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Gesicht, Schwarz, Weiß, Mischtechnik, Surreal

GesichterSchwarzWeiß

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    Von Vaga hochgeladen am 10.07.2017

TitelFernreisende im Nahverkehrszug.
Material, TechnikMischtechnik. Basis: Zeichnung
Jahr, Ort2017
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Info454 19 22 5 5.2 von 6 - 13 Stimmen
  • 19 Kommentare Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.
  • Vaga
    Vaga
    @Paco Danke dir sehr für diese informative - fast einer Vorlesung ähnelnden - Darlegung. Ich bekomm' schon 'Appetit', wenn ich mir deine Tipps vors geistige Auge halte. Könnte sein, dass ich sie irgendwann mal beherzige. Kommt Zeit, kommt vielleicht auch Linoleum 'aufs Parkett', bereit, um mit Händen und Füßen bearbeitet zu werden ;-).
    Zwischen deinen Zeilen lese ich eine fast sinnliche Affinität zu diesem Material. Wobei Kunst ja ohnehin neben Idee und technischer Umsetzung derselben (egal mit und aus welchem Material), auch durchaus ein haptisches Vergnügen darstellen kann und die Verstärkung sinnlicher Wahrnehmung.
    Linoleum ruft übrigens bei mir eine Erinnerung wach: In meiner Kindheit war es als Bodenbelag gebräuchlich, und zum Wochenende wurde gebohnert und gewienert mit einem Koloss von Handbohnerbesen, auf dem man - als Kind mit entsprechendem Fliegengewicht - stehen und mitwienern konnte. Erinnerlich ist mir auch der Duft des Bohnerwachses, der sich mit dem des zeitgleich im Backofen befindlichen Sonntagskuchens mischte ;-).
    Lb. Gruß - Vaga.
  • Paco
    Paco
    Das Sympathische am Linoldruck ist für mich, dass er so billig und somit viel demokratischer ist als etwa die elitäre Radierung, wo alle Materialien (Papier, Farbe, Zinkplatte) wirklich arschteuer sind. Du brauchst nur eine Linolplatte (ein paar Euro), ein kleines Linolmesser-Set (ein paar EUR) und Farbe (ein paar EUR) - zum Ausprobieren müsstes du schätzungsweise 20,- EUR investieren.
    Anfangs habe ich meine ersten Linol-Versuche auch als Handdrucke gemacht - darin haben z.B. auch die Chinesen eine jahrhundertelange Tradition. Nachdem ich dann gemerkt hatte, dass das Medium für mich sehr geeignet ist, habe ich mich dann nach einer Presse umgesehen. Der Druck per Presse ist natürlich einfacher, komfortabler, schneller, akkurater etc. etc., aber zum Ausprobieren reicht der Handdruck völlig, der sogar unter Graphik-Liebhabern bes. geschätzt wird, weshalb viele Künstler den Vermerk "Handdruck" unter die Darstellung setzen.
    Ich würde für den ersten Linoldruck ein einfaches einfarbiges Motiv in kleiner Größe empfehlen - und nicht direkt einen Farbdruck von mehreren Platten.
    Ich kann mich erinnern, dass ich bei meinen ersten Handdrucken das Papier auf dem Fußoden auf ein dickes Buch gelegt hatte, darauf dann die umgedrehte eingefärbte LInolplatte und darüber wieder ein großes dickes Buch und mich dann daraufstellte, um für entsprechenden Druck auf das Papier zu sorgen. (Alternativ kann man die Rückseite des Papiers auch mit einem Löffel oder Handreiber unter größerem Druck abreiben)
    Die Ergebnisse waren bei mir nicht völlig zufriedenstellend - ansonsten hätte ich mir keine Presse besorgt - aber auf jeden Fall ausreichend, um zu entscheiden, ob einem die Drucktechnik liegt oder nicht.
    Auch der Holzschnitt ist sehr preiswert: die Sperrholzplatten gibt es im Baumarkt für n Appel und n Ei und deren Pappelholz ist so weich, dass man auch diese Platten mit den Linolmessern problemlos schneiden kann und für den Anfang keine teuren Holzschnittmesser braucht.
    Nachdem mein erster Tipp so gut bei dir angekommen war, nun also mein zweiter: Dringend Linolbesteck kaufen und ausprobieren!
    Ich kann mich noch ganz genau an den Moment erinnern, als ich das allererste Blatt von meiner ersten Linolplatte nahm (ein unbeholfenes Porträt von Laetitia Casta, das ich hier immer noch aufbewahrt habe) - das war für mich ein regelrechter Flash, ein extremer Adrenalinschub, weil man die tausend Gedanken, die man sich vorher gemacht hatte, dann plötzlich in Händen hielt. Das hat mir eine völlig neue Welt eröffnet...

