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  • Religionsersatz- braucht es Fundamentalisten in der Kunst?

  • suilenroc Religionsersatz- braucht es Fundamentalisten in der Kunst?
    Ist Kunst Religionsersatz? - Braucht es Fundamentalisten in der Kunst?
    Wofür ist Kunst wichtig?
    Ist die Kunst Wahrheit ? Ein paar Fragen.

    Wenn man sich die Kämpfe um Kunst über Jahrhunderte, aber auch hier bei KN anschaut, stellt sich die Frage, warum, wofür und um was gekämpft wird. Ist ein Kampf überhaupt nötig und warum? Vieles in der Kunst erinnert an Fundamentalismus – Inquisition – Heiligkeit – Dämonisierung. Eine Gruppe, bekämpft die vermeintlich Andere, weil sie sich mit „falschen“ Grundanschauungen abgibt. Die jeweilige Zeit lag meistens mit ihrer Einschätzung der Künstler falsch, erst die längere Geschichte zeigte, wer oder was Bestand hatte.
    Jeder hat einmal angefangen zu malen, wenn er noch nicht da ist, wo er vielleicht mal hinkommen wird, ist er dann abzulehnen? Wenn er Fehler auf seinem Weg begeht, falls es die gibt, ist er zu bekämpfen? Wenn er nicht die Fragen stellt, die wiederum andere stellen, ist er naiv oder dumm? Ist ein Mensch der „nur“ sein Leben darstellt, weniger wert als der, der das der Allgemeinheit darstellt. Wenn er literarisch malt, wenn er nichts malt, es aber literarisch begründet. Warum muss ein Mensch der Anders ist, sieht und erlebt als man selbst, oder als es der allgemeine Zeitkonsens es vorgibt, verdammt werden? Welche Gesellschaftliche Funktion hat dies? Ist die Ausdruckssuche des vielfältigen Menschen in Schablonen packbar, bewertbar? Darf man Fragen, die allgemein als gelöst -entschieden gelten, nicht erneut hinterfragen? Warum lässt sich dies Alles nicht ruhig diskutieren, woher kommt die Aufgeregtheit und damit einhergehende Diskriminierung? Wird die Kunst benutzt als eine soziale Klassifizierung? Eine Geheimsprache der Eliten? Eine Geheimsprache der Ghettos? Ein steinzeitliches Abwehrverhalten eines Clans? Ein modernes Abwehrverhalten der Sterblichkeit?
    Oder ist es nur ein Markmechanismus, ein Verteilungskampf?
    Viele Fragen, wahrscheinlich so viel Antworten und Gegenfragen, Ironien, wie es braucht, um alle Fragen überflüssig erscheinen zu lassen, aber einen Versuch soll es mir wert sein.
  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    auf die schnelle ein paar sätze: man sollte sich endlich von der "wahrheit" verabschieden. die wahrheit wird in im subjekt erzeugt uund ist somit subjektiv. ein anders thema ist der "andere" , den du hier thematisierst. wir sollten versuchen, den "anderen" als teil eines "wir" , das wir schaffen müssen, zu erkennen. und sicher ist kunst eien art religionsersatz, kunst ist eine art interpretations und erkenntnismodell der "wirklichkeit" und "welt", die interpretation wiederum dient dazu, so etwas wie sinnstiftung in das chaos um uns rum zu bringen. tohuwabohu - geformt und nicht geformt, chaos und ordnung. nicht wüst und leer.
    so und jetzt bin ich draußen wie ein dixieklo.
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  • smut
    Zunächst einmal, es stimmt schon dass Kunst so etwas wie "die Religion der Intellektuellen" ist (frei nach Woody Allen).
    Aber zudem ist sie noch weit mehr, denn die Kunst gibt uns die Verantwortung, viel Vorstellungskraft zu benutzen, das Gesehene bzw. Erlebte zu verarbeiten, auszuwerten, um so viel wie möglich zu verstehen. Ein Fundamentalist tut dies jedoch nicht--er akzeptiert die ihm aufgetragenen Dinge als richtig - und hört auf zu hinterfragen (=denken?).
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  • osas
    ahoi
    ich denke kunst ist nicht ersatz für, sondern religion selbst, im besten fall. wobei ich "religion" als eine sinnmachende oder -konstruierende, nicht an kirchen oder dogmen gebundene, individuelle spiritualität definiere.
    ähm örgs...usw
    und natürlich ist kunst wahrheit, so wie alles was ist und nicht ist wahrheit ist.
    der rest ist karma, d.h. von nichts kommt nichts.
    d.h. probleme, probleme, probleme...solange bis die keinen spass mehr machen und wir zu etwas ganz anderem kommen können.
    .)
  • siku
    Kunst als Religionserstz - als Ersatzreligion?
    Meines Erachtens wird "Kunst" hier zu hoch gehängt.
    -Kunst als Religionsersatz - und dann ab damit ins "Elitetöpfchen".
    Es stimmt schon, das Kunst vom Bildungsbürgertum besser verstanden wurde/ wird - einfach deshalb, weil die Themenstellungen gelegentlich humanistisches und stilistisches Wissen voraussetzen.

