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Blut, Geschichte, Held, Portrait, Acrylmalerei, Rot

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    Von Simone Corbach hochgeladen im Album Simone Corbach

    Ester Wajcblum
    ‚Wir könnten uns von dieser Hölle befreien...'
    (16.01.1924 - 05.01.1945)

    Nach ihrer Deportation in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz muss die 1924 in Warschau geborene Ester Wajcblum als Häftling in der Metallfabrik Metall-Union arbeiten. Dort gelingt es ihr, Schießpulver zu entwenden und in das Lager zu schmuggeln, wo sie Kontakt zur jüdischen Untergrundbewegung hat. Am 7. Oktober 1944 wird das Krematorium III im Vernichtungslager Auschwitz von den Häftlingen des Sonderkommandos gesprengt, vier SS-Leute werden getötet, andere verletzt. Nach dem Aufstandsversuch des Sonderkommandos wird Ester Wajcblum verhört und geschlagen, kann aber ihr Geheimnis bewahren. Später erfährt die SS bei dem Verhör einer Mitverschworenen, dass Ester Wajcblum Sprengstoff geschmuggelt hat. Zusammen mit anderen Verschwörern, unter ihnen auch Rosa Robota, Ala Gertner und Regina Safirsztain, wird sie am 5. Januar 1945 öffentlich gehenkt.
    Jahre nach der Ermordung von Ester Wajcblum berichtet eine Mitgefangene:
    „Etwa im Frühjahr 1943 kam ein Transport aus Warschau, darunter auch zwei Schwestern – Ester und Hanna Wajcblum... Es war ihnen untersagt, sich mit anderen Häftlingen im Lager zu treffen. Trotzdem habe ich mit beiden Schwestern heimlich verkehrt. Eines Tages überreichte mir Ester Wajcblum ein kleines, leichtes Päckchen, mit der Bitte, ich möchte es aufbewahren, bis sie oder jemand anderer, den sie schicken wird, es abholt... Nach einigen Tagen kam zu mir Rosa Robota, welche in der Bekleidungskammer arbeitete, und verlangte das Päckchen. Dies wiederholte sich mehrmals... In den Päckchen war, wie ich später erfuhr, das von den Union Werken herausgeschmuggelte Schießpulver. Ester sprach nie darüber, nur einmal sagte sie zu mir: ‚Wir könnten uns von dieser Hölle befreien...'“

    Ester starb nur 22 Tage vor der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau.
    Elf Tage nach ihrer Ermordung wäre ihr 21. Geburtstag gewesen.

    Um drei Uhr nachmittags am 27. Januar 1945 trafen die ersten sowjetischen Soldaten im KZ Auschwitz und Auschwitz-Birkenau ein. Ihnen bot sich ein Bild des Grauens: Allein vor den Baracken von Birkenau finden sie die Leichen von mehr als 600 Menschen. Die etwa 7000 Häftlinge, die von den Nationalsozialisten bei der Räumung des Lagers zurückgelassen wurden, waren dem Tode näher als dem Leben.
    Einige Tage später findet die Untersuchungskommission der sowjetischen Armee Eisenbahnwaggons, beladen mit 368 820 Herrenanzügen, 836 255 Damenmänteln, 5525 Damenschuhen, 13 964 Teppichen, große Mengen Kinderkleidung und Hausrat und in einer Lederfabrik nahe des Lagers 7 Tonnen Menschenhaar.

    Auschwitz, die oberschlesische Stadt in der Nähe von Krakau ist ein Synonym für den beispiellosen Völkermord der Nazi-Diktatur an europäischen Juden, Sinti und Roma und für die Ermordung Oppositioneller, Homosexueller und Behinderter.

TitelEsther Wajcblum, killed January, 5th, 1945 in Auschwitz
Material, TechnikAcryl auf Leinwand, 70 x 100 cm
Format 70 x 100
Jahr, OrtMärz 2010
Preis 629 EUR Anfrage stellen
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Info881 7 4 1 4.8 von 6 - 6 Stimmen
  • 7 Kommentare Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.
  • Hanni-E
    Hanni-E
    Die Vergangenheit hat uns geprägt, aber das Morden geht weiter...soll man hoffen oder..... ?? LG
  • Winfried Ritter
    Winfried Ritter
    Hallo Simone!
    Tolles Bild, mit einer Geschichte, die mich sehr mitgenommen hat.
    Wunderbare Arbeit.
    Wünsche Dir einen wunderschönen Tag.
    Herzliche Grüße

    Winfried
  • eramat
    Berührende Bilderinnerung,
    mit starkem Text dazu.
    LGTam
  • snurB-leahciM
    tolles Bild, toller Gedanke, bewegende Geschichte, ein Stück Menschheitsgeschichte

    super Werk kann ich nur sagen

    gruß Micha
  • nurso
    nurso
    unerträgliches Leid.............
    und doch Hoffnung.
    Stimmt mich sehr nachdenklich.
  • reuarbnevs
    Wunderbar das Zitat des 5. Artikels auf Deiner Homepage. Diese Freiheit; noch mehr die Meinungsfreiheit, vermisse ich hier im KN manchmal. `Werden doch auch hier viele der Gutmenschen zu Blockwarten und Denunzianten, wenn man/ich nicht eierkrault.
    Schöne Arbeiten, diese und Rosa Robota.
    Gruss Sven
  • MISTER CRUZ
    MISTER CRUZ
    cool work ;)!

    5 points from

    MISTER CRUZ