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  • Trash als DAS Medium in zeitgenössischer Kunst

  • xer Trash als DAS Medium in zeitgenössischer Kunst
    Zunächst eine kleine Anmerkung:
    Interessante Auswahl findet man, wenn man Trash bei LEO übersetzen läßt:
    🔗
    :-)))

    Hi Zusammen, das letzte Bild von Hanni () hatte mich dazu bewegt euch nach eurer Meinung zu fragen.
    Seit einem, oder vielleicht zwei Jahren kaufe ich mir hin und wieder irgendwelche KUNST-Zeitschriften, besuche Galerien oder Kunstvereine oder schau mir hin und wieder mal den lahmen Misst hier an... nein Quatsch, war nur ein Spaß!!! (Das worauf sich meine Frage bezieht, findet man oft genug auch hier im Forum)
    Soweit also ganz normal, machen ja viele von uns.
    Was aber recht auffällig wird, wenn man nur kurz darüber nachdenkt ist, dass, wenn heutzutage "Kunst" gemacht wird, sehr gerne auf Trash im weitesten Sinne, zurückgegriffen wird.
    Alles ist trashig!
    Ob Video- oder Rauminstallation, Theatervorführungen, Skulpturen und Plastiken und auch die Malerei bedient sich dieser "modernen" Ausdruckweise.
    Sobald also jemand in einer obskuren Spelunke einen Videorecorder an einen Beamer anschließt und ein Bild auf die Wand projiziert, der Kabelsalat ostentativ zur Schau getragen wird, statt Lautsprecherboxen nur die Lautsprecher (sehr dürftig angeschlossen) irgendwo herumliegen und das Ganze einen halbwegs monotonen und nichts sagenden Eindruck vermittelt, wissen wir genau:
    ES HALNDELT SICH HIER UM KUNST!!!

    Das Gleiche trifft auf Theatervorführungen oder Performance-Künstler zu.
    Ja keinen "ordentlichen" Eindruck vermitteln!!!
    Alls muss schön trashig wirken!
    Irgendwelcher Krempel wird aus Abfällen zusammengeschustert, dazu wird dann im völlig verwahrlosten Outfit wild hin und her gehoppelt, dazu noch ein Paar nicht näher identifizierbare Geräusche und wissen wir genau:
    ES HALNDELT SICH HIER UM KUNST!!!

    Was ist aus den Bildhauern geworden?
    Alte Pappe und Styropor irgendwo hinter einem Möbelladen (bitte möglichst alte Abfälle!!!) gefunden, an ein Brett oder Wand getackert, den Raum weiß angestrichen, wobei dieser nicht allzu kein ausfallen sollte, das war´s. Auch hier wissen wir sofort:
    ES HALNDELT SICH UM KUNST!!!

    Und so weiter, wo man nach "Kunst" schaut: Abfallverwertung.

    Wie seht ihr das?
    Empfindet ihr das genauso wie ich?
    Und was haltet ihr davon?
    Sollten wir auch schön trashig wirken, um sich ja nicht der Gefahr auszusetzen zu "steril" zu wirken?
  • Herr Lehmann
    Herr Lehmann
    gedanke dazu:

    leben wir nicht in einer konsumgesellschaft, besser eine müllgesellschaft - eine scheinschoengesellschaft, die nur noch auf die form achtet und schön verpacktenmüll (im tv, radio, zeitung, theater usw) kommt besser an als der "wahre trash"( also als solcher empfundene), der diesen leute zeigen soll was sie sich den ganzen tag teils oberflächlich und teils voyeuristisch reinziehen ohne einmal dabei zu denken.
    so gesehen ist die integration von "müll" im weitesten sinne doch eine weiterentwicklung des readymade zu einem readyused.

    in diesem sinne wird uns die übernächste generation vergöttern
    :)))
    die unscharfen
    Signatur
  • xer
    hm, der ansatz ist vielleicht witzig, klingt für mich aber eher nach einer ausrede

    ps: die nächste generation wird sich für uns schämen (bestenfalls!) ansonsten nur müde belächeln
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  • Herr Lehmann
    Herr Lehmann
    wieso ne ausrede ist der grundgedanke der sache?!

