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2009, Schwarzseher, Denken, Pessimist, Schwarzweiß, Symbolik

2009SchwarzsehernachdenkenPessimist

TitelSchwarzseher (2009)
Material, TechnikDigitaler Farbkunstdruck auf Papier o. Leinwand - Vektorgrafik
Format 84 x 59 cm
Jahr, Ort2009 / Leverkusen
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Info1211 11 1 6 von 6 - 1 Stimme
  • 11 Kommentare Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.
  • Bernd Wachtmeister
    Bernd Wachtmeister
    Danke dir für die sehr freundlichen Worte, Tanja!

    Meine Erfahrung mit "zu weissen Bildern" war bislang, dass sie mir zu blass wirkten, vielleicht auch einfach zu still, unvollendet und zurückhaltend.
    Ich kann auch meine Lieblingsmusik zu leise nicht wirklich geniessen...ich muss sie laut hören - am besten über Kopfhörer - damit ich ihre Wirkung ganz aufnehmen und spüren kann.
    Das ist sicher eine ganz individuelle Empfindung und auch nicht gleichbleibend.
    Aber es würde mich sehr interessieren wie viele Besucher einer Diskothek bei gedämpfter Musik noch ausgelassen tanzen würden.
    Stille vereinbart sich mehr mit In-sich-gehen, Meditieren, Besinnen, Denken oder Ruhen - eben ein ganz anderes Erleben. Man schliesst hier schon eher die Augen und schaut in sich hinein. (Ich sehe dann allerdings gleich wieder Farben...)

    Ein weiterer Punkt warum das mit reinem Weiss in der Malerei so schwierig ist, ist möglicherweise auch der Eindruck oder besser die Gefahr des Ausdrucks von Sterilität, der schnell entstehen kann.

    Ich werde bei meinen Farben bleiben. Hier gibt es so etwas wie einen Auftrag - woher auch immer dieser kommen mag - den ich erfüllen möchte...in möglichst großer Fülle.

    Dieses kleine Gedankenspiel hat mir aber dennoch sehr viel Spass gemacht.

    Viele Grüße, Bernd
  • tanhan
    tanhan
    Muss man mit schwarz/dunkel beginnen, um sich dem weiß zu widmen? Kommt Spannung nur auf, wenn die Kontraste ‚laut‘ sind? Ist unsere Wahrnehmung so? Und vor allem: Wie viel ‚laut‘ können (und wollen) wir noch aufnehmen?

    Mein Vermögen beschränkt sich auf das 3-dimensionale, würde mich selbst dem Experiment stellen, aber Pinsel und Stift/Maus fühlen sich fremd an in meinen Händen, so als gehörten sie nicht dort hin. Zu gerne würde ich mich auf eine Entdeckungsreise ins weiß begeben. Weiß fasziniert mich schon sehr lange.

    Du bist ein Meister der Vektorgrafik und nicht ‚nur‘ Ausdrucks- und Formen-, sondern eben auch ein Farbenvirtuose. Magst Du es nicht einmal – bei Gelegenheit – versuchen?

    Herausfinden, ob nicht weiß aus sich heraus auch wirken kann, wie viel Kontrast von Nöten ist, um Spannung zu erzeugen, ob es ‚laut‘ sein muss, um zu wirken, oder ob man diese mit vielleicht noch ganz unbekannten Mitteln / Kombinationen erzielen kann. Hm? Das wäre sicherlich eine spannende Reise.

    Es grüßt Dich (nun endlich mit Kaffee in der Hand),
    Tanja
  • Bernd Wachtmeister
    Bernd Wachtmeister
    Weiss ist grundsätzlich und eben auch psychologisch der Bereich eines Bildes, den ich als Maler/Gestalter (noch) nicht bearbeitet habe. Um der Farbe weiss eine höhere Wertigkeit zu geben, müsste man vielleicht - oder ich sage besser, müsste ich - mit einer schwarzen Leinwand oder einem dunklen Bildschirm starten und darauf eben vordergründig mit weiss arbeiten.
    Ich denke aber nicht, dass mich dies zu neuen Ergebnissen führen wird bzw. bislang geführt hätte.

    Letztendlich sind es nach meiner Erfahrung stets die Kontraste, die eine Arbeit wirklich spannend machen:
    Hell-dunkel - laut-leise - groß-klein - rund-eckig - detailliert-flächig usw.

    Auch hier - wie bei fast allen Dingen, die der Relativität obliegen - ist es wohl der also unser Blickwinkel, der es letztendlich (in uns) ausmacht.

    Nichtsdestotrotz spielt weiss aber durchaus eine elementar wichtige Rolle.
    Alles was wirklich hell werden soll, braucht weiss.
    Farben lassen sich aufhellen und somit zu Pastelltönen machen.
    Verläufe von dunkel zu hell erstellen. Kontraste betonen oder verwischen und vieles mehr.

    Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich als Kind sehr unglücklich war, wenn das Deckweiss meines Wasserfarbmalkastens aufgebraucht oder total eingetrocknet war. Dann machte das Malen nur noch halb so viel Spass.