    "Weltreligion von Intellektuellen ". Ich finde, Kunst kann weder Wahrheit erzeugen noch Ersatz für religiöse Inhalte liefern, (es sei den man versteht dies als Allgemeinplatzierung, dann trifft das aber auf andere Lebensbereiche auch zu und somit wäre Kunst gar nicht so elitär). Sollten einige Künstler ihren Schaffensanspruch so definieren, halte ich das für eine grandiose Selbstüberschätzung.

    Kunst ist heute interdissziplinärer als im 19. Jahrhundert, die Künstler der Renaissance aber strebten genau dieses Ziel an. Ich frage mich zudem gelegentlich, ob wir zur Klärung "was ist Kunst" oder gar für deren Weiterentwicklung unbedingt immer wieder Kant, Nietzsche, N. Luhmann, (dokumenta-schule von B. Brock - war jetzt ne Extrazulage) heranziehen müssen.

    Gelegentlich habe ich gerade hier im Kn-Forum den Eindruck, dass außer "Kopfkunst" und abstrakter Kunst (Informel) nichts anderes mehr zählt.
    Beschäftigen sich Kunstschaffende vielleicht zu einseitig mit dem von ihnen favorisierten Stil? Dabei wird heutzutage so vielfältig gearbeitet wie nie zuvor.
    Meines Erachtens gibt es von theorielastiger Kunst genauso viel Überflüssiges wie in anderen Stilrichtungen.
    Franz Marc sagte einmal sinngemaß: je weniger religiös die Zeit ist, umso schlechter ist die Kunst die sie hervorbringt. - Der Gedanke wäre doch mal eine Überlegung wert.
    Kunst kann allenfalls religiös konnotiert werden. Sie ist der freigesetzte kreative Teil des Menschen. Um sie als Künster gleichzusetzen mit göttlicher Schöpfung benötigt der Kunstschaffende schon eine gute Portion Selbstbewußtsein.
  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    tja siku, das mit gottgleich könnte man durchaus diskutieren, wäre allerdings ne ziemlich umfassende diskussion, weil man zunächst mal kurz "gott"klären müßte.
    egal, recht hast du natürlich, wenn du sagst, das kunst so vielfältig wie nie zuvor ist *sing* "figthing against ismen and skismen" *singoff* und hier herschst sicherlich eine gewisse tendenz vor, aber hier ist nur ein splitter der welt, des netzwerkes, rhizoms um dein gehirn herum und somit nur wieder ein teil der vielfalt.

