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Maria, Skizze, Jesus, Schlange, Krankheit, Knitterungen

MariaSkizzenJesusSchlange

  • Von apogaeum hochgeladen

    Maria lehrt Jesus das Abwehren der Schlange. Skizze nach einem Gemälde Caravaggios.

TitelDie Schlangenabwehrer
Material, TechnikNotizzettel mit roter und blauer Tinte bezeichnet, mit Bleistift beschrieben, mit Fett befleckt und angeknittert
Format 8.5x9.0 cm
Jahr, OrtWürzburg, 2006
Preis 50.000 € Anfrage stellen
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Info2439 6 4 2 3.5 von 6 - 4 Stimmen
  • 6 Kommentare Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.
  • dnumreebdrE
    Adam war nölig hatte Hunger und frass den verbotenen Apfel, was zur Konsequenz hatte, dass wir aus'm Paradies geschmissen wurden und als Weib einmal im Monat halb verbluten ... und wer hatte angeblich Schuld? Häh?! ... Die Schlange, welche nichts hört und zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort auf einem doofen Apfelbaum dümpelte ...


    Maria hatte damals Josefs "Schlange" nicht abgewehrt und was entstand aus der reinen Gier? Ein Jesus ... was hats ihm gebracht? Ne vertuschte Historie, nen Judas, ne Dirne & ne Kreuzigung.

    Ich glaub Jesus war der erste Rock'n'Roller, hehehehe ...

    aber ich schweife ab ...

    Maria lehrt Jesus das Abwehren der Schlange. Skizze nach einem Gemälde Caravaggios. ...

    ... also welche Maria lehrt nun Jesus den Umgang mit Schlangen?

    Die verklemmte welche mit der suspekten Schwangerschaftsgeschichte?

    Oder die Dirne die Kasse macht ... wenn sie Schlangen "sammelt" & gefügig macht?

    Hiessen die nich alle irgendwie Maria?

    Hatten die nich alle irgendwelche seltsamen & ominösen "Kisten" am laufen?

    Was also lernen wir aus dieser kleinen Skizze?

    Schlangen sind sowieso immer die Idioten im Umzug weil sie für alles verantwortlich gemacht werden egal ob sie was getan haben oder nicht ...

    und: John Wayne & Clint Eastwood hätten spätestens in irgendeinem Western im wilden Westen Jesus umgebracht, weil er "Hände hoch" spielt anstatt den Colt zu ziehen ....


    Also ihr Marias dieser Welt ... sucht Euch nen anderen Job ... das wird irgendwie nix!

    Mich erstaunts echt nicht mehr ... dass Monty Phyton ... Life of Brian drehen wollten.
  • apogaeum
    apogaeum
    Wie liebenswürdig, danke.
  • musrednar
    welches wahrlich garstige leiden auch immer den großen künstler tatsächlich plagen mag, es sei ihm baldige besserung gewünscht. und wo besserung nicht möglich,
    da zumindest linderung des schmerzes.
    zumindest für das bereits anheimgekrochene jahr.
    zumindest.
  • apogaeum
    apogaeum
    @barbara: Es ist l´art pour l´art. Na ja, ganz so auch nicht. Das Bild greift hier eine von mir schon lange und immer wieder gemachte Beobachtung auf, nach der sich der bildsprachliche Ausdruck des Menschen im Augenblick der schweren Erkrankung vertieft, und sich so das Seelenleben des Leidenden in einer besonderen Verdichtung mitteilt. Dies resultiert einerseits aus der Angst und der Einengung des Gedankenganges im Moment vertieften Leidens, andererseits auch aus der eingeengten Verfügbarkeit von Material am Krankenbett. In obenstehenden Bild sehen wir zunächst die mit Bleistift notierte Diagnose: die progressive supranukleäre Blickparese; eines der Parkinsonsyndrome, das durch eine vertikale Blicklähmung vor allem beim Blick nach unten, einer psychomotorischen Akinese (Bewegungsunfähigkeit), Rigor (Muskelsteife) und häufige Stürze nach hinten gekennzeichnet ist. Diese Erkrankung war zumindest in der Geschichte eine Folge der Encephalitis lethargica, also der chronischen Gehirnentzündung im Rahmen einer Neurosyphilis. Der gedachte, der depressiven Verstimmung anheimgefallene Kranke setzt sich nun mit seiner offenbar erst gerade eben erfahrenen Diagnose, deren Namen er gerade eben noch im Gespräch mit dem Arzt schnell mit Bleistift auf einen beliebigen Zettel notiert hat, auseinander und tut dies aus dem Blickwinkel seiner aktuellen Stimmung heraus. In dieser zunächst intellektuellen Auseinandersetzung mischt sich deswegen immer mehr die aus dem ängstlich-depressiven Affekt hervorkeimende Frage nach der eigenen Schuld an der Erkrankung, die Frage nach dem möglichen Sinn der Krankheit als eine von Gott gewollte, ihm zur Läuterung seines Lebens zugedachte und gesendete Strafe ein. Das Sinieren und Grübeln findet -und so etwas kann man wirklich häufig beobachten- seinen Ausdruck in einem Zeichnen, das aber aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit von Papier auf eben dem gleichen Notizzettel ausagiert wird, auf dem zuvor die Diagnose notiert wurde. Dabei scheint sich das gedachte Subjekt in seiner Not grüblerisch auch mit der lebensgeschichtlichen Perspektive von Schuld zu befassen, deren Ursprung aus dem Bedürfnis nach Erklärung, Externalisierung der Schuld und Historisierung in der eigenen frühsten Kindheit gesucht wird. In diesem Prozess erinnert der vorgestellte Kranke das Bild von Garavaggio, in welchem Maria in dem Augenblick zur Darstellung gelangt, in dem sie Jesus die Abwehr der Schlange als Symbol für Falschheit und Sünde beibringt. Fettfleck und Knitterungen illustrieren die Antriebsstörung im Rahmen des seelischen Leidens, die dazu führt, dass sich der Kranke nicht mehr um Sauberkeit und Ordnung als basale Interessen der täglichen Aktivität schert. Die bewusst banalisierte Bildform thematisiert das Zügige, Beiläufige und Unbeachtete des bildnerischen Ausdruckes im Kontrast zur exsistenziellen Tiefe, biographischen Bedrohlichkeit und persönlichen Bedeutsamkeit des innerweltlich im Stillen ablaufenden Monologes.

    In der angenehmen Hoffnung Ihnen mit diesen Erläuterungen auf das Vortrefflichste vorerst gedient und einen Ausgangspunkt für weitere Diskussionen gesetzt zu haben, verbleibe ich mit den allerbesten Wünschen auch zum neuen, über uns schon längst eingebrochenen Jahr
    immer Ihr und Euer
    A
  • Andrea Zahradnik
    Andrea Zahradnik
    klasse preisgestaltung!
  • musrednar
    würde fast sagen, dass mir das originalgemälde besser gefällt ... ;-)
    ... was genau bezweckst du damit?