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Malerei, Gedicht

TitelDelphingehirn mit Gedicht für alle Fälle
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    Info1186 4 2 3.5 von 6 - 2 Stimmen
    • 4 Kommentare Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.
    • JoernBudesheim
      JoernBudesheim
      Danke! Freut mich!
    • Sandra Mazzella
      Sandra Mazzella
      Sehr interessanter Text und super schöne Gedichtzeichnung!
    • absurd-real
      absurd-real
      den Text und den Titel finde ich Interessant..
    • JoernBudesheim
      JoernBudesheim


      Thomas Fuchs: Das Gehirn ein Beziehungsorgan:
      (Quelle: Information Philosophie)

      [...]

      Bei all seinen faszinierenden Leistungen ist das Gehirn doch kein Weltschöpfer, sondern in erster Linie ein Organ der Vermittlung, der Transformation und der Modulation. Es ist eingebettet in die Beziehungen des Organismus zu seiner Umwelt und in die Beziehungen des Menschen zu anderen Menschen. Es nimmt sie auf und ermöglicht sie, ohne sie jedoch hervorzubringen. Durch seine hochgradige Plastizität wird es zur Matrix für die Erfahrungen des Menschen, die sich in den neuronalen Strukturen als Grundlage seiner Fähigkeiten niederschlagen. Somit ist das Gehirn das „Organ der Möglichkeiten" - doch realisieren kann diese Möglichkeiten nur das Lebewesen, die Person als ganze.

      Wenn Subjektivität nicht ein abstrakter Innenraum ist, sondern nur verkörpert, lebendig und in die Welt eingebunden existiert, so kann ich sie nicht erfassen, indem ich bestimmte physiologische Trägerprozesse im Gehirn beschreibe. Ein bestimmter Hirnzustand ist die notwendige Bedingung dafür, in einem bewussten Zustand zu sein, aber welchem Zustand dieser Hirnzustand entspricht, ist nicht hinreichend durch seine Mikrostruktur bestimmt, sondern darüber hinaus durch seine konkreten Beziehungen zur Umwelt. Erst durch diese Beziehung von Subjekt und Umwelt können Hirnzustände zu Trägern von psychischen Prozessen werden. — Daraus folgt übrigens auch für psychisches Kranksein, dass es sich nicht vollständig in Hirnzu
      ständen beschreiben lässt. Wie alle subjektiven Erlebnisformen ist es nicht im Kopf kalisierbar, sondern nur aus dem „Zwischen" von Subjekt und Welt, oder von Gehirn, Körper und Umwelt zu begreifen.

      Wenn das Subjekt nun nicht im Gehirn ist, wo dann? Ich, das bewusste, erlebende und handelnde Subjekt befinde mich nicht im Gehirn, sondern immer genau dort, wo auch mein lebendiger Körper mit all seinen biologischen Funktionen ist, die meine bewussten Zustände und Handlungen ermöglichen und hervorbringen. Ich bin ein lebendiges, verkörpertes Wesen, das heißt aber zugleich, ich bin nicht an einem umgrenzten Ort, sondern immer über meinen Körper hinaus, in Beziehung zur Welt und zu anderen.

      AUTOR: Thomas Fuchs ist Inhaber der Karl-Jaspers-Professur für Philosophische Grundlagen der Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Heidelberg.