Digitale kunst, Tagebuch
  • Von hochgeladen im Album mondes-tagebuch am 10.10.2010

    Die Malerei, so finde ich, sollte in heutiger Zeit wirklich andere Aufgaben übernehmen, als Dinge abzubilden. Jajaja, alter Käse, schon möglich. Der Kürbis hier, das ist ein Foto, digital bearbeitet. Ich selbst finde das recht dekorativ, könnte man sich als Druck rahmen und in die Küche hängen.
    Warum soll man das so malen, wenn man es so haben kann, als bearbeitetes Foto? Um handwerklich malerische Versiertheit zu beweisen? Naja, da ist natürlich die Freude am malen, die Freude hat der Maler für sich selbst, wenn er das so hinbekommt. Aber Fotografieren und Grafikbearbeitung am PC macht auch Spaß, "Masken" selbst anfertigen, experimentieren, dauert auch seine Zeit. Aber.... er erzählt nichts. Der Kürbis erzählt keine Geschichten. er ist ein in ein Kostüm digitaler Bearbeitung gezwängter Schauspieler, der eine Rolle spielt. Es ist die Rolle, die ihm derjenige geschrieben hat, der ihn fotografiert hat. Da ist also einer, der ihn fotografiert und das Foto bearbeitet hat, daran Freude hatte und ihn, den Kürbis, es mitteilen lässt, indem er das Bild des Kürbis in eine Kunstgalerie hochlädt. Er hofft, dass da Leute sind, die ihm Beifall spenden, und wenn sie ihm, dem Kürbis, Beifall spenden, spenden sie auch demjenigen Beifall, der ihn so kostümiert hat und welcher als Regisseur im Hintergrund auf Beifall hofft. Das ist wohl uralt, vielleicht genetisch irgendwo programmiert. Es ist wohl so, dass derjenige, der den Kürbis als Bild aufbereitete, sein Tun nur dann für sinnvoll erachtet, wenn andere es auch tun. Nur "für sich" etwas tun reicht auf Dauer nicht. Wer erzählt, das reiche, ist zu 90% ein Lügner, noch dazu ein besonders eitler. War ich auch mal. Sag ich jetzt mal so, auch das mit den 90%. Es gibt übrigens immer einen Weg, das Verlangen nach Anerkennung des eigenen Tuns durch andere zu tarnen, da gibt es den intellektuellen Weg, Verschachtelungen, man kann sich, falls man Profi ist, einschleusen in Kreise von Amateuren, unter denen man zum König gekürt wird und sich gleichzeitig selbst belügen, indem man die Amateure zu Profis erklärt, und, und, und.
    Aber da ist noch mehr. Der Kürbis hat eine 2. Rolle, das ist der Text, den ich zum Kürbis schreibe. Es kann ja sein, dass ich mich für einen besonderen Schlaumeier halte und dachte: Ok, der Kürbis wird nicht gut ankommen, aber wenn ich ihm einen geeigneten Text verpasse, wird der Text zum Kürbis Anerkennung finden. Der Kürbis als Werk soll nicht wirken, er ist nur Strohmann, der Text, der dem Kürbis die Würde nimmt und ihm abspricht, ein Kunstwerk zu sein, wird vielleicht gut bewertet. Da ich Schöpfer von beiden bin, einerseits des unglaublich prächtigen Deko-Kürbis-Fotos und andererseits des Textes, der das Kürbis Foto demontiert, könnte es mir doch völlig schnurz sein, wer von beiden gewinnt, falls ich nicht im Innersten eins von beiden favorisiere. Aber auch da gibt es Wege, alles niederzuschmettern, indem jemand z.B. das Foto als schlecht und den Text als "küchenpsychologisch" erklärt, oder einfach nur "gähn" drunter schreibt. Das nun würde mich sehr erheitern, und das ist es, was ich eigentlich will: Irgendwie war ich schon immer einer, der gegen jede Ernsthaftigkeit rebelliert hat, wer mich kennt, weiß das. Wenn es mir je gelang, dass ich, äh, bzw. besser noch, andere Leute mit mir lachen, war ich selber irgendwie zufrieden. Daher male ich auch viel lieber Bilder mit albernen Figuren, die in der Lage sein _sollten_, Geschichten zu erzählen, als Kürbisse zu fotografieren, zu bearbeiten und dann ellenlange küchenphysio... äh, psycho... äh, Texte zu erstellen, und so.
    ***
    Das waren Nachtgedanken vom 9. -10-10-2010. Ab, in's Tagebuch damit! (:
    Nachtrag: Text lt. FAZ
    Ich schreibe wie: Hermann Hesse. *ggg* den hatte ich noch nicht.

Titel Nachtgedanken 4
Material, Technik Foto, digital bearbeitet
Format digital
Jahr, Ort 2010 / Berlin
Tags
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