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Ruine, Verlassen, Zerbomt, Fotografie, Menschen

RuinenVerlassenzerbomt

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    Von Klaus Kolbe hochgeladen

    Deutschland im Jahre 1945.
    Hier ist es nur Kulisse aber die realität war die gleiche.

TitelDanach !
Material, TechnikFoto
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Info1263 21 1 3.6 von 6 - 8 Stimmen
  • 21 Kommentare Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.
  • Gast , 7
    hm, auch ich habe jahrelang im 13 stockwerk in einem plattenbauhochhaus in leipzig gewohnt, direkt unter mir, zu meinen füßen sozusagen, lag das sogenannte musikviertel, ebenso eines der schönsten gründerzeitviertel deutschlands, die wohnungen da, frisch saniert, wurden eine zeit lang zu spottmieten einem hinterhergeworfen, weil es ein riesiges überangebot gab, und viele freunde von mir wunderten sich, warum ich nicht umziehe und weiterhin in der platte hocken bleibe. ich entgegnete ihnen, dass ich nirgendwo anders in der stadt eine derartige aussicht für 380DM! warm (und mit strom) kriege. seitdem sind nun schon fast 10 jahre vergangen. ich habe in einigen städten gelebt, ich habe gesehen wie z.b. in hannover ein riesiger in den 70gern aus dem boden gestampfter stadteil, das sogenannte ihme-zentrum, eine futuristische in sich geschlossene autonome betoninsel mitten im alten stadtkern mit mehreren wohn- und geschäftshochhäusern, ende der 70ger mit viel tam-tam als zukunftsweisendes architektonisches bauwerk eröffnet, immer mehr verkam und zu einer riesigen kaum sanierbaren betonwüste wurde, an die sich lange zeit kein investor traute. gleichzeitig wurde langsam aus einem alten arbeiterviertel gleich daneben, in den siebzigern total heruntergekommen, und schon längst von den stadtplanern zum "abschuß" freigegeben, nur noch von hausbesetzern und gastarbeitern bewohnt, ein gentrifizierter "multikulti-stadteil" und eines der begehrtesten wohnquartiere der stadt. hätte man das ebenezer howard damals erzählt, dass es so kommen wird, er hätte einen für verrückt erklärt. aber so ist es manchmal, das was die eine generation als eine epochale errungenschaft betrachtet, tritt die nächste bereits wieder in die tonne und entdeckt das längst für überwunden geglaubte alte für sich neu. ich bin mal gespannt ob unsere kinder irgendwann mal die alte heruntergekommene ddr-platte für sich entdecken und sie "gentrifizieren". jedenfalls vermisse ich die schöne aussicht aus dem 13 stockwerk des leipziger hochhauses immer noch.

    ähm... übrigens, ein schönes foto, auch wenn nur kulisse, glaube ich, dass es in Ihnen alte erinnerungen wachgerufen hat, man hat plötzlich alles wieder frisch vor augen gehabt, als wenn da keine 60 jahre dazwischen vergangen wären. es war vielleicht ein bisschen so, als wäre man als alter mann an den ort seiner kindheit zurückgekehrt, und es hätte sich nichts geändert.
  • Gast , 1
    danke moral-apostel 776,

    auch du bist naiv, weil es ebenso nicht sonderlich fachlich ist, ständig argumente des nicht-verstehens heraus-zu-kramen, um sich recht-zu-fertigen.

