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  • Stefan Wagner
    Stefan Wagner
    @Dirk Dautzenberg

    Dein "Verbrochenes" und deine geteilten Links sind sehr interessant (d.h. lesens- und bedenkenswert).

    Ein Kunstwerk ist etwas "Geschaffenes", welches nebstdem die maßlose Potenzialität besitzt, in der Anschauung Dezimiertes zu schaffen.
    Was ist hier "der Schöpfer"?
    Was ist hier "die Schöpfung" ?
    Was ist Kunst?
    Ein verschmelzendes Schreiten durch das Tannhäuser Tor.
    Dein m.E. guter Lösungsansatz (eventuell) inspiriert durch die symbolischen Formen (im Sinne Ernst Cassirers), stellt ebenfalls die Frage nach "der Sprache" "der Kunst" und dem notwendigen Verhältnis zur Welt. Ein "kitschiges" Objekt kann in einen neuen Kontext gesetzt werden (bspw. durch das Positionieren in eine Ausstellung), sodass zwei "Prädikate" ein "Diagonalprädikat" (d.h. eine neue "Ausdrucksweise") generieren, was den inexakten Zauber des Kunsterlebnisses (d.h. Weltzugangs) entfacht. Ein schönes Wochenende!
  • Dirk Dautzenberg
    Dirk Dautzenberg
    @Stefan Wagner Deine Ausführung ist einfach klasse philosophisch, soweit ich es teilweise verstehe. Weiß nicht, ob etwas per se Kunst ist, oder nicht (z.B. Kitsch). Für mich ist Kunst nicht abkoppelbar vom Betrachter ("Kunst entsteht im Auge des Betrachters" Picasso, oder eben nicht).
    Sechs Fragen lassen nach einem Vortrag von Alfons Schweiggert, der es aus einem Buch ueber Kunst zitiert, Kunst für mich erkennbar werden (Vortrag: http://www.kk83.de/media/Chronik/KK83-Laudatio-Schweiggert.pdf):
    1.) Drückt das Werk erfolgreich alles das aus, was es ausdrücken moechte?
    2.) Erstaunt es mich jedes mal wieder, wenn ich es betrachte? (d.h.: lässt es mich in meinem Erleben nicht unverändert?)
    3.) Kann ich meinen Blick, trotz eventueller Irritationen und Aversionen doch nicht von ihm abwenden?
    4.) Verändert es sich staendig, weil es so vielschichtige Bedeutungen hat? (d.h.: ist es variabel interpretierbar?)
    5.) Wächst die Kraft seiner puren und geheimnisvollen visuellen Ausstrahlung mit jedem Tag?
    6.) Ist es unvergesslich?

    Hier habe ich noch was gefunden, was ich vor Jahren mal "verbrochen" habe. Mit dieser Meinung stehe ich wohl so ziemlich allein da:
    Symbole haben in der bildenden Kunst nichts zu suchen; ein Symbol steht für etwas, deutet auf etwas hin - und zwar auf ein schon vorab Verstandenes/Verstehbares, Bekanntes - ; ein Kunstwerk steht für sich selbst, ist eine eigen- und wirkmächtige Form, es deutet nicht, es weist auf nichts. Es ist eine Einzigartigkeit, eine Schöpfung, ein Geschöpf.
    "Ein verstandenes Bild ist ein künstlerischer Unfall." Neo Rauch, https://www.derstandard.at/story/1271374797556/neo-rauch-ein-verstandenes-bild-ist-ein-kuenstlerischer-unfall

    LG Dirk
  • Stefan Wagner
    Stefan Wagner
    Tja, Schnappi...das ist dann allerdings ein sehr eindimensionales Kunstverständnis, da nicht jede Kunstform oder jedes Kunstwerk impulsartig "ex nusquam" erschaffen wird (und zu einem Großteil auch nicht erschaffen worden ist, da es bspw. bei mancherlei Oper, Skulptur, Gemälde, Architektur, Literatur unmöglich gewesen wäre). Das bedächtige Nachsinnen, Nachbessern, Planen, Verwerfen,…kann ebenso ein Teil eines produktiven Schaffungsprozesses sein, auch wenn es dem "romantischen Idealtypus" oder geniehaften tagelangen Kunstrausch vermeintlich konkurrierend gegenübersteht. Ein vernünftiger Imperativ (d.h. Kunst "muss" so oder so sein) existiert nicht und kann auch nicht existieren. Weiter ist mir schleierhaft, wie etwas Sprachliches (wie bspw. die Kunst) nicht "die Welt" kommentieren könnte, da es nichts außerhalb der Welt gibt. Selbst wenn keinerlei bewusste Intention während eines Schaffungsprozesses vorhanden ist (was bei einem lebenden Menschen unmöglich ist), ist das entstehende Objekt eine innerweltliche Ausdrucksform, sogar bei seelenlosen Automaten, die in diesem Beispiel ihre binäre Codierung transformieren.
  • Schnappi
    Schnappi
    Hallo Laura, Kunst muss spontan sein und nicht die Welt kommentieren. Wenn man dabei seinen individuellen Stil gefunden hat, wie du, ist das stimmig. Glückwunsch, du hast es drauf. Sehr schöne Arbeiten.
  • Stefan Wagner
    Stefan Wagner
    @Frostschutzmittel Es besteht die paradoxe Situation (oder Farce), dass u.a. aufgrund von ökonomisch begründeten Verwerfungen, Menschen außerhalb der privilegierten Industriestaaten ihren täglichen Energiebedarf nicht stillen können, und zwangsläufig lebenden Skeletten ähneln. Wohingegen hierzulande Menschen bspw. aufgrund gewisser gewinngenerierender Schönheitsideale ihr Hungergefühl dämonisieren, sodass sie motiviert bestenfalls mit Hilfe von exzessiven Sport oder schlimmstenfalls durch "pathologisches Erbrechen" die überfüßige zugeführte Energie loswerden müssen, um im Ergebnis (gewünscht) ebenfalls wie ein Skelett auszusehen. Krank ist das m.E. schon.
  • Frostschutzmittel
    Frostschutzmittel
    unabhängig von der eigentlichen Bedeutung der Märchen-Figur erkenne ich in deinen Werken das wiederkehrende Motiv der Dämonisierung des Hungers. Und das gefällt mir. Hungern muss über die Hälfte der Bevölkerung dieses Planeten, was kaum auf Interesse stößt. Hingegen wird Hunger in der europäischen Konsum-Bevölkerung als eine Art Stigma für Krankheit gesehen.
  • COLOMBIA
    COLOMBIA
    Ein Hungergeist? Dann sollte er allerdings ein dicken Bauch haben, der niemals gesättigt werden kann.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Hungergeist

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