KunstNet nutzt Cookies. Details.
  • Kunst und Qualität

  • Gitte
    Gitte Kunst und Qualität
    Ich meine - woran erkenne ich, ob ein Kunstwerk einen Wert hat?

    Ist das überhaupt meßbar? z. B. technische Standarts

    Liegt nicht alles im Auge des Betrachters?

    Oder gibt der Name des Meisters letztendlich dem Kunstwerk seinen Wert?

    Gitte
  • elezzuw
    Stell dir vor, dein Geliebter ist gestorben und alle Sachen von ihm wären verbrannt oder so und du hast nur noch ein ramponiertes Passfoto von ihm. Wieviel ist dir das wert?
  • siku
    "woran erkenne ich, ob ein Kunstwerk einen Wert hat?"

    an der Qualität
    und die erkennt man am besten durch das Aneignen von Erfahrung, Wissen und dann meist auch nur in einem Teilbereich.
    Für Anfänger der Kunstszene ist es am besten: viel schauen, Ausstellungen besuchen, Galerien aufsuchen und dort beraten lassen (ohne gleich zu kaufen :)).

    Sinnvoll wäre einen Schwerpunkt auszuwählen, z.B Malerei, Fotografie, Skulptur usw., oder noch enger gefasst z. B. in der Malerei: Informel, Minimalart, Konzeptart usf.
    das wäre mein Vorschlag zur Wertschätzung von Kunst, aber es gibt da noch zig-andere Anhaltspunkte wie z. B. ist der Künstler in Museen vertreten.
    Gruß siku
  • Jetzt bei Amazon günstig Kunstbedarf kaufen.- Werbpartner -
  • Kleckser
    Kleckser
    mit anderen worten:
    möglichst lange und intensiv das blöde geschwafel all der kunstkritiker und all der fachleute mit anhören um mit zu bekommen, wo gerade der hype abgeht und was gerade angesagt ist, denn es ist wie bei der börse - die besten aktien sind genau die, die gerade alle haben wollen.
    qualität wird dann automatisch rein interpretiert, dafür sorgen dann schon die vielen leute, die viel geld investiert haben.
    PS: ich mein das nicht negativ, nur ein bisschen ironisch.
  • rekcator
    Zitat:
    "Wer den Bimbes hat, bestimmt, was heutige Kunst zu sein hat. Nach dem Bimbes richten sich die Aktien der Künstler, der Galeristen, der Museumsdirektoren, der Sammler und der Auktionshäuser."

    Mathematisch sieht meine Formel hierzu wie folgt aus:

    KMW = Kq multipliziert mit Bi8 multipliziert mit F9 multipliziert mit Mf10 multipliziert mit Kg11 multipliziert mit Z12

    KMW = Kunst-Marktwert, der sich aus einer mäzenatischen Förderung eines neuen Künstlers ergibt, ausgedrückt in Euro

    Kq = Künstlerische Qualität des ins Auge gefaßten Malers, der zum Künstler erschaffen werden soll

    Bi = Bimbes, den der Fabrikant (Schokolade, Autozubehör und Klosettdeckel) zur Kunstszenebildung einsetzt

    F = Fähigkeit des Malers, beurteilt durch den Fabrikanten

    Mf = malerische Fähigkeiten des Fabrikanten

    Kg = Persönlicher Kunstgeschmack des Fabrikanten

    Z = Zahl der Kunstausstellungen, die der ins Auge gefaßte Maler bisher in Altersheimen, Krankenhäusern, Heil- und Pflegeanstalten, Sparkassen, Bundeswehrkasernen, Zuchtbullenversteigerungshallen und Finanzämtern hatte

    Je höher KMW ist, desto höhere Verkaufspreise erzielt der Maler noch zu seinen Lebzeiten (der ist nicht an der Zeit nach seinem Tod interessiert) und desto höher steigen die Aktien der Fabrikanten (Schokolade, Autozubehör und Klosettdeckel) mit dem Bimbes, der Künstler, der Galerien, der Museumsdirektoren, der Sammler und der Auktionshäuser.