    ps: das wissen wir doch daher auch die übernächste
    Signatur
  • xer
    der einzige grund warum wir trash-performer sind ist dem publikum zu zeigen, dass wir vom müll umgeben sind?
    ich weigere mich so was banales als den einzigen grund zu akzeptieren, daher klingt es für mich wie eine ausrede
  • iriJ
    Sehe dies als Teil der Kunstkultur ohne jede Einschränkung.
    Soll sich doch jeder das mitnehmen, womit er was anfangen kann.
    Trashkunst und C-Movies na und, tu ich mir selbst nicht unbedingt an.
  • xer
    >> Sehe dies als Teil der Kunstkultur ohne jede Einschränkung
    Das tue ich doch!
    Ich habe nichts anderes behauptet


    >> übernächste
    genehmigt
    :)))
  • ratzekatze
    ratzekatze
    klar, ich denk mal was du meinst ist: will man so auffallen, sich von der masse abgrenzen? sicher schon.
    aber müll ist ein "zivilisationsding", also uns alle betreffend. wenn man seine umgebung einfängt, festhält bzw reflektieren will mit seiner kunst, dann läuft einem ja auch dieser aspekt des wegschmeissens/weiterverwertens/oder vergessens über den weg ( also für mich ein wirklich charakteristischer gedanke unserer gesellschaft)
    das verarbeitet man natürlich.

    da spielen noch andere aspekte rein: nostalgie, festhalten an vergangenem oder eben die verdrängung/beseitigung/neuordnung davon.

    das readymade fanden auch "alle" eine frechheit, sag ich mal.
    das war doch auch in gewisser weise müll.
    manche malen ihre bilder auf presspan, was übrigens auch irgendwie müll ist (wo fängt müll an, wo hört er auf?ist gepresste sägespäne nicht auch abfallverwertung? oder male ich erst auf müll, wenn ich als untergrund eine alte schranktür vom sperrmüll aus pressspan bepinsel? ).

    fallen mir noch die psychische betrachtungsweise ein (formuliere das einfach mal so) :

    messys-krampfhaftes sammeln, das existieren, die gründe für diese "zeiterscheinung"


    ist es nicht wie mit allen anderen ansätzen in der kunst: man kann sie einarbeiten, weil man damit etwas sagen möchte, weil man grad nichts anderes zur verfügung hatte(also eher unbewusst)
    oder weils grad "in" ist ( also es andere schon bewusst gemacht haben und das einen gewissen erfolg hatte)
    mal so nur ein paar gedanken dazu

    ich denke, was sich "abhebt" wird schneller als kunst bezeichnet, als was sich "einordnendes"-wenn alle das machen würden, was gerade allgemein als "trash" bezeichnet wird, würde es wohl eine andere bezeichnung haben, bzw trash als "ganz grosses kino" in aller munde sein....

    edit: na und reden tun wir ja schon drüber fällt mir nur grad auf :D:D:D:D
    gruessys
    Signatur
  • xer
    >> will man so auffallen, sich von der masse abgrenzen? sicher schon

    aber katze... die masse ist doch trash(ig)
    sei art.ig dann fällst du auf

    übrigens glaube ich eher dass das ein eindruck, oder besser gesagt: begriff der neunen ästhetik ist.
    schau dir die frisuren an, die jeans, die motive auf den t-shirts

    >> weil man grad nichts anderes zur verfügung hatte
    ja, nchts anderes im sinne von NICHTS MEHR!
    alles alle... ja dann: müll!
    ist doch naheliegend (vorsicht ironie!)


    >> oder weils grad "in" ist
    ja, das meine ich auch
    das ist nun meine frage:

    was haltet ihr davon, dass das IN ist?
    ist es gut, schlecht, billig, euch egal.....
  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    meiner meinung nach, ist das auch das mal wieder nicht pauschal zu beantworten. fakt ist sicher, dass, wie wir in den kosum und kunsttemplen gelernt haben, die verpackung wichtiger als der rest ist. das soll heißen, pack es in einen "white cube" und es ist kunst, egal ob edel design oder trash. hier ist dann der white cube die verpackung, die und signalisiert "kunst", wie es in dem von dir genannten beispiel der "beamer " ist.

