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  • Nekrolog für den Maler E.H.

  • iriJ Nekrolog für den Maler E.H.
    Nekrolog für den Maler E.H.

    Ach, er war ein guter Maler,
    doch ein schlechter Steuerzahler.
    Denn sein Bilderstapel stand
    Still mit dem Gesicht zur Wand

    Einsam war der Mann und bald
    Fünfundvierzig Jahre alt.
    Und er wagte nicht mehr, offen
    Auf sein bißchen Glück zu hoffen.

    Schulden, die er nie bezahlte,
    saßen rings im Atelier.
    Sinnlos war es, dass er malte!
    Und sein Leben tat ihm weh.

    Als er keinen Mut mehr hatte,
    stopfte er zerpflückte Watte
    in die Tür- und Fensterspalten,
    um das Zimmer dichtzuhalten.

    Danach schrieb er ein paar Briefe
    zur Erklärung der Motive.
    Und im weiteren Verlauf
    Dreht er den Gashahn auf.

    Eine Woche saß die Leiche
    Ungestört in ihrem Reiche.
    Bis der Herr Portier erschien.
    Denn nur der vermisste ihn.

    Paar Bekannte Standen stumm
    Später um das Grab herum.
    Ohne Blechmusik und Predigt
    wurde hier der Rest erledigt.

    Alle Augen blieben trocken.
    Hinterher im Stammcafé
    Fragte einer ganz erschrocken:
    "Wer kriegt jetzt das Atelier?"




    Gedicht von Erich Kästner.
  • _em_ton_sti_
    Dieser Kästner treibt einem die Leichenstarre ins Gesicht ...
  • _em_ton_sti_
    ... und ein Lächeln.
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  • Seite 1 von 1 [ 3 Beiträge ]

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