    kunst kann genauso gut wahrheit erzeugen wie alles andere auch, man sollte allerdings bedenken, dass wahrheit stark gegen unendlich wächst. luhmann, brock(danke für den einwurf- ich les gerade auch brock)sind doch nichts anderes als andere punkte in verflechtung dessen was hier auf dem raumschiff erde passiert. "kunst" ist sowieso ein ziemlich angestaubter begriff meiner meinung nach, leider kann man ihn nicht ohne weiteres fallenlasen, da er - auch in verbindung mit seinen institutionen - einen gewissen freiraum ermöglicht. einen freiraum der in der freien wildbahn ev. unangenehme konsequenzen nachsichziehen würde.
    es gibt hier leute, die wahrscheinlich behaupten würden, man solle beide hälften des gehirns benutzen. und meiner meinung liegen sie nicht so ganz daneben, diese psychic travellers.
    egal, in bezug auf die theorie heißt das, sie ist sicherlich notwendig, aber sollte nicht überbewertet werden. für die praxis gilt hingegen, dass sie sicherlich nötig ist, aber nicht überwewertet werden sollte.
    für die kunst gilt dass sie sichlich nötig ist, aber nicht überbewertet werden sollte. sie kann "wahrheit" oder "erkenntnis" vermitteln. kann religion oder sonst was sein. aber das alles ist sie in deinem kopf. weil du bist der, der in seinem kopf das universum konstituiert. ab und an hilft da mal nen asperin. damit es der welt und kunst wieder besser geht.
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    E.N.J.O.Y. - the art revolution
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  • suilenroc
    Hanni, smut, saso, siku , danke für die anregenden Worte. Zum „göttlichen Künstler“, - meines Wissens war Dürer der Erste, der mit der Darstellung seiner Selbst, mit schön geflochtenem Haar und selbstbewusstem Blick, merkwürdiger Handsegensstellung, eine bis dahin Christus vorbehaltene Stellung einnahm, der Künstler als Gottes Sohn,. der Künstler als Erlöser. Auch Hanni lässt diesen Erlösungsanspruch durchklingen, mit „Der Andere als ein Teil eines Wir, das wir erst schaffen müssen, und.....eine Sinnstiftung in das Chaos bringen“. Mir persönlich kommt das ein bisschen hoch gehängt vor, auch wenn ich´s gern hätte. Ich habe eher das Gefühl, dass sich gesellschaftlich über Kunst nicht viel Veränderung erreichen lässt, da scheint es mir tätigere Möglichkeiten zu geben.
    Zu dem Aspekt der Aggression hat sich niemand geäußert, warum hauen sich alle ihre Stile um die Ohren oder in noch tiefere Regionen, was steckt dahinter, wobei es sicherlich mit dem vorher schon Gesagtem auch zusammen hängt. Die Wut, dass man als „Prophet“ nicht erkannt wird? Oder, dass der Andere ein falscher „Prophet ist“?
  • smut

    Zu dem Aspekt der Aggression hat sich niemand geäußert, warum hauen sich alle ihre Stile um die Ohren oder in noch tiefere Regionen, was steckt dahinter, wobei es sicherlich mit dem vorher schon Gesagtem auch zusammen hängt.


    Vieleicht ist das wie beim Fussball ;) Für jeden zählt eben nur seine Mannschaft.

    Andererseits denke ich das Kunst individualistisch aufgefasst werden sollte. Jeder sollte seine eigene Auffassung entwickeln dürfen und sich nicht duch vermeintliche "Wahrheiten" blenden lassen.
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  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    na cornelius, sicher habe ich den erlösungsanspruch, bin schließlich kunstmönch.
    zur aggresion sag ich mal ganz kurz, dass sich kunst für mich einfach auch als kommunikation uns sozialer prozess darstellt, und da gehört eben agression auch mit ins reportoire. son bißchen äktschen ist doch für manch einen film eine breicherung, warum also nicht auch hier.
    stimme aus dem off meines kopfes, nennen wir sie tim: "The cybernetic person spends a very high percentage of his or her time and energy in what's now called cyber-space, communicating, mutually creating new realities with other people, on the other side of the screen. The cyber-punk person is a free agent, and the new society is made up of free agents who link-up at a much different level of social connection than family, work, or religious commitment. So the cyber-society is a society of highly skilled, highly courageous, cybernetic people who mutually create what we call "cyberias" or cyber-architectures, on the other side of the screen."
    halt fresse tim.
    jedenfalls ist es einfach so, dass die kunst, das leben und auch das hier, keine esotorische handlungsanweisung ist, wie: nehmen sie das kissen, schlagen sie es gegen die wand und leben sie ihre aggression aus. sondern die aggression ist dreckig und schmutzig, sie schmeckt uns nicht, aber sie gehört dazu. es ist eben nicht alles friede, freude und eierkuchen. auch wenn wir uns das manchmal wünschen.
    andererseits bringt jede aktion eine reaktion, und aus der aggression kann auch etwas entwachsen, etwas das produktiv, kreativ ist. die aggression gehört sicherlich, so unangenehm sie ist, dazu. auch hier. sicherlich greift hier der eine oder andere mal tief ins klo(schreibende natürlich ausgeschlossen), aber es gehört zum "werk" dazu. so ist doch dieser thread
    schon wieder etwas, dass positiv zu bewerten ist.