    die verwendung von pappe, folien und anderem müll ist keine qualität an sich, aber fakt ist, dass es künstler gibt, die solch ein material aus wirtschaftlichten gründen benutzen müssen(kunst ist nicht von 4,5 cm galeriekeilrahmen und bemalten seitenrändern abhängig) und auch künstler gibt die das bewußt tun, die sagen warum soll ich etwas weltfremdes benutzen und nicht das, was überall herumliegt, wenn ich auf die strasse gehe? wenn ich das haus verlass, sehe ich halt allerlei zeug wie pappe usw. der sperrmüll bietet ein reiches sortiment an material. stattdessen im namen der kunst immer mehr müll produzieren?

    gerade in einer kunst die nicht so sehr an ästhetischen erscheinungen interessiert ist, sondern daran bewußtseins- und sozialeprozesse freizusetzen, spielt die verwendung vonm billigen, schnell und universell einsetzbaren material(wie dem internet ;-)) ein große rolle.

    "schöne sachen" machen mit genug geld ist nicht wirklich schwer. wenn ich genug geld hätte, würde ich saatchi(oder ne andere agentur) einfach damit beauftragen mir ein ideales kunstwerk zu designen.


    andererseits ist der unkehrschluss auch nicht, ich nehm müll und dann ist es kunst.
    Signatur
  • xer
    >> gerade in einer kunst die nicht so sehr an ästhetischen erscheinungen interessiert ist, sondern daran bewußtseins- und sozialeprozesse freizusetzen

    mag sein dass die kunst (bzw. die künstler) an ästhetischen erscheinungen nicht interessiert ist, ich glaube aber dass diese von ihr gebildet werden..
    naja zumindest zu teil.
    und heute, da wesentlich mehr leute die chance haben sich kunst anzuschauen, als es noch vor 100 oder 200 jahren der fall war, reagieren diese eben schneller auf die "impulse" die von der kunst ausgehen

    ansonsten finde ich deinen beitrag recht hilfreich, danke dafür! (auch wenn ich gerade mit den letzten beiden sätzen nicht unbedingt einverstanden bin)
  • xer

    das sind ja immerhin 12,5%
    wooow!!!
  • ratzekatze
    ratzekatze
    "die verwendung von pappe, folien und anderem müll ist keine qualität an sich, aber fakt ist, dass es künstler gibt, die solch ein material aus wirtschaftlichten gründen benutzen müssen(kunst ist nicht von 4,5 cm galeriekeilrahmen und bemalten seitenrändern abhängig) und auch künstler gibt die das bewußt tun, die sagen warum soll ich etwas weltfremdes benutzen und nicht das, was überall herumliegt, wenn ich auf die strasse gehe? wenn ich das haus verlass, sehe ich halt allerlei zeug wie pappe usw. der sperrmüll bietet ein reiches sortiment an material. stattdessen im namen der kunst immer mehr müll produzieren?

    gerade in einer kunst die nicht so sehr an ästhetischen erscheinungen interessiert ist, sondern daran bewußtseins- und sozialeprozesse freizusetzen, spielt die verwendung vonm billigen, schnell und universell einsetzbaren material(wie dem internet ;-)) ein große rolle. "

    ich muss das jetzt mal zitieren, weils den gedanken schön trifft, den ich meinte-mache das inzwischen bewusst, aber aus der sache heraus, das ich ne zeit lang darauf zurückgreifen musste, wenn man so will :)
    ---> und ja, die ästhetik wird von eben diesen künstlern gebildet, aber sie schaffen nur eine eigene neue ästhetik, wenn sie sich nich eingeschränkt fühlen von einer bereits existierenden---> die evolution halt :))))

    ps: schicker thread rex-und ob das nun gut ist oder nicht, dass es ist wies ist?! weeesichochgradnich
    Signatur
  • xer
    das mit der evolution ist auch nicht schlecht


    ps: ich denk mal wir sollten uns da besser bei hanni, für seine denkanstösse bedanken
    :)
  • siku
    "Trash als DAS Medium in zeitgenössischer Kunst"?

