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Fotografie, Menschen

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    Von Unholy-Beauty hochgeladen am 20.08.2009

    Vielen Dank an Model Fahrenheit und Bodypaintingkünstler Schimmerart

TitelNightmare Flesh
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    Info923 9 1 3 von 6 - 1 Stimme
    • 9 Kommentare Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.
    • Gast , 6
      sie wirkt, nur beinahe unschuldig, im banne dunkler kranker geister stehend
      glg
    • cobolt
      cobolt
      Interessant, also doch mehr, als nur chic.

      "weshalb jedes Bild gleich auf irgendwelche Missstände oder Kontroverse Bezug nehmen müssen"
      Ich sag dann immer "müssen" muss niemand. Aber dieses "nicht müssen" ist mittlerweile verbreiteter, als umgekehrt und ein Großteil ist nur noch chic und transportiert überhaupt nichts mehr. Und so gehen natürlich die Bezüge zu den Anfängen nach einigen Generationen komplett verloren.

      "Oft wird die Frau als Objekt ..."
      Kann ich alles nachvollziehen. Aber dann muss ich Dir ehrlich sagen, dass Deine Bildsprache hier bei mir nicht funktioniert. Nur mal so als Feedback. Ich glaube, die Figur ist zu androgyn geraten, um mich auf das Thema zu bringen. Sicher: Brüste und Highheels. Aber heutzutage sind die Grenzen fließend. Und das Medium Film hat (auch durch x Buchverfilmungen) dafür gesorgt, dass wir mit einer Vielzahl von Typen gefüttert werden, wo die (optischen) Grenzen immer mehr aufgehoben werden. Ich denk da oben eher an Hannibal, Herrn Manson und ZILLO, als an das alte Frauenproblem.

      Die roten Schühchen als Ersatz für genagelte Füsse der Kreuzigung ist ne hübsche Idee. Aber mir fehlt ein sichtbares Zeichen der Unterdrückung. Sieht im Moment eher so aus, als wär die Figur bemüht den Schrank zuzuhalten. Ich dachte erst an etwas Altes, (der Schrank als Symbol), dass zrückgehalten werden soll (= Nightmares). Die Pose ist für mich freiwillig, nicht erzwungen. Und die FRAU wird für mich nicht unbedingt erhoben, weil ich durch das Painting eigentlich so wenig von der Person sehe, dass ich mir bzgl. Geschlecht nicht sicher sein kann, besonders wenn fast das ganze Gesicht dahinter verschwindet.

      Ich kenn die "dunkle" Szene ganz gut, hauptsächlich über Musik, Design, entsprechende Messen und einige Bekannte :) Ein anderer Teil meiner Verbindungen. Früher war sie so sehr Underground, dass man eigentlich nichts davon mitbekam, wenn man nicht wirklich dazu gehörte. Mittlerweile hat sich das krass geändert. Design, Mode, Musik und x Bestandteile sind von der Industrie entdeckt und über die Jahre immer mehr etabliert worden. Vieles gehört inzwischen ganz normal zur (Jugend)Kultur. Und die werden damit alt und verankern diese Dinge entgültig im Bürgertum. Da sich das Auge mit der Zeit immer mehr an diese Optiken gewöhnt, sich andere Szene darin auch immer mehr bedienen und vermischen, braucht ne Aussage - wenn sie denn verstanden werden soll - ne gewisse Deutlichkeit, damit sie auch ankommt ;) Ich drück Dir übrigens sicherlich keinen Stempel auf. Diese Thematik "Objekt sein" beschäftigt (historisch und überhaupt) so ziemlich alle Frauen, egal aus welcher Szene sie kommen. Und zu Recht, wobei man in der Fetish- und Goth-Szene darüber streiten kann, inwiefern die präsentierte Optik von Frauen die Beschwerde unterläuft. Mit "Nur gucken - Anfassen is nich'" ist so manch Hormon-Hirni schlicht überfordert. Und die ständigen Käfig-Hupf-Dohlen irgendwelcher Events machen Leute natürlich irgendwie auch zum Objekt, zu einem Dekor-Stück :)
    • Unholy-Beauty
      Unholy-Beauty
      *kicher*
      Ich muss schon sagen, dass ich mit diesem Bild derart für Diskussion sorgen würde.

      Ich finde es irgendwie lustig, denn ich saß früher auch immer in der Schule bei Bildinterpretationen und konnte die Aussage nie so richtig nachvollziehen....vllt steckt ja doch mehr Künstler in mir als gedacht? Wenn andere meine Aussage auch nicht sehen?*g*

      Wobei ich mich frage, weshalb jedes Bild gleich auf irgendwelche Missstände oder Kontroverse Bezug nehmen müssen, aber egal ^^

      Ich muss zugestehen, dass ich bei weitem nicht mit allen Bildern eine gesellschaftskritische Aussage treffen möchte. Oft sind es einfach Eingebungen und Bilder die in meinem Kopf herumschwirren und die ich dann umsetze. Aber gerade mit dieser Serie habe ich tatsächlich Hintergedanken.
      Der "schmissige" Titel bezieht sich durchaus auf die Bildaussage.
      Oft wird die Frau als Objekt - sozusagen Fleisch gesehen (ja, auch in unserer emanzipierten Welt). Wird unterjocht, untergebuttert, es wird an ihren Fähigkeiten gezweifelt, die höchsten Positionen sind Männern vorbehalten.
      In dieser Bildserie und speziell in diesem Bild, erhebe ich die Frau. Die Jesus-Pose ist ein Zeichen für ihre Unterdrückung, die Nacktheit für ihre Verletzung. Das Painting jedoch ist dunkel und gefährlich - Dinge, die auch in jeder Frau lauern. Etwas Wildes und Unzähmbares. Stärke und Kraft durchfließen sie und sie ist bereit jederzeit zuzuschlagen.