    http://www.pallast-publisher.com/artedit%20band1.htm
  • siku
    kaum geht es um die Beurteilung von Kunst, wird der Kunstmarkt verteufelt.
    Meine Kriterien waren für die Beurteilung von Qualität gedacht.
    Klar, wenn du Kunst kaufen willst, kannst du auch in ein Geschäft gehen, dich beraten lassen und dann mit einem Teil wieder herauskommen, dass (obwohl von guter Qualität) den Wiederverkaufswert eines Gebrauchtmöbels hat.
    Ich halte den von mir vorgeschlagenen Weg (ist ja nur eine Möglichkeit) auch ideell für besser als immer nur auf das "eigene Innere" zu hören, auch das ist nicht unfehlbar und zumeist doch sehr beengt ausgerichtet, nämlich nur auf die eigene Erfahrung reflektiert.
    Kunst in Museen und Ausstellungen wirklich zu betrachten, nicht nur an Events teilzunehmen, ist durch aus sinnvoll - das könnte unter Umständen auch noch den eigenen Horizont erweitern ;).

    Freut mich, dass ich mit meiner Antwort zur Diskussion angeregt habe. Hatte ich mir schon gedacht, dass auf meinen Vorschlag sofort Kritiken folgen, aber keine konstruktiven Vorschläge zur Beurteilung von Kunst, um die war hier gebeten worden, wenn ich mich noch recht entsinne.
    @ Kleckser und rotacker
    wo bleiben denn eure Vorschläge???
    :)))
  • Kleckser
    Kleckser
    siku,
    du hast hier ein system welches sich selbst beeinflusst. es ist genau aus diesem grund unvorhersagbar und dies gilt für alle aspekte, insbesondere was qualität betrifft. ich meine, was qualität in der kunst ist bestimmen die menschen, die mit kunst umgehen und kunst beurteilen. jeder legt sein eigenes qualitätsfilter über kunst, oder sagen wir 'menschliche erzeugnisse'. aber genau diese filter sind geprägt vom kunstmarkt und den meinungen der anderen und umso stärker je mehr man sich mit dem kunstmarkt beschäftigt. da sich m.E. heute kein kriterium finden lässt, nachdem man kunst 'objektiv' bewertet, ist das ergebnis der frage nach qualität völlig unbestimmt.
    dies war früher sicher nicht so, als die rahmenbedingeungen für kunst gesellschaftlich klar(er) geregelt waren. da konnte man qualität noch eindeutiger mit 'kunst als können' identifizieren.

    Also ich kann dir wirklich nicht sagen, ob wuzzeles krikelkrakel oder inm's intellektuelle abstraktionen oder sepps aquarelle höhere künstlerische QUALITÄT besitzen (nur um ein paar kn'er willkürlich herauszugreifen)

    anmerkung: es gibt aber sachen die gefallen mir mehr als andere (aber auch das ändert sich mit der zeit).
  • Kleckser
    Kleckser
    rotaker,
    deine formel ist wirklich gut und erklärt vieles:
    nur eine null drunter und das ganze wird null, deshalb gibts so viele brotlose künstler, - aber wenn man dann mal geschafft hat, alle faktoren auf über eins zu bringen explodiert das ganze förmlich.
    sehr gut, - solltest du veröffentlichen das ding.
  • rekcator
    naja das ist ja nicht meine formel
    ist ja ein zitat
    aus dem buch was ich unten verlinkt hab
    der ganze text dort( leseprobe ) ist sehr interessant
    mal ausdrucken und in einer mussestunde lesen
    ich mag den künstler der das schreibt zwar nicht besonders aber der text ist echt lustig und zutreffend
  • Sabine Minten
    Sabine Minten
    qualität heisst unter anderem auch: der wert des BEITRAGS, den ein kunstwerk zum zeitgenössischen gedankengut bzw. dessen reflektion leistet. dabei spielt für mich auch eine rolle, ob bild- und formensprache eine gewissen innovation aufweisen bzw. eine zeitgemässe aussage mit bildnerischen mitteln getroffen wird.

