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Gelb, Farben, Rot schwarz, Mischtechnik, Tusche, Aquarellmalerei

Luda9MischtechnikBunt

  • Von Elvira Menge hochgeladen im Album portraitserie mit text

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    …Frau Waiselovky, die alte Frau im Erdgeschoss direkt daneben beobachte mein rasantes Spiel winkte mir zu, holte eiligst ihren Mann und den Sohn, der auf Besuch war ans Fenster, auch sie sollten sich mit mir freuen. Dann verzog sich leider das Unwetter, der Wind ebbte ab, ich ruhte mich auf der Banklehne sitzend aus, grübelte welches Spiel ich als nächstes erfinden konnte als mein Blick von den kleinen, lustigen roten Beeren festgehalten wurde. Sie hingen in Grüppchen an langen Stielen, ähnlich wie Kirschen umgeben von dunkelgrünen drei gezackten Blättchen. Ich lief näher hin und beobachtete wie die Blätter im leisen Wind die Früchte umgarnten, sie zu streicheln schienen als ich plötzlich jäh aus meiner Versunkenheit gerissen wurde. Jemand hatte mich berührt. Ruckartig drehte ich mich um, ich war so erschrocken. Da stand der Sohn von den netten alten Leuten, lachte und überreichte mir eine Tafel Schokolade von seiner Mutter. Ich beruhigte mich. Er fragte mich ob ich den Namen der Beeren wüsste, ich schüttelte den Kopf woraufhin er mit glänzenden Augen, in verschwörerischem Ton flüsterte “es sind Paradiesäpfelchen, du kannst sie ruhig essen.” Ich wusste nicht so recht was ich tun sollte weil es auch giftige Beeren wie zum Beispiel die Vogelbeeren die auch wunderschön in verführerischen Trauben rot vom Baum hingen gab und wir keine Beeren essen sollten. Er nahm eine in den Mund und spuckte einen winzigen Kern in seine Handfläche den er mir zeigte. Er sah aus wie ein Kirschkern. Auch ich nahm nun eine Frucht vom Baum, drehte sie und untersuchte sie genau. Sie hatte sogar einen kleinen Purzel, so nannten wir das schwarze, struppige Unterteil beim Apfel, konnte als Apfel durchgehen ein Kirschapfel, Kirschen waren paradiesisch, also wirklich ein Paradiesapfel. Er steckte mir eine Beere in den Mund ich biss rein, kaute darauf rum, der Geschmack wurde nicht besser, er war mehlig und ein wenig bitter. Vielleicht musste man sich an den Geschmack erst gewöhnen. Er erzählte mir noch mehr über Beeren und Sträucher, kannte sich wirklich gut mit Pflanzen aus behandelte sie so liebevoll, mit großem Respekt. Wir liefen immer weiter ins Dickicht rein. Da war was falsch, ich wollte nicht weiter, sagte ihm “da kommt man nicht durch” doch er überzeugte mich dass er schon unten war und das da unten noch ein ganz toller Wunderstrauch wäre. Er nahm mich bei der Hand, führte mich weiter immer tiefer rein. Er bückte sich zu mir runter, streichelte mich. Panik! Ich wollte nur noch weg. Er hielt mich fest. Ich wand mich, schlug um mich, konnte fliehen, rannte zu unserem Eingang verfolgt von der Stimme Frau Waiselovkys die böse klang.

TitelLuda 11
Material, Technikaquarell/tusche
Format 70x50
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