KunstNet nutzt Cookies. Details.
  • was seht ihr euch im fernsehen an?

  • trance-x
    trance-x was seht ihr euch im fernsehen an?
    🔗
    => was guckst du in tv? ... http://www.lycos.fr
  • trebeM
    cool, trance-x
    :-))))))
  • nielK_H
    tolle animation!!!

    soll ich mal anfangen?
    tracks find ich eine tolle sendung
    und 
 37°-dokumentationen 
 und nachtstudio (aber nicht immer) 
 und jedes jahr der ingeborg bachmann wettbewerb 
 und 

  • Jetzt bei Amazon gĂŒnstig Kunstbedarf kaufen.- Werbpartner -
  • analsur
    wenn die weiter sooo klatschen, bekommen die noch wunde hÀnde..;))))))
  • fluwdom
    öffentlich rechtlich - bietet viel immer wieder gute berichte auf Arte und 3SAT
  • mlifhcafie
    marienhof....
  • Oliver
    Oliver
    "Six Feet Under" und "24" - Pflichtprogramm!
    (Kenne leider die dt. Titel nicht)

    "Air Crash Investigation" auf Discovery Channel zum Gruseln.
    Signatur
  • nielK_H
    alexander kluge-sendungen
  • trance-x
    trance-x
    achja, "dctp" ... die zumeist fingierten interviews mit kollege peter berling als xyz ...

    die haben wirklich was, auch wenn kluge permanent reinquasselt, zwecks nichtiger ausmalung :)

    ...

    ich sehe uebrigens von Werbung bis Gerichtssendungen, von Dokus bis Dschungelcamp, von Okb bis 'Sex and the city'/'Desparate housewives', von Bibel-tv bis Mtv/Viva, von Nachrichten bis Talkrunden, von Spielfilmen, Nachtgedanken und Kulturzeiten bis Verkaufssendungen ("fitnesstrainer, der gleichzeitig autos waschen und rasenmaehen kann") alles moegliche - und nicht ...

    ps: entsprechend auch mein musikgeschmack ...
  • trebeM
    „achja, "dctp" ... die zumeist fingierten interviews mit kollege peter berling als xyz ..."

    ja, aber es gibt auch interessantere.

    
 siebenstĂŒndige-loop-sendungen ĂŒber fantastische fitneßgerĂ€te, die es so noch nie gegeben hat, finde ich auch ganz groß.

    was ich auch gerne sehe nach einer langen ich-mach- mich-fertig-mit-tv-nacht ist pumuckl oder schief-mund-heidi oder bravo-tv.
  • trance-x
    trance-x
    'alpha centauri' mit harald lesch (BR)! ...

    ps: und 'die schoensten bahnstrecken europas' fuer imbissreisen zwischendurch, achja und 'nightscreens' hat auch oft recht huebsche anims ... :)
  • nielK_H
    jau!!!!!!! alpha centauri 
 supertolltoll
  • Sigi
    Sigi
    nach 'ner ausgedehnten Kneiptour kommt KÀptn BlaubÀr auch nicht schlecht.
  • El-Meky
    El-Meky
    Ich gucke schon ein paar Jahre keine Glotze mehr .

    Vermisse manchmal die neuen deutschen Krimis oder Spielfilme .
    vermisse Comedysendungen oder Interessantes aus fernen LĂ€ndern. oder Gerichtsmedizin...

    aber .. ich vermisse ihn den TV nicht wirklich.
    FĂŒhle mich sogar freier und losgelöster von Indoktrine und Manipulation. :op
    Signatur
  • tylin
    tylin
    ich schau mir gerne mal bbc dokumentationen an (auf deutsch) kommt manchmal bei xxp oder vox/ arte tracks mag ich auch/ letztens kam ein toller film: schwarze katze weisser kater oder so
    hmm natĂŒrlich mag ich die simpsons sehr und auch andere comics auf verschiedenen sendern/ six feet under fand ich auch gut aber da gibts ja nichts neues von/ ach ja den herrn lesch find ich auch ganz lustig und informativ/ harald schmiedt manchmal/ johny bravo/ dexters labor/ o°) hmm is ne ganze menge/ bin a tv junky!
    Signatur
  • trance-x
    trance-x
    ja, bbc macht gute docs ... simpsons mit dem liberaleren titanic-humor ...

