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Dystopisch, Illustration, Illustratorshamburg, Surreal, Zeichnen, Jahr2020

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    Von cobolt hochgeladen im Album Hamburger Corona-Impressionen am 01.07.2020

    HAMBURG HAUPTBAHNHOF

    Wir kommen zu einem Hauptbahnhof, wie ich ihn seit Kindertagen auch noch nie erlebt habe.

    An einem verkaufsoffenen Samstag mit Wetter wie heute, ist dies normalerweise Garantie für einen stetig pulsierenden Strom von Menschen, der sich aus diesem Ausgang drängelt und auf der anderen Seite der Strasse wie verzweigte Adern in die Geschäftsviertel ergiesst. Selbst nach Ladenschluss tummeln sich hier noch Leute, die quasi mit oder auch am Bahnhof leben. Aber heute am 05. April 2020 ist die Szenerie nur nackte Architektur und wirkt, wie ein Freiluftmuseum für Tauben, die ohnehin auf alles scheissen, auch auf eine Pandemie.

    Ich zähle genau vier Figuren. Davon sitzt einer regungslos an der Mauer, einer bestaunt genau wie wir den Moment und einer huscht nervös an der Fassade entlang und zischt was ins Handy. In der Dunkelheit des Eingangs regt sich noch jemand. Ansonsten silencio.

    Der Bahnhof wirkt ohne Leute, wie der verlassene Tempel einer Terra X Dokumentation, der den alten, historischen Bauten der Geschichte gar nicht so unähnlich ist. Dabei war die Architektur mal supermodern und an der Zeit der Pariser Weltausstellung orientiert. Durch die von Wind und Wetter gegerbte Sandsteinfassade ist die Ähnlichkeit mit den Überbleibseln alter Städte verblüffend gross. Die sehen in Struktur und Farbe nicht viel anders aus, nur ohne die Glasfenster und neuzeitliche Logos.

    Sind plötzlich die Leute weg, bekommt man ein drolliges Zeit-Gefühl. Ich denk an Felsenstädte aus Mexiko, Jordanien, alte Römer-Filme und Indiana Jones. Mir fallen Songtexte ein wie ‘Dust in the wind’. Liegt wohl auch am Wetter.

    Das Kopfkino bedankt sich. Später baue ich den leeren Vorplatz mit diesen Assoziationen ein wenig zum japanischen Multi-Kulti-Garten um. Spaß muss sein, auch in diesen Tagen. Trotz Corona. Oder wegen. Selbst die Typo passt und Tauben sind sowieso pragmatisch.

    Wir verzichten auf Innenaufnahmen und sind neugierig, ob sich das Neo-Meditative des Bahnhofs bis in die Einkaufsmeilen durchzieht.

TitelAn einem Samstag in Hamburg 2020 - Kpt. 5
Material, TechnikAlle illustrierten Ergänzungen: Goauche, Fineliner auf Karton / Photocollage
Jahr, Ort2020 Hamburg-City
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  • Gast , 3
    Ist ja cool mit der Story!
  • cobolt
    cobolt
    Besten Dank, Vaga, Du bist ne prima Kolumnistin :) Die Doppeldeutigkeit und der Kappenträger gehören zu diesen Momentzufällen, die man sich an Tagen wie diesem nicht besser ausdenken kann. Greetz
  • Vaga
    Vaga
    Oh! Du hast inzwischen ein weiteres Bild dieser Reihe hier eingestellt. Hab's zeitnah leider übersehen.

    Ein paar Gedanken dazu:
    Der Begriff Wandel-Halle über dem Eingang in den Hamburger Hauptbahnhof bekommt für mich während der Betrachtung eine doppelte Deutigkeit. An Orten/Räumlichkeiten, in denen man vor nicht allzu langer Zeit noch Seite an Seite im Gewühl 'flanieren' konnte, zeigt sich der Wandel dieser ('corona-ren') Zeit besonders, und man wird dort ratzfatz gefühlt zum wandelnden Einzelgänger. Personell ist ein solcher auf deinem Bild durch den Kappenträger verkörpert, der sich anschickt - so wirkt es zumindest auf mich -, gesenkten Hauptes direkt am Hauptbahnhof vorbeizusteuern. Ein neuartiges Vermeidungsverhalten, das durchaus altruistische Gründe haben kann.
    Und dann sehe ich da zwei für diese Gegend sehr fremd anmutende Tumbleweeds - vom Wind getriebene, rollende Bodenläufer pflanzlichen Ursprungs, sonst vornehmlich in menschenleeren Steppen/Gegenden zu finden -, wovon eins die Schwelle zur Wandel-Halle fast erreicht hat, während das andere noch den Tauben als Spielball dient! Viele Details spielen auch in diesem Bild 'eine Rolle'. Es ist nicht unspannend, sie zu entdecken ;-).
    Gruß - Vaga

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