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Nornen, Geist, Natur, Loki, Digitale kunst, Mythologie

NornenGeistNaturLoki

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    Von Uwe Schaaf hochgeladen am 30.09.2017

    Die drei Nornen
    Die drei Nornen Urd, Werdandi und Skuld sind drei uralte Riesenschwestern, die ihren Wohnsitz unter einer der Wurzeln des Weltenbaumes Yggdrasill haben. Vermutlich sind sie die Töchter des Riesen Mögthrasir (der nach Söhnen sterbende?), als dessen "Mädchen" sie im Vafthrudnirlied bezeichnet werden. Die Völuspa berichtet von ihrem Auftauchen in Asgard, worauf sich die Lebensweise der Götter grundlegend verändert. Die Nornen beanspruchen eine abgelegene Wohnstätte unter der Weltenesche, wo eine Quelle entspringt. Dort legen sie einen Brunnen an, in dessen Mitte fortan zwei Schwäne schwimmen, deren weißes Gefieder den Inbegriff aller Reinheit und Schuldlosigkeit verkörpert. Hierdurch findet sich eine Verbindung in den Schwanenjungfrauen, den Walküren, denen ebenfalls schicksalswaltende Kräfte zugeschrieben werden. Jeden Morgen schöpfen die drei Schwestern etwas Wasser aus dem Lebensbrunnen und mischen es mit zauberkräftigen Schlamm, woraus sie eine heilende Paste gewinnen. Diese streichen sie auf die Wurzeln des Weltenbaumes, um diesen vor Fäulnis zu bewahren, welche durch des Gift der Nidhögg entsteht. Weiter versammeln sich täglich die Götter an besagtem Brunnen zur gemeinschaftlichen Beratung.

    Urd (Ursprung), der Name der ältesten Norne, wird abgeleitet von dem altgermanischen Wort "wurd" oder "wyrd", was in etwa "persönliches Geschick" bedeutet. Das Wyrd kann man sich als eine Art Netz vorstellen, das einen jeden Menschen umgibt und dessen Fäden im Verlauf des Lebens mit anderen Menschen verknüpft oder wieder gelöst werden. Urd ordnet man die Vergangenheit zu, der zweiten Schwester Werdandi (Werden) die Gegenwart und der Dritten Skuld (Schuld) die Zukunft. Hiermit werden auch die drei Mondphasen, abnehmender-, zunehmender- und Vollmond in Verbindung gebracht. Einige Forscher vertreten die Ansicht, bei diesem zeiteinteilenden Konzept seien dem Verfasser der Völuspa antike Vorbilder wie die drei Parzen oder Moiren vorgeschwebt. Sicher ist, daß zumindest eine Norne mit dem Namen Wurd überliefert wird, die sich möglicherweise in die Triade aufspaltete, wie es ähnlich bei der alten Himmelsgöttin Frija (Frigg) geschah.

    Die nordischen Quellen geben einige Einblicke in den Wirkungskreis der Nornen, der sich vom Spinnen, über das Orakeln und Weissagen, bis hin zur Geburtenhilfe erstreckt. Sie bestimmen über Leben und Tod von Mutter und Kind, wie z.B. in dem Lied von "Helgi dem Hundingstöter", wo sie unverwandt auftauchen, einem Neugeborenen die Schicksalsfäden spannen und die Zukunft voraussagen. Es gibt zahlreiche Märchen von guten und bösen Nornen (dort sind sie meist Feen), die, je nach Gesinnung, dem Menschenkind zürnen und es verwünschen oder ihm Glück mit auf den Weg geben. In diesen Geschichten handelt es sich jedoch meist um Völvas oder Disen, die als Seherinnen, Kräuterfrauen, Schamaninnen und Hebammen hohes Ansehen genossen. Da sich viele Parallelen zu den Tätigkeiten der drei Nornen ergeben, fand im Laufe der Zeit eine immer stärkere Verschmelzung von Völva und Norne statt.

    Der Text ist von Voenix,

TitelNornen
Jahr, OrtImmenhausen 2017
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