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Blech, Farben, Licht, Fotografie, Fantasie

BlechFarbeLicht

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    Von Winfried Ritter hochgeladen

    "Könnt ihr wirklich die Frage stellen,
    aus welchem Grunde sich Pythagoras
    des Fleischessens enthielt? Ich für
    meinen Teil frage mich, unter welchen
    Umständen und in welchem Geisteszustand
    es ein Mensch das erste Mal über sich
    brachte, mit seinen Mund Blut zu berühren,
    seine Lippen zum Fleisch eines Kadavers zu
    führen und seinen Tisch mit toten,
    verwesenden Körpern zu zieren, und es
    sich dann erlaubt hat, die Teile, die
    kurz zuvor noch gebrüllt und geschrien,
    sich bewegt und gelebt haben, Nahrung
    zu nennen. Es handelt sich gewiss
    nicht um Löwen und Wölfe, die wir
    zum Selbstschutz essen - im Gegenteil,
    diesen Tieren schenken wir gar keine
    Beachtung; vielmehr schlachten wir
    harmlose, zahme Geschöpfe ohne Stacheln
    und Zähne, die uns ohnehin nichts
    anhaben könnten.
    Um des Fleisches willen rauben wir
    ihnen die Sonne, das Licht und die
    Lebensdauer, die ihnen von Geburt
    an zustehen. Wenn ihr nun behaupten
    wollt, dass die Natur solche Nahrung
    für euch vorgesehen hätte,
    dann tötet selbst, was ihr zu essen
    gedenkt - jedoch mit euren
    naturgegebenen Mitteln, nicht mit
    Hilfe eines Schlachtmessers, einer
    Keule oder eines Beils."

    "Für ein kleines Stückchen Fleisch nehmen
    wir den Tieren die Seele sowie Sonnenlicht
    und Lebenszeit, wozu sie doch entstanden
    und von Natur aus da sind."

    Niemals sollen die Menschen so weit
    sich vergessen und die lebende Kreatur
    behandeln wie alte Schuhe und abgenützte
    tote Geräte, die sie fortwerfen mögen,
    wenn sie nicht mehr zu gebrauchen sind.
    Wir sollen es nicht tun und uns niemals
    bei alten lebendigen Wesen nach dem
    Nutzen fragen, den sie nur schwach
    oder gar nicht mehr haben."

    PLUTARCH (45 - 125)
    griech. Philosoph und Schriftsteller


    "Sie haben soeben zu Mittag gegessen;
    und wie sorgfältig auch immer das
    Schlachthaus in einer taktvollen
    Entfernung von einigen oder vielen
    Kilometern verborgen sein mag:
    Sie sind mitschuldig."

    RALPH W. EMERSON (1803 - 1882),
    US - Schriftsteller und Politiker


    "Es denkt der Mensch, zufrieden froh:
    Ich bin kein Schlächter, blutig roh;
    doch da der Mensch kein Wurstverächter,
    so trägt die Mitschuld er am Schlächter."

    EUGEN ROTH (1895 - 1976),
    dt. Schriftsteller

TitelSEELENGESCHREI 8
Material, TechnikCanon EOS 400D
Format JPG
Jahr, Ort2009
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