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  • Eckenschreck

  • El-Meky
    El-Meky Eckenschreck


    In einer Stadt, steht ein buntes Eckhaus. In ihm leben neben ein paar Erwachsenen viele Kinder jeglichen Alters. Die Haustüre steht Tag und Nacht offen und es ist ein Kommen und Gehen. Man hat den Eindruck, dass der Hauseigentümer ein großes Herz für seine Gäste hat, denn er ermöglicht jedem, der sein Haus betritt, eine eigene Ecke für sich einzurichten. Allein schon ein Rundgang durchs Haus macht Spaß und die Zeit vergeht jedesmal wie im Fluge. Hier tummeln sich die unterschiedlichsten Leute. Manche kommen, richten sich still ihre Ecke ein und sind auch schon wieder verschwunden. Manche interessieren sich mehr für die Ecken anderer Leute, als für ihre Eigene. Es gibt auch diese typischen Eckensteher, die ihre Kapuze tief ins Gesicht gezogen haben und das laute Treiben um sich herum beobachten . Hier und da unterhalten sich welche darüber, wie man seine Ecke besser nutzen oder ausbauen könnte. Es gibt Ecken, die mit viel Liebe gekonnt in Szene gesetzt wurden. Da verweilt man gerne und staunt. Die eine oder der andere Ecke ist verstaubt, als ob sein Besitzer schon lange nicht mehr hier war. Jeden Tag entstehen neue Ecken und es wird nie langweilig.
    Gegenüber steht ein neues Haus, indem vier Schwestern wohnen. Heimlich gucken sie durch ihre Gardinen und ärgern sich, dass gegenüber so ein Trubel ist. Bei ihnen ist nie was los. Sie hatten es mal ausprobiert, in dem sie ihre Haustür auch offen stehen ließen. Aber als die ersten Kinder zu Besuch kamen und lautstark die gefundenen Mottenkugeln umher warfen, Blumenvasen dabei zu Bruch gingen und die arme Katze durchs Haus gejagt wurde, war es ihnen dann doch zu viel des Guten und sie fingen an, dem einen oder anderen Gast Hausverbot zu erteilen, was zur Folge hatte, das sich unter den verbliebenen Gästen ermüdende Langeweile breit machte.
    Die vier Schwestern wappnen sich mit je einer Stricknadel und pirschen sich im Schatten, verkleidet als Dieser und Jener ins Eckhaus. Sobald sie auf eine Ansammlung von wilden Kindern treffen, stechen sie mit ihrer Nadel zu.
    Gottseidank haben die Kinder Humor und schnappen sich die alten Schachteln, die durch ihren Mottenkugelgeruch entlarvt wurden und sperren sie unten im Keller ein.
    "Hier bleibt ihr solange, bis ihr das Lachen gelernt habt!" ruft ein Junge und verschließt die Tür.




    ....
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  • El-Meky
    El-Meky 3 Tage später

    Nach drei Tagen gehen ein paar Gäste runter in den Keller, um nachzuschauen,
    ob die vier Schwestern das Lachen erlernt haben.
    Die alten Schachteln haben sich in die hinterste Ecke verkrümelt und welch Enttäuschung, sie sind immer noch am Meckern.
    Der einen ist es zu laut, der anderen ist es zu bunt. Sie wollen eine Ecke für sich allein , die aber nicht jeder einsehen darf, sie wollen dies und sie wollen das.
    Die Gäste des Eckhauses sind sich einig. wer nicht lachen will, muss eben im Keller bleiben.




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  • El-Meky
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  • repvblica
    repvblica
    ... die vier schwester haben kein buntes eckhaus - da können sie nichts für ... da bringt es auch nicht die tür weit offen zu lassen, den es fehlen nun mal die ganz wichtigen und unterschiedlichen ecken, die für spaß, spannung und wenig langweile unter den gästen sorgen und weil die vier schon alte schachteln sind, müssten sie das auch wissen und wenn ihnen die selben gäste wichtig sind entsprechende ecken einbauen...
    wissen sollten aber auch die kleinen gäste, die katzenjagend und mottenkugelwerfend das geschwisterhaus für sich entdecken, dass sie nun mal nicht mehr im bunten eckhaus sind, sondern bei den vier schwestern. die haben keine tolle ecken und lachen auch nicht immer, aber vielleicht haben die vier ganz andere, spannende dinge, die von kinder und gäste nach und nach in ruhe entdeckt werden möchten und auf lange sicht auch für tolle und kurzweilige erlebnisse sorgen...
  • sternenstaub @ella..... .... lol

    https://www.youtube.com/watch?v=cMNpHmIy3SA


    oh man...............mein blutdruck :-)
    lgmoni

  • nighthawk
    nighthawk
    ich wusste gar nicht, dass constantin hier einen keller eingebaut hat! :)
  • El-Meky
    El-Meky Baldrian statt Mottenkugeln


