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  • concept art

  • Pierre Menard
    Pierre Menard concept art
    mit unserem nächsten lift springen wir nach bern und hoffen noch rechtzeitig zu der ausstellung " when attitudes become form -live in your head" (wenn haltung gestalt wird- jetzt in deinem kopf) seit geraumer zeit von harry (harald szeemann) in der kunsthalle vobreitet wird. diese ausstellung war in mehreren bereichen wichtig, zum einem ist da die person harald szeemnann, der danach den berufsstand des freien kurators in leben ruft und seine "agentur für geistige gastarbeit" gündet, sein "museum der obsessionen" vorantreibt und die biennale in venedig mit seinem "appertutto" wiederbelebt. aber wieder zurück ins jahr 1969. szeemann reist durch die welt um eine neue kunst zu entdecken, eine kunst die sich vor allem durch konzepte, prozesse, situationen und information kennzeichnet.
    wie szeemann schreibt, fehlt "dem komplexen phnänomen (...) bisher der name und aufhänger, wie dies bei den den >>bilbezogenern<< pop,op und minimal der fall gewesen ist. die vorgeschlagenen termini >>ati-form<<, >>micro-emotive art<<, >>posible art<<, >>impossible art<<, >>concep art<<, >> arte povera<<, >> earth art<< treffen immer nur einen aspekt: die schein bare oppsoition gegen die form, den hohen grad persönlichen und gefühlstragenen engagemanets, die erklärung von dingen zur kunst, die bsiher nicht als solche identifiziert sind, die verlagerung des interesse von reusltat auf den vorgang, die verwendung poverer materialen, die interaktion von arbeit und material, mutter erde als werkmaterial, werkplatz, die wüste als konzept." (Harald Szeemann im Vorwort des Kataloges "when attitudes become form", bern 1969)

    ich greif aus dieser vielfalt nun mal die concept art raus, dieses zeichnet sich im gunde dadurch aus, dass der "
    idee" vorang gegebüber der aussführung gegeben wird. lawrence weiner schreibt in dem gleichen katalog sein berühmtes statement:

    "1) der künstler kann das werk selbst herstellen.

    (2) das werk kann angefertigt werden.

    (3) das werk braucht nicht ausgeführt zu werden. jede möglichkeit ist gleichwertig und entspricht der absicht des künstlers. die entscheidung über die art der ausführung liegt beim empfänger im moment der übernahme."

    auch die verträge zu den tableaus von edward kienholz spielen hier eine rolle, denn oft werden nur die pläne("konzepte") verkauft, die ausführung liegt dann beim rezipienten(käufer).

    die dokumentation tritt in den vordergrund. es geht nicht mehr vorangig darum eine objekt zu ertstellen, sondern eine idee zu transportieren. die idee sei das wichtigste an der kunst, sie müße erhalten bleiben, so lawrence weiner.

    so betreibt zum beispiel robert barry eine konzeptionelle arbeit am galrie raum. " during the exhibiton the gallery will be closed" erst in art project and bulletin 17, 1967( eine zeitschrift und viruller
    virtueller künstlertreff) und dann kurz daruf in der galerie eugenia butler in LA. außen ist eben jener satz angebracht und die galerie bleibt tatsächlich 3 wochen geschlossen.

    joseph kosuth hingegen will mit seinem "art after philoshophy" die in seinen augen gescheiterte philosophy ersetzen. und forderte eine eine reflexive kunst. eine der bekanntesten arbeiten kosuth ist "one and three chairs", diese tautologisch ist, und bei der jeweil ein stuhl, eine wörterbuchdefinition in der jeweiligen landessprache sowie das foto eben dieses stuhl gezeigt werden. das ganze wird nicht vom künstler selbst ausgeführt, sondern von den jeweiligen käufern vor ort.