    - auf die Umsetzung kommt es an:
    guckt mal da
    http://images.google.de/imgres?imgurl=http://www.kunstverein-hannover.de/images/1095_WhatALife.jpg&imgrefurl=http://www.kunstverein-hannover.de/ausstellungen_rueckblick.php&h=219&w=200&sz=8&tbnid=YpM1gDqjepwJ:&tbnh=102&tbnw=93&hl=de&start=24&prev=/images%3Fq%

    oder da
    🔗

    Georg Herold schaut skeptisch auf das Leben und seine Absurditäten - und setzt seine Eindrücke genial um.
    Er benutzt Materialien wie Zieglesteine, Dachlatten, Topflappen, Unterhosen, Knöpfe, Draht, auch gebrauchte Materialien und macht was draus! :)))
    Eine witzige und pfiffige Idee ist als Skulptur "Hose runter (1984) gestaltet, oder der Höllenofen(die habe ich bei google leider nicht entdeckt)
  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    als kleine anekdote, die ev. ganz gut zum thema paßt: joseph beuys meinte 1974 , als er eine kunstschule in minneapolis besuchte in anbetracht der üppig ausgestatteten ateliers: "mit den alleräußertsten mitteln wieder nichts erreicht. ich würde allen erst einmal ein kartoffelschälmesser und ein stück holz in die hand drücken."
    joseph beuys in klaus staeck, ">>demokratie ist lustig<<", zum tode joseph beuys,
    Signatur
  • Arne
    ... und wieder beuys...
  • xer
    ich kannte diesen typen nicht persönlich (ist das zu fassen???) und ich muss gestehen, ich habe nicht sehr viel über ihn gelesen oder gehört, aber alles WAS ich über ihn gehört oder gelesen habe, hat mich (zumindest fast) zum lachen gebracht.
    daraus schliesse ich, dass er ein sehr humorvoller mensch war, was gepaart mit seinem genius eben DEN beuys ergab

    was die anekdote angeht, natürlich ich gebe ihm völlig recht, auf meinem schreibtisch befindet sich eine handvoll pinsel und auf der palette habe ich nie mehr als 10 farbtöne (schwarz und weiß inbegriffen)
    im grunde genommen wollte ich mit diesem thread auch nichts bezwecken oder aussagen, sondern erfahren.
    bitte nicht so verstehen als ob ich gegen die genannten mittel wäre, es fiel mir halt nur auf und ich frag(t)e mich: wieso? warum tun die das? warum tun wir´s? (ja ja, für die spötter und scherzbolde: ich meine nicht das f..)
    nun wollte ich von euch einfach mal erfahren wie ihr das seht und die gelegenheit biten sich dazu vielleicht mal ein paar gedanken zu machen

    @siku: wie ich das sehe, bzw. was ich selbst vorhabe will ich jetzt aus nachvollziehbaren gründen nicht sagen, aber ich finde das was du vorgestellt hast auf alle fälle hilfreich, jedoch nicht weitgehend genug!
    :-)
  • dirgiSpoT
    trash: für den moment ganz gut, auf dauer nicht zu gebrauchen. trash macht jeder, wer kennt nicht die worte von leuten, die eine zigarrette im ascher ausdrücken, und diese bleibt stehen und dann: ah ich hab kunst gemacht, bin künstler, bla bla...

    das ist trash.

    ein kurzer moment, ohne besonderen einfluss auf die dauer, wie fernsehen.

    weitermachen.
  • Herr Lehmann
    Herr Lehmann
    "wer kennt nicht die worte von leuten, die eine zigarrette im ascher ausdrücken, und diese bleibt stehen und dann: ah ich hab kunst gemacht, bin künstler, bla bla...ein kurzer moment"

    völlig richtig - einfachster müll

    nun mein aber

    "ohne besonderen einfluss auf die dauer, wie fernsehen."

    das fernsehen hat/hatte auf die gesellschaft(betrachtend industriestaaten) in den letzen 50 jahre enorm beeinflusst. dies gleiche gilt, nur nicht in der masse der erreichten, auch für die trashKUNST, wie bei allen kunstformen - nur halt nicht der stummel im ascher ;) das ist nur ein moment, wo derjenige mal aufmerksam ist aber dann sein hirn wieda in die tv-schlafposition wechselt.

    so sind die menschen ein haufen müll.
    mfg
    -1/0-
    Signatur
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