    spiegel-tv ... tja, ambivalent ... z.b. die reihe ueber hitler: "hitlers frauen", "hitlers armeen", "hitlers baumeister", "hitler beim fruehstueck", "hitler beim einkaufen" ... die moralisierende aufbereitung mit der immer gleichen aust-stimme ist etwas penetrant.

    ps: apropos aufklaerung/information: ne weile war mal das alte archiv der BZ (oder wars die "berliner zeitung"?) online und frei verfuegbar. dergleichen sollte an schulen und auch so verfuegbarer sein, denn der alltag war dem heutigen vor allem aehnlich ... die schleichende rausbildung bestimmter entwicklungen liesse sich so gut nachvollziehen.
  • mlifhcafie
    Mit offenen Karten und Tatort.... öde finde ich stephan raab oder Elton ne katrastrophe find dich diese Polizeisendungen wie komisar rex oder der bulle von toelz grausam auch diese super nanny oder big brother...nano find ich auch gut und wenn gerade etwas abgeht schau ich cnn und bbc
  • _em_ton_sti_
    --> 🔗
  • analsur
    hi trance-x...

    weisst du woher das klatschen kommt ?;))

    es wurde vor ca. ĂŒber 100 jahren von zuschaern in italien (genauer gesagt in der oper erfunden)...




    jetzt sehe ich die jungs und mÀdels den zweiten tag klatschen,..mensch, mensch, mensch,...echte klatschprofis...;))))
  • trance-x
    trance-x
    hm, bist du sicher? ich denke, das gabs frueher schon ...

    source: http://answers.yahoo.com/20050804.html

    Dear Yahoo!:
    What is the history of clapping for entertainment?
    Roger
    Salem, Missouri

    Dear Roger:
    While it's impossible to pinpoint an exact origin, Take Our Word For It notes that clapping for praise has been around since at least the Middle Ages. Early mentions of the practice coincide with the advent of public performances, usually by traveling bands of actors in town squares.
    Metafilter says that folks have been clapping for joy since Biblical times. According to Yahoo! Reference, the word "clap" comes from the Old Norse "klappa." It's a classic example of onomatopoeia.

    Some believe clapping may have been inspired by the percussion instruments used in early public ceremonies, while others note the act appears to be an instinct in babies.

    In many cultures, however, clapping isn't necessarily associated with praise. In Tibet, it's used to shoo away evil spirits. And in other cultures, foot stomping is considered the appropriate response to a great performance.

    Now that we have that settled, we can get back to pondering the sound of one hand clapping. Any help is welcome.



    source: 🔗

    Zur Kulturgeschichte des Applaudierens
    Der Inder V. Jeyaraman aus Tamil Nadu hĂ€lt den Weltrekord. Mehr als 2 volle Tage soll er es ununterbrochen getan haben. Vom 12. bis zum 15. Februar 1988 stellte er den Dauerrekord im Beifallklatschen auf. Mindestens 160mal in der Minute die HĂ€nde zusammenschlagend und noch in 110m Entfernung hörbar, ĂŒberbot er den alten Rekord um mehr als 4 Stunden und setzte somit die neue Marke auf 58 Stunden und 9 Minuten. Umgerechnet auf das Publikum am Millerntor hieße dies, daß bei 20.000 BesucherInnen jedeR rund 10 Sekunden lang klatschen mĂŒĂŸte, um gemeinsam auf die Zeit des Inders zu kommen. Sicher, ein ziemlich bescheuerter Rekord. Aber gerade die Inder sind fĂŒr solche merkwĂŒrdigen Höchstleistungen ja mittlerweile bekannt. Man schaue nur in das Guiness-Buch der Rekorde und findet diese These an vielen Stellen bestĂ€tigt.
    Doch bevor ich mich hier weiter ĂŒber merkwĂŒrdige und sinnlose Einzel- und Mannschaftsleistungen auslasse, stelle ich nun die fĂŒr diesen Artikel doch nicht ganz unwichtige Frage: Warum klatscht der Mensch denn ĂŒberhaupt? Und wird tatsĂ€chlich auch in allen Kulturen dieser Erde applaudiert? Die folgenden Zeilen sollen ein wenig KlĂ€rung bringen. Here we go.

