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Malerei, Gesellschaft, Politik, Schein, Unvollendet

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    Von Kurt Stimmeder hochgeladen

    Heuer im Juli kam ich auf recht ungewöhnliche Weise zu zwei katholischen Ikonenbildern, aus denen ich etwas fabrizieren sollte.

    Nach unzähligen, unverwertbaren Hirngespinsten, brachte mich ein Bekannter Mitte August auf den Gedanken, das Thema Ikonen in Bezug auf die heutige Zeit, mit Galionsfiguren der österreichischen Politlandschaft, umzusetzen.

    Um es kurz zu machen - die, aus dem Gespräch, resultierende Idee:

    Die Polit-Ikone Bruno Kreisky - „Lieber eine Million Schilling mehr Schulden, als einen Arbeitslosen“ – „Eine gute Außenpolitik ist die beste Landesverteidigung“ – Libyen, Nah Ost, Der Sonnenkönig, ja genau!
    Und etwas Romantik – in der Hauptrolle: Der Schilling!

    Nur was will der Stimmeder mit dem Bild tatsächlich sagen?
    Natürlich nichts!
    Es mag schon sein, dass die Arbeit Fragen aufwirft, diese jedoch, möchte ich den Beobachter für sich selbst beantworten lassen.

    Eine Erkenntnis habe ich in den 2 Monaten, in denen ich alte Geldscheine anstarrte, allerdings schon erlangt.

    Geldscheine sind Kunstwerke.
    Farbige Flächen können sich beim Vergrößern, als vielschichtig, übereinander gelegte Wellen und Amplituden entpuppen. Ergründet man die feinen Strukturen der Scheine, eröffnen sich Welten, ganze Mikrokosmen an neuen Linien, die in Harmonie ineinander verwachsen.

    Irgendwann in der Zeit, habe ich mich in diese herrlichen Schöpfungen, meisterlichen Könnens, verliebt. Jetzt kann ich gar nicht mehr genug bekommen von diesen Kunstwerken. Und alles nur, weil jedes für sich ein geheimnisvolles Opus ist.

    Ich habe nie verstanden, warum es Leute gibt, die so eine Freude an viel Geld finden - aber jetzt bin ich erleuchtet!
    Diese Auseinandersetzung hat mir geholfen einen schweren Vorwurf, den ich, der Gesellschaft gegenüber in mir trug, zu beseitigen.

    Um zwar, dass viele Menschen keinen Sinn mehr für die Künste haben!

    Liebe Welt, lass dich umarmen, ich konnte nicht ahnen, dass du voll von Kunstsammlern bist (und ab jetzt gehöre auch ich zu ihnen)!


    Danksagung an: Peter Lang für die zwei alten Hunderter, die er mir geborgt hat und Peter Wagner für das detaillierte Abfotografieren der 100-Schilling-Scheine und meiner daraus entstandenen Arbeit.

TitelDer Schein - unvollendet
Material, TechnikÖl auf Leinen
Format 75 x 30
Jahr, OrtOkt 2013
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