    ich denke, wenn man in einem hochhaus lebt, hat man durchaus das recht, zu urteilen über die wohnqualität, zumal man ja die dinge sieht und erlebt!
  • Kris
    Kris
    Techno Raver:
    Deine Sehnsucht nach historischer Ästhetik erinnert doch schwer an die Diskussionen Ende der 30er Jahre.(z.B. Kochenhofsiedlung versus Weissenhofsiedlung , Stuttgart) Frag dich doch mal, ob damals alle Menschen in solch gehobenen Quartieren gewohnt haben, und wie damalige Studenten und Arbeiter untergebracht waren. Planungsschwerpunkte verschieben sich und passen sich dem Bedarf an. Nur wer riskiert Neues auszuprobieren kann auch neue Lösungen finden. Dabei werden sicher auch Fehler gemacht, das bestreitet niemand. Kein Architekt und kein Stadtplaner plant jedoch in der Absicht die Städte zu verschlechtern. Es ist naiv, mit gefährlichem Halbwissen alles zu bewerten und zu verurteilen. Man verbaut sich damit die Möglichkeit zu verstehen was andere gemacht haben und zu lernen. Aus den Fehlern und auch aus den Dingen, die gut gelöst sind. Die kann man aber oft nur sehen, wenn man mal hinter die Fassade schaut.
  • heinrich
    heinrich
    Genau, mein lieber!
    Und? Deine Antwort auf meine Frage lautet...
  • Gast , 1
    na heinrich, fühlst dich wohl angesprochen?!

    :)))
  • heinrich
    heinrich
    techno, so redest du auch,
    platt, wie Plattenbau...

    Du, als was hast du denn im Architekturbüro gearbeitet?
  • Gast , 1
    776,

    das ist mir schon verständlich und bewusst, dass die Städte seit der Industrialisierung aus allen Nähten platzten (Stichwort: Pauperismus!).
    Sicher ist es auch verständlich, dass Plattenbauten damals (!) eine aus der Not gegriffene Lösung darstellten, nach dem Krieg.
    Dass die Städte im 19. Jahrhundert schon dementsprechend umgestaltet wurden, ist mir auch bekannt, nur dabei kam eben nicht soetwas bei-raus, was wir heute als Trabanten-Städte bezeichnen dürfen! Man verstand offensichtlich noch etwas von Planung, Sinnlichkeit, Ästhetik, Feingefühl und Praxis, was heute eben nicht mehr der Fall ist (durfte ich selbst in einem Architekturbüro miterleben,... z.B. wie ahnungslos, unfähig unsere heutigen Architekten, Bauplaner sind... wollen immer das große "moderne" Haus erfinden, haben aber zuvor noch nie einen Ziegelstein gesetzt, geschweige denn, überhaupt gesehen..., )

    Aber es als naiv abzutun, wenn ich gewisse Sehnsucht nach historischer Ästhetik pflege, halte ich persönlich genau für das selbe und noch wesentlich schlimmer!
    Ich weiß, wovon ich reden, weil ich selbst in einer Plattenbau-Wohnung leben muss. Da Jena nun durch die Studenten überbevölkert wird, ist es schon ein Glücksfall in Lobeda in einer hässlichen Platte eine Wohnung zu bekommen! (die mag zwar modern sein, auch saniert,..aber wenn man selbst das "Nase-putzen, oder "furzen" seines Obermieters wahrnimmt, oder sich allg. darüber ärgern muss, weil die Sau über einem einfach nur fett ist, rotze-blöd, keinen Bock hat zu arbeiten und nicht die Beine heben kann; und jedes-mal, wenn das Mistvieh auf'm Kloh scheißen ist, hört man den Mist lautstark runter-platschen;
    ist es nicht nur das "Äußere", was einem dann stört, oder besser ANKOTZT... genauso ist die Lärmbelästigung nicht normal.. weil die Gebäude immer glücklicherweise so konzipiert wurden, dass schön der Schall von den Straßen sich verstärkt, und die örtliche Autobahn noch wesentlich akustisch an Klangstärke zunimmt. Entschuldige, aber ich möchte hier ganz sicher nicht alt werden!

    Und zu den so teuren Gründerzeithäusern:
    Denn noch unerreichbarer ist es, eine Wohnung im sog. Damenviertel zu ergattern, mit das größte zusammenhängende Gründerzeit-viertel Europas (in Jena)! Die Wohnungen sind einfach heiß begehrt, und das aus ganz einfachen Gründen:
    Schön, klassisch, stilvoll, RUHIG und eben sinnlich.