    "Das Publikum beklatscht ein Feuerwerk, aber keinen Sonnenaufgang", ließ uns bereits Christian Friedrich Hebbel im letzten Jahrhundert wissen. Und auch die FĂ€higkeiten unserer Hand werden gemeinhin nicht beklatscht. Dabei ist dieses Menschen-Werkzeug ein wahres Wunderwerk. 450 Millionen Evolutions-Jahre liegen zwischen der Brustflosse der Urfische und der menschlichen Hand. Kant bezeichnete unsere 5-Glieder-ExtremitĂ€t als "das Ă€ußere Gehirn", und tatsĂ€chlich ist unsere Hand mit ihren 27 Knochen, 33 Muskeln und 28 Gelenken ein wahres Mirakel, bei dem uns eine solch banale Handlung wie das Aneinanderschlagen der Hand-Innenseiten eigentlich eher ĂŒberraschen sollte. Schließlich ist sie fĂŒr sehr viel filigranere TĂ€tigkeiten ausgerichtet (Nein, nicht fĂŒrs Boxen, ihr Pappnasen!). Die Hand kann streicheln, erfĂŒhlen, Temperaturen abschĂ€tzen und etliche beeindruckende Dinge mehr. Bald 150 Millionen (rund 500 pro Quadratzentimeter) sogenannte "Meissnersche Tastkörperchen" befinden sich auf jeder Fingerkuppe und sorgen fĂŒr unser sprichwörtliches FingerspitzengefĂŒhl (zum Vergleich: jede Handinnenseite hat "nur" jeweils rund 17.000 Reiz-FĂŒhlelemente). Und mit der Verarbeitung der Signale, die von der Hand kommen, sind weit mehr Gehirnzellen befasst als mit jenen, die von Rumpf, Nacken, Schulter und Bauchhöhle zusammen ausgehen. Allein fĂŒr das Ergreifen einer Weintraube muß unser Gehirn 10mal mehr Befehle erteilen, als beispielsweise fĂŒr eine Fuß-Bewegung. Ein paar Menschen mit sehr viel Zeit haben hierĂŒberhinaus herausgefunden, daß sich unsere Hand rund 25 Millionen mal im Leben öffnet und schließt. Bei jedem Zupacken entwickelt sie eine Kraft von 20-40 Kilo. Wie hĂ€ufig wir wĂ€hrend unseres kurzen Daseins in unsere HĂ€nde klatschen, dies hat allerdings noch niemand erforscht.