    Freundliche Grüße in den Vormittag,
    Bernd
  • tanhan
    tanhan
    Der Unterschied von Stein & Papier/ Bildschirm ist klar, nicht zuletzt fehlt halt eine Dimension oder ist mehr da, je nachdem wie rum man schaut. Und bei Papier/Bildschirm gibt es auf dem Bild den darzustellenden Hintergrund, die Skulptur sucht sich diesen immer neu.

    Gleichwohl finde ich weiß spannend. Habe mich vor ein paar Tagen auf einer Veranstaltung mit einem alten grummeligen Maler - den ich auf Anhieb mochte :o) - in ein Eckchen verkrümelt und ihn genau das gefragt. Warum wird weiß meist nur als Kontrast oder als Aussage eingesetzt. Selten aber aus sich heraus stehend. Wir haben lange geredet. Habe ihm interessiert gelauscht. Und meine Fragezeichen behalten. Weiß gibt es in so vielen Tönen, genau wie die anderen Farben - und weiß gehört für mich dazu - auch. Doch nur sehr selten bedient sich jemand dieser Palette, um damit zu spielen. Finde es spannend nach wie vor und werde weiter nach Antworten suchen. Bin zu neugierig, um damit aufzuhören.

    Als Zweckoptimist zu dienen ist ohne Frage nicht genug. Für einen selbst zu mindest. Den anderen reicht es meist und sie nehmen es oft und gerne an. Und einen dabei aus.

    Was Ella schreibt ist genau die Waage zwischen Optimist und Pessimist. Halb voll und halb leer. Es kommt wie immer auf den Blickwinkel an, dann verändert sich gleich alles.

    Hast Du schon mal mit weiß experimentiert? (Sorry, beschäftigt mich halt sehr. Und wenn einer damit umzugehen vermag, dann ganz sicher Du.)

    Gruß in den Morgen,
    Tanja
  • Bernd Wachtmeister
    Bernd Wachtmeister
    Danke dir, Ella!

    Bin ganz deiner Meinung – man sollte die eigene Habenseite nie ganz vergessen.
    Dann findet das Joubert-Zitat auch im Positiven seine Gültigkeit:
    "Man ist meist durch Nachdenken (wieder) glücklicher."
    Aber leider besteht da noch eine große Kluft zwischen Theorie und Praxis...nun ja, Übung macht den Meister.
    So - genug der "Kalendersprüche"!

    @tanhan
    Ich denke, mit weissen Steinen verhält es sich anders als mit weissem Papier oder weissem Bildschirm.
    Ich schätze meine weissen Wände...mit fast weissen Bildern darauf würde ich mich etwas schwer tun.
    Aber ich weiss auch nicht so genau...

    Ein unumstösslicher Optimist reicht pro Familie - das denke ich auch!
    Sollte aber mehr sein als nur ein Zweckoptimist.
  • El-Meky
    El-Meky
    Oft denke ich daran, was ich nicht kann, was ich nicht habe, was ich nicht bin . das ist falsch .
    Kaum denke ich daran, was ich alles kann und habe , dann geht's mir gleich wieder gut ;-)

    Ich mag deine Figuren sehr !

    Gruß Ella
  • tanhan
    tanhan
    Nicht unbedingt. Das mit der Farbe meine ich. Weiß wirkt auf mich meist fröhlich und frisch. Es strahlt nicht nur Ruhe und Stille aus, sondern auch Raum und bald schon Luxus an Offenheit und Freiheit. Wie auch immer sich das grafisch umsetzen läßt, ich kenne mich nur mir weißen Steinen aus :o).

    Ob der Anteil der Optimisten wirklich zahlenmäßig höher sein müßte, da bin ich mir gar nicht so sicher. Oft schafft es doch ein einziger eine Überzahl zu überstrahlen. Habe halt zudem auch stets die Hoffnung, dass Optimismus stärker ist als Pessimismus. Was mich fast schon zu einem Optimisten macht. Aber nur fast.
  • Bernd Wachtmeister
    Bernd Wachtmeister
    Ja, das sollte schon ausgeglichen sein...innerhalb der Familie.
    Die Zahl der Optimisten könnte sogar deutlich höher sein...
    aber dann müsste ich wohl auch wieder Farbe ins Spiel bringen...?

    LG und Danke!
  • tanhan
    tanhan
    Was haltet Ihr beiden denn von einer Patchworkfamilie, einem Mix aus Pessimisten und Optimisten? Das ergibt dann ein gesundes Mittel.
  • Bernd Wachtmeister
    Bernd Wachtmeister
    Danke sehr, Max!

    Die Arbeit an einer ganzen Familie von Pessimisten
    könnte mich sehr unglücklich machen...aber ich denke mal drüber nach!

    LG, Bernd
  • Gast , 1
    Schärfer, klarer, prägnanter als manch anderes Bild von dir. Und das ohne Farbe. Gefällt mir sehr gut,könnte mir hiervon eine ganze Familie vorstellen. LG Max