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  • Kunst oder Dilettantismus?

  • hannelore thomsen
    hannelore thomsen Barbie
    Hallo aus Bayern,
    bin nur ganz kurz hier bevor ich für heute den Kasten ausmache.

    Zum Thema Barbie:

    Da habe ich einmal eine Performance gemacht. Barbie und Ken im Steinbett, umgeben von toten Hühnern (waren aus Gummi).

    Wunderschöne, aber wirklich strohblöde lebende Kens, die uns durchs Publikum tragen mussten.

    Es war ein Riesenspektakel und es gab gute Kritiken in den Medien.

    Thema Meckereien:
    vergiss sie einfach. Es ist doch völlig überflüssig auf ein paar unbedeutende Fehler aufmerksam zu machen und das gilt (für mich) nicht nur bei Fehlern bzgl. Rechtschreibung. Kreativität und Ausdruck haben doch nur ganz selten mit Perfektion zu tun.

    Wer und was sind denn schon perfekt. Ich jedenfalls nicht und wer könnte es schon von sich behaupten. Ich halte solche lehrmeisterlichen Hinweise für überflüssig. Es gibt doch nichts auf der Welt an dem nicht irgendjemand etwas zu meckern findet.

    Ganz herzliche Grüße
    lillylor
    Signatur
  • imihsas
    hi,
    na das muß ja lustig gewesen sein... deine performance...

    ja frag mich auch was diese nörgler bezwecken... aber immerhin schaffen sie es gewaltig zu nerven...
    die sg freunde... andererseits wer sollte mich denn sonst drauf hinweisen , als meine freunde... aber irgendwie nervts trotzdem, weil dadurch die arbeit auf die rechtschreibung reduziert wird..
    meine kritikfähigkeit in dieser beziehung ist ziemlich ausgeschöpft in der beziehung, weil ich genau weiß das das nicht meine stärke ist... naja

    und perfektionismus ist sowieso nicht mein ding, ich denk mir immer, wenn ich perfekt wäre, wäre ich doch schon tod... dann gibts ja nix mehr zu lernen, oder zum weiterentwickeln... so what...??

    lg
    aus wien
    sashimi
  • hannelore thomsen
    hannelore thomsen Ding durchziehen
    Hallo aus Bayern,

    als Künstler sollte man sein Ding durchziehen ohne auf Zweifler zu hören. Auch konstruktive od. wohlwollende Kritik bringt einen nicht immer weiter, weil man ja sowieso sein Bestes gibt und sich, wenn man es allen recht machen will, immer mehr vom eigenen Kern entfernt. Auch wenn ein Kunstwerk ausgereift sein sollte bevor man es präsentiert (ich unterscheide zwischen kommerzieller Gebrauchskunst - z. B. Blumenbilder, die müssen schnell fertig werden, weil sie Umsatz bringen und Kunst die etwas bewegen will) ist klar, dass man sie eines Tages gehen lassen muss, so wie ein Kind. D.h. irgendwann muss man den Pinsel etc. aus der Hand legen und den Dingen ihren Lauf lassen.

    Viele Grüße
    Lillylor

    http://www.bild-und-textwelt.de
    Signatur
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  • imihsas
    hi, grundsätzlich gebe ich dir natürlich recht, das man sein ding durchziehen soll, weil es sowieso schwierig ist es irgendjemanden recht zu machen, das blöde ist nur, wenn man sein ding durchzieht, und man manchmal das gefühl hat, irgendwie kommt es nicht so an... a bleede gschicht, ein spagat zwischen... vielleicht endlich mal was verkaufen wollen, und sich irgendwelchen konfusen angaben fügen, die man sowieso dann falsch befriedigt, und nur frust rauskommt, oder den sg. " scheiß drauf" zu haben, zu tun was man will und einfach drauf zu pfeifen was die anderen darüber meinen... zweiteres mach ich zwar in den letzten jahren... nur würd ich gern auch mal was verkaufen... braucht man doch hin und wieder auch das nötige kleingeld um neue projekte zu verwirklichen... aber das ist halt so... grr...

    hat eigentlich irgendjemand aufgrund von kunstnet kontakte zu potentiellen käufern geknüpft?
    :?:
    steht zwar sicher nicht an oberster priorität hier zu posten, frage mich jedoch auch , in wie weit das publikum hier auch von kunstsammlern frequentiert wird...