    dass im biotop der zukurzgekommenen eine gewisse antipathie zum thema qualitätsstandards, die nicht in bildzeitungssniveau abgefasst werden können, besteht, wundert mich nicht.
    Signatur
  • iriJ
    Da muss ich als Provinzfuzzy, Brooklyn leider Zähneknirschend zustimmen.
  • analsur
    hallo gitte,

    ich glaube, dass es der name ist.....

    grüße von ruslana
  • siku
    Hallo Kleckser,

    meist liest man aus dem Text des anderen eben besonders das heraus, worauf man bereits fokussiert ist.
    Ich halte es durchaus für sinnvoll, durch anschauen, nachfragen, vergleichen zu einer sichereren Beurteilung zu kommen. Z. B. was wollte der Künstler ausdrücken, wie ist ihm die Umsetzung seiner Idee gelungen, da gibt es eben große und kleine Meister ;))

    Und einige Künstler scheinen gern den Eindruck zu vermitteln: da gäbe es nichts zu reflektieren: hingeschaut – Ende. Betrachter fragt bloß nicht nach – seht einfach hin. Aber auch sehen will geübt sein. Hinweise auf bestimmte Dinge im Bild können da durchaus hilfreich sein. Die Betrachter kommen oftmals viel zu selten mit dem Künstler ins Gespräch, weil sie sich häufig gar nicht trauen nachzufragen, es könnte ja so unwissend wirken.

    Eigene Bildbeschreibungen können zum „Sehen lernen“ durchaus hilfreich sein, denn was ich beschreiben kann, das habe ich bereits bewusst gesehen. Warum sind Bildbeschreibungen denn so unbeliebt bei Schülern? Die Schüler, die hier immer wieder nachfragen, tun das nicht nur aus Faulheit, sondern weil sie wirklich nicht sehen können, worauf es in der Arbeit ankommt. Aber gerade dafür wird schon in den Schulen Kunstverständnis geübt (oft zu wenig).

    Bei fast jeder Diskussion kommt das Argument des Marktes, und wer es auf den Tisch bringt ist bereits der Sieger, er wird ja von allen verstanden. Ja, auch der Preis kann ein Hinweis für Qualität sein (muss es aber nicht), denn welcher Sammler, Galerist, Händler, Museumsdirektor zahlt schon gern größere Beträge für Werke, die von vornherein keinen Wiederverkaufswert haben.
    Gerade heutzutage ist der Markt aufnahmebereit für Künstlerisches wie nie zuvor.
    Gruß siku
  • Kleckser
    Kleckser
    hallo siku,

    qualität erkennt man schon - sofort. ein gutes bild ist ein aha-erlebnis, eine innere freude. hervorragende qualität ist sehr selten und es gehört eine innere bereitschaft dazu, sie zu erkennen - wie beim verlieben. aber immer ist es in erster linie subjektiv und wandelbar, was als qualität erachtet wird. ich glaube nicht an die objektive qualität. setzt man maßstäbe wie brooklyn an, etwa innovation oder wie sie es nennt 'beitrag' so ist dies ebenfalls nur schwer bewertbar und äußerst subjektiv. ob ein künstler den zeitgeist richtig erspürt hat oder trends richtig erkannt und beiträge geleistet hat lässt sich erst wesentlich später sagen.
    welche der bilder hier im kn leisten einen beitrag? wenn wir in 10 jahren unsere werke wieder betrachten, werden einige darunter sein, die wir jetzt links liegen lassen, weil wir sie nicht als solche erkennen, die aber in 10 jahren ihre bedeutung offenbaren, andere hingegen werden furchbar flach sein, die jetzt hoch bewertet werden. woran also erkenne ich ihre qualität?

