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Depression, Düster, Fratze, Gedanken, Monster, Psyche

DepressiondüsterFratzeGedanken

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    Von Helene Miller hochgeladen

    Die Entstehung des Bildes basiert auf persönlicher Erfahrung und Berichten der Betroffenen:

    Das Gesicht der Frau zeigt, wie sie sich der Umwelt präsentiert. Es ist emotionslos und ruhig. Sie versucht sich bewusst anzupassen und zu verstellen, um sich dem Urteil der anderen nicht ganz preisgeben zu müssen. Sie schaut den Betrachter nicht direkt an, sondern weicht seinem Blick etwas aus, denn er könnte doch mehr verraten, als sie will. Ihr Gesicht ist reell dargestellt, wie man es auch im realen Leben wahrnehmen würde.

    Die plakativen Haare und Ornamente stellen ihre Gedankenwelt dar. Sie befinden sich unter der für uns sichtbaren Ebene und treten in ihrer Zweidimensionalität in den Hintergrund. Die wirklichen Emotionen dieser Frau spiegeln sich in dieser Ebene wieder. Es ist das was sie zu verstecken und zu unterdrücken versucht. Dieses verworrene Geflecht der düsteren Gedanken wächst weiter an und breitet sich immer mehr aus. Die Fassade muss aber aufrechterhalten werden.

    Die innere Verzweiflung dringt nicht nach außen durch und sprängt förmlich den gesunden Menschenverstand. Die inneren Konflikte bahnen sich ihren Weg nach draußen und zeigen sich im kleinen Bild durch die blind schreiende Fratze. Dieses entstellte Monster des kranken Verstandes spiegelt das wieder, was die Frau zu unterdrücken versucht. Es ist entstellt vom seelischen Schmerz und flachstirnig, weil es sich vom bewussten Verstand abgetrennt hat. Abgeschnürt durch die verwirrten Gedanken versucht es um so mehr den Schmerz der Seele mit der ganzen Verzweiflung in einem Schrei zum Ausdruck zu bringen.

TitelDepression
Material, TechnikAcryl auf zwei Keilrahmen
Format 40x40 cm und 25x30 cm
Jahr, Ort2008
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Info3875 17 1 4.2 von 6 - 16 Stimmen
  • 17 Kommentare Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.
  • heinrich
    heinrich
    Ja, man muss auch damit nicht übertreiben...
    die so wie so nicht stimmen...

    :-)
  • Gast , 8
    Astrein! Find ich genauso gelungen - ich mag vor allem Details sehr gern.

    Ich denk mir meinen Teil aber lieber für mich...muss man alles interpretieren? Ich finde vor allem in der Kunst spielt das keine so große Rolle.
  • Angie V.
    Angie V.
    Liebe Helene, ich finde die Umsetzung des Themas sehr gelungen, der Gesichtsausdruck entspricht absolut dem Zustand. Was man besonders gut sehen kann, dass sie merkt, dass man ihr oft gar nicht glaubt, wie schlecht es ihr geht und niemand begreifen kann, wie es in ihr aussieht (ich kenne das leider). Von mir ***** und den Wunsch an die Betroffene, dass sie bald herausfindet aus dem Zustand (ist ein langer Weg, aber es ist zu schaffen!).
    Liebe Grüße, Angie
  • Helene Miller
    Helene Miller
    Hallo ullysses,
    vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Bin beeindruckt von deinen Fachkenntnissen. Jetzt habe ich endlich eine treffende medizinische Bezeichung dafür.

    Hallo Bluetenstaub,
    ich hatte mehrere Skizzen angefertigt und fand diese am besten. Das war von Anfang an so konstruiert.

    LG
    Helene
  • Kurt Stimmeder
    Kurt Stimmeder
    interessane umsetzung. ist das bild entstanden, oder hast du es von anfang an auf zwei rahmen geplant gehabt? regt mein inneres auge an...
  • Gast , 5
    Was in Kommentaren weiter unten als widersprüchlich und nicht dem geläufigen Erscheinungsbild einer Depression entsprechend kritisiert wurde, trifft m.E. im Ausdruck ganz gut eine Depressionsform, die im psychiatrisch-psychotherapeutischen Sprachjargon (früher) unter der Bezeichnung "larvierte" oder auch "maskierte Depression" diagnostiziert wurde. Typisch depressive Verstimmung und Antriebshemmung treten hierbei weitgehend hinter vielfältigen funktionellen Organbeschwerden zurück, für die sich jedoch keine somatische Ursache finden lässt. Die dahinterstehende Depression wird häufig nicht erkannt, so dass die Betroffenen oftmals längere Patientenkarrieren durchlaufen.

    Der im Bild festgehaltene (Hilfe-)Schrei dringt nicht nach außen - oder nur sehr leise und verhallt mitunter ungehört.
  • Elvipe
    Elvipe
    gern geschehen - vielleicht kennt man das Milieu ;-)

    lG elvi
  • Helene Miller
    Helene Miller
    Hallo Elvi,
    schön zu hören, dass du es so siehst, wie ich es gemeint habe.

    Vielen Dank
    Helene
  • Elvipe
    Elvipe
    ich finde diese Idee sehr gut - Depression so darzustellen - sie scheint sich gekonnt verstellen zu können - gibt der Umwelt keine Chance Einblick in ihre Seele zuzulassen - können das nicht viele - vor den Mitmenschen eine Maske aufzusetzen ?

    lG elvi
  • Helene Miller
    Helene Miller
    Vielen Dank für die konstruktive Kritik!

    Eure Ansichten finde ich äußerst spannend. Scheinbar gibt es eine andere Erwartungshaltung zur Darstellung der depressiven Zustände. Fühle mich im Zugzwang mein Werk doch noch zu kommentieren.

    Bin neugierig für andere Titelvorschläge.
  • Kleckser
    Kleckser
    also erst mal, die 0 sterne kommen nicht von mir.
    das bild ist technisch sehr gut.
    trotzdem ist das bild sehr widersprüchlich in verbindung mit dem titel depression. das gesicht der frau drückt was völlig anderes aus als depression - oder sie kann sich gut verstellen. ich lese in diesem gesicht eher interesse, neugier, abschätzung, eher vorfreude. auch die ornamentik spricht eine ganz andere sprache.
    deshalb (denke ich) diese widersprüchliche bewertungen.
  • ranx
    ranx
    moin...mmmhh tja...immer diese Bewertungen....scheiss drauf, vielleicht erscheint dem einen oder anderen das Bild da oben zu sehr dekohaft...der Titel passt nicht zur Umsetzung, find ich jetzt mal persönlich.....
  • Helene Miller
    Helene Miller
    Die Bewertung ist ja sehr gestreut!

    Möchte jemand vielleicht noch was dazu sagen?
    Die 0 Punkte zu sehen ist echt bitter, ohne zu wissen weshalb.
  • Helene Miller
    Helene Miller
    und dann???
  • Kleckser
    Kleckser
    im gegenteil
  • Helene Miller
    Helene Miller
    Hast du Psychologie studiert, Kleckser?
  • Kleckser
    Kleckser
    depression schreit nicht