    Gruß
    Paco
  • Vaga
    Vaga
    @Paco Nein, habe ich nie versucht, weil ich selbst nicht die Möglichkeit dazu habe. Angedacht hab' ich's (vor allem bei solchen Motiven wie dem 'Nahverkehrszug') zwar bereits mehrfach, gäbe es eine Werkstatt, die mir die Möglichkeit dazu böte. Ob ich's dann letztendlich handwerklich befriedigend hinkriegte, wüsste ich gar nicht, wäre aber möglicherweise den Versuch wert. Ich kann gut nachempfinden, was du meinst bezüglich der "modifizierten Manipulation" der Motive durch diese andere Form der Bearbeitung, und dass es sicherlich spannend wäre, zu schauen, auf welche Art die Abweichungen, die unweigerlich entstünden, 'phänotypisch' eine neue (An-)Sicht böten.

    Zu deinem P.S.: Als Original-Grafiken - im Sinne 'in der Hand und vor Augen' - kann man sie vielleicht nur bedingt bezeichnen, denn es gibt diese mischtechnischen Arbeiten bzw. Bearbeitungen als Original ja nur im digitalen Archiv. Bisher handhabte ich es dahingehend, die Drucke dieser 'theoretischen Originale', die ich über whitewall habe anfertigen lassen, als Fine Art Print zu deklarieren, mit meinem vollen Namenszug und Zeitangabe auf der Rückseite, sowie - wenn gerahmt - vorne auf dem Passepartout (mit Bleistift) unter dem Bild links als limitierte Auflage, mittig den Titel und rechts meine Initialen als Kurzsignatur.
    Vielleicht kann man diese Art von semidigitaler Kunst vergleichen mit Texten der 'Kunstgattung' Literatur, die ja auch im originalen Original ;-) nicht in der Hand zu halten, sondern nur als Druck erwerbbar sind. Bilder - speziell dieser Art wie o.a. - könnte man ohnehin eher als Einheit im Verbund mit dem Titel - also so wie die Illustration einer Idee - verstehen.

    Herzlichen Dank dir, Paco, für deine so ausführliche (mir sehr wertvolle) Rückmeldung!
  • Paco
    Paco
    Hast du eigentlich schon mal versucht, ein solches Motiv im Linol- oder Holzschnitt umzusetzen?
    Dabei müsstest du einige Abstriche machen - die ganz feinen Linien - bes. an den Augen - würde man wahrscheinlich nicht auf den Druckstock rüberretten können (da würden die Stege wohl abbrechen), dafür würde das Motiv andere Charakteristika der Druckstöcke in Linoleum oder Holz annehmen und ganz anders wirken: Es würde den "digitalen Charme" ablegen und mehr nach "Farbe riechen" als nach der Computermaus...
    Für dieses Motiv bräuchtest du 2 Platten (eine Schwarzplatte und eine für den Grauton) und auch beim Ausdrucken ist das etwas friemelig - aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man manchmal richtig geflasht wird von den Möglichkeiten und Ergebnissen des Hochdrucks...

    Gruß
    Paco

    P.S.: Wenn du die digitale Datei bei whitewall ausdrucken lässt, gilt das eigentlich als Original-Graphik?
  • Vaga
    Vaga
    @Paco Danke ganz, ganz herzlich für dein Feedback. Von Guayasamin hatte ich bisher nichts gehört und nichts gesehen. Zumindest nicht erinnerlich. Das 'Schnäppchen' habe ich jetzt bestellt, nachdem ich mir im I-Net Bilder von ihm angeschaut habe und - wie du ahntest - begeistert davon bin. Ich freu' mich jetzt sehr auf diesen Bildband.
    Deine konstruktive Kritik nehme ich übrigens supergern an. Auf deine Frage hin: Das Bild existiert (so, wie andere Bilder dieser Art) momentan ausschließlich in meinem digitalen Archiv. Habe es aber letzte Woche als fine art print (bei whitewall) bestellt und werde es in den nächsten Tagen (kleinformatig, 13 x 13 cm) in den Händen halten. Häufig ist es so, so meine Erfahrung, dass auf diesen (hochwertigen) Drucken solche Linien perfekter ausschauen als digital, respektive in der Vergrößerung. Bin gerade bei diesem Bild sehr gespannt auf das Ergebnis. Es ist eine Heidenarbeit, solche Feinarbeiten in dieser Technik mit optimalem Ergebnis hinzukriegen. Aber das wirst du nachempfinden können.
    Ich grüße dich und danke dir noch einmal sehr, lieber Paco, - vor allem auch für den Guayasamin-Tipp.
  • Paco
    Paco
    Eins noch:
    Deine Figurenbilder erinnern mich an Oswaldo Guayasamin, den großartigen, bei uns aber rel. unbekannten ecuadorianischen Maler.
    Von dem habe ich hier einen fetten Bildband stehen, den ich dir empfehlen möchte - ist für mich einer der schönsten Kunstbände überhaupt: Adoum: Guayasamin. Antlitz der Zeit (ISBN: 3922619428).
    Ein ganz oppulenter Band, der normalerweise rel. teuer ist. Habe eben gesehen, dass bei Amazon ein Ex. für 5,- EUR angeboten wird. Wenn das stimmt, wäre das ein Super-Schnäppchen (die anderen Anbieter verkaufen das Buch für 40,- EUR aufwärts).
    Obwohl, das abgebildete Cover ist verkehrt (die Farbe meines Buch-Covers ist orange), aber die sonstigen bibliographischen Daten (ISBN, Seitenzahl, Verlag etc.) stimmen.
    Ich möchte wetten, dass dir bei dem Anblick seiner Bilder die Augen übergehen würden...
  • Paco
    Paco
    Ein wirklich tolles Bild - großes Kompliment!
    Existiert das eigentlich auf Papier oder nur in digitaler Form? Das ist nämlich auch mein einziger kleiner Kritikpunkt: z.B. bei der rechten Figur stört mich etwas die vom Betrachter aus gesehen linke Schulter, die mir ein bisschen zu krisselig geraten ist, so wie das beim Bildbearbeitungsprogramm mit der Farbtopf-Funktion manchmal passiert. Für meinen Geschmack würde das Bild an solchen Stellen mit klareren, schärferen LInien noch gewinnen und wären dann für mich perfekt. Aber das ist ja nur ein klitzekleines Detail...
  • WERWIN
    WERWIN
    @Vaga

