geschichten dazu. dank meines sattelfesten zeichenstils wirds auch nicht langweilig. ich zeichne grüne, gelbe, schwarze mützen und viele mehr. jeder besucher meiner vernisage bekommt am eingang eine mütze geschenkt oder eins auf die mütze.


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  • Gast, 8
    "Darüber zu lachen ist einfach, aber den Mut, zu seiner sexuellen Vorliebe zu stehen und dies vor 30 Leuten zu sagen oder überhaupt publik zu machen, haben wenige. " irgendwie ergeben deine geschichten jetzt in bezug auf schuhe einen ganz anderen sinn...:D. ist übrigens dein problem wenn du vor 30 leuten deinen fetisch ansprichst, hat nichts mit mut zu tun. musst halt mit gegenwehr rechnen, weils nicht jeder wissen will.
  • Patrick
    Patrick
    Bis jetzt wusstest du nichts davon und jetzt rechtfertigst du deine Kommentare plötzlich damit, dass nicht jeder von meinem Fetisch wissen möchte? Die Logik deiner Beiträge biegt sich wie ein Grashalm im Wind.

    Na, die meisten Sprüche sind kumpelhaft gemeint. Du und dieser absurde IT-Typ sind jedoch die einzigen, die meine Arbeit regelmässig angreifen, also habt ihr doch ein Problem mit euch selbst.

    "Darüber zu lachen ist einfach, aber den Mut, zu seiner sexuellen Vorliebe zu stehen und dies vor 30 Leuten zu sagen oder überhaupt publik zu machen, haben wenige. " irgendwie ergeben deine geschichten jetzt in bezug auf schuhe einen ganz anderen sinn...:D. ist übrigens dein problem wenn du vor 30 leuten deinen fetisch ansprichst, hat nichts mit mut zu tun. musst halt mit gegenwehr rechnen, weils nicht jeder wissen will.


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  • absurd-real
    Absurd ist das neue IT-Girl am Schuhhimmel.
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  • absurd-real

    Bildideen für Hintergrund
    Regelmäßig? Wovon träumst du Nachts? (höhö)
    Aber wenn du schon so indirekt direkt nach fragst, ich finde hier gar keine Version gut. Fetisch, Obsession, neurotische Dauerschleife ist das eine, die Umsetzung eben eine andere.
    Also wenn du magst versuche ich halt in Zukunft mehr auf dich und deine kumpelhafte Kunst einzugehen. Dann wirst du den Unterschied zu jetzt womöglich doch feststellen. .
  • Patrick
    Patrick
    Danke, dass du meine Bildidee pushst. Vielleicht kommt ja doch noch etwas taugliches von miki.
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  • Gast, 3 patrick schreibt............
    Du und dieser absurde IT-Typ sind jedoch die einzigen, die meine Arbeit regelmässig angreifen, also habt ihr doch ein Problem mit euch selbst.

    nicht nur dich, patrick...............nimms nicht so tragisch, hohle fässer tönen laut..........sie können nichts
    dafür, die armen gestalten ........
  • absurd-real
    Die ist doch eh gleich wieder ausgeblendet weil zu viele nicht ihre Ansichten teilen. Dabei bewerte ich nicht einmal mit. Patrick, du malst ja nur Schuhe, sehe ich ja jetzt erst. Wieso das?
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  • Gast, 8
    naja moni entscheidet zu vorschnell aus dem bauch heraus, vorallem beim einkaufen
  • absurd-real
    Ist halt auch viel Bauch, und wenig drin. Denke sie ist jedesmal einfach nur froh wenn sie ein Bauchgefühl erwischt und nutzen kann.
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  • Gast, 3
    die ausgeblendeten sind allemal interessanter als deine und mikkas nichtsagende mobberbeiträge .......
    und wer mich ausblendet, kann ich mir denken :-)
  • Gast, 8
    war moni heut schon online ? normalerweise schreibt sie doch immer recht zügig
  • absurd-real
    Ja, na toll, voll interessant alte Dame. Hat sich ja net so gelohnt. Außerdem gehts nicht um interessant, sondern lediglich das jemand nicht der gleichen Meinung ist, was bei dir eben fast immer passiert, und eben viele sind. Dann zähl mal unnötiger Weise auf. .
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  • Patrick
    Patrick
    Danker lieber Sternenstaub. Haha, der ist gut! Den muss ich mir merken :D

    Du und dieser absurde IT-Typ sind jedoch die einzigen, die meine Arbeit regelmässig angreifen, also habt ihr doch ein Problem mit euch selbst.

    nicht nur dich, patrick...............nimms nicht so tragisch, hohle fässer tönen laut..........sie können nichts
    dafür, die armen gestalten ........