    ein deutsches beispiel für konzept kunst ist timm ulrichs, der in hannover seine "kunstpraxis- sprechstunde nach vereinbarung" eröffnet in der er totalkunst in seiner zimmergalerie betreibt. ulrichs geht in einer legenderen aktion in den 70 er jahren(als frischgebackener akademie professor in münster) mit einen blindenbinde(drei punkte), blinden stock und dunkler brille über die art cologne und behauptet, er könne keine kunst mehr sehen.

    weiter konzeptkünstler sind unter anderem franz erhard walther, sol lewitt und sorry es gab auch einge frauen, aber die fallen mir jetzt nicht ein ev. ergänzt das ja mal der einige oder andere, außer denen der nächsten generation, wie mary kelly und jenny holzer.
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  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    nur zu illu hier noch zwei pics:

    der highlige hain:


    http://www.kunstlabor.net/forum/files/harrysghost_162.jpg


    da wo alles anfing. szeemann mußte übrigens buren noch aus dem gefängnis auslösen, wo dieser wegen illegalem plakatieren inhaftiert war.


    und nochmal ein timm ullrichs aus einer privatsammlung:

    http://www.kunstlabor.net/forum/files/bild_137.jpg
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  • _em_ton_sti_
    Schöne Beiträge. Danke.
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  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    an künstlerinnen wäre sicher noch auf hanne darboven und yoko ono hinzuweisen.

    als illustres beispiel für die von den 🔗 gestellte frage nach exkrementen dient einer der pioniere der konzept kunst.
    piero manzoni verpackt in den 60 er jahren das endproukt seiner nahrungsaufnahmen in konservendosen und koppelt den preis des produktes an den des goldwertes: für jedes kram "merde de artista" wird ein gramm gold berechnet. müßig zu erwähnen, dass der preis des kunstproduktes längst von dem des goldes entkoppelt ist und ein vielfaches beträgt, da dieses werk eines der begehrtesten mutiples ist.
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  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    hier als nachtrag noch ein kleines zitat aus joseph kosuth`s "kunst nach der philosophie:

    'Die Funktion von Kunst taucht als Frage zum erstenmal bei Marcel Duchamp auf... Mit dem unbearbeiteten Ready-made änderte die Kunst ihre Ausrichtung: von der Form der Sprache auf das Gesagte. Was besagt, daß es das Wesen von Kunst aus einer Morphologiefrage in eine Funktionsfrage umwandelte. Dieser Wandel - von der 'Erscheinungsform' zur 'Konzeption' - war der Beginn der 'modernen' Kunst und der Beginn der 'konzeptuellen' Kunst. Alle Kunst (nach Duchamp) ist konzeptuell (ihrem Wesen nach), weil Kunst nur konzeptuell besteht.

    und es gibt eine 'Kunstverfassung' für Kunst vor Duchamp, aber ihre anderen Funktionen oder Daseinsgrundlagen sind so ausgeprägt, daß ihre Fähigkeit, eindeutig als Kunst zu wirken, ihre Kunstverfassung derart drastisch begrenzt, daß sie nur in minimaler Weise Kunst ist.'

    'Betrachtet man zeitgenössische Kunst in diesem Licht (daß ihr nämlich nur dank ihrer Präsentation eine 'Kunstverfassung' zuzubilligen sei), erkennt man die minimale schöpferische Bemühung auf Seiten formalistischer Künstler im besonderen und sämtlicher Maler und Bildhauer (die heute als solche arbeiten) im allgemeinen. Das führt uns zu der Erkenntnis, daß formalistische Kunst und Kritik als Kunstdefinition eine solche verwendet, die allein auf morphologischen Grundlagen beruht... Daß sie (die formalistischen Kritiker) gerade nicht auf das begriffliche Element in Kunstwerken eingehen, rührt eben daher, daß formalistische Kunst nur dank ihrer Ähnlichkeit mit früheren Kunstwerken Kunst ist. Sie ist eine geistlose Kunst.'
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  • geronimo
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