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  • Streben nach Perfektion

  • El-Meky
    El-Meky
    hallo rex,

    da scheint was bei mir anders zu laufen.
    Ich habe eine regelrechte Aversion gegen Ordnung und Perfektion.
    wenn Kissen in einer Linie auf einer Couch liegen sollten, verleitet es mich sie wild rumzuwerfen.

    Ich merke das auch immerwieder sehr deutlich beim malen oder zeichnen, wie ich mit freudiger Absicht NICHT perfekt sein möchte.
    ich liebe den Makel . der hat nix glattes und ödes.

    Ich liebe es schrief und kumm !

    lg Ella
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  • xer
    Auch das ist ein Streben nach Perfektion, in einem etwas anderen Sinne zwar, aber Perfektion. Nämlich: nicht perfekt sein zu wollen, und das möglichst perfekt:-)
  • El-Meky
    El-Meky
    nein rex, ich will nicht perfekt sein !
    auch nicht wenn ich schludere.
    ich will nicht perfekt sein !
    ich will auch nicht perfekt unperfekt sein.
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  • El-Meky
    El-Meky
    Hallo rex,
    ich wills nochmal erklären.

    ich liebe an mir und an anderen Menschen die sogenannte Hingabe zu dem was man macht. egal wo und wann. im Alltag genauso wie in der Arbeit. und da kann ein liebevoll hingebungsvolles Werk am Ende durchaus perfekt aussehen.

    aber nicht weil ein von Verstande geleiteter *Zensor* da mitwirkte, sondern einzig und allein das HERZ , die Liebe ---> eben diese Hingabe.

    ich finde also, es gibt da den Unterschied.
    gewollt perfekt, weil vom Verstand(Zensor) geleitet-
    oder zufällig perfekt, weil die Hingabe aus Lust und Liebe der Antrieb ist.

    naja, so denke ich .... ;o)


    liebe Grüsse Ella
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  • flow_thgin
    Wabi Sabi

    Nicht-Perfektion nimmt eine neue Bedeutung an und wird Grundlage eines Schönheitsideals von individuellen Lösungen und organischen Formen.

    Ich habe angefangen, mich damit zu beschäftigen und gemerkt, dass ich schnon lange unbewusst nach diesem Konzept arbeite. Die Schönheit liegt für mich in der Unvollkommenheit.
  • tylin
    tylin
    Wenn wir über Perfektion reden, sollten wir uns auch Gedanken über das Ego machen, denn das treibt ja manch einen dazu Perfekt sein zu wollen/ vielleicht/ immer
    Das Ego, eine Art Perpetuum Mobile ist sehr eigenwillig und manchmal sogar für den Inhaber nicht nachvollziehbar/ Das Ego ist aber auch ein teil der anderen Egoisten, die geprägt haben und immer noch prägen, wie Ego selber auch/ gewollt/ ungewollt
    Wo ist also das Ur - Ego und wieso strebte es nach Perfektion (nach seiner Ego - Definierung gesehen)/ oder doch noch nach was anderem oder nach gar nichts???
    Vielleicht ein natürlicher Prozeß des Lebens, wenn Lebewesen mit einem Ego ausgestattet sind/ Ego ist vielleicht einfach so programmiert worden aber eine Datei FAQ hatte man wohl vergessen einzuspielen
    Das Ego für sich allein gesehen ist perfekt aber wenn Ego + andere Egos + Gefühle + Körper + Umwelt + andere Lebewesen + Kunst + Wissenschaft + blah blah – dasselbe und + - vermischt nimmt kommt = wohl nur eine Sache heraus die Leben heißt aber nicht Perfekt ist/
    Vielleicht ist das was wir anstreben wie Perfektion/ ein/ sein/ mein.../Zwilling
    Wir Egos definieren das was von vielen als erstrebenswert angesehen wird unterschiedlich/ vielleicht/ - sicher findest du keine Antwort, wenn du uns fragst/ frag dich selber :)
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  • xer
    Heliopo so wie ich dich verstehe, gibt es für dich 2 Arten von Motivation. Eine, die aus einem Gefühl entsteht und die andere, der eine Überlegung zugrunde liegt (zweckmäßig). Ist das richtig? Falls ja, frage ich mich erstens: ob man das eine vom anderen "abkoppeln" kann und zweitens: selbst wenn man das könnte, ob es einen Unterschied macht.
    Wenn ich ein Bild male, einfach weil mir danach ist, dann versuche ich es so zu erstellen, dass ich mit dem Ergebnis zufrieden bin (was ist es (auch bei dir) wenn nicht ein Streben nach Perfektion) wenn ich ein Bild male weil ich es verkaufen will, dann will ich es möglichst gut machen, um einen möglichst hohen Preis zu erzielen.
    Eine Frage die im letzteren Fall hinzukommt ist: wieso will ich das Bild verkaufen? Ich brauche das Geld! Wofür? Um die Miete bezahlen zu können, oder brauche ich neue Schuhe (100-stes Paar), oder oder... Kurz, würde ich ohne das Bild zu verkaufen verrecken?
    Nein, ich bin der Ansicht, dass gerade die Leute, die etwas "herstellen", entstehen lassen, wie auch immer man es nennen will, im gewissen Sinne immer nach Perfektion streben.
    Wobei es mir nicht nur um diese Leute geht, sondern um alle. Was treibt uns voran?

