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  • nouveau réalisme

  • Pierre Menard
    Pierre Menard nouveau réalisme
    wie im thread über pop schon erwähnt, verlagerte sich das epizentrum der 🔗 von europa über den atlantik. doch wie ging es in europa weiter, da war zunächst einmal der nouveau réalisme. eine franzözösiche stilrichtung die an
    dada anknüpfte und bei der besonders "objekte" in material assemblage im zentrum standen. zu ihr gehörten yves klein, daniel spoerri, arman, jean tinguely und andere.
    yves klein wurde bekannt als "yves , le monochrome" da er blaue monochrome bilder malte. teilweise benutzte er für diese bilder schwämme oder abdrücke von fauenkörpern. sein blau ließ er sich als "international klein blau" patentieren. überhaupt scheint klein eine mischnung aus clown, hochstapler und genie gewesen zu sein. so lud 1958 zu der ausstellung "le vide" zu deren eröffnung am 28. april sich mehrere tausend menschen in die "galerie iris clert" drängten.
    klein stelle den leeren raum aus und die betrachter wurden zum teil des werkes. dabei spielte natürlich blau wieder eine wichtige rolle. klein hatte mit seinem patentblau die fenster gestrichen, sowie passende blaue vorhänge aufgehängt. es waren blaue objekte im eingangsbereich arangiert und alle bekamen zur begrüssung einen blauen cocktail. dies sollte die tranzendente wirkung steigern, wenn die besucher dann in den leeren weißgestrichenen(vom meister persönlich munkelt man) ausstellungsraum gingen, in dem nur eine leere kommode und weiße vorhänge vor tür und fenster vorhanden waren. der white cube wurde in eine blaue tranzendent blaue hülle verpackt. ursprünglich war es der plan klein gewesen, auch den obelisken auf der place dela concorde blau zu beleuchten. damit kam er dann aber nicht durch. es gab wohl auch einen besuch der polizei, die schauen wollte, ob es sich um betrug handelte, sowie von ikonoklasten. man kann davon aussgehen, dass der " zerimonienmeister" klein das alles geplant hat.

    eine weitere aktion klein bestand darin, anteile einer "zone der immaterielen malersichen sensibilität" zu verkaufen. der vetrag sah vor , dass man für 20 gramm gold eine quittung erhielt und zwar nicht über den "authentischen immatriellen wert", also quasi damit einvertsanden war "betrogen" zu werden. der zweite teil des vertages sah vor, dass die quittung verbrannt wurde und das gold zu einem hälfte vom künstler behalten wurde, zu anderem teil in die seine geschmiessen wurde, um so dem käufer seinen teil an der immaterialisierten zone sicherte.

    quasi als gegenstück zu klein`s "le vide" kann dann arman`s "le plein" gesehen werden. dabei handelte sich, in derselben galerie, um einen "raum der fülle" die galerie wurde komplett mit abfall angefüllt und so mußte der bertachter draußen bleiben.

    wie man unschwer erkennen kann, richtet sich das ganze gegen naturnachahmung, verkäuflichkeit von kunst und die verbreitete meinung, das handwerk zwingend eine voraussetzung für kunst ist. die aktionen in der "galerie iris clert" thematisierten dazu noch den kontext des white cube.
    Signatur
  • siku
    Wer sich Werke dieser Stilrichtung mal im Original anschauen möchte, kann dies zur Zeit im Sprengel Museum Hannover tun. Es lohnt sich. Die Liste der mit ihren Werken vertetenen Künstler, die sich um den Theoretiker Pierre Restany herum zu einer lockeren Gruppe zusammengeschlossen haben, ist edel: Yves Klein, Jean Tinguely, Martial Raysse, Arman Daniel Spoerri, Gèrad Deschamps, Nicki de Saint Phalle, Mimmo Rotella (die Affichisten - Plakatabreisser) und Christo sind u.a. mit Arbeiten vertreten, auch "Nachfolger" wie Dieter Roth oder Timm Ulrichs.

    Für diejenigen, denen es nicht vergönnt ist an einer Führung teilzunehmen empfiehlt es sich, vorher nochmal über die Kunstströmung nachzulesen oder Hannis Artikel ausgedruckt mitzunehmen :-). Die Informationsgestaltung in der Ausstellung ist eher dürftig. Ich habe einen Audioguide vermisst, zumal es auch keine Handzettel gibt, der Flyer hilft nicht wirklich weiter.
    Ein Besuch lohnt sich dennoch, allein die music-box aus dem Centre Pompidou ist einen Besuch wert. Die Ausstellung ist in Kooperation mit dem Centre Pompidou und den Galeries nationales du Grand Palais in Paris entstanden.

    "Nouveau Réalisme. Revolution des Alltäglichen", noch bis zum 27. Januar 2008
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