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Ausstellung, Zeitgenössische kunst, Wiesbaden, Pinnwand

Zeitgenössische KunstAusstellungWiesbaden

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    Von Nassauischer Kunstverein hochgeladen im Album Ausstellung am 18.02.2018

    Leda Bourgogne / Ryan Cullen / Diogo Duda / Beate Engl / FORT / Andy Holden / Daniel Kemeny / Ulrike Königshofer / Tobias Krämer / Hanne Lippard / Isabell Ratzinger

    16. März bis 29. April 2018
    Eröffnung: 15. März 2018, ab 18 Uhr

    Internationale künstlerische Positionen voller Witz und Ironie verweisen auf die politische und soziale Situation des Umbruchs in der aktuellen gesellschaftlichen Ordnung. Dabei verblüffen sie in ihrer Grundidee durch offensichtliche Parallelitäten zu künstlerischen Tendenzen wie Dada und deren unmittelbare Reaktion auf die Werteverschiebung nach dem Ende des ersten Weltkrieges vor 100 Jahren.

    Rinnzekete bee bee nnz krr müü - der Titel der Ausstellung entstammt der ersten Zeile des Lautgedichts Ursonate von Kurt Schwitters. Nur aus einzelnen Lauten bestehend ist es ein Sinnbild für die Destruktion vorherrschender Sinngebung und bürgerlicher Ordnung um 1918. Sowohl methodisch als auch onomatopoetisch verweist der Titel auf die Mechanismen der ausgewählten künstlerischen Positionen. Deutliche Parallelen zu Dada, die sich in den Arbeitsweisen und Motiven der gezeigten Werke finden, legen einen Vergleich der historischen Einbettung nahe. Wie in der Umbruchphase nach dem ersten Weltkrieg befinden wir uns erneut in einem gesellschaftlichen und politischen Spannungsfeld der Infragestellung oder sogar Ablehnung bislang geltender Wertesysteme. In der Konsequenz wird das Kunstwerk im herkömmlichen Sinne damals wie heute negiert und traditionelle Kunstformen ironisch bis satirisch weiterentwickelt. Alltagsgegenstände werden durch menschliche Eingriffe von ihren ursprünglichen Aufgaben befreit. Komik wird zum Mittel, scheinbar Unbegreifliches zu verarbeiten.
    Aktuelle regionale sowie internationale Positionen begegnen sich im Parcours der Ausstellung und verbinden Skulptur, Video und Installationen. Gemeinsam hinterfragen sie auf subtile Weise als Realität verstandene Mechanismen und Systeme. Automaten, die scheinbar keinen Mehrwert erzielen und vielmehr um des Funktionierens Willen existieren, gehen zielstrebig ihrer sinnlosen Aufgabe nach. Mit Humor werden gesellschaftliche Zwänge, Bürokratie, Liquidität und

    Effizienz durch Zweckentfremdung ihrer repräsentativen Symbole ironisiert. Der Gegenstandszweck wird negiert und schließlich ganz ad absurdum geführt. Immanente Paradoxien und Widersprüche zwingen den Betrachter das Wahrgenommene zu hinterfragen.
    Anders als vor hundert Jahren sind die gezeigten Arbeiten jedoch weniger unmittelbar und brutal, sondern vielmehr leise und minimalistisch. Missstände werden nicht direkt dargestellt, sondern eine durch sie ausgelöste gesellschaftliche Stimmung zum Ausdruck gebracht. So übernimmt das maschinelle Element inzwischen eine andere Rolle: Zurückgebrochen auf rudimentäre, offensichtliche Mechanik löst es kein Unbehagen im Hinblick auf eine drohende Substitution des Menschen aus, sondern wird im Gegenteil vielmehr zum Repräsentanten der eindeutig menschlichen Urheberschaft. In Distanz zum „Fortschritt“ des digitalen Zeitalters und der gleichzeitigen demonstrativen Besinnung auf das Analoge schwingt eine Nostalgie nach der „guten alten Zeit“ und ihren simplen Manufakturen, wie sie heute wieder vermehrt im Trend liegen, mit. Eine idealisierte Sehnsucht, die sich sowohl in der zeitgenössischen Kunstproduktion, als auch in der sozialen und politischen Ausrichtung der Gesellschaft niederschlägt.

    Foto: Isabell Ratzinger, Schuhe, 2017. Courtesy und ©: Die Künstlerin

TitelRinnzekete bee bee nnz krr müü
Jahr, Ort2017
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