    (hab vor im märz nach tokyo zu fliegen, und hab heute die rechnung von meinem autoservice bekommen! :wink: AARRGGGHH)

    lg
    sashimi
  • hannelore thomsen
    hannelore thomsen Grätsche
    Um von der Kunst leben zu können mache ich ganz viele verschiedene Dinge, die aber teilweise eher Randerscheinungen der Kunst sind (Dekoration):

    Ich male liebliche Blumen-und Tierbilder, die hasse ich zwar, aber sie lassen sich gut und schnell verkaufen

    Richte Wohnungen ein (Farb-und Stylberatung, male Bilder in Farben die zur Einrichtung passen) sicher kein Künstlertraum, aber....

    Gebe Lesungen und verkaufe dabei meine Bücher und Kalender

    Beteilige mich an allen möglichen Ausstellungen um Kontakte zu knüpfen, das ist ätzend. Ich bin eher ein Mensch der Stille

    Gebe in Teilzeit Kunstunterricht am Gymnasium und in der VHS (das furchtbarste von allem)

    Schreibe ein bisschen für verschiedene Zeitungen

    Arbeite ab und zu für eine Fernsehproduktion

    Alles zusammen erfordert viel Fleiß, aber nur so kann ich von und mit der Kunst leben, manchmal ist es auch einfach nur überleben. Sicherheit besitze ich natürlich nicht. Trotzdem möchte ich nicht tauschen. Mein einziger Luxus: ich mache nur Dinge hinter denen ich auch stehen kann, d.h. ich stehe mir oft selbst im Weg.

    In diesem Sinne
    Lilly Lor
    Signatur
  • imihsas
    hihi... köstlich... na du machst mir aber mut.... hihi...
    na da bin ich ja richtig froh, das ich einem dämlichen angestellten verhältnis hackel, mich täglich acht stunden mit einer mahnisch depressiven chefin abquäle, monatlich pünktlich meine - viel zu geringe- kohle am konto hab, und wenigstens ein WENIG sicherheit hab... HAHAHA... so kann man sich irren... naja, ich denke alles hat so seine vor und nachteile...

    ich war drei jahre im textildesign freiberuflich tätig... sicher nicht zu vergleichen mit deinem täglichen kampf, jedoch schon lehrreich genug für mich... ich bin viel zu kontaktscheu... keine ahnung warum, hab ich mir in den letzten jahren angezüchtet... ich mag mich nicht in szene setzen... und ich glaub mittlerweile ich könnt es auch nicht mehr... es ist mir zutiefst zuwider... somit steh ich meiner vermeindlichen künstlerischen karriere auch schon ordentlich im weg... ich hab immer das gefühl beim kontaktknüpfen das ich mich anbiedere... liegt wohl an meinem symtomatischen minderwertigkeitskomplex... siehe... ich arbeite daran... wenn ich bloß wüßt woran das liegt.. ( oder wem ich die schuld dafür geben kann? :wink: )

    aber am schlimmsten ist es wohl einem bekanntem oder freund etwas zu verkaufen... unmöglich so was... bevor ich mich da in unangenehme peinliche preisverhandlungen stürze schenk ich es doch lieber her...
    seltsamerweise ist es mir bis heute nicht nur einmal passiert, das nachdem ich ein bild in freude verschenkt habe, sich der beschenkte nach kürzester zeit nicht mehr gemeldet hat... ich frag mich noch heute waran dieses phänomen liegt... ? ( oder doch an meinen bildern)... seufz... all das macht es einem nicht gerade leicht sich als selbstbewusstem künstler zu sehen, ich fühl mich da eigentlich immer wie ein jämmerlicher versager, der nicht einmal fähig ist seine eigen erstellten arbeiten entsprechend zu vertreten.. eigentlich verschenke ich dadurch auch meine seele, und das ärgert mich dann auch wieder , vor allem wenn ich merke , das dieses stück seele von mir freunde in die flucht schlägt..

