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  • Inspiration oder Kopie

  • Inspiration oder Kopie
    Wo liegt für Euch die Grenze zwischen Inspiration und Nachäffen?

    Ich habe mir ein Bild entworfen, in dem ich aus symbolischen Gründen einer Frau einen Fisch auf den Schoß setzen wollte.
    Irgendwie ahnte ich plötzlich, so etwas schon gesehen zu haben, und dann fiel es mir wieder ein:
    Andreas Heindl, "Die lange Suche"
    🔗

    und auch

    Verlustangst...

    Wahrscheinlich werde ich meinen Entwurf deshalb verwerfen. Was mich aber auch nervt. Und mein Bild wäre ja eh ganz anders und hat eine eigene Geschichte.

    Mir stellt sich die Frage, wie viel Inspiration durch andere Künstler üblich ist, zulässig, "normal"?
    Wie weit ist dann nicht mal eine Erwähnung des Verursachers eigener Verarbeitungs-Ideen erforderlich?

    Es wiederholen sich ja viele Symbole in vielen Werken.
    Das Gesehene wird ja immer auch zum eigenen - siehe die häufig verwendeten Seifenblasen mit unterschiedlicher "Füllung", die jeder für sein eigenes Bild hält und die dennoch ein fast universelles Symbolbild zu seien scheinen.
    Am Ende weiß man ja oft gar nicht mehr, dass man es schon gesehen hat.

    Man -ich jdnflls- dürfte sich ja im Prinzip kein einziges Bild ansehen, um nicht beeinflusst zu werden.
    Ich hasse nachäffen.

    Wo setzt Ihr Eure Grenze für die Illusion des wirklich Eigenen?
    Wie viel Inspirations-Nahme ist Euch zulässig?

  • siku
    @╬
    Wo liegt für Euch die Grenze zwischen Inspiration und Nachäffen?


    "Nachäffen" ist m.E. ein nicht zutreffender Begriff.
    Ich habe meine Meinung hier auch schon unzählige Male gepostet, es gibt keine Kunst "aus dem Nichts".
    auch was so gern als "ganz Eigenes" angepriesen wird, liegt in der Tradition, meist sogar im Mainstream, oft verbunden mit maltechnischer Unfähigkeit. Dann ist es eben "eigen".
    Mal einige Künstler, die sich auf Inspirationsquellen berufen haben:
    Picasso - Ingres, Francis Bacon - Michelangelo.
    Es kommt aber auch vor, dass eine gute Idee, schlecht umgesetzt, von einem besseren Künstler aufgenommen wird. Warum sollte der seine Quelle dann preigeben?
    In der Musik ist es ähnlich.
    Jetzt zu den konkreten Bildern:
    nein hier ist nichts nachgeäfft, die Umsetzung der Idee, auch wenn diese geklaut sein sollte, ist eigenständig - aus welchen Gründen auch immer.
    Auf den Gedanken muss man erstmal kommen, den Entwurf deshalb zu verwerfen, dann könntest du überhaupt nicht mehr kreativ tätig werden. ;-)
    Die eigenen Grenzen des Künstlerischen sollten mal ehrlicher, sich selbst gegenüber behandelt werden! Gegen die rhetorische Aufrüstung in der eigenen Bildbeschreibung ist das technische Abmalen nix. :-))
  • Roderich
    Roderich
    das ist doch die evolution der bildsprache, künstler sehen etwas (natürlich auch andere bilder) und integrieren es in ihre bildsprache, das ist ganz normal und auf fast alles übertragbar. eine glühbirne hätte auch nicht von einer person erfunden werden können wenn nicht andere schon die vorarbeit geleistet hätten.
    natürlich soll jetzt auch nicht nur blind kopiert werden aber fragmente zu übernehmen ist durchaus sinnvoll und führt diese auch oft zu neuen wegen die dann auch wieder eine andere richtung einschlagen können.
    eine frau die einen fisch hält ist ganz sicher nicht ein thema das aufzugreifen man sich plagiatsvorwürfen aussetzen müsste.
    schau doch mal z.b. das von dir zitierte bild "verlustangst" an, es lebt von der umsetzung, das thema ist da eher nebensache.

    klassisch gibt es ja auch viele themen die von vielen künstlern visualisiert wurden: das letzte abendmahl, die badende, olympia usw.
    es kommt auf das gesamtpaket an, farbgebung, stimmung, vormgebung, strich, thema, aufteilung........usw. ein punkt alleine macht noch keine billige kopie.
    Rodi ist der Beste!
  • puh - danke Euch sehr, siku und Roderich.
    Diese Einschätzungen geben mir einen zarten inneren Rückhalt, das neue Bild zunächst weiter wachsen zu lassen
    (praktisch, frei von Rhetorik^^).
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