    night_wolf danke für dem interessanten Link:-)
  • xer
    Tylin meinst du das tue ich nicht? Bzw. habe es nicht schon getan? Ich finde dieses Thema halt interessant und wollte gerne diese Gedanken teilen. Zum einen weil sich jeder diese Frage mal stellen könnte und zum anderen, weil es mich interessiert wie ihr darüber denkt und nicht zuletzt um (evt.) Denkanstöße in Richtungen an die ich selbst vielleicht noch nicht gedacht habe, zu bekommen:-)
  • El-Meky
    El-Meky
    Heliopo so wie ich dich verstehe, gibt es für dich 2 Arten von Motivation. Eine, die aus einem Gefühl entsteht und die andere, der eine Überlegung zugrunde liegt (zweckmäßig). Ist das richtig? Falls ja, frage ich mich erstens: ob man das eine vom anderen "abkoppeln" kann


    Ich kann nur das eine rex. sobald ich anfange etwas planen zu wollen, mich an eine genaue Vorgabe halten möchte... BIN ICH ABSOLUT BLOCKIERT ( erste erstaunliche Ausnahme war das Portrait von Mebert.
    da wollte ich aber nicht perfekt sein... sondern gewissenhaft .


    und zweitens: selbst wenn man das könnte, ob es einen Unterschied macht.
    Wenn ich ein Bild male, einfach weil mir danach ist, dann versuche ich es so zu erstellen, dass ich mit dem Ergebnis zufrieden bin (was ist es (auch bei dir) wenn nicht ein Streben nach Perfektion)


    wenn ich male, dann höre ich die Musik, ich hüpfe aufgeregt rum, habe sogar Herzklopfen und vorallem Freude.
    thats all.


    wenn ich ein Bild male weil ich es verkaufen will, dann will ich es möglichst gut machen, um einen möglichst hohen Preis zu erzielen.

    Ich habe unter diesem Vorwand noch nie gemalt.

    Eine Frage die im letzteren Fall hinzukommt ist: wieso will ich das Bild verkaufen? Ich brauche das Geld! Wofür? Um die Miete bezahlen zu können, oder brauche ich neue Schuhe (100-stes Paar), oder oder... Kurz, würde ich ohne das Bild zu verkaufen verrecken?

    Ich brauche auch Geld für diese blöden monatlichen Rechnungen.
    und oft hab ich nicht einen Cent in der Tasche und nie auf dem Konto.
    Ich bin höchst zutiefst dankbar , dass mich Familie , speziell mein Bruder und Freunde fördern und Rechnungen übernehmen.
    damit ich Zeit habe , meinen Weg zu finden, weil sie an mich glauben.



    Nein, ich bin der Ansicht, dass gerade die Leute, die etwas "herstellen", entstehen lassen, wie auch immer man es nennen will, im gewissen Sinne immer nach Perfektion streben.
    Wobei es mir nicht nur um diese Leute geht, sondern um alle. Was treibt uns voran?

    Ich male also weil ich darf und will und nicht weil ich muss.

    lg Ella
    Signatur
  • El-Meky
    El-Meky
    Wabi Sabi *lol*.

    werde mir mal wieder Su Shi gönnen :o))

    mit Mi So und To Fu :o))

    ich grüsse dich Night Wolf
    Signatur
  • elezzuw
    Perfektion ist der Wahn unserer Gesellschaft. Was bei unseren Maschinen gut ist, damit sie perfekt laufen, wird völlig unbedacht auf andere menschliche Bereiche übertragen. So müssen Ehen "funktionieren" oder ein Kunstwerk "perfekt" sein (damit auch es "funktioniere" wie eine Maschine - hieraus resultiert auch das Unbehagen vieler Künstler gegenüber dem perfekten, nämlich dem "totgemalten" Bild!). Wenn seit den Impressionisten mit einem aufgeräumt wurde, dann mit dem unbedingten Hang zur Perfektion, und mit Recht.
    Kunst, begriffen als bare, platte, perfekte Abbildung hat sich mittlerweile doch so überlebt, dass sie inzwischen nahezu als tot zu bezeichnen ist.
    -Heidi-
  • El-Meky
    El-Meky
    da gebe ich dir Recht Heidi !