    dumm gelaufen, gell?

    ich bewundere leute wie dich, die gerade und zielstrebig ihren weg bestreiten, sich nicht unterkriegen lassen von widrigkeiten ... ehrlich.. hut ab...

    lg
    sashimi
  • hannelore thomsen
    hannelore thomsen Danke....
    für die Blumen, aber ehrlich gesagt hätte ich es lieber ein bisschen leichter :shock:

    Zu Leuten die sich vom Acker machen:

    Sieh es als natürliche Auslese, wenn sie verschwinden. Du brauchst sie nicht und sie können auch nicht wichtig für dich sein, ansonsten wären sie noch da. Die Dinge die gut für uns sind kommen von allein, man muss sie allerdings erkennen und das ist nicht immer leicht. Keinesfalls kann man sie erwerben, auch nicht in Form von Geschenken.

    Zum verkaufen an Freunde, Verwandte etc.:

    Lass dich bezahlen, auch wenn`s dir etwas peinlich ist, sie werden deine Arbeit ab sofort viel mehr zu schätzen wissen (was nix kost, ist nix)

    Viele Grüße
    Lillylor
    Signatur
  • imihsas
    hallo lillylor,

    hast ja recht, ist ne natürliche auslese, nur muß ich immer so doof sein meine bilder zu verschleudern??
    grrr.. naja, schwamm drüber, nutzt eh nix mehr ..

    zurück zum thema... du hast richtig eingeworfen , das man für seine arbiten auch entsprechend geld verlangen soll, weil:
    "(was nix kost, ist nix) " dürft ein nur allzuernstzunehmender spruch sein... traurig, aber wahr... womit wir wieder beim thema wären:
    also kann ich meine arbeiten dann als kunst bezeichnen wenn ich viel dafür verlange... ( ich werd zwar vielleicht nix verkaufen, aber ich bin dann künstler!)... beisst sich da die katze nicht langsam in den schwanz... AUEE

    und wie ernstzunehmend sind dann eigentlich die etablierten künstler... sind ihre arbeiten teuer, weil sie gut sind, oder nur weil er künstler sein will, und deshalb automatisch gut... hihi, der gedankengang gefällt mir irgendwie... wo wir wieder beim wahnsinn wären, der scheinbar einem künstler nicht fremd sein darf... :wink:

    gruss
    sashimi
  • hannelore thomsen
    hannelore thomsen
    Hallo noch kurz vor Schluss :D

    Ich glaube, dass du da Recht hast, was weg ist, ist abgehakt, dem musst du nicht hinterher weinen. Für die Zukunft könntest du ja mal mit kleinen Preisen anfangen.

    Ich möchte betonen, dass ich dir nur meine subjektive Meinung mitteile, was ich so zum Besten gebe ist nicht allgemein gültig, ich schreibe dir einfach meine eigenen Erfahrungen und Entwicklungen auf.

    Zum Thema Kunst, Künstler und Wert

    habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Nachfrage den Preis bestimmt. Bist du gerade "IN" kannst du viel verlangen, das wird oft über Auktionen künstlich gepuscht. Mit Qualität muss es nichts zu tun haben, wenn ein Kunstwerk teuer ist. Anders herum gibt es viele gute Künstler die sehr selbstzweiflerisch sind und wie du, alles verschenken oder verschleudern, auch wenn sie ihre Miete nicht bezahlen können. Andere wiederum haben keine Begabung, kein Farbgefühl, malen nur schlecht ab und halten sich für Genies. Darunter findet man ein paar ganz große Namen. Ich glaube, dass man als Maler auf jeden Fall sein Handwerk gelernt haben sollte. Begabung allein tut’s nicht, man sieht es immer wenn keine Substanz da ist.

    Ich finde z.B. in der Malerei den Fotorealismus völlig überflüssig, wir haben heute die Fotografie, aber wir haben hier in der Galerie ein paar Bilder die daran angelehnt sind, die finde ich großartig, weil sie Inhalt haben und lebendig sind auf eine ganz eigne Art, das ist für mich Kunst. Kunst muss ein Eigenleben haben und zu Diskussionen anregen und ganz sicher nicht von jedem verstanden werden müssen. Ich mag die Provokation des Könners.