    Was willst du eigentlich!
    Sollen wir die restlichen historischen Gebäude vergammeln lassen, weil wir meinen, es sei alles zu teuer !
    Genau wegen solchen Meinungen, die du vertrittst, sieht Deutschland heute noch beschissener aus, als es ist/war,...
    Weil für uns ist ja alles heute immer viel zu teuer...
    sei es das/ein Kind, das gute Essen oder eben das (historische) Haus. (bitte nicht wortwörtlich nehmen!)
    aber dann wird das Geld irgendwo unter dem Tisch verstreut...
    und wir sterben... kinderlos, kulturlos und in einer lächerlichen Gestalt, die so lächerlich ist, dass keiner mehr es merkt: wir sind auch noch arrogant und finden uns schön!

    Der absolute Tiefpunkt eines Volkes, des deutschen Volkes.. und wahrscheinlich auch der ganzen sog "westlichen Welt"

    einfach nur ankotzend, dieses absterbende!
    Manchmal wünscht ich mir ohnehin, ein Meteoritenhagel würde diese Welt wieder bereinigen, vielleicht könnte man das dann als einen NEUANFANG ansehen,
    weil den Mist, der nach dem 2 WK abgeliefert wurde, als Neuanfang zu sehen, gleicht schon einer Geisteskrankheit.
  • efwe
    efwe
    ...

    sowas darf man in D nicht sehen!


    ??? --
  • Kris
    Kris
    hmm?? 🔗 http://www.youtube.com/watch?v=OoV7Vzq3ppslk

    ...versteh ich auch nicht --ich seh da ein nettes filmchen -was sonst¿--


    sowas darf man in D nicht sehen!
  • efwe
    efwe
    hmm?? 🔗 http://www.youtube.com/watch?v=OoV7Vzq3ppslk

    ...versteh ich auch nicht --ich seh da ein nettes filmchen -was sonst¿--
  • Kris
    Kris
    Wenn man sich vorstellen würde, dass es den 2 Weltkrieg nie gegeben hätte, keine Zerstörung der deutschen und übrigen europäischen Städte; wie schön Deutschland heute noch aussähe! Ich meine, man muss ja nur nach Magdeburg oder Kassel fahren... und kriegt gleich das kotzen, oder Braunschweig, wenn man gleich aus dem Bahnhof aussteigt,... wie DDR Plattenbauweise... usw. was man da neu hinklatschte, schrecklich...
    Es liegen kaum noch komplett erhaltende historische Stadtkerne vor, als hätte Deutschland durch den Krieg nicht nur menschliche Gesichter verloren! Was da alles zerbombt wurde, für immer verloren, eine Tragödie...


    Es ist sicher einiges an Bausubstanz verloren gegangen, aber wer sagt dir denn das diese Bausubstanz heute noch in Ordnung wäre? Diese naive Vorstellung vom idyllischen Deutschland erschreckt mich immer wieder: Berlin z.B. hatte durch eine viel zu hohe Dichte eine extrem schlechte Wohn- und Lebensqualität (sog. Mietkasernen).
    Die Bauten aus der Gründerzeit sind mit viel Geld saniert und überhaupt bewohnbar gemacht worden oder auch nicht, siehe Leipzig. Das Geld in sozialen Wohnungsbau zu stecken halte ich da doch für deutlich sinnvoller. Damit möchte ich nicht sagen, dass Plattenbauten die Krönung der deutschen Architektur sind, aber sie boten schnell und günstig eine relativ hohe und moderne Wohnqualität (man bedenke die ganze Haustechnik) im Gegensatz zu den unwirtschaftlichen Baumassen für das Bürgertum aus der Gründerzeit.
    Selbst die Innenstädte von Paris und Barcelona und auch Berlin hatten schon einige radikale Komplett-Umbauten (19.Jhd. Haussmann und Cerdá) hinter sich, weil die Städte nicht mit der Bevölkerungsentwicklung mithalten konnten. soviel zum sogenannten historischen Stadtkern. Historisch sind sie alle, fragt sich nur aus welcher Zeit.