    ..........^^...........ja du hast recht, es gleicht schon einem minenfeld,u.worte können wie zündschnüre
    ihre wirkung entfalten,und genau darin liegt der wohnraum jeder kreativität............im guten wie im schlechten.............gw
  • Vaga
    Vaga
    @WERWIN Actio gleich reactio - ist das nicht die Grundlage jeglicher Kommunikation? Und das Staunen ist ein kindlicher Zug, den wir m.E. nie verlieren sollten.
  • WERWIN
    WERWIN
    @Vaga

    .........^^.............ich von meiner seite aus hab längst ein sagenwirmal vorfelderkennungssystem ,was jeden zerstörrerischen gedanken ansaugt,
    es hat jahre gedauert dieses system aufs feinste einzustellen,dabei spielt rücksicht eine wesentliche rolle,lernfähigkeit,neues anzunehmen u.vor allem die erkenntnis unserer menschlichen versagungen,meiner versagungen zu wissen,da diese bis auf den heutigen tag versuchen sich in die geschehnisse mit einzuschleichen........doch ja,ich verstehe sehr wohl was du damit meinst.............ich bin nur über meine eigene reaktion beim lesen deiner zeilen erstaunt.............gw
  • Vaga
    Vaga
    @WERWIN Die Crux ist, dass uns mit Sicherheit solche Gedanken dazwischen kämen, die das Zeug dazu haben, unsere 'tugendhaften' Absichten bereits im Keim zu ersticken ^^.
  • WERWIN
    WERWIN
    @Vaga

    ................^^........solange uns der nektar am wegrand nicht erdrückt,wir das ganze als ausfug ohne lehrplan wahrnehmen,einfach alles gepäck zur seite legen und uns fallen lassen ,so stünde dieser reise nichts im wege...........gw

  • WERWIN
    WERWIN
    @Vaga

    ................^^........solange uns der nektar am wegrand nicht erdrückt,wir das ganze als ausflug ohne lehrplan wahrnehmen,einfach alles gepäck zur seite legen und uns fallen lassen ,so stünde dieser reise nichts im wege...........gw

  • Vaga
    Vaga
    @WERWIN Wobei eine gemeinsame Exkursion in die Tiefe diese Reise - einer Achterbahnfahrt gleich - möglicherweise zum Abenteuer komplettieren könnte.
  • WERWIN
    WERWIN
    @Vaga

    wahrlich,und stellen sie es dann noch richtig an,so keimen sie mit vereinten kräften in ungeahnte höhen.......gw
  • Vaga
    Vaga
    @WERWIN Gedanken reisen zuweilen in eine Richtung, in der sie zufällig auf Gedanken treffen, die in die gleiche Richtung reisen ;-).
  • WERWIN
    WERWIN
    ...............^^.........die gedanken des betrachters befinden sich in feinster gesellschaft...............die wiederholung eines kommentars ist rein zufällig.............*gw
  • Vaga
    Vaga
    @huekki Vielen Dank für die Rückmeldung!
  • huekki
    huekki
    Das ferne fühlt sich ausgegrenzt an Im zweisamkeitswagon und gibt ihm doch den rahmen....schöne arbeit!