    Heute sollte man als Künstler ein kleines Unternehmen sein. Die Selbstvermarktung ist dabei genauso wichtig, wie der Verkauf in Galerien und Ausstellungen im In-und Ausland. Viele Künstler sind menschenscheu, erfolgreich wird man aber sicher eher wenn man auch bemerkt wird und dazu gehört Klingenputzen. Man kann natürlich auch mit Agenten arbeiten, aber da muss man immer Kompromisse machen, ich will das nicht mehr, auch nicht für Geld und Bekanntheit.

    Ich habe vor zwei Jahren einen Dokumentarfilm gedreht "Renes Welt", dieser Film wurde überall gezeigt und besprochen. Ich war schlagartig bekannt, alle wollten was von mir, ich bekam einige Angebote, habe was an einen bekannten Politiker verkauft und dachte jetzt geht’s los. Pustekuchen. Vielleicht bin ich ja doch noch zu faul oder zu schlecht oder zu doof :( .

    Guts Nächtle,
    Lillylor
    Signatur
  • imihsas
    servus...
    nein, ich glaube lediglich das dir im grunde die ellenbogentechnik auch nicht so liegt, wie sie so gefordert wäre,bei jemanden der auf karriere aus ist... oder, es spricht einfach für geistiger reife, denn wer sehr hoch fliegt, stürzt auch sehr tief... und wer will denn das schon...??
    ich denke mir einfach ich bin nicht karrieregeil genug um die widrigkeiten in kauf zu nehmen... oder böse gesagt auch zu faul...
    ich komme immer mehr zu dem schluß das ich sowieso nichts erzwingen kann, es kommt sowieso immer anders als man denkt... also lass ich es laufen... und ich gönn mir den luxus nicht über den preis meiner arbeiten feilschen zu lassen... das ist mir einfach zu mühsam und macht mir null spaß...
    klar, dann darf ich mich eigentlich auch nicht beklagen.. :wink:
    aber das ist leider meine blöde wiener mentalität, das ich mit nix zufrieden sein kann... aarrggghhh...

    deinen film würd ich sehr gerne mal sehen....

    schlaf gut..
    sashimi
  • magicartwork
    magicartwork
    Hallo!

    Hier hat sich ja eine frische Diskussion entwickelt - war selbst etwas weg vom Fenster.

    He, Sashimi, Baba, wollte dich nicht in eine Schublade drängen, geht dich garnicht, kenne dich garnicht, wie kann ich denn da einordnen :wink:

    Nun ja. Die verschiedenen Themenkomplexe (Selbst)therapie, Wahnsinn, Kunst (aus dem Bauch) sind wie Lichtreflexe gemäß der gewählten Beleuchtung. Wählt man ein anderes Licht, so gibt es sie nicht. Das Objekt bleibt --- rätselhaft.

    Womit ich nicht die Realität und Bedeutung psychicher Dispositionierungen für ein Individuum leugne. Ein Gefühl sagt mir aber auch hartnäckig, das Kunst weniger damit zu tun hat, als allgemein angenommen wird.

    Aber es stimmt, daß unsere Gesellschaft ihre Mitligieder zu groben Psychorüpeln verkommen läßt. Keine Idee von "Feinabstimmung" von Körper-Geist-Seele.... Bedauerlich.

    Jedoch: Die in solchen Themenkomplexen angelegte Nebulosität führt mich nach furiosen Anfangsbermerkungen immer zu einem Realismus, etwa in der Art wie dieses erfrischende, ich sag´ mal drüberbügelnd: "Have fun and do it" von Reinzeichner.

    Das Statement von Lillilor: "als Künstler sollte man sein Ding durchziehen ohne auf Zweifler zu hören. Auch konstruktive od. wohlwollende Kritik bringt einen nicht immer weiter, weil man ja sowieso sein Bestes gibt und sich, wenn man es allen recht machen will, immer mehr vom eigenen Kern entfernt." find ich auch richtig.