    Am späten Abend jedoch kommt noch ein Wichtel mit einer Flasche Franzbrandtwein unter dem Arm ins bunte Eckhaus, hört das Gezeter aus dem Keller und läuft flink die Stufen hinab, um zu sehen, was dort los ist.
    Es bietet sich ihm ein schreckliches Bild.
    Die Schwestern hatten sich in die Haare bekommen, weil die eine von ihnen versuchte zu lachen.
    "Trinkt doch erst einmal ein Schlückchen!" ruft der Wicht und wedelt mit seiner Flasche.
    Die Schwestern aber waren so in Rage, dass sie ihn überhörten. Ohne ihm Beachtung zu schenken, ziehen eine nach der anderen ihre Stricknadel aus der Kittelschürze. Wie Matadore stehen sie sich gegenüber und fangen an, wie wild auf einander einzustechen.
    Da der Wicht , gar nicht dumm, ahnt , dass dieses Gemetzel tödlich enden wird, beauftragt er einen Eckensteher, der zufällig in einer Ecke lungert auf, die Polizei zu rufen.
    Schon zehn Minuten später betreten zwei gut beleibte Beamte den Kellerraum.
    Sie verhafteten die zerstochenen Schwestern und begleiteten die in Handschellen in ihr gegenüber liegendes Gebäude. Großes Jubeln brach unter den Gästen des bunten Eckhauses aus.
    "Wir verwarnen sie hiermit ausdrücklich!"
    "Sollte nochmal eine Anzeige gegen sie eintreffen, werden wir sie verhaften!"





  • repvblica
    repvblica
    ..die spannende frage ist hier wer die verwarnung bekommt ... die stechfreudigen geschwister oder die freiheitsraubenden eckhausbewohner...
  • nighthawk
    nighthawk
    dass man immer gleich die bullen rufen muss, wenn ein paar alte weiber sich in die haare kriegen...
  • El-Meky
    El-Meky bunte Schwester
    Ein paar Jungs, die das Theater mitverfolgten, fassen sich ein Herz und klopfen an die Tür der vier Schwestern. Diese öffnen mit total zerzaustem Haar und ehe sie sich versehen können, greift sich jeder eine der Schwestern und drängt sie in die Küche, wo sie jeweils an einen Stuhl festgebunden werden. Einer von ihnen hievt einen schweren Koffer mitten auf den Küchentisch und öffnet ihn.
    Es kommen Pinsel und diverse Farbtöpfe zum Vorschein.
    Sorgsam beginnen die Bengel, die vier Wehrlosen anzumalen. Hier etwas grün, dort etwas rot und drumherum gelb oder blau. Nach einer Weile schon entspannen sich die Schwestern. Es scheint ihnen gut zu tun, dass man sich mit ihnen beschäftigt. Ob es an der Farbe liegt oder an den Jungs ist nicht genau auszumachen, aber die Damen beginnen zu schmunzeln.
    Ein großer Handspiegel wird herumgereicht und ihr werdet es mir nicht glauben, diese Weiber können doch tatsächlich lachen.





    ..
  • El-Meky
    El-Meky traurig, aber wahr


    Ein paar Tage später hing ein großes Schild an der Tür des Hauses der vier Schwestern.

    Morgen Beerdigung im AltenFriedhof 11:00 Uhr.

    Es hat sich schnell herumgesprochen, dass die Vier sich tot gelacht haben sollen.

    Die beste Medizin hat also auch ihre Tücken.

    :-(




    .
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  • Der nette Onkel Doktor Unbequem

    ..die spannende frage ist hier wer die verwarnung bekommt ... die stechfreudigen geschwister oder die freiheitsraubenden eckhausbewohner...

    absolut.
    auch wenn ella das nicht so sehen möchte...

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  • repvblica
    repvblica


    Ein paar Tage später hing ein großes Schild an der Tür des Hauses der vier Schwestern.

    Morgen Beerdigung im AltenFriedhof 11:00 Uhr.

    Es hat sich schnell herumgesprochen, dass die Vier sich tot gelacht haben sollen.

    Die beste Medizin hat also auch ihre Tücken.

    :-(

    .