    DER RHYTHMUS
    Nachdem vor ca. 3,5 Millionen Jahren erstmals der aufrechte Gang geĂŒbt wurde, und somit unsere Spezies einen weiteren Versuch unternahm, sich von der sonstigen Fauna zu separieren, war der Ursprungs-Rhythmus geboren: der Rhythmus der FĂŒĂŸe beim Gehen. Ob der Urmensch es wollte oder nicht, die Fortbewegung auf zwei Beinen erzeugte ein gleichförmiges GerĂ€usch. Abwechselnd schlugen die FĂŒĂŸe auf den Boden auf, mal schneller mal langsamer, bisweilen hektisch, meistens ruhig. Daß natĂŒrlich die frĂŒheste Schrift, die gelesen werden konnte, die der Spuren war -eine Art rhythmische Notenschrift-, sei hier nur am Rande bemerkt. Bald wurden die FĂŒĂŸe als Demonstration der Macht und der (teils nicht einmal vorhandenen) GrĂ¶ĂŸe benutzt. Schließlich erzeugen 20 gleichzeitig stampfende Fuß-Paare weit mehr Getöse, als es 40 stampfende FĂŒĂŸe an verschiedenen Orten leisten können. Vor diesem Hintergrund entstanden nun auch KriegstĂ€nze, deren Funktion das gemeinsame Mutmachen war. Eine Überlieferung aus dem letzten Jahrhundert schildert eindrucksvoll einen solchen Tanz: den ehemaligen Maori-Kriegstanz "Haka" (aus Neuseeland), bei dem mehrere hundert Menschen gleichzeitig senkrecht in die Höhe sprangen, ihre Waffen schwangen und, wiederum gleichzeitig, beim Niederfallen mit beiden FĂŒĂŸen laut auf dem Boden aufknallten. Dieses Ritual wurde stĂ€ndig wiederholt, und die Menschenmasse wurde zu einem einzigen Organismus, der eine derartige Einheit bildete, daß auch die mutigsten Feinde zu beeindrucken waren. Die IntensitĂ€t der gemeinsamen Drohung machte den "Haka" aus. Heute wird er nur noch fĂŒr Touristen getanzt.
    "Die wahre GrĂ¶ĂŸe der HĂ€nde ist in ihrer Geduld. Die ruhigen, die verlangsamten Prozesse der Hand haben die Welt, in der wir leben möchten, geschaffen", klĂ€rt uns Elias Canetti in seinem Klassiker "Masse und Macht" auf, der damit sicher nicht ganz unrecht hat, aber hiermit noch nichts ĂŒber jene grobmotorischen Hand-TĂ€tigkeiten sagt, die den Ursprung des heutigen Applaudierens bilden: das Trommeln der FĂ€uste und der flachen HĂ€nde auf die hervorgestreckte Brust unserer hominiden Vorfahren, sowie das Gegeneinanderschlagen der flachen InnenhĂ€nde. Ersteres fast ausschließlich als Demonstration der Unschlagbarkeit und des Sieges ĂŒber den Gegner. Letztgenanntes eher ein Pendant zum Trampeln der FĂŒĂŸe: das Zurschaustellen von Gemeinsamkeit, die VortĂ€uschung von Masse und das Erzeugen von Unerschrockenheit. Und natĂŒrlich wurde das Klatschen bereits sehr frĂŒh auch als Taktgeber urzeitlicher musikalischer "Hausmusik" benutzt und hat sich bis heute sehr unterschiedlich weiterentwickelt. Genannt sei hier nur exemplarisch der heutige Flamenco, bei dem das variantenreiche rhythmische Klatschen einen entscheidenden Bestandteil dieser Musik ausmacht.