  • nighthawk
    nighthawk

    Du bist eh ein Spezieller, so was ich aus deinen Beiträgen entnehme ;)

    ja ja, hat mutti auch immer gesagt. der nächste satz war: was soll denn bloß nur aus dir werden, mein junge?!

    ich verfüge zwar nicht über deinen antrophosophischen bildungshorizont, gebe ich ja gerne zu. ich musste ja nur majakowski-gedichte auswendig lernen in der schule und ein bisschen höhere mathematik ohne taschenrechner betreíben. die russen wollten ja aus jedem einen potentiellen astronaut machen. aber ich war mal in deiner galerie. und? ja, jede menge schöne schuhe, muss ich sagen, und immer so ne nette geschichte dazu. und ich habe irgendwann mal so für mich festgestellt, dass mich die geschichten mehr interessierten, als die zeichnungen. ich klickte immer weiter, und dachte mir: was hat denn die nächste tusse zu ihren roten stöckelsandalen zu erzählen? siehst du ein problem darin? ich schon! am ende war es für mich egal, ob das schuhe oder hosenknöpfe oder manschetten gewesen wären, wenn es nur um die geschichten im beipackzettel ging. na, und ich dachte mir: schade, dass das keine fotos sind. denn dann würde man wenigstens die gebrauchsspuren sehen und erkennen, dass die schuhe wirklich gelebt und gelitten haben. aber so "sattelfest" leicht und antrophosophisch hingehaucht, wirkten sie auf mich plötzlich so transzendent, so unerreichbar fern und bereits im schuhhimmel angekommen, dass ich mir dachte... ach zum kuckuck, ich bin von einer vernissage zurück ung hab da ne dreiviertel flasche rotwein umsonst leergesoffen. was ich sagen wollte: die bilder sollen die geschichten erzählen und nicht die texte da drunter. na? und idealerweise sollen sie gar nichts erzählen, sondern die geschichten müssen sich im kopf des betrachters entspinnen. der betrachter soll sie quasi mit in die ausstellung bringen und dann davorstehen und zack- geht das kopfkino los. na, vestehst du? vielleicht solltest du nicht die schuhe malen, sondern das, was um die schuhe drumrum passiert? wo leben die schuhe? was machen sie? was bewegt sie den ganzen tag? so, weißt du? sonst werden deine bilder immer nur von den geschichten abhängig sein, die du dazu erzählst, und wenn die keiner hören will, was dann?

    ......
  • Patrick
    Patrick

    ja ja, hat mutti auch immer gesagt. der nächste satz war: was soll den bloß nur aus dir werden, mein junge?!
    ich verfüge zwar nicht über deinen antrophosophischen bildungshorizont, gebe ich ja gerne zu. ich musste ja nur majakowski-gedichte auswendig lernen in der schule und ein bisschen höhere mathematik ohne taschenrechner betreíben. die russen wollten ja aus jedem einen potentiellen astronaut machen. aber ich war mal in deiner galerie. und? ja, jede menge schöne schuhe, muss ich sagen, und immer so ne nette geschichte dazu. und ich habe irgendwann mal so für mich festgestellt, dass mich die geschichten mehr interessierten, als die zeichnungen. ich klickte immer weiter, und dachte mir: was hat denn die nächste tusse zu ihren roten stöckelsandalen zu erzählen? siehst du ein problem darin? ich schon! am ende war es für mich egal, ob das schuhe oder hosenknöpfe oder manschetten gewesen wären, wenn es nur um die geschichten im beipackzettel ging. na, und ich dachte mir: schade, dass das keine fotos sind. denn dann würde man wenigstens die gebrauchsspuren sehen und erkennen, dass die schuhe wirklich gelebt und gelitten haben. aber so "sattelfest" leicht und antrophosophisch hingehaucht, wirkten sie auf mich plötzlich so transzendent, so unerreichbar fern und bereits im schuhhimmel angekommen, dass ich mir dachte... ach zum kuckuck, ich bin von einer vernissage zurück ung hab da ne dreiviertel flasche rotwein umsonst leergesoffen. was ich sagen wollte: die bilder sollen die geschichten erzählen und nicht die texte da drunter. na? und idealerweise sollen sie gar nichts erzählen, sondern die geschichten müssen sich im kopf des betrachters entspinnen. der betrachter soll sie quasi mit in die ausstellung bringen und dann davorstehen und zack- geht das kopfkino los. na, vestehst du? vielleicht solltest du nicht die schuhe malen, sondern das, was um die schuhe drumrum passiert? wo leben die schuhe? was machen sie? was bewegt sie den ganzen tag? so, weißt du? sonst werden deine bilder immer nur von den geschichten abhängig sein, die du dazu erzählst, und wenn die keiner hören will, was dann?