    Ich find manchmal, daß es keinen Sinn macht, sich den Mund fusselig zu reden, um einen Laien davon zu überzegen, daß da und dort die Farbe Rot beser ist als Gelb. Ab einem gewissen Kenntnisstand ist es legitim, zu sagen, "Das sieht gut aus und basta." Der Witz ist: Man kann sich irren. Der Knüller aber ist: Man hat das Recht dazu. Sowas kannst du dir als Maurer dagegen nicht erlauben. Bei dem stürzt das Haus ein. Bei uns das Weltbild. :) Tatsache ist ja auch: Kritik tut weh und Lob tut gut.

    Kaufen & verkaufen von Kunst:

    "also kann ich meine arbeiten dann als kunst bezeichnen wenn ich viel dafür verlange... ( ich werd zwar vielleicht nix verkaufen, aber ich bin dann künstler!)... beisst sich da die katze nicht langsam in den schwanz...(baba)"

    Ha, das ist eine Tretmühle, ein Teufelskreis. Allerdings ein theoretischer - zumindest ich erkenne ihn wieder als einen Selbstgemachten, wie ein alter Bekannter, den ich aber nicht mehr in meine Wohnung lasse... wollte der mir doch erzählen, was die Parameter von Kunst sind... Nö: Sturheit in der Verfolung des eigenen Weges führt voran. Das Ziel (Kunst) ist Wurscht. (An irgendetwas muß man doch glauben :wink

    Viele Grüße
    Donnerstag
  • imihsas
    ja hallo... das ist aber ne freude... hab schon gedacht, das ich dich verschreckt hab mit meinem wahnsinn... :wink:

    jaja die gschicht mit der kunst, dem künstlerdasein und der fähigkeit zu verkaufen.... naja,.... weiß nicht ob ich das nochmal auf die reihe bekomm.... mir fällt jedoch auf, das mir mit zunehmender auseinandersetzung mit diesem thema es immer leichter fällt meine arbeit als "künstlerisch wertvoll" zu sehen... naja, sogesehen hat mir kunstnet und dieses forum sehr viel geholfen... zum leidwesen meiner vorgesetzten in der firma, die nach wie vor verbissen versuchen meine kreative arbeit herunterzuspielen, um ja nicht in den verdacht zu geraten, das sie schlechtere ideen hätten.... naja, machtkämpfe halt, wie überall... echt widerlich.... ich hab einfach mittlerweile das problem das ich nicht mehr unterscheiden kann zwischen ernstgemeinter konstruktiver kritik und mißgünstigem menschlichen ausdünstungen gesellschaftspolitischer unzulässigkeiten.... schwierig , schwierig... und das kroteske an der geschichte ist, das man dann selbst positive kritik und lob nicht mehr ernsthaft wahrnimmt!
    ich arbeite daran... si si... und versuch mein ding durchzuziehen.... flieg nach tokyo... mach neue foties.... leg mein gesamtes kreatives potential in meine projekte und verliere zusehens meinen anerzogenen idealismus... thats life... werde halt leider endlich erwachsen... so a schaß...

    "He, Sashimi, Baba, wollte dich nicht in eine Schublade drängen, geht dich garnicht, kenne dich garnicht, wie kann ich denn da einordnen "
    hihi... würde dir eh nicht gelingen... pass wohl kaum rein... !! nein spass ohne... war auch mehr allgemein gehalten, und war mir dann fast unangenehm, weil sky von seiner krankheit erzählt hat, und mir eigentlich klar wurde wie "gut " es mir vergleichsweise geht... hatte dann eine echt schlechtes gewissen... :roll:
    sogesehen ist selbsttherapie vielleicht der falsche ausdruck gewesen... weil selbst therapieren kann man sich so und so nicht... also gemeint ist eher eine art reflexion.... mag sein das das im grunde nix mit kunst zu tun hat... andererseits... und ich hasse dieses wort, das ich dauernd benutze.... denke an "art brut" die kunst der "Irren"... worüber sich natürlich streiten läßt, ähnlich wie bei nietsch... vielleicht spricht mich das aber auch nur an weil es nicht wirklich bewußt gestaltet ist, also unseren anerlernten schönheitswahn unterliegt... sich der üblichen ästhetik widersetzt und dadurch provokanter ist... als ein rein nach ästhetischen kriterien gestaltetes werk, das alle stückerln an technischen finessen, handwerklichen geschick gepaart mit talent etwas "schönes", " angenehmes" darstellt... ich will damit diesen arbeiten keineswegs einen künstlerischen wert absprechen... es spricht mich persönlich nur nicht so an.... vielleicht auch aus dem aspekt her, weil ich durch meine ausbildung zur designerin durch die schule der naturstudien gewartet bin, es usus ist als designerin die welt "schöner"´zu gestalten, und diese arbeit eigentlich von anfang an einen unbefriedigten, faalen nachgeschmack hinterließ, den ich lange nicht erklären konnte, eigentlich erst dann, als ich mich bewußt von der "schönmalerei" verabschiedet hab...
    mittlerweile hab ich ja teilweise eh wieder zurückgefunden , denn meine blythefotos sind ja trotzallem noch ästhetisch, wenngleich aus einer anderen motivation heraus...
    ich schaff es nicht was wirklich unästethisches zu schaffen... es ist echt ärgerlich... so was blödes... aber auch...

