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  • heim+heimat – SABINE KÜRZEL EXHIBIT

  • Leander Rubrecht
    Leander Rubrecht heim+heimat – SABINE KÜRZEL EXHIBIT
    Ausstellungslaufzeit: 30 JUN – 31 AUG 2018

    Opening am Freitag, 29. Juni 2018 um 20 Uhr
    Die Künstlerin Sabine Kürzel wird anwesend sein.


    SABINE KÜRZEL ÜBER IHRE KOMMENDE AUSSTELLUNG IN DER GALERIE

    Thema meiner Kunst und meiner Ausstellung heim + heimat sind gewöhnliche Dekorationselemente, Gegenstände und Bildmotive aus dem häuslichen Bereich, u.a. „dekorative“, auch gegenständliche Bildmotive auf Papierservietten und Tafelgeschirr aus Deutschland und der westlichen Welt.

    Genauso zeige ich gewohnte Dinge (z.B. Wörter) und Bildwelten aus dem täglichen und z.T. auch häuslichen Leben, die auf verschiedene Weise eine Verbreitung finden, z.B. durch das Wort von Mensch zu Mensch oder durch Medien wie das Fernsehen und das Internet.

    Meine künstlerischen Arbeiten haben zumeist autobiografischen Bezug.

    Ich sehe mich bislang eher als konzeptionelle Künstlerin als als Malerin, da vielen meiner Arbeiten eine konkrete „Idee/ Bild- Idee“ vorausgeht, eine Art „Statement“, für dessen „Vollendung“ ich dann das mir am besten geeignet zu seiende Medium aus dem Bereich der Bildenden Kunst wähle (Malerei, Fotografie oder Objekt). Seltener sind es „Statements“ in meiner Kunst, die sich ausschließlich auf die Malerei beziehen, eher dient die Malerei mir oft nur als Mittel zur „Vollendung“ eines „Statements“ im Bereich der Bildenden Kunst.

    Ich werde in der Ausstellung aber auch einige Arbeiten zeigen, die ich selbst mehr als „Malerei- Statements“ verstehe und die weniger konzeptionellen Charakter haben.

    Ich spiele in meiner Kunst gerne damit, Dinge aus ihrem „gewohnten Umfeld“ herauszulösen und in einen neuen, veränderten Kontext zu stellen, ohne sie dabei großartig zu verändern.

    Trotzdem werden sie dadurch für mich zu einem neuen Ereignis.

    Ein Beispiel dafür ist meine konzeptionelle Malerei- Installation „Bunte Welt der Tiere“ von 2015, in welcher ich gängige Schimpfwörter wie z.B. „Vollidiot!“ oder „Trottel!“ mit dekorativen, floralen Mustern und niedlichen Tiermotiven, wie sie auf gewöhnlichen Papierservietten erscheinen, verbinde.

    Nach diesem Prinzip habe ich auch im Jahr 2014 eine „Performance mit Asylbewerbern“ in der Kunsthalle Osnabrück während des Projektes 24/7 stattfinden lassen.
    Bei den Teilnehmern der Performance handelte es sich um Flüchtlinge, die ich aus verschiedenen Sprachkursen kannte und die ich für die Idee meiner „Performance mit Asylbewerbern“ während des Projektes „24/7“ in der Kunsthalle Osnabrück begeistern konnte.

    Für ca. eine Stunde lang kamen während der Performance nach Deutschland geflüchtete Asylbewerber aus Osnabrück, die noch nicht „den Weg in die Mitte der Gesellschaft“ geschafft hatten und von vielen Menschen als „die Flüchtlinge“ bezeichnet wurden und werden, als Protagonisten einer Performance in der Kunsthalle Osnabrück mit interessierten Besucherinnen und Besuchern der Kunsthalle ins Gespräch.
    Sie selbst wurden so auf veränderte Weise wahrgenommen und bildeten, im Gegensatz zu ihrer Rolle in der Gesellschaft, nun einen Anziehungspunkt am Ort des Geschehens.

    Für meine konzeptionelle Malerei- Installation „Toni“ von 2016 (Titel in Anlehnung an den Namen des deutschen Top- Models Toni Garrn) gestaltete ich 21 ovale Leinwände in unterschiedlichen Techniken, die verschiedene, sehr geläufige und teils durch Medien verbreitete Bildmotive zeigen.

    Die Auswahl der Bildmotive bezieht sich dabei auf gewöhnliche Dinge, Bildwelten und Personen aus Deutschland und der westlichen Welt, die (zu einem großen Teil) ihre Bekanntheit durch das tägliche Leben in unserer Gesellschaft und durch die Medien erfahren haben und von großen Teilen unserer westlichen Gesellschaft als „positiv“ angesehen werden und mit Adjektiven wie z.B. „schön“, „toll“ oder „erfolgreich“ versehen werden, wie z.B. die Personen Manuel Neuer (Profi- Torwart der deutschen Fußball- Nationalmannschaft) oder Toni Garrn, ein deutsches Topmodel, deren Namefür Schönheit und Mode steht und sie als Frau zum einen das wohl immer noch blond und blauäugige, weibliche Schönheitsideal unserer westlichen Gesellschaft verkörpert, sich zum anderen aber auch sozial als Botschafterin der Organisation „Plan International“für eine verbesserte Lebenssituation der Mädchen im afrikanischen Burkina Faso einsetzt und ihren Namen dazu nutzt, Geld für Schulen und Lehrerausbildungen in diesem Land zu bekommen.

    In dieser Arbeit kombiniere ich „Gutes“ mit „Schönem“, sprich „als positiv bewertete“, teils mediale Bildwelten mit vertrauten, „dekorativen“ und „schönen“ Dekorationsmustern aus dem häuslichen Bereich.

    In meinen Arbeiten «Wieder mehr Schneemänner in Deutschland», «Fußball ist auch nur ein Spiel» oder «Casablanca – immer noch aktuell» spiele ich mit «Belanglosem» und «Unsterblichem», Nachrichten und Filmen, die durch die Medien Fernsehen und Internet Verbreitung finden und somit beeinflussend in unser Leben eingreifen.

    Sabine Kürzel, 2018
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