    vielleicht ist das der schlüssel: qualität ist, was auch noch nach vielen jahren als qualitativ hochwertig angesehen wird, was alle strömungen und zeitgeiste überstanden hat. damit würde qualität sehr eng mit zeit verknüpft sein.
  • trance-x
    trance-x
    Kleckser...
    vielleicht ist das der schlüssel: qualität ist, was auch noch nach vielen jahren als qualitativ hochwertig angesehen wird, was alle strömungen und zeitgeiste überstanden hat. damit würde qualität sehr eng mit zeit verknüpft sein.


    das denke ich nicht. ziel, sinn und wert von kunst - etwa bei einer karikatur - koennte ja auch sein lediglich fuer einen bestimmten augenblick strahlend hell zu erleuchten - um danach wieder zu vergluehen.
    => ein kurzer moment perfekten wertes und gluecks, der womoeglich sogar eine nachhaltige botschaft uebermittelt.

    warum sollte dieses konstrukt wider seines sinns mit dauernder weile gemessen werden? haeeee? naaaaaa? :)
  • Kleckser
    Kleckser
    indem du auch noch nach jahren sagst, dass dieser moment einen besonderen wert besaß/besitzt.

    aber ich muss aufpassen, dass ich mich nicht in einem zirkel verstricke, das passiert leicht, wenn man über die zeit argumentiert.

    übrigens argumentierst auch du über den begriff 'nachhaltigkeit'.
  • trance-x
    trance-x
    kleckser ...
    indem du auch noch nach jahren sagst, dass dieser moment einen besonderen wert besaß/besitzt.

    falsch geraten. der "besondere wert", der dadurch entstand, dass das werk in einem moment "sinn" erfuellte, ist ins past entschwunden. somit ist und bleibt er nicht von dauer. du redest von einem "neuen wert", naemlich den, der im moment des andenkens entsteht.

    anders ausgedrueckt: die landkarte ist nicht das land:)
  • Kleckser
    Kleckser
    genauso wie die erinnerung nicht der moment ist.

    trotzdem würde ich den moment nicht mit dem attribut 'qualitativ hochwertig' bezeichnen, wenn ich nicht auch nach jahren das noch so empfinden würde. einen sinn kann jeder 'schei.ßhaufen' haben. qualität ist es noch lange nicht. wir wollten doch qualität ausloten.
  • trance-x
    trance-x
    genauso wie die erinnerung nicht der moment ist.

    sachichdoch!

    trotzdem würde ich den moment nicht mit dem attributr 'qualitativ hochwertig' bezeichnen, wenn ich nicht auch nach jahren das noch so empfinden würde.

    warum? wenn du mit einem perfekten hammerschlag einen nagel in die wand drischt, dann war der hammerschlag perfekt - maximaler wert. wenn du spaeter - inzwischen ist das regal aufgebaut - zurueckdenkst, wird der schlag nicht mehr weniger perfekt, bloss weil er inzwischen vergangenheit ist. deine gewesene empfindung zu jenem perfekten zeitpunkt aendert sich auch nicht mehr durch jede beliebige neue.

    sieh mal. es ging ja um unterschiedliche ziele, die erst wert geben. der unterschied zwischen einem "zeitloseren bild" (das war dein "allgemeines" kriterium fuer jede kunst) gegenueber einem konstrukt, das lediglich fuer einen "bestimmten kontext" wirken/"wert haben" soll.

    somit: ein wert kann, muss aber nicht fuer einen langen zeitraum wirken. somit haengt "wert" nicht von zeitdauer ab. das ist auch logisch, beispielsweise kann daher ein bild, das noch gar nicht existiert einen wert haben. das waere "nixzeit".
  • Seite 1 von 2 [ 32 Beiträge ]

  • Anmelden um auf das Thema zu antworten oder eine Frage zu stellen.

Ähnliche Themen