    ALLES THEATER
    Vermutlich aus Kleinasien ĂŒbernommen, wurde bereits im Theater der Antike applaudiert, wo das Beifallklatschen zunĂ€chst allerdings als sehr unfein galt. Dennoch sahen sich die damaligen Schauspieler des alten Griechenlands genötigt, Krotos, dem Gott des Beifalls (nach der griechischen Mythologie ĂŒbrigens Sohn des Pan und der Eupheme, und irgendwann vom Obergott Zeus als Sternbild SchĂŒtze ans Firmament verbannt) mit reichlich Opfergaben zu versehen. Schließlich ging es um Erfolg oder Mißerfolg. Und bereits eine Pleite konnte damals das Aus fĂŒr Schauspieler und StĂŒckeschreiber bedeuten. In vielen Komödien von Plautus und Terenz gab es gar die Aufforderung an das Auditorium, zu applaudieren ("Plaudite!"), womit sie einmal mehr beweisen, wie wichtig auch schon damals allen Akteuren die Reaktionen der anwesenden Zuschauer waren. Doch sehr bald schon wurden die Applaudierenden instrumentalisiert. Im Theater des Dionysos, wo der alljĂ€hrliche Komödien-Wettbewerb stattfand, besiegte der Dramatiker Philemon hĂ€ufiger seinen schĂ€rfsten Konkurrenten Menander. Doch nicht etwa, weil er zwingend die besseren StĂŒcke schrieb, sondern weil dieser im Publikum bezahlte Jubler ('Claqueure', hierzu spĂ€ter mehr) postiert hatte, die an den entscheidenden Stellen zu lachen und zu applaudieren hatten. Da es bei diesen Wettbewerben Schiedsrichter gab, die ihr Amt stellvertretend fĂŒr die im Theater anwesende BĂŒrgerschaft versahen, war es nicht schwer, diese zu beeinflussen, zumal kaum angenommen werden kann, daß sich die Juroren gegen den offenkundigen Beifall der Masse entscheiden wĂŒrden.

    Die Römer waren die ersten, die versucht haben, mit ihrem Applaus die Leistungen der Akteure ein wenig differenzierter zu bewerten. Ihr Grad des Beifalls war genau abgestuft: Wer sich gerade mal so unterhalten fĂŒhlte, wedelte mit dem Zipfel der Toga (Kaiser Augustus ließ sogar an jene, die keine Toga besaßen, StoffstĂŒcke im Taschentuchformat verteilen, damit diese mit diesem Utensil ihre Zufriedenheit ausdrĂŒcken konnten). Die nĂ€chsthöhere Beifalls-Bekundung war das Fingerschnippen, und nur bei wirklich herausragenden Leistungen wurde mit den HĂ€nden geklatscht. Das römische Publikum klatschte mit hohlen HĂ€nden und nannten diese GebĂ€rde 'Imbrex', Hohlziegel. Kaiser Nero, der sich ohnehin fĂŒr den allergrĂ¶ĂŸten Dichter und Komponisten seiner Zeit hielt und deshalb eigene StĂŒcke auffĂŒhren ließ, bei denen er selbst zum Leidwesen der meisten neutralen Anwesenden zum Instrument gegriffen hat, hielt sich eine eigene Jubler-Gruppe ('Plausores') von 5.000 Menschen. Deren einzige BetĂ€tigung bestand darin, so laut als möglich zu applaudieren. Mit umgerechnet 80.000 Mark jĂ€hrlich wurde dieser Dienst honoriert. Sogar eine eigene Applaus-Schule hatte der Kaiser fĂŒr seine eigenen Interessen und fĂŒr diese bezahlten Klatscher gegrĂŒndet.

    Da fĂŒr die meisten der römischen BĂŒrger die gewerbsmĂ€ĂŸige Schauspielkunst zu den anrĂŒchigen Berufen zĂ€hlte, ĂŒberwogen bei den Darstellern zumeist 'Fremde' (Etrurier und Griechen) oder Sklaven. Wenn aber das Publikum von einer schauspielerischen Leistung ĂŒberzeugt war, so konnte es, mittels Beifallsbekundung, fĂŒr jene Sklaven die Freiheit erwirken.

