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Mantel, Braun, Türkis, Aquarellmalerei, Aquarell, Menschen

MantelBraunTürkisAquarell

  • Von Julia hochgeladen

    In zusammenarbeit mit der Deutsch-Bulgarischen Gesellschaft, durfte unser Kurs Gedichte Illustrieren.
    Insgesammt sind 5 Bilder pro Künstler entstanden für insgesammt 6 Gedichte
    Im April diesen Jahres gab es dann noch eine Ausstellug. Es war ein wundervoller Abend.
    Der Scan kommt dem Original leider nicht so nahe, wie ich es mir gewünscht hätte.

TitelSpleen - 2
Material, TechnikAquarell
Jahr, Ort2014 Hamburg
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Info369 4 3
  • 4 Kommentare Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.
  • Elvira Menge
    Elvira Menge
    Toll. War bestimmt eine spannende Arbeit. LG Elvira
  • Vaga
    Vaga


    Vasil Balev

    Spleen

    Ich hatte vergessen
    dass ein Freund gestorben war.
    Ich ging ihn suchen in der Bar, in der er nachmittags immer saß.
    Er war nicht da und ich wurde, ich weiß nicht warum, traurig;
    doch −
    als ich die ständigen Gesichter all der anderen sah –

    Dachte ich nicht,
    dass etwas Schlimmes geschehen sei.
    Deshalb setzte ich mich auf seinen Lieblingsplatz,
    und wartete.
    Der Whisky schwamm in mir wie ein rotes Fischchen,
    um mich herum kreisten die Wimpern der Mädchen wie Fliegen.
    Dann zahlte ich – und kehrte in meinen Mantel zurück.

    An seinen Tod erinnerte ich mich erst in der Nacht –
    Erinnerte mich an seinen Körper. Und
    hatte Mitleid mit mir selbst.
    Denn auch ich bin tot.
    Bin ein Leichnam bei hervorragender Gesundheit!
    Mit meinen 26 Jahren bin ich so vollendet in meiner himmlischen,
    vollständigen Einsamkeit,
    als wäre ich schon lange gestorben – und
    hätte es nur vergessen …

    Und jedes meiner Gefühle heute
    ist eine Erinnerung an einen verstorbenen Freund.
    Vielen Dank!!
  • Julia
    Julia
    Die Frage nach dem Gedicht kommt auf. Es würde mich interessieren. Herzl. Gruß - Vaga.


    Vasil Balev

    Spleen

    Ich hatte vergessen
    dass ein Freund gestorben war.
    Ich ging ihn suchen in der Bar, in der er nachmittags immer saß.
    Er war nicht da und ich wurde, ich weiß nicht warum, traurig;
    doch −
    als ich die ständigen Gesichter all der anderen sah –

    Dachte ich nicht,
    dass etwas Schlimmes geschehen sei.
    Deshalb setzte ich mich auf seinen Lieblingsplatz,
    und wartete.
    Der Whisky schwamm in mir wie ein rotes Fischchen,
    um mich herum kreisten die Wimpern der Mädchen wie Fliegen.
    Dann zahlte ich – und kehrte in meinen Mantel zurück.

    An seinen Tod erinnerte ich mich erst in der Nacht –
    Erinnerte mich an seinen Körper. Und
    hatte Mitleid mit mir selbst.
    Denn auch ich bin tot.
    Bin ein Leichnam bei hervorragender Gesundheit!
    Mit meinen 26 Jahren bin ich so vollendet in meiner himmlischen,
    vollständigen Einsamkeit,
    als wäre ich schon lange gestorben – und
    hätte es nur vergessen …

    Und jedes meiner Gefühle heute
    ist eine Erinnerung an einen verstorbenen Freund.
  • Vaga
    Vaga
    Die Frage nach dem Gedicht kommt auf. Es würde mich interessieren. Herzl. Gruß - Vaga.