    aber die Umkehrung wird's geben, weil Perfektion langweilig/ ,wie du treffend sagst, tot ist. :o))
    night wolf hats ja schon angesprochen .


    lg Ella
    Signatur
  • _em_ton_sti_
    🔗


    keramikamwaldrand [04. September, 2005 um 16:03]
    Perfekt gezeichnet, tolle Arbeit!

    LG Marlene
  • Mausopardia
    Mausopardia
    entschuldigung, ist dieses nicht auch der perfekte thread, oder das perfekte forum, um sich selbst perfekt darzustellen? wo immer man perfektion sucht und findet, ist doch jedem selber überlassen, oder was er dafür hält!
    denn zufriedenheit bedeutet stillstand und wer möchte dieses schon?
    wahrscheinlich auch keine perfekte meinung meinerseits - aber wer will schon perfekt sein - iiiigit wie langweilig auch ;-))))
  • aksorip
    vermeintlich probates "Mittelchen" um Anerkennung zu erlangen (Konditionierung/Hirn-Belohnungssystem)... bis zur Erkenntnis der Vermeintlichkeit und der Möglichkeit, der Neuprogrammierung...äh...ja.
  • Matthias Lotz
    Matthias Lotz
    Danke moni_du sprichst mir aus der Seele
    @ Rex-vieleicht denkst du einfach zuviel?
    Der Großteil des Künstlerischen Schaffens kommt aus dem Bauch und aus der Seele und hatt meiner Meinung nach nichts mit einem Streben nach Perfektion zu tun.
    Sicherlich-auch ich versuche meine Bilder so gut wie möglich zu machen und das Beste aus mir rauszuholen, doch wie ich in meinem vorhergehenden,knuffigen Beitrag anzudeuten versuchte ist das Perfekte eben [U]nicht immer das Beste!
    Signatur
  • xer
    Nun ja Heidi, die Zeichnungen von Mr.Wind sind auch nicht gerade "dahin geworfen". Auf die akkuraten Linien und genau ausgemalten Flächen wird sehr großer Wert gelegt. Aber sei es drum, wen interessiert´s?
    Viel wichtiger finde ich die Frage: warum so? Warum so und nicht anders?
    Vergleichen wir doch mal die Zeichnungen von Mr.Wind mit den Zeichnungen von inm!
    Wobei sich auch hier die Frage stellt, wieso macht inm die Zeichnungen gerade so und nicht anders? Innerlich schwimmt er damit vermutlich perfekt gegen den Strom. Also ist auch bei seiner (scheinbar lässigen???) Art seine Werke zu erstellen ein streben nach irgendeiner Perfektion auffindbar, oder nicht?

    Nicht sehr oft finde ich eine direkte Antwort (wie ausführlich auch immer) auf meine Frage! Zum Teil sagt ihr was ihr für perfekt haltet und was nicht, oder warum ihr malt, die Motivation für´s Malen und so. Die Frage ist aber wieso macht ihr das was ihr macht, wie ihr es macht und nicht anders?
    Was treibt euch dazu, euch morgens die Haare zu kämen, oder Abends noch schnell eine Bluse zu waschen? Wieso putzt ihr eure Schuhe, oder lackiert euch die Nägel, drückt eure Pickel aus? Wozu wäscht ihr euer Auto, oder pflegt euren Vorgarten?
    Was treibt uns dazu diese/solche Dinge zu tun???????
    (Das Malen, Fotografieren, Bildhauen oder Dichten ist dabei zunächst marginal)
  • Matthias Lotz
    Matthias Lotz
    Ok Rex
    Warum wir dies alles tun?
    Weil wir gefallen wollen-dazu gehören wollen,zur "Gesellschaft".
    weil wir uns,zum Teil,ihren Regeln unterwerfen.Teils bewusst,wenn diese Unterwefung von uns verlangt wird(zB. beim Antritt in einer neuen Firma).Zum Teil unbewußt denn es wird versucht, vom ersten Tag unseres Lebens, uns in diese scheinbare Ordnung hineinzupressen, was auch gelingt denn wir sind von den "Pressern" abhängig.
    Irgendwann fangen wir auszubrechen,uns über Regeln hinweg zu setzen,alles anders zu machen(was sich jetzt wieder in die Kunst übertragen läßt)!
    Und du möchtest jetzt wissen warum wir das tun und warum wir ausgerechnet das tun was wir tun?
    Wenn das so ist habe ich deine Frage zwar verstanden,muß dir aber die Antwort schuldig bleiben-jedenfalls in diesem Augenblick.
    Ich denke auch nicht das es darauf eine universelle Antwort gibt!
    Leben heist Veränderung-Vieleicht liegt die Antwort hier.Aber bevor ich jetzt noch mehr Sch.. schreibe beobachte ich diese Diskussion und zerbrech mir ein wenig den Kopf darüber!
    Signatur
  • ilerb
    Hallo Rex und alle anderen,