      Warum ich ein derartiges Bild für meine Aussage wähle? Das Skurrile und Düstere ist meine Leidenschaft, ich bin zwar kein SM-ler, aber ich bin in der dunklen Szene beheimatet (wenn ich mich denn einer solchen Sache zuordnen müsste).

      So, nun darf man mir nen Grufti-Emanzen-Stempel aufdrücken aber ich bin mit meiner Serie sehr zufrieden und freue mich über weiteren Austausch :)
    • simulacra
      simulacra
      Provokant finde ich es absolut nicht, da teile ich cobolts Meinung("...Ich sehe keinen Bezug auf irgendeine gesellschaftliche Kontroverse und der schmissige Titel lässt ahnen, dass das auch nicht die Absicht ist."usw.)
    • Frank
      Frank
      ist es nicht schön, dass "wir" als aufgeklärte Menschen, mit dem Porno oder Fetischismus groß geworden sind, oder ob dererlei Dinge nicht mehr in politische Debatten verfallen müssen?

      oder frönen wir noch der Moral- und Ethik-Lehre, die uns jahrhundertelang Tod und Unwissenheit gepredigt (und gebracht) haben?

      jeder mag für sich entscheiden, welchen Mustern, Konditionierung und Prägungen er folgen mag, aber mache er/sie nicht andere damit glücklich, denn das hatten wir wirklich schon !!!

      zum Werk: Provokant, es gibt bessere Fotos... aber offensichtlich hier gut plaziert ;-))

      LGF
    • simulacra
      simulacra
      "Wenn ich sowas seh, erinnert's mich daran, dass man dem Expressionismus aus den 20igern vorgeworfen hat, den anschließenden politischen Strömungen erst den Weg bereitet zu haben. Der Aufschrei, das Krasse in Optik und/oder Aussage, das dem braven, braven Bürger so viel Schiss macht, dass er radikal wird. "
      Da kam gestern Abend ein toller Film zum Thema bei ARTE:
      Aufschrei des Ichs
    • cobolt
      cobolt
      "Aber wer sich ein Motiv erarbeitet und noch einen Bodypainter hinzuzieht, dem unterstelle ich mal, dass er sich mit der Materie auseinander gesetzt hat"

      Genau DAS würd mich interessieren, denn ich glaub das nicht unbedingt. Gerade die Jungen, die sich dieser Stilmittel bedienen, haben ihre Quellen nicht aus der Kunst, sondern aus der Szene. Die bedient sich zwar der alten Mittel, hat aber nichts mit der eigentlichen Geschichte am Hut. Die finden nur die Optik geil, ohne den Prozess dahinter zu reflektieren. Ich komm da auch drauf, weil ich mit solchen Leuten schon gesprochen und gemerkt hab, dass dem (oft) nicht so ist. Und übers Internet kann ich das nicht sehen :) Ich sehe keinen Bezug auf irgendeine gesellschaftliche Kontroverse und der schmissige Titel lässt ahnen, dass das auch nicht die Absicht ist. Albtraum-Fleisch für Wen? Für Was? Wodurch? Wozu? Für ne CD? Für die Küche? Aber vielleicht täusch ich mich auch. Ich lern gern was dazu.
    • Stab aus Basel
      Stab aus Basel
      @ Cobolt, jepp Du hast recht, wenn das Thema schon behandelt wird, soll es nicht zur reinen Deco verkommen. Aber nicht jeder, der eine Sub darstellt, muss selbst auch mal in ihren roten Sandalen gestanden haben *zwinker*
      Aber wer sich ein Motiv erarbeitet und noch einen Bodypainter hinzuzieht, dem unterstelle ich mal, dass er sich mit der Materie auseinander gesetzt hat.
    • cobolt
      cobolt
      Körperlicher Expressionismus. Wenn ich sowas seh, erinnert's mich daran, dass man dem Expressionismus aus den 20igern vorgeworfen hat, den anschließenden politischen Strömungen erst den Weg bereitet zu haben. Der Aufschrei, das Krasse in Optik und/oder Aussage, das dem braven, braven Bürger so viel Schiss macht, dass er radikal wird.

      Das funktioniert auch heute noch so. Selbst im KN sind diese beiden Flügel klar zu erkennen. Rückt man dieser Patentanten-Onkel-Mentalität der weggekicherten heilen Welt auf die Pelle, z.B. mit heutigen Anleihen aus der SM-Szene, erfolgt ein verstörtes Umsichhauen, wie bei allen Wesen, die (bewußt oder unbewußt) Angst haben :) Das mag ein Indiz für die Eindringlichkeit von Arbeiten sein. Wär ich ein Gestalter aus dieser Richtung, würd ich aber aufpassen, dass die verwendeten Stil-Mittel nicht zum reinen Mode-Dekor verkommen und von Leuten beklatscht werden, die Expressionismus nicht mal buchstabieren können. Die Bilder früher hatten konkrete Aussagen, heute sieht sowas aus, wie n Shooting von Marilyn Manson Fans, was natürlich irgendwo belanglos wird, wenn alles nur auf Style und Event getrimmt wird. Die Reaktion der Recht-und-Ordnung-Liebhaber bleibt allerdings die Gleiche. Die Frage bleibt, ob Du was zu sagen hast, oder heute einfach alles Party ist.

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