    DIE CLAQUE
    Am Ende des 18. Jahrhunderts gelangte die Claque (franz.: Klaps) von Rom nach Paris und wurde dort zu einer festen Einrichtung in allen Theatern. Sie war mit einem Claque-Chef und etlichen Spezialisten ausgerĂŒstet. Es gab 'Lacher' und 'Weiner', 'Johler' und 'Klatscher' sowie 'Zugaben-Schreier'. Hector Berlioz schreibt in seinem Buch "Abende mit dem Orchester" ĂŒber 'echte' Claqueure: "Meister der Claque verachten Amateure, die applaudieren, ohne das Geheimnis des richtigen Applauses zu verstehen. Das Publikum hat keine Ahnung von gutem Applaus. Die Claqueure sind wahre Fachleute geworden. Ihr Beruf hat sich zu einer wahren Kunst entwickelt. Himmel und Erde werden einmal verschwinden, aber die Claque wird bestehen bleiben". Im Jahre 1820 grĂŒndete M.Sauton seine 'Assurance des succes dramatiques', eine Beifalls-Agentur gegen Bezahlung. Fein abgestuft mußten die Kunden, meist Schauspieler, SĂ€nger und StĂŒckeschreiber, fĂŒr die unterschiedlichsten Beifalls-Arten feste GebĂŒhrensĂ€tze entrichten. Die Claqueure selbst, oft Studenten oder einfach nur Ă€rmliche Kunstliebhaber, wurden meist mit Freikarten fĂŒr ihre Dienste belohnt; doch auch eine regelmĂ€ĂŸige Bezahlung war nicht selten. Die DurchfĂŒhrung der Claque wurde sorgfĂ€ltig geplant und ausgefĂŒhrt: der Chef hörte bei den Proben zu, fragte die Auftraggeber nach besonderen WĂŒnschen, postierte seine Claqueure an strategisch wichtigen Punkten und gab ihnen, Ă€hnlich eines Orchester-Dirigenten, wĂ€hrend der AuffĂŒhrung die EinsĂ€tze vor.
    Aus der Mitte dieses Jahrhunderts wurde in Italien ein Tarifsystem fĂŒr die Claque bekannt: fĂŒr 'beharrlichen Beifall' gab's 15 Lire, fĂŒr 'Bravo-Rufe' 5 Lire und bei 'wilder Begeisterung' soll nur nach vorheriger Vereinbarung bezahlt worden sein. Daß es dann irgendwann auch eine Anti-Claque ('Conquisitores') gab, war nur logisch. oder Schauspieler absolut kein Interesse an den Erfolgen ihrer Kontrahenten. In Deutschland allerdings konnte sich eine Claque niemals wirklich und richtig etablieren. Die GrĂŒnde hierfĂŒr blieben mir bislang leider unbekannt. In Wien dagegen waren die Claqueure von Schostal in den 20er Jahren sehr geachtet und auch einflußreich.

    Auch heute noch existieren solche Claque-Klatsch-Orgien, die teilweise direkt, oftmals aber auch nur indirekt bezahlt werden. Wer es sich einmal nicht hat nehmen lassen, eine x-beliebige Sendung eines Privatsenders anzuschauen, in der auch Publikum im Studio ist, wird sicher wissen, wovon ich hier rede. Die Deppen dort im Studio klatschen an jeder möglichen wie unmöglichen Stelle. Freiwillig? Teilweise. Wie Pilze aus dem Boden schossen in den letzten Jahren jene Firmen, die dafĂŒr Sorge tragen, daß in den TV-Studios nicht ein einziger Zuschauerplatz unbesetzt bleibt. Mit allen möglichen Tricks werden die potentiellen Klatsch-Kasper umgarnt: Stadtrundfahrten, opulente Essen, Museumsbesuche u.v.m. Und einige dieser sogenannten Ticket-Teams zahlen den ClaqueurInnen gar PrĂ€mien um die 50,-. Welche Konsequenzen dies haben kann und hat, erleben wir nicht nur mindestens jeden Samstag bei 'ran', sondern wurde von den 'Kollegen' (Ă€hem!) von der 'Bild am Sonntag' sogar gemessen. Durchschnittlich 20% jeder Sendung mit Publikumsbeteiligung geht fĂŒrs Klatschen drauf. Den einsamen Höhepunkt dieser Messungen (1994, wahrscheinlich ist's heute noch schlimmer) hielt die Frank-Elstner-Sendung 'Aber hallo', in der insgesamt 19 Minuten applaudiert wurde und somit gut ein Drittel der Sendezeit (52 Min.) mit Beifall gefĂŒllt wurde.

