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Bambus, Asiatische malerei, Chinesische malerei, Japanische malerei, Sumi, Chinese painting

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    Von Angelika Ringwald hochgeladen im Album Asiatische Malerei

    Der Bambus wird in Asien als Symbol für den Sommer wie auch für langes Leben, Freundschaft, Aufrichtigkeit, Verläßlichkeit und das Edle im Menschen angesehen.
    Da das Reispapier sehr dünn ist und sich beim Malen verzieht, muss es anschließend genässt und unter Spannung wieder getrocknet werden. Dadurch entstehen stellenweise kleine Wellen, die aber zur Charakteristik des Bildes gehören. Es kann deshalb den Anschein erwecken, als ob der Hintergrund Farbnuancen zwischen weiss und grau aufweist, im Original ist er aber rein weiss.
    Zum Schutz des Bildes vor Feuchtigkeit und Staub empfehle ich eine Hinterglasrahmung. Bitte beachten Sie beim Kauf eines Passepartouts, dass dessen Innenausschnitt etwas kleiner sein muss als das Gemälde selbst.
    Detailansichten, ausführliche Infos und weitere Werke meiner asiatischen Malerei unter http://www.artdekore.de/#Produkte(290102120158).
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    Die Asiatische Malerei
    Im Gegensatz zur westlichen Malerei ist die asiatische Malerei nicht um Originalität bemüht. Dem asiatischen Maler ist die naturgetreue Darstellung unwichtig, viel größeren Wert legt er auf Stimmung und Atmosphäre, die im Betrachter Emotionen wecken sollen. Es geht ihm um das Einfangen des Wesens und seiner Bewegungen.
    Ein weiterer Unterschied zwischen den beiden Kulturen liegt im verwendeten Papier. Seiden- und Reispapiere sind sehr empfindlich, sie erlauben keinerlei Korrekturen, weshalb der Maler von Beginn an ein vollständiges Bild im Kopf entstehen lassen muss, bevor er es zu Papier bringt. Die geistigen Voraussetzungen sind also komplett andere.
    Auf die Darstellung von Lichteinfall und Schatten wird in der asiatischen Malerei verzichtet. Schärfe und Kontur werden durch den gezielten Einsatz von nassen und trockenen Maltechniken erzielt. Der nasse Strich steht dabei für das weiche Weibliche (Yin-Prinzip), der trockene für das harte Männliche (Yang-Prinzip). Yin und Yang finden sich aber auch im Kontrast von bemalten und leeren Flächen wieder, sowie in der Gegenüberstellung von Bild und Schrift (Kalligraphie/Lyrik) oder im Kontrast des mit schwarzer oder bunter Tusche gemalten Bildes zum roten Siegelstempel, der Auskunft über Name und Beruf des Künstlers gibt. Ich verzichte deshalb auf eine Signatur meiner Bilder (wie bei westlichen Bildern üblich), sondern stemple sie, so dass die Yin-Yang-Ausgewogenheit erhalten bleibt.
    Vor allem Landschaftsbilder dienen in der asiatischen Malerei als Meditation und werden fast ausschließlich mit Tusche gemalt, Farben würden zu sehr ablenken. Diese sind Pflanzen- und Tierbildern vorbehalten. Da bei ihnen auf schwarze Tuschekonturen verzichtet wird, werden sie auch als „knochenlos“ bezeichnet, was die Konturen eher weicher erscheinen und den Übergang zum Hintergrund eher fließend werden lässt. Dadurch wird auch der Eindruck von Bewegung verstärkt, die Bilder wirken lebendig.
    Das Studium dieser traditionellen Malerei verlangt einen langen Lernprozess und sehr viel Übung. Neben der in den Bildern enthaltenen Symbolik von Yin und Yang soll ein Bild „Qi“ (Chi) besitzen, was so viel bedeutet wie Leben, Eigenleben, Energie. Auch Stimmung und Charakter des Künstlers beeinflussen sein Werk. Asiatische Maler tragen den kulturellen Hintergrund in der Seele, sie beschränken sich auf das Wesentliche, während westliche Künstler die richtige Atmosphäre erst schaffen müssen und ihre Werke deshalb ausschweifiger gestalten.
    Die vier Hauptmotive in der asiatischen Malerei werden in den beiden Begriffen „Die vier Gentlemen“ bzw. „Die vier edlen Herren“ zusammengefasst: Orchidee, Bambus, Chrysantheme und Pflaumenblüte. Jahreszeitlich betrachtet steht die Orchidee dabei für den Frühling, der Bambus für den Sommer, die Chrysantheme für den Herbst und die Pflaumenblüte für den Winter, da der Pflaumenbaum oft schon im Winter treibt – und zwar Blüten vor Blättern. Auch haben die vier Gentlemen/Edlen vielfache symbolische Bedeutung. Die Orchidee steht als Symbol für das asiatische Frauenideal und verkörpert Schönheit, Kultiviertheit und Eleganz , der Bambus wird als Symbol für langes Leben, Freundschaft, Aufrichtigkeit, Verläßlichkeit und das Edle im Menschen angesehen. Chrysanthemen werden Eigenschaften wie Mut, Widerstandskraft und Bescheidenheit zugesprochen und die Pflaumenblüte symbolisiert das Aktive im Alter bzw. einen dem Leben zugewandten Menschen, aber auch neues Leben und Glück.
    Nicht zu verwechseln sind „Die vier Edlen“ mit den „Vier Schätzen der Studierstube“. Zu ihnen gehören – ganz unspektakulär - Pinsel, Papier, Tusche und Reibestein.

TitelBambus-Poesie
Material, TechnikTusche / Aquarell auf feinstem Reispapier. Mit Siegel.
Format 24 x 33 cm
Jahr, Ort2014
Preis 120 EUR verkauft
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