KunstNet nutzt Cookies und zeigt interessenbezogene Anzeigen Details.
Luda, Schwarz, Tusche, Blau, Mischtechnik, Wasserfarben

Luda21BildViolett

  • Von Elvira Menge hochgeladen im Album portraitserie mit text

    13
    …Susanne und ich wechselten weiterhin ab bis es langsam zu dämmern anfing und Paul Padronsky mein Erzfeind auf mich zukam, im Schlepptau vier andere Jungs. Er, der Anführer grinste mich an und forderte mich raus “du bist doch immer so mutig, wetten das du dich nicht traust bei unserem Spiel mit zu machen!” Mir war zwar mulmig zumute aber kneifen wollte ich nicht. Ich stand direkt am Bach die Jungs im geschlossenen Halbkreis um mich herum. Die anderen Kinder packten so schnell es ging ihre Schlitten zusammen und verschwanden auch Susanne war abgehauen. Alle, außer mir wussten was die Jungs mit mir vorhatten auch meine Schwester. Die Kinder waren noch nicht außer Sicht da lag ich schon im Bach. Ich rief nach der Susanne um Hilfe, doch sie rannte als sei der Teufel hinter ihr her, sie schämte sich für mich. Ich wurde an einer Weide im Bach gefesselt, verschnürt ist passender. Die fünf führten einen diabolischen Tanz auf und spuckten mir Wörter ins Gesicht die ich noch nie gehört hatte. Paul meinte ich sei Abschaum, Dreck, eine Vaterhure... und bei jedem Ausdruck spie er mir ins Gesicht und ich bekam einen Stoß in die Rippen. Dann fing er an mich zu treten, forderte die Freunde auf es ihm gleich zu tun doch als er immer heftiger auf mich einschlug war es den anderen zu viel und sie hielten ihn zurück. Er sagte nur, “komm wir gehen” auf den Einwand ich würde erfrieren „und wenn, die hat´s nicht besser verdient, die wird niemand vermissen.” damit waren sie weg. Ich blieb mit einem dicken Seil am Baum gefesselt im Wasser stehend zurück, Das nächste Haus fast schon außer Sichtweite. Die runter laufenden Tränen brannten mir auf den Backen senkrechte Spuren ein. Weiß nicht mehr wie lange ich reglos im Bach stand bis ich wieder zu mir kam, mir bewusst wurde wenn mich keiner befreit ich wirklich am Fuße des Maulwurfshaufen sterben würde. Es wurde immer dunkler, ich fing an zu schreien, ich fror, ich schrie und schrie und schrie. Als mich endlich jemand von der Straße aus anrief brachte ich kaum noch einen Ton raus. Mein Retter war Herr Urbahn der ehemalige Pfarrer. Ich wuste nicht warum gerade er mich entdeckte, er konnte mich nicht gehört haben, nur das ich sehr froh war ihn zu sehen. Er holte ein Taschenmesser aus der Jacke und schnitt das Seil durch. Ich hatte nicht einmal mehr Schmerzen konnte aber nicht laufen. Er hat mich den ganzen Weg bis zur Straße getragen, dann ging´s langsam wieder und er ließ mich runter. Er wollte mich nach Hause bringen doch das lehnte ich vehement ab, wusste ich doch wie mein Vater auf ihn reagiert. So lief ich durch die Dunkelheit meiner Bestrafung entgegen, war ich doch zu spät. Ich habe vergessen wie lange ich daraufhin krank im Bett lag aber auch als ich keine Halsschmerzen mehr hatte kam die Stimme lange nicht zurück. Auf dem Maulwurfshaufen war ich nie wieder, nicht mal in der Nähe.

TitelLuda 13
Material, Technikaquarell/tusche
Format 70x50
Preis Anfrage stellen
Tags
Kategorien
Info418 1 von 6 - 2 Stimmen