    .....


    Herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort! Das ist mal wirklich eine konstruktive Kritik, die zum Nachdenken anregt. Lustiger weise habe ich gerade diese Woche nach unserer Diskussion vor ein paar Jahren gesucht, da hattest du auch schon mal die Transzendenz in Bezug auf meine Bilder erwähnt.

    Dass die Bilder von den Texten abhängig sind, möchte ich natürlich vermeiden. Denkst du, wenn nur die Personenbeschreibungen stehen, würde es die Fantasie des Betrachters mehr anregen/hätte einen besseren Effekt?
    Es ist eben schwierig eine stimmige Lösung zu finden. Zuerst habe ich meine Bilder immer nur ohne Geschichten gezeigt und oft fragte man mich dann "wo sind denn die Geschichten dazu?" Ich denke nicht alle können die Geschichten einfach so heraus spüren oder assoziieren und da ist ein kurzer Text schon nett

    Die Idee, den Geschichten irgendwie Form zu verleihen und sie in die Bilder packen, hatte ich ganz am Anfang einmal. Das kam für mich jedoch nicht in Frage, weil das für mich zu sehr inszeniert und Bilderbuch mässig wirkte. Also kam ich zum Schluss einfach die Schuhe zu malen. Bäm, fertig. Einfach Portraits ohne grossen Firlefanz. Schuh-Porträts eben, mit Geschichten. "Eure" Schuhe mit euren Geschichten ("dini Schue" heisst auf Schweizerdeutsch "deine Schuhe").
    Aber vielleicht folgt jetzt ein Entwicklungsschritt, welcher in die Richtung geht, die du ansprichst. Etwas fortgeschritteneres, tieferes. Im Moment bin ich ziemlich am experimentieren. Es steht eine Veränderung vor, zweifellos. Darum bin ich für solch ausführliche Anregungen umso dankbarer. Mit Fotografie tu ich mich schwer. Es hat dann so einen dokumentarischen Charakter und bei gemalten Bildern gehen die Assoziationen doch noch etwas weiter, wie ich finde. Fotografien von Schuhen ist heutzutage ja sowas von herkömmlich. Beinahe in jeder Zeitschrift, Zeitung oder Plakat sieht man Stöckis, da finde ich gemalte Schuhbilder doch noch etwas interessanter. Und die Idee ist ja einzigartig bislang, darin sehe ich den Bonus. Oder irre ich mich?

    Oder ein Re-Design vom Konzept, denn meine Käufer hängen die Geschichte in der Regel nicht dazu an die Wand. Ich geb sie denen einfach mit auf einem Papier.
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  • Gast, 8
    ja du irrst dich.
  • Patrick
    Patrick
    ja du irrst dich.


    Meinetwegen. Für ein Interview in einem der angesagtesten Radiosendern der Schweiz wurde ich trotzdem eingeladen (Betonung auf "eingeladen", ich hab mich nicht beworben).

    Mach das erstmal nach :D 8)

    #dealwithit #hater
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  • Gast, 8
    hat der angesagte radiosender seinen sitz in der märchenstraße 8 ? oder ist es der sender in der interessiert-keinen str. 21 ?
  • absurd-real
    altschauerberg 8 in 91448 emskirchen.
    #
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  • Gast, 8
    ja das isses !
  • nighthawk
    nighthawk

    Aber vielleicht folgt jetzt ein Entwicklungsschritt, welcher in die Richtung geht, die du ansprichst. Etwas fortgeschritteneres, tieferes. Im Moment bin ich ziemlich am experimentieren. Es steht eine Veränderung vor, zweifellos. Darum bin ich für solch ausführliche Anregungen umso dankbarer. Mit Fotografie tu ich mich schwer. Es hat dann so einen dokumentarischen Charakter und bei gemalten Bildern gehen die Assoziationen doch noch etwas weiter, wie ich finde. Fotografien von Schuhen ist heutzutage ja sowas von herkömmlich. Beinahe in jeder Zeitschrift, Zeitung oder Plakat sieht man Stöckis, da finde ich gemalte Schuhbilder doch noch etwas interessanter. Und die Idee ist ja einzigartig bislang, darin sehe ich den Bonus. Oder irre ich mich?