    naja, ist ja wieder lange geworden.... freu mich auf deinen input..
    baba
    sashimi
  • Reinzeichner
    Reinzeichner
    Hi,

    die Frage eines neuen Mitgliedes nach der Arbeit von Spitzweg, läßt mich auf die ursprüngliche Frage zurückkommen.

    "Könnt Ihr mir vielleicht endlich einmal erklären ab wann sich ein Autodidakt Künstler nennen darf? wann ist Kunst Kunst, oder ab wann hebt er vom dilettantischen Hobbymaler zum ernstzunehmenden Künstler ab?"

    Kann man Spitzweg als Künstler bezeichnen?
  • magicartwork
    magicartwork
    Hallo, Reinzeichner

    Knifflige Frage.

    Ich bin nicht sicher, ob ich angesichts des großen Gähnens, das mich beim Anblick Spitzwegs Mallstil ergreift, noch genügend Unvoreingenommenheit zur Urteilsfindung beanspruchen darf.

    Ein Bild: Der Witwer. (auf http://www.spitzweg.de)
    Wir sehen: Geiler alter Bock mit sexuellem Notstand.
    Die minimale Sprungfähigkeit in des Witwers Haltung.
    Das Ausehen eines kastrierten Pudels...
    Die opulente Umgebung.
    Das Jagd-Wild.
    Wir sehen weiterhin:
    Sicherheit in der Darstellung von Raum und Proportion.
    Gut gesetzte Licher, Schatten usw.

    Spitzweg war kein Dilletant. Er konnte beobachten und das Gesehene wiedergeben.

    Es ist wohl auch ein künstlerisches Bild, da er mit seinen Fähigkeiten spielen konnte (Nicht aber sie mit ihm) - denn er hat etwas Unsichtbares überzeugend sichtbar gemacht: Den ironischen Faktor, indem er etwas so sah, wie es seine Zeitgenossen wahrscheinlich nicht so gerne sahen.

    Anderes Bild: Die Post.
    Stimmt malerisch wieder alles. Kein dilletantisches Werk also.
    Der überzeugend eingebrachte Moment der heftigen Unruhe eines irren Kutschers (man denke an die heutigen Paketfahrer, harhar), mit seinen kaum zu zügelnden Pferdestärken hineinbrechend in eine dörfliche Beschaulichkeit. Die lebensnahe Reaktion der Mutter, die ihre Kinder von der Straße ziehen wird und dabei gleichmütig zu denken scheint "Pfff, da kommt wieder dieser Irre, naja." Das ist doch feine Alltagsironie, oder?

    Also: im Zweifelsfall für den Angeklagten: Das ist Kunst, weil er beherrschte, was er tat, und weil er einen anderen Blickwinkel fand.

    Vielleicht ist das ein allgemeingültiger Satz: Beherrsche, was du tust, und dann kann es Kunst werden, denn dann kannst du damit spielen (und wenn du spielst, dann bist du wie ein Gott) Ich denke, Spitzweg hat insofern gespielt, weil er eine lebendige Szene in eine Bild-Raum-Zeit packen konnte, so wie er es wollte, ohne dabei in´s Schwitzen zu geraten.

