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    Von cobolt hochgeladen im Album Hamburger Corona-Impressionen am 24.04.2020

    Alle Photos vom 04. April 2020.

    Lockdown -- "Bitte bleiben Sie zu Hause."
    (Eine illustrierte Hamburger Corona-Photosafari-Novel)

    Doch das heutige Wetter ist nach dem Winter nicht gerade hilfreich für diesen Auftruf: Wir haben einen wunderschönen Frühlings-Samstag mit Postkarten-Wetter. Und was wären wir für Kreative, wenn wir die Gelegenheit nicht nutzen würden. Also packen wir Snacks und Getränke ein und ich fummel frische Batterien in meine kleine Digital- Kamera. Wir sind neugierig und wollen uns anschauen, wie und ob sich Hamburg bei einer Pandemie verändert und was sich abspielt.

    Zeitdokumentationen sind eine alte Illustratoren- Tradition seit den ersten Pyramiden-Chroniken :) Und Gelegenheiten wie diese bekommt man vermutlich nicht all zu oft. So können wir letzlich der Versuchung nicht widerstehen und beschliessen, eine kleine Photo-Safari zu starten. Wenn nur einige Aufnahmen etwas taugen, sind das Erinnerungen fürs Leben. Für den, der sie macht und alle anderen.
    Insgeheim rechnen wir damit, dass die Neugier diverse Menschen auf die Strasse treibt. Und tatsächlich sehen wir später eine Handvoll Leute mit Kameras. Doch an diesem Tag hatten wir noch nie soooo viel Platz, konnten uns mitten auf den vormals belebtesten Straßenkreuzungen zum Fotografieren hinstellen ... nix passierte. Mehr Surrealismus geht in einer Stadt nicht.

    Als Teenies haben wir uns bei dystopischen 70iger- Science-Fiction-Filmen gegruselt, Filme wie z.B. ‘Der OMEGA-Mann’. Das plötzlich live zu erleben kannst du gar nicht in Worte fassen. Am Lautesten war die Stille.

    An diesem Tag mache ich ca. 40 Aufnahmen, davon wird die Hälfte so, dass man damit arbeiten kann. Während der nächsten Wochen sieht man ähnliche Bilder aus New York, Istanbul oder Madrid. Doch vor der eigenen Haustür ist der Bruch mit dem Gewohnten natürlich unschlagbar am intensivsten.

    Die Leere dieser Bilder ist übrigens trügerisch. An den Ausflugsknotenpunkten (Elbstrand, Alster, Elbeausläufer) ist es fast so voll, als ob nichts wäre. Das verstärkt das surreale Gefühl noch mal.

    Hier also eine Auswahl von Impressionen dieses besonderen Tages.

TitelAn einem Samstag in Hamburg 2020 - Intro
Material, TechnikGouache auf Karton, Photo-Collage
Jahr, Ort2020 Hamburg-City
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Info497 7 11 5 von 6 - 6 Stimmen
  • 7 Kommentare Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.
  • Gast , 6
    Sehr treffend!
  • cobolt
    cobolt
    @Roderich Deshalb finde ich diese alten Sci-Fi-Autoren so faszinierend. Das sind eigentlich alles "olle Kamellen". "I am legend / Der Omega-Mann" ist von Richard Matheson, aus dem Jahr 1954 (!!!). "Soylent Green" ist ne Story von Harry Harrison aus dem Jahr 1966 (!!!). Da war ich noch nicht mal geplant :) Aber ich bin mit den Filmen aufgewachsen. In den 70igern und 80igern liefen die noch regelmäßig im TV. Philip K. Dick gehört natürlich auch dazu. Is schon Kunst, soweit in die Zukunft blicken zu können, dass Realität diese Storys einholt.
    Thx für das Interesse und Greetz
  • Roderich
    Roderich
    Ja, Charlton Heston hat es kommen sehen. Hoffentlich hat er nicht auch noch mit seiner Nahrungsquelle der Zukunft recht........................
  • Wolkenfrosch
    Wolkenfrosch
    Ein wirklich interessantes Bild. Solche Aufnahmen könnten in die Geschichtsbücher.
  • Vaga
    Vaga
    @cobolt Mein Munterbleiben kommt so richtig in Fahrt, wenn ich mich behandschuht und in gesichtsvermummter Halb-Weise mit Lebensmitteln versorge. Hab' sogar den Trick mit dem Kniff über der Nase raus, dass meine Brille nicht beschlägt beim 'Selbstbeatmen' und ich trotzdem noch genug Luft bekomme ;-).
  • cobolt
    cobolt
    Oh jaaa, das tun sie :) Ich arbeite gerade am 2ten Motiv, wo ich darauf eingehen werde. Allgemein kann man, (wenn man Geduld hat und sich ruhig verhält). beobachten, wie wilde Stadttiere ungewohnte Ruhe und Platz für sich nutzen. Ebenfalls sehr surreal vor der Kulisse. Die Natur reagiert sofort.


    Bedenklich ist aber, dass de dreimal um die Ecke biegst und dann mitten in den Ausflugstrubel der erwähnten Promenadenzentren stösst, wo sich joggende Vollpfosten durch Menschentrauben schubsen, weil die Selbstoptimierung keine Veränderung der Schrittfrequenz zulässt. Kein Witz.

    LG und (trotz allem) munter bleiben ;)
  • Vaga
    Vaga
    Spannendes Bild, ja - und auch deine Beschreibung dazu.
    Ich schau' seit geraumer Zeit (auch bereits weit vor der Corona-Krise) sehr interessiert über Live-Earth-Webcams weltweit in Städte hinein (vornehmlich jene, in denen ich selbst schon war - 'switche' mich dann gedanklich ratzfatz dorthin) - mit ihren Plätzen, Straßen, in denen normalerweise das Leben pulsiert. Gespenstisch wirklich, was in den letzten Wochen da vorging und spannend, diesen 'Wandel' zu beobachten. Gerade auch New York City - hier mal ein Link zur EarthCam - 5th Avenue https://www.earthcam.com/usa/newyork/fifthave/?cam=nyc5th_str oder per Umschalte auch Times-Square verschiedene Einstellungen möglich. Momentan regnet's da bei 48 Fahrenheit = ca. 8 Celsius). Aber auch in Hamburg bleibe ich manchmal hängen - Rathausplatz - immer noch kaum was los, nur die Möwen fliegen munter weiter ihre Runden. Ich frage mich manchmal, ob die Tiere diesen ungewöhnlichen 'Menschenwandel' bemerken?!

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