    .... die vier nehmen als geister schwebend ihre alten, leblosen irdischen hüllen war und wissen dass sie nie mehr unter den lebenden sein werden. wie in einer art von zeitraffer meinen sie zu erkennen, wie die alten körper sich auflösen, die gesichtszüge mehr und mehr verschwinden und die skelette immer deutlicher hervortreten... den in allen körper, jung wie alt, schön wie hässlich, verlockend wie abstossend ist ein skelett - für die lebenden als bild und mahnmal einer immer vorhandenen vergänglichkeit und zielpunkt irdischen daseins...aus dem paradies mit seiner unschuld vertrieben, lastet auf den menschen als strafe für ihre sündhaftigkeit der fluch des todes... ach schwestern, warum nur haben wir uns den tod geholt ...
    .
  • heinrich


    .... die vier nehmen als geister schwebend ihre alten, leblosen irdischen hüllen war und wissen dass sie nie mehr unter den lebenden sein werden. wie in einer art von zeitraffer meinen sie zu erkennen, wie die alten körper sich auflösen, die gesichtszüge mehr und mehr
    verschwinden und die skelette immer deutlicher hervortreten... den in allen körper, jung wie alt, schön wie hässlich, verlockend wie abstossend ist ein skelett - für die lebenden als bild und mahnmal einer immer vorhandenen vergänglichkeit und zielpunkt irdischen daseins...aus dem paradies mit seiner unschuld vertrieben, lastet auf den menschen als strafe für ihre sündhaftigkeit der fluch des todes... ach schwestern, warum nur haben wir uns den tod geholt ...
    .



    http://cdn.pophangover.com/wp-content/uploads/2012/07/disgusted-oh-god-why-text.png

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  • El-Meky
    El-Meky grausam aber wahr

    Die Welt ist verkommen.
    Da haben doch tatsächlich welche die vier toten Schwestern ausgebuddelt und ausgestopft.
    Zwei dienen nun als Vogelscheuche auf dem Rapsfeld, eine andere als Mahnmal vor einem Kindergarten
    und die dickste von ihnen wurde eine Hüpfburg .

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  • Der nette Onkel Doktor Unbequem irgendwie passt das ja...
    ... und ich will keinen extrafred aufmachen...

    https://secure.avaaz.org/campaign/de/president_trump_letter_loc/?cxxfRab

    !! sign it !!.
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  • El-Meky
    El-Meky ein Ende ist nicht in Sicht

    In einer mondlosen Nacht. zog ein Unwetter auf. Blitze schlugen ins Rapsfeld und trafen die zwei ausgestopften Vogelscheuchenschwestern direkt ins vertrocknete Herz hinein. Sie zuckten und strampelten sich dabei von der Halterung und zappelten voll aufgeladen schnurstracks zum bunten Eckhaus, zu ihrer dicken ausgestopften Hüpfburgschwester. Eine Berührung schon reichte und der Funke sprang über. Wie eine Hummel im Rundflug,
    zog die dicke ausgestopfte Hüpfburgschwester eine Luftspirale über dem Dach vom bunten Eckhaus und landete direkt auf er ausgestopften Kindergartenmahnmalschwester.
    Die geblitzten Vogelscheuchenschwestern zogen die dicke Hüpfburgschwester herunter und legten gemeinsam ihre Hände auf die Kindergartenmahnmalschwester. Nix passierte. Die Luft war raus, der Funke erloschen.

    Da stimmten die drei Schwestern einen alten Kanon an.
    ♫ ♪ ♫
    "Lasst uns singen!
    ♫ ♪ ♫
    lasst uns tanzen!
    ♫ ♪ ♫
    lasst uns froh und munter sein!"
    ♫ ♪ ♫



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  • repvblica
    repvblica
    ... und wie geht es den eckenbewohnern?
  • El-Meky
    El-Meky Auf dem Weg zum Sternenhimmel.

    ... und wie geht es den eckenbewohnern?




    Die bunten Eckenbewohner hätten nie im Leben geglaubt,
    dass sie die vier Schwestern vermissen, und zwar so, wie sie einst waren.
    Sie taten sich zusammen und richteten für die Schwestern je eine Ecke ein.
    Mit Spitzendeckchen, Stricknadeln und Wollknäuele in allen möglichen Farben.
    Das Ganze garnierten sie mit Mottenkugeln und Kamillenteebeutel, deren strenger Geruch sich in ihren Herzen breit gemacht hatte. Ein Kind spendierte ein gebrauchtes Katzenklo , ein anderes 6 Korkuntersetzer und 4 nagelneue Kittelschürzen in Gr. XXL von Woolworth.

    Die Stimmung kippte.
    Die Eckhaus Bewohner kamen in einen regelrechten Schwesternrausch.
    Nun wollten alle so sein wie sie .
    Jeder hatte plötzlich am anderen etwas auszusetzen. Neid, Gier, endlose Streitgespräche arteten derart aus, dass
    niemand im Eifer des Gefechts bemerkte, dass der Hausherr einen Streichelzoo anlegte, der nun ab der Eingangstür durchquert werden musste, um ins Haus zu kommen.
    Dort gab es gackernde Hühner, einen eierlegenden Hahn, ein paar Elstern, kleine kuschlige Kaninchen und Kätzchen, meckernde Ziegen und Schafe und drei sture Esel. Ein paar Füchse und ein kleines Rudel Wölfe und einen Platzhirsch, sogar an Stechmücken wurde gedacht.



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