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Malerei, Real, Figural, Unvollendet

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    Von Felix Cyano hochgeladen

    Porträt von Walter Ulbricht. Gemalt in der Technik der alten Meister. Das besondere hier ist, dass die Grundierung - die normaler Weise auf einem Brett erfolgt - hier auf Leinwand aufgetragen wurde. Keine Ahnung wie lange das halten wird....

TitelWalter Ulbricht unvollendet
Material, TechnikÖl auf Leinwand (Gesso sottile)
Format 40x60
Jahr, Ort2008 / Berlin
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    Info1740 3 1 5 von 6 - 1 Stimme
    • 3 Kommentare Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.
    • D-J
      D-J
      keiner hat die absicht, eine mauer zu errichten.
    • Felix Cyano
      Felix Cyano
      Hallo a_der_da,

      möglicher Weise reden wir von verschiedenen Dingen. Mit den alten Meistern meine ich Maltechniken des 15. Jahrhunderts in Italien. Ich meine diese spezielle Form der Grundierung, die Art und Weise der Untermalung, der Weißerhöhung und der Farbgebung. In der Farbgestaltung bin ich vielleicht ein paar eigene Wege gegangen.
      Walter Ulbricht ist wahrscheinlich der einzig wirklich verehrungswürdige deutsche Politiker des 20. Jahrhunderts. Quasi als Parteirevolutionär versuchte er, Verwaltung zu kontrollieren und nicht selbst Teil von ihr zu werden. Im heutigen Deutschland wird der regierende oberste Parteiboss auch noch oberster Boss der Verwaltung. Das ist ein verwaltungstechnisch lustiges Spiel. Da versucht die politische Verwaltung mit ihren Funktionären Einfluss auf die staatliche Verwaltung zu nehmen. Ein aberwitziges Unterfangen. Alleine die staatliche Verwaltung wäre froh wenn alles so liefe, wie sie sich das selbst vorstellt. Ein Schlauquatscher der politischen Verwaltung ist daher bei den Kollegen der staatlichen Verwaltung besonders hoch angesehen. Inzwischen haben beide Verwaltungen mit einer Interessensfusion zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Mit der Privatisierung staatlicher Verwaltung kann die privatisierte Verwaltung endlich machen was sie will. Da herrscht dann plötzlich „Wettbewerb“.
      Und die Funktionäre aus der politischen Verwaltung macht man dann gleich noch zum Geschäftsführer. Die haben das ja schließlich angeleiert und stehen ja auch fachlich voll in der Materie. Außerdem haben sie ja nach wie vor ihre Wurzeln tief in der politischen Verwaltung. So kann auch gleich der nächste Auftrag, finanziert mit Steuergeldern, mit der parteipolitisch untermalter Verve vergeben werden. Im Interesse der Wählerinnen und Wähler oder der ganzen Nation.
      Wie auch immer. Ulbricht wollte – politisch sozialisiert im stalinschen Geist – Verwaltung kontrollieren und beherrschen und nicht Teil von ihr sein. Er erfand den Staatsrat neu und bildete so eine Kontrollinstanz über die Verwaltung. Diese Leistung erachte ich für ehrens- und erinerungswürdig. Daher dieses Bild und ich hoffe, dass er in seiner Bedeutung auch nur annähernd getroffen wurde.
    • suomynonA
      Hoppala, das ist aber mutig. Wie kommt man zum Teufel in dieser Zeit drauf, den Ulbricht zu malen? Aber gut gemacht. Mit Verlaub will ich zwei Anmerkungen machen. Die SED vertrat eher eine moderne Gesellschaftsform. Hier die Maltechnik der alten Meister zu verwenden, halte ich für nicht "kunstgerecht" - eigentlich sogar einen Widerspruch. Und vom Foto her kann ich diese Technik nicht erkennen. Die alten Meister verwendeten m. E. ausschließlich gebrochene Farben mit etwas Rot und Ultramarinblau (seit 1848). Frans Hals verwendete z.B.nur Umbra, Sienna weiß, schwarz und Krapprot. Ich kann also hier die alte Meister Technik leider nicht erkennen. Trotzdem klasse gemacht.