    So makaber es ist, Krieg bedeutet im Anschluss immer Arbeit und Chancen auf Neues für Architekten und Stadtplaner und Stadtbewohner.

    efwe, ich kann das video auch nicht sehen, was gibt´s denn da?
  • Klaus Kolbe
    Klaus Kolbe
    Schade efwe , bei mir kommt
    --Dieses Video ist nicht verfügbar.
  • efwe
    efwe
    ...🔗 http://www.youtube.com/watch?v=OoV7Vzq3ppslk ...
  • Gast , 1
    na ja...
    vielleicht liegt es daran, dass bis jetzt nur die menschlichen verluste immer angesprochen werden [allgemein]!

    sagt ja keine, dass die weniger wichtig sind! bitte demnächst besser lesen!

    das ist genauso wie mit der juden-geschichte. ich kann es eigentlich nicht mehr hören, weil polen, tschechen genauso mit beteiligt waren, diese in den ghettos und kz's auszurotten. die juden wurden überall gehasst (und sicher hatte dies auch weitreichende gründe) und nicht nur in deutschland durch hitler verunglimpft (um es noch schlichte zu formulieren).
  • Gast , 3
    Mal abgesehen davon, dass ich als Kind noch in Ruinen gespielt habe (Berliner 56ger Jahrgang), ging es mir ja genau darum, etwas ironisch darauf hinzuweisen, dass ich es etwas merkwürdig fand, dass Du nur die materiellen Verluste aufgezählt hast, aber mit keinem Wort die Menschen erwähnt hast, die umgekommen sind.
  • Klaus Kolbe
    Klaus Kolbe
    Un_art ,Heinrich , Ihr seit sicher zu jung für diese Zeit.
    Ich habe das als Kind mitgemacht,und wenn ich in die schule gegangen bin ,und wieder fehlten einige Schüler,da wurde nur gesagt Bomben Opfer.
  • Gast , 3
    ich fühl mich durchschaut ;)
  • heinrich
    heinrich
    un-art, ein Liebhaber der Fotografie,
    ein Friedenstifter,
    ein Menschenhelfer...
    ein Philantrop...
  • Gast , 3
    Es wurden ja nicht nur die Häuser zuerstört.Sondern auch ihr Inhalt.Was da verloren ging an Büchern,Porzelan, Möbeln und Bildern...

    Dummerweise auch noch ein paar Menschen.
  • Klaus Kolbe
    Klaus Kolbe
    Es wurden ja nicht nur die Häuser zuerstört.Sondern auch ihr Inhalt.Was da verloren ging an Büchern,Porzelan, Möbeln und Bildern.Leider hat der Mensch als solcher daraus nichts gelernnt.Solange mit Waffen viel Geld verdient wird,gibt es Krieg ,irgendwo auf der Welt.
  • Gast , 1
    Wenn man sich vorstellen würde, dass es den 2 Weltkrieg nie gegeben hätte, keine Zerstörung der deutschen und übrigen europäischen Städte; wie schön Deutschland heute noch aussähe! Ich meine, man muss ja nur nach Magdeburg oder Kassel fahren... und kriegt gleich das kotzen, oder Braunschweig, wenn man gleich aus dem Bahnhof aussteigt,... wie DDR Plattenbauweise... usw. was man da neu hinklatschte, schrecklich...
    Es liegen kaum noch komplett erhaltende historische Stadtkerne vor, als hätte Deutschland durch den Krieg nicht nur menschliche Gesichter verloren! Was da alles zerbombt wurde, für immer verloren, eine Tragödie...