    WER KLATSCHT WIE?
    Heute kann festgestellt werden, daß sich das Klatschen auch als symbolische Umarmung entwickelt hat. Es wird meistens in jenen Kulturen angewandt, in denen es in der Regel nicht ĂŒblich ist, andere Menschen bei der BegrĂŒĂŸung in die Arme zu nehmen oder anderweitig zu herzen. FĂŒr den berĂŒhmten Verhaltensforscher Desmond Morris ist fast jeder Hand-Kopf- bzw. Hand-Hand-Kontakt die Nachahmung bzw. der Ersatz fĂŒr einen zweipersonalen Akt, also Ersatzschmusen, -streicheln usw. Ein wunderbares Beispiel fĂŒr diese Theorie ist das unsĂ€gliche Beifallklatschen der Deutschen bei gelungenen Flugzeuglandungen. Ein solches Verhalten ist bspw. im arabischen Raum völlig unbekannt. NatĂŒrlich mag das Landungs-Klatschen auch den befreienden Charakter einer inneren Anspannung haben, doch wĂ€re dies mit einer Umarmung seines/r Liebsten doch wohl auch getan.
    Zwar gibt es ein ungeschriebenes Gesetz, das festschreibt, daß auch in unseren westlichen Kulturen bei bestimmten AnlĂ€ssen nicht geklatscht werden sollte (z.B. in der Kirche), es hat sich aber dennoch eine Tradition gehalten, die zunĂ€chst ĂŒberrascht: die auf dem Petersplatz versammelten Römer spenden einem verstorbenen Papst, der zur letzten Ruhe im Petersdom getragen wird, anerkennenden Beifall, um somit dem Lebenswerk des Toten zu huldigen. Die Sage lĂ€ĂŸt Wassergeister in die HĂ€nde klatschen, und in Böhmen darf wĂ€hrend der 'Rusalky'-Pfingstwoche weder im Fluß gebadet noch in die HĂ€nde geklatscht werden. Aber auch bei anderen Zauber-Riten findet sich nicht selten das Ritual des Klatschens. Doch gibt es auch Völker, die gar nicht in die HĂ€nde klatschen: Ein Bergvolk in Neuguinea, 'Eipo' genannt, benutzt seine stampfenden FĂŒĂŸe statt der HĂ€nde, um seine Emotionen zu zeigen. In allerhöchster Ekstase schlagen sie sich die HĂ€nde vors Gesicht.

    Applaudiert wird von uns Menschen ĂŒbrigens in sehr unterschiedlichen Formen. Verhaltensforscher haben hier zwei Grundtypen erkannt. Zum einen die zurĂŒckhaltenden Personen, die ihre HĂ€nde dicht am Körper halten und meist nur eine Hand, hĂ€ufig die rechte, von oben nach unten gegen die andere schlagen. Als Gegenpol hierzu die extrovertierten Zuschauer, die ihre HĂ€nde weit von sich gestreckt weitrĂ€umig bewegen, um so die Aufmerksamkeit anderer auf sich zu lenken. Ihr könnt eure Beifalls-Nachbarn ja mal dabei beobachten. Vielleicht eröffnen sich ganz neue Blickwinkel im Umgang miteinander.

    Zum Abschluß sei noch Friedrich Nitzsche zitiert, der sich ein paar Gedanken ĂŒber uns St.Pauli-Fans gemacht zu haben scheint: "Im Beifall ist immer eine Art LĂ€rm: selbst in dem Beifall, den wir uns selber zollen".
  • Seite 1 von 2 [ 22 BeitrĂ€ge ]

  • Anmelden um auf das Thema zu antworten oder eine Frage zu stellen.

Ähnliche Themen