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  • Letters never send

  • Uwe
    Uwe Letters never send
    Letters never send II.
    (an SE - Köln Anno 2000)

    Das letzte Bild, der letzte Blick, deine Augen. Du gehst. Bist weg.
    Ich sitze hier, rühre gedankenverloren in meinem Kaffee. Kleine Wolken treiben darin, verwirbeln, verschwinden ...

    Ich kann es noch gar nicht fassen. Du bist gegangen und hast mich nicht mitgenommen. Mein Körper, meine Hülle sitzt noch hier, doch meine Seele ist leer und mein Herz scheint aus flüssigem Magma zu bestehen und sich durch meinen Körper zu brennen. Meine Augen sind feucht, es kommen keine Tränen. Noch
    nicht, noch ist der Schock zu groß.

    Ich werde später um dich weinen, mich verlassen fühlen und mich nach dir zurücksehnen. Jetzt schaue ich dir hinterher, sehe dich die Straße überqueren und gleich hinter den parkenden Autos verschwinden. Du blickst nicht mehr zurück. Nicht ein einziges
    mal mehr. Ich kann es nicht wissen, doch ich ahne es: dies wird das letzte Mal sein, dass ich dich sehe und ich versuche schon jetzt verzweifelt mich an dein Gesicht zu erinnen, den Blick herauf zu beschwören, mit dem du mich an anderen Orten und zu anderen Zeiten angesehen hast. Ich versuche dein Lächeln wieder zu sehen,welches bei dir gleichsam Waffe und Verteidigung war.

    So viele Bilder, soviel Erlebtes und meine Hände krampfen sich bei der bitteren Erkenntnis der Wahrheit zusammen, dass du nun wirklich weg bist.
    Kein Sushi mehr, keine verrückten Ideen, wilde lange Nächte,keine Träume und Pläne, keine Nähe, keine Vertrautheit, kein DU mehr...

    Ich spüre schon, dass dies eine Narbe sein wird, die wohl nicht heilen kann, dass keine Zeit dieser Welt den schmerzlichen Gedanken an diesen Augenblick des Verlustes wird mildern können!

    Ich möchte die Zeit zurückdrehen!
    Zurück zu jenem Abend, wo ich dich das erste Mal sah, wo du schüchtern und mit Lampenfi eber vor einem für dich ungewohnten Auftritt warst. Du brauchtest meinen Trost, meine Stärke und meinen Schutz. Schon der erste Blick hatte mich fasziniert und ich werde wohl noch in hundert Jahren nicht glauben wollen, dass es Zufall war, dass wir uns dort begegneten.
    Du hast vieles in mir geweckt und ich half dir, an dich zu glauben und deine Träume zu leben. Doch alles, unsere Liebe, alles half nichts, genügte nicht um die Klippen auf dem stürmischen Meer des Alltags zu umschiffen, um gegen das eifersüchtige und hinterhältige Gerede von falschen Freunden zu schützen.

    Verloren! Weg! Vorbei!
    Du gehst, bist schon weg und ich weiß, dass diese Stadt jeden Reiz, jedes helle Licht für mich ohne dich verloren hat. Ich habe heute nicht nur dich, sondern auch die Stadt meines Herzens für immer verloren ...
  • iriJ
    Gut und Punkt.
    Weiß nicht was mich anspricht, ist es doch eine Geschichte die ich so oder ähnlich schon hundertmal gelesen habe.

    Aber diese hat einfach Poesie. :)))
  • Uwe
    Uwe
    Vielleicht weil ich sie selbst erlebt habe... Nicht nur einmal. Vielleicht muss man es erlebt haben, um es richtig beschreiben zu können. Vielleicht ist aber auch jede dieser Geschichten einzigartig. Ich habe einige dieser "unversandten Briefe" gesammelt und es schon interessant zu sehen, ibnwieweit sie sich ähneln oder unterscheiden.


    Gruß Uwe
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  • rekcator
    vielleicht ist sie ja nur zigaretten holen
  • Uwe
    Uwe
    Du wirst lachen, aber in dem Haus, in dem ich wohne, gibt es eine alte Frau, deren mann sie vor schätzungsweise 13 Jahren verlassen hat. "Eben mal Zigaretten holen"... Seit damals lebt sie allein und lauert quais wenn unten die Haustür aufgeht, vor allem am Abend. dann öffnet sie hastig die Tür und schließt sie gleich wieder. Ich glaube nicht, dass dies nur pure Neugierde ist. Vielleicht wartet sie ja noch immer ...
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