    ich habe heute nach Kunstforen gesucht und diesen interessanten thread hier gelesen und mich eingeloggt. Ich heisse Gabi, bin 39 und komme aus Österreich.

    Ich glaube, es gibt mehrere Arten von Perfektionsstreben in mir. Je nach Situation und eigenem Hintergrundbild. Ungesundes Streben nach Perfektion hab ich an mir erfahren, hat viel mit "Hirncomputern" zu tun. Bilder - Idealvorstellungen erfüllen. Wie hier geschrieben: Eitelkeit befriedigen. Aufgeproften und eingeimpften, Normen entsprechen. Das empfinde ich oft als ungesundes Streben. Versuche ich abzulegen. Ich schaue meine Hintergründe an, die oft ein Schmarrn sind. die ich vorher nicht als solchen wahrnahm.

    Mit gesunder Perfektion würde ich eher ´hergestelltes organismisches Gleichgewicht´meinen. Ein hergestellter Nullpunkt.Im jeweiligen Moment.
    Wenn ich aufs Clo muss, dann strebt meine Blase, ich als Organismus wohl nach Perfektion. Ich muss Wasser lassen. Wenn ich es tue, wird ein befriedigender Nullpunkt erreicht. Ein Gleichgewicht. Es gibt nichts weiter zu tun.
    Dann ist das eine der Perfektionen von mir als Organismus. Solange das nicht da ist, bin ich im Ungleichgewicht. Da muss ich dann weiter. hier zb.Ein Clo auffinden. usw. bis das nächste Bedürfnis auftaucht. (Kommunikation,Zärtlichkeitsbedürfnis, Hunger usw.usf.)Beim Malen oder Betrachten von Bildern empfinde ich als Perfektion den Punkt an dem ich fühle, das passt Wirkt unmittelbar. ist befriedigend. Ist nichts anzufügen im Moment.
    Was sich ändern kann.weil ich mich ändere.

    Ich glaube gesunde Perfektion, oder wie immer das zu nennen ist, ist etwas das aus mir als Organismus ohne ungesunde nicht wirklich angenommene Regeln und Normen kommt.Und den positiven Abschluss erreicht, wenn in diesem Sinne das Gefühl, nicht bloss die Vorstellung davon, da ist, das passt so und nicht weiter.
    Das ist befriedigend. Und nach diesem Punkt wird wohl immer und überall gestrebt.

    Das weiter weiter auf Ebenen, die ich eher als ungesunde Perfektion bezeichnen würde, bringt vielleicht doch nicht weiter als dahin, noch mehr und mehr weiter zu wollen, weil das ´organismische´ Gleichgewicht nicht erreicht wird. Weil Befriedigung selten wirklich eintrifft. Weil diese Perfektionen oft nicht die Sprache des Organismus, sondern mehr wohl die Sprache einer ungesunden im Organismus eingenisteten Gesellschaft sind. Die einem nicht wirklich behagt.Diese Perfektionen zu erreichen ist oft auch Befriedigung, aber meiner Erfahrung nach eine trügerische. hohle. Nicht wirklich sättigend.
    Dieses Perfektionsstreben halte ich an mir und auch an vielen anderen für ungesund. Gängig wohl. und eher Regel als Ausnahme. aber unnatürlich.

    Liebe Grüße
    Gabi
  • xer
    Knuffi, ich finde deine letzte Antwort ganz und gar nicht Sch.eisse! Ganz im Gegenteil, genau diese Art von Auseinandersetzung finde ich im Zusammenhang mit dem Thema ja so interessant.
    Allerdings muss ich eins anmerken: wie! Nicht was!
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