    das musst du nicht so wörtlich nehmen mit der fotografie. ich meinte nur auf fotos würde man dann gebrauchsspuren sehen, die an sich schon eine geschichte erzählen. bei dir verschwimmen die details im schwungvollen pinselstrich, das nivelliert dann alles, jeder schuh ist ein bisschen wie der andere. dann hat man sich drei paar angesehen, und dann reicht das schon. für die meisten leute sind schuhe - schuhe. wenn du titten malen würdest, wäre das viel einfacher, weil titten eine viel höhere allgemeingültigkeit besitzen. babys stehen auf titten, männer stehen auf titten, frauen haben welche, empfinden aber andere titten als konkurrenz, deswegen brauchst du mit fremden titten gar nicht zu hause anzukommen, selbst wenn sie ganz vorzüglich mit öl auf leinwand gemalt sind, kannst die dann höchstens bei dir in der garage aufhängen.
    deswegen haben die maler immer einen großen aufwand betrieben um so ein paar titten möglichst ansprechend und kunstgeschichtlich relevant zu verpacken.
    hier ein paar beispiele:
    https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%89douard_Manet#/media/File:Manet,_Edouard_-_Olympia,_1863.jpg
    https://de.wikipedia.org/wiki/Tizian#/media/File:Tizian_102.jpg
    https://de.wikipedia.org/wiki/Francisco_de_Goya#/media/File:Francisco_de_Goya_y_Lucientes_011.jpg
    und du kommst hier an mit schuhen und sagst: hey leute, schuhe sind so was von geil, geiler als titten. das ist das erste, wo du drauf guckst bei einer frau, nicht auf den arsch, nicht in den ausschnitt und auch nicht mal in die augen, sondern auf die schuhe. die meisten leute können soviel damit anfangen, wie schwule mit titten halt. wer weiß, vielleicht wären die schwulen ja sogar die besseren tittenmaler gewesen, weil sie so einen transzendenten blick drauf haben. aber das hast du ja nicht. du findest schuhe geil und das versperrt dir den eigentlichen blick darauf. wenn ich jetzt schuhe malen müsste, dann würde ich mir überlegen: was für eine spannende komposition baue ich daraus, wie ich die schuhe da integriere, in welche umgebung ich sie hineinsetze, wie ich sie so darstelle, dass sie auch für den letzten schuhmuffel interessant sind? ich würde wie ein künstler vorgehen, nicht wie ein schuhfetischist.
    das wäre der unterschied. vielleicht solltest du mal keine schuhe malen, sondern was anderes, um auf andere gedanken zu kommen. und dann klick, passiert was in deinem kopf und dann weißt du bescheid.
    ......
  • VBAL
    VBAL
    nighthawk, du kannst so schöne Märchen, wo gelernt? Anna Staatsschule?
  • Gast, 3
    nighthawk sollte romaaaaaaaaanschriftsteller werden, oder auch märchenerzähler und für seine geschichten
    einen eigenen thread eröffnen, sonst verlieren wir das interessante thema ja ganz aus den augen...;)
  • Gast, 3
    mikachel und absurd sollten hier im KN ist nicht ständig als gruselclowns auftreten.......................
    das ist schon wieder ans der mode..........
  • Patrick
    Patrick
    Ich stimme dir mehrheitlich zu. Wahrscheinlich fehlt mir der Weitblick gerade. Was das Interesse am Sujet angeht: du musst natürlich auch einsehen, dass das die Meinung eines Mannes ist ;) Frauen betrachten das wieder auf eine andere Weise und finden die Sujets vielleicht interessanter.