    Kommen wir der Lösung der Ausgangsfrage näher?

    Aber ich muß zu meiner Ansicht hinzufügen: Die Kunst liegt im Auge des Betrachters. Ich sehe auch nur, was ich sehen WILL.


    Hallo, Sashimi,

    die Idee des Spielens, die mir in Hinblick auf Spitzweg einfiel...

    Die Verschmelzung zwischen dem rein äshtetischen Raffinement und dem Spiel... da findet sich die Akzeptanz des Unterbewußten, des Nicht-Gestaltenden als unbewußt gestaltendes und also spielendes Agens.

    Nur eine Analogie:
    Gott -der gesund spielt -Schönes.
    Teufel - der ungesund spielt - Häßliches.
    Deus est inversus diaboli. (Gott ist der gespiegelte Teufel. Oder umgekehrt oder so)
    Das kosmische Spiel.

    Zum Häßlichen:
    Der Wunsch, etwas häßliches zu schaffen und dabei doch in der Domäne der Kunst zu verbleiben: Ein interessanter künstlerischer Anspruch, eine schwierige gestalterische Aufgabe. Ist das die letzte Provokation, die uns heutigen noch bleibt?

    Ähstetik ist übrigens kein Synonym für Schönheit. Häßliches hat auch seine Ästhetik. Auf der Suche nach häßlichen Gestaltungen braucht man nur die Gesetze der Harmonie spiegeln. Nimm das Gegenteil vom "Goldenen Schnitt"... aber das alleine reicht auch nicht. Man muß durch Können verhindern, das es dilletantisch wirkt...

    Aber etwas wirklich unästhetisches zu schaffen...das geht doch garnicht. Was du meinst, Sashimi, ist vieleicht zu finden - mir fällt es gerade ein, nur ein Beispiel - in dieser Skulptur von dem Franzosen Auguste Rodin, da wo er eine alte Hure nackt darstellt???

    Es wäre möglich, also der Ästhetik (und den Erwartungen) insofern ein Schnippchen zu schlagen, indem man sie (die Ästhetik) in etwas sucht, wo sie andere nicht sehen und nicht sehen wollen. Dazu bieten sich Objekte und Situationen aus allen Bereichen des Tabus an. Man kann herrlich mit Geschmacklosigkeiten spielen. Ich sehe darin nur die üblichen Schwierigkeiten: Technik gut oder nicht. In einer gewissen Phase der Gestaltung betrachte ich die Objekte nur als grafische Elemente ohne Sinn. Und dann sag ich auch schon mal: Mist... kriege ich nicht hin, aber halbe Sachen mach´ ich nicht. Schade um die Aussage... und verschiebe es.

    Viele Grüße,
    Freitag
  • imihsas
    hallo freitag... eigntlich schon samstag... hab verpennt, naja... what shells...
    deine bildbeschreibungen über spitzweg... köslich, hab mich zerkugelt... muß gestehen hab gestern auch mal erst gucken müssen was der überhaupt macht... oh my goodness, meine allgemeinbildung....
    muß dir beipflichten, fällt wohl unter kunst... altmeisterlich, technisch 1A....obgleich sie mich nicht wirklich anspricht....

    die gschicht mit der ästhetik wurde mir auch klar als ich meine barbiefotos gemacht hab... egal wie sehr ich sie massakriert hab, die fotos waren immer noch sehr ästhetisch... irgendwie...
    womit wir wieder beim aktionismus wären... der es ja wirklich auch schafft unästhetisch zu sein, indem er massiv mit tabus arbeitet...denke da an die wiener aktionisten , die öffentlich auf bühnen schissen, oder sicher auch nietsch ,der in den eingeweiden seiner opfertiere wühlt... usw... na klar, das schockiert ordentlich unsere brüden kleingeister... obgeich ich ja nicht unbedingt der meinung bin das der , der schockiert auch gleich ein künstler sein muss... da wären ja dann sämtliche terroristen und massenmörder, kanibalen auch künstler... oder sind sie das vielleicht sogar?? hää?? sehr krotesk das ganze... nein, denke vielmehr die intension die einen dazu bewegt auf eine bühne öffentlich zu scheissen ist eine andere als seine mitmenschen umzubringen... der eine will schockieren, um etwas seiner umwelt klar zu machen, der mörder handelt dagegen aus eigenem interesse , um zb seine persönliche lust am töten zu stillen... oder mit gewalt sein gedankengut durchzusetzen... hmm... schwieriges thema...
    ist also die motivation das was den künstler vom dilettanten trennt?.....