    das sich hier alle ihre stile um die ohren hauen, mein gott(wer immer du bist), das ist doch normal, jeder will seine ideen/werke zeigen und diese dienen ja hier als gesprächsgrundlage(reflexionsanlass). sic herlich gibt es hier , wie auch überall anders auch welche, die das eine gute finden und welche, die das andere gut finden, welche die missionare sind, und welche die missioniert werden, conquestodores und kolonialisierte. letztebndlich ist alles eine stilfrage, auch die kommunikation. und vor allem ist kommunikation nur zwischen gleichgestellten(auf gleicher augenhöhe möglich). genug bla bla. pickt die brocken, die euch schmecken.chicken run.
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  • cobolt
    cobolt
    "... und immer anders, als ich bin.
    Komm, gib meinem Leben endlich Deinen Sinn."
    (Cucumber Men)

    Ganz simpel, Cornelius, weil der Mensch so ist und schon immer war, nicht nur in der Kunst, auch in der Politik, der Religion, grundsätzlich.
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  • suilenroc
    Sicher der Mensch war schon immer so und Aggression gehört dazu. Trotzdem finde ich es immer wieder ein Phänomen.
    Hanni war da irgendwie ein Wink mit einer Bürste, ein ungewohntes Experiment, das zu einigen Bewegungen geführt hat. Eine Bewertung habe ich nicht dafür. Tatsache ist, dass die Klicks dabei zunehmen. Gladiatorenkämpfe scheinen immer zu ziehen. Aggression = Expansion?
    Nicht reagieren = (Depression) - Rückzug?
    Wahrscheinlich, bis auf Ausnahmen, ist Aggression, Voraussetzung für Erfolg und Expansion.
  • emarap
    Aggression = Expansion?
    Nicht reagieren = (Depression) - Rückzug?
    Wahrscheinlich, bis auf Ausnahmen, ist Aggression, Voraussetzung für Erfolg und Expansion.


    Womit bewiesen wäre, daß der Mensch sich immer noch auf der Stufe des Primaten befindet.
    Wenn es denn so ist.
  • suilenroc
    Womit bewiesen wäre, daß der Mensch sich immer noch auf der Stufe des Primaten befindet.
    Wenn es denn so ist.


    ja, Parame, die Zivilsastion ist eine hauchdünne Schicht über den archaischen Abgründen.
  • trebeM
    cornelius, deine kalendersprüchelchen strotzen vor weisheit.
  • analsur
    SCHACH !!!!!
  • Egon Miklavcic
    Egon Miklavcic
    SCHACH !!!!!


    Wenn Du schon nichts gescheiteres zu schreiben weißt dann behalte bitte Deine arroganten Sprüche - Du bist einfach nur langweilig
  • suilenroc
    Aha, jetzt gehts um die Wurst.
  • Egon Miklavcic
    Egon Miklavcic
    Kunst - Religion

    Die Kunst war jahrtausendelang der Knecht der Religion ist von ihr gefördert worden hat von ihr gelebt und ist ähnlich der Bauernbefreiung in den letzten Jahrzehnten frei geworden
    Mag sein das sie einigen zur Religion geworden ist - aber ich glaub , das ist ein Irrglaube
    Die Macht der Religionsgemeinschaften aber ist dermaßen groß und so Kapitalschwer -
    Die Kunst aber , wenn man ihr das Geld entzieht - ist zum Verhungern verurteilt
  • iksvolsaK
    Lieber Cornelius, "Jetzt geht`s um die Wurst" beschreibt es ganz gut.

    Deine Frage ist nicht übel. Einige Antworten sind jedoch distanziert, abgehoben und etwas selbstgefällig und schön lovial formuliert und ohne tatsächlichen Bezug.

    Diskussionen solcher Art laufen sich in diesem Stil leider immer wieder selber auf.

    Mal sehen, ob ich ein paar Sätze niederschreiben kann, die einen direkteren Bezug zum aktiven Künstler und eine mögliche Antwort zu einer deiner Fragen finde.
    Ich denke nach.
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