    das musst du nicht so wörtlich nehmen mit der fotografie. ich meinte nur auf fotos würde man dann gebrauchsspuren sehen, die an sich schon eine geschichte erzählen. bei dir verschimmen die details im schwungvollen pinselstrich, das nivelliert dann alles, jeder schuh ist ein bisschen wie der andere. dann hat man sich drei paar angesehen, und dann reicht das schon. für die meisten leute sind schuhe - schuhe. wenn du titten malen würdest, wäre das viel einfacher, weil titten eine viel höhere allgemeingültigkeit besitzen. babys stehen auf titten, männer stehen auf titten, frauen haben welche, empfinden aber andere titten als konkurrenz, deswegen brauchst du mit fremden titten gar nicht zu hause anzukommen, selbst wenn sie ganz vorzüglich mit öl auf leinwand gemalt sind, kannst die dann höchstens bei dir in der garage aufhängen.
    deswegen haben die maler immer einen großen aufwand betrieben um so ein paar titten möglichst ansprechend und kunstgeschichtlich relevant zu verpacken.
    hier ein paar beispiele:
    https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%89douard_Manet#/media/File:Manet,_Edouard_-_Olympia,_1863.jpg
    https://de.wikipedia.org/wiki/Tizian#/media/File:Tizian_102.jpg
    https://de.wikipedia.org/wiki/Francisco_de_Goya#/media/File:Francisco_de_Goya_y_Lucientes_011.jpg
    und du kommst hier an mit schuhen und sagst: hey leute, schuhe sind so was von geil, geiler als titten. das ist das erste, wo du drauf guckst bei einer frau, nicht auf den arsch, nicht in den ausschnitt und auch nicht mal in die augen, sondern auf die schuhe. die meisten leute können soviel damit anfangen, wie schwule mit titten halt. wer weiß, vielleicht wären die schwulen ja sogar die besseren tittenmaler gewesen, weil sie so einen transzendenten blick drauf haben. aber das hast du ja nicht. du findest schuhe geil und das versperrt dir den eigentlichen blick darauf. wenn ich jetzt schuhe malen müsste, dann würde ich mir überlegen: was für eine spannende komposition baue ich daraus, wie ich die schuhe da integriere, in welche umgebung ich sie hineinsetze, wie ich sie so darstelle, dass sie auch für den letzten schuhmuffel interessant sind? ich würde wie ein künstler vorgehen, nicht wie ein schuhfetischist.
    das wäre der unterschied. vielleicht solltest du mal keine schuhe malen, sondern was anderes, um auf andere gedanken zu kommen. und dann klick, passiert was in deinem kopf und dann weißt du bescheid.
    .....


  • nighthawk
    nighthawk
    Ich stimme dir mehrheitlich zu. Wahrscheinlich fehlt mir der Weitblick gerade. Was das Interesse am Sujet angeht: du musst natürlich auch einsehen, dass das die Meinung eines Mannes ist ;) Frauen betrachten das wieder auf eine andere Weise und finden die Sujets vielleicht interessanter.




    ja, aber würden sie auch die bilder von abgetragenen schuhen von anderen frauen bei sich im wonzimmer aufhängen?
    du musst dann quasi jeder frau ein "portrait" von ihren eigenen schuhen verkaufen. das problem ist, hat die frau einen ehemann, kinder, hund, katze usw., dann rutschen die schuhe in der reihenfolge der "subjekte", die eventuell gemalt werden sollten, immer weiter nach hinten. da wirst jedem portraitauftragsmaler gnadenlos unterlegen sein. du musst es also irgendwie schaffen bilder zu malen, die nicht nur für schuhfetischisten interessant sind, wo irgendwas mehr passiert. gestern ist mir domenico gnoli eingefallen. das war auch so ein freak der tatsächlich hosenknöpfe gemalt hat in großformat. sind tolle sachen. ein paar schuhe sind auch dabei:
    https://www.italianways.com/wp-content/uploads/2015/01/Domenico-Gnoli-02-665x797.jpg
    http://www.10corsocomo.com/wp-content/uploads/2012/05/gnoli1-600x253.jpg
    man sieht, hier geht es nicht um schuhe, obwohl sie der hauptgegenstand des bildes sind, sondern darum ein bild interessant zu gestalten, einen blickwinkel zu wählen, der ungewöhnlich ist, einen spannenden ausschnitt aus der realität so darzustellen, wie es so noch keiner gemacht hat. diese bilder sind an sich interessant, nicht nur wegen der gegenstände, die darauf abgebildet sind und es geht darüber hinaus. es ist genial, wie er es schafft einen angeschnittenen apfel so darzustellen, dass er unmissverständlich das ewig weibliche repräsentiert. das fällt sofort auf und macht das bild interessant, weil es doch nur ein apfel ist. na, das ist das ding, das kunst aumacht.
    ...
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