    gruß von einer müden
    sashimi
  • magicartwork
    magicartwork
    na zumindest unterscheidet die Motivitation zwischen Dilletanten und Mörder... geht´s dem einen um die Provokation, so dem anderen um ganz anderes. Die Kunst des Mordens, fällt mir gerade ein, ist in der Literatur ein gern gesehenes Thema... wenn einem da nicht schwindelig wird... :shock:

    Grüße,
    Mai.
  • imihsas
    genau mai... hihi..
    bei soviel hirnwixerei muss einem ja schwindig werden.... hab vor kurzem meine erste ausstellung absolviert... und da hab ich sehr gestaunt, weil doch sehr viele leute sich mit meinen arbeiten auseinandergesetzt haben.... sprich... die haben sogar diskutiert darüber... das hab ich wirklich nicht erwartet... fand ich supertoll, denn das ist eigentlich ja auch sinn und zweck der übung... menschen zum nachdenken zu bewegen... egal mit welchen mitteln.... möglicherweise geht es allerdings eher wenn man ihnen bilder vor den latz knallt , die berühren , in welcher form auch immer, wenngleich negative bilder meist mehr berühren als positive... weil gegen positive bilder hat man ja innerlich kaum eine abwehr... die werden wohlwollend aufgenommen.... als harmonisch und seelenstreicheleinheiten empfunden.... da braucht man ja nicht drüber redn, weil das ist eh klar, das das gefallen muss... da kann man vielleicht die technik besprechen, ob die farbwahl perfekt ist, oder warum der strich gerade da und so ist... pffff.......

    hat mich sehr viel weitergebracht diese erfahrung.... fühlte mich richtig ernstgenommen... hehe... da wächst doch gleich mein selbstbewusstsein um 10 cm..... hihi

    nadenn... bis zum juni..
    gruss sashimi
  • magicartwork
    magicartwork
    Bevor ich langsam in den nächsten Monat abwanke... schöne Kunstwerke mit positiven Aussagen oder sogar keinen Aussagen (und auch ungegenständlich) können mich erschauern lassen... so wie ein gigantischer Sonnenuntergang, ´ne riesengroße Farbschmiererei eigentlich nur, aber trotzdem angucken und "BOAH" denken.

    Bis denne und ich freu mich über deine gelungene Austellung!

    (wer bin ich den nu´?)
  • stanko
    stanko
    Lassen wir es bei der Provokation...

    Jeder Mensch ein Künstler

    lg stanko
    Signatur
  • imihsas
    womit die theorie bestätigt wäre das jeder der noch nie vorher einen pinsel in der hand hatte in eine ausstellung geht, ein bild sieht und herablassend meint:" heast das kann i a" recht hat.

    ich finde diese theorie etwas zu einfach.... und zu provokant... kunst besteht ja nicht nur aus handwerklicher technik, sondern auch aus einer fähigkeit heraus ein quäntchen an information zu transportieren... sei es eine stimmung, ein gefühl , oder ein hochphilosophischer gedanke... oder ???

    andererseits find ich es mittlerweile auch müßig darüber zu grübeln was den unterschied nun wirklich ausmacht, einfach tun und gucken was dabei rauskommt ist meine devise... ich arbeite nicht mit dem gedanken im hinterkopf kunst zu produzieren , sondern die eigentliche motivation ist über diese arbeit unbewusstes auszukotzen und visuell darzustellen um dann zu erkennen was mir meine arbeiten eigentlich zu sagen haben.... und wenn das bei anderen betrachtern auch ankommt, tja dann ist etwas entstanden was man vielleicht als kunst bezeichnen kann.
    lg
    sashimi
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