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  • Vaga
    Vaga
    @Alexander Pitzius So knapp war die Antwort gar nicht. Mein Dank dafür!
  • Alexander Pitzius
    Alexander Pitzius
    @Vaga Entschuldige, wenn meine Antwort gerade etwas knapp ausfällt. Du fragst ja, wie es bei mir ist. Tatsächlich passiert aktuell gerade eben was passiert. Wenn ich Stunden lang steche, dann automatisiert sich der Prozess. Das gleiche gilt fürs Drucken im Anschluss. Vielleicht sieht man den Prozesse schneller, betrachtet man die ersten Radierungen von vor 5-8 Jahren mit den heutigen. Da ist viel passiert. Irgendwie entwickelt sich das ganze einfach vor sich hin. Vielleicht ist das auch der Grund dafür, dass ich aktuell kaum etwas anderes im Atelier tue. Eigentlich ist ja alles in Hülle und Fülle da, sodass ich mal frei agieren könnte. Das tue ich aber nur mit meinem Künstlerkollektiv. Die Leute schaffen es tatsächlich, mich aus der Kiste da mal rauszubekommen. Was dabei so raus kommt, zeige ich, wenn es spruchreif ist.
  • Vaga
    Vaga
    @Alexander Pitzius Das Festhalten des Augenblicks in der flüchtigen Zeit. Das ist wohl u.a. das Geheimnis - und auch das der/deiner Kunst/deines Stils/deiner Art. Wie in der Fotografie ist es ein kurzer Stillstand der Gegenwart.

    Wir fangen ein, was wir nicht loslassen wollen, u.a. um im Nachhinein betrachten zu können, was uns möglicherweise während des von uns wahrgenommenen (und kreativ festgehaltenen) Vorgangs entgangen ist. So entdecken wir peu à peu manchmal etwas Unbekanntes, etwas Fremdes, aus dem während der aufmerksamen Betrachtung etwas Vertrautes werden kann.

    Ich weiß nicht, wie es bei dir ist. Wenn ich bspw. die Kamera dabei habe, gucke ich zwar auch nach bestimmten Motiven, nach 'idealen' Licht- und Schattenkontrasten, fotografiere aber zeitweise auch einfach mal 'blind' drauflos. Entdecke dann oft später während der Durchsicht/Nachschau, dass einige bewusst herbeigesuchte Motive hinter denen, die durch Zufall entstanden sind, 'deutlich verblassen' (ein - in der Bezeichnung - m. E. passender Widerspruch in sich).

    In der Porträtfotografie z. B. zeigt das bewusste Posieren einer Person vor der Kamera fotografisch oftmals langweilige Ergebnisse, während der Fotografie derselben Person in einem sich unbeobachtet fühlenden Moment eine starke Aussagekraft immanent sein kann. Ich denke, dass deine Bilder oft sehr genau diesen spannenden 'unbewussten' Moment erfassen. Ein exzellentes Beispiel dafür ist u.a. auch dein David Bennent-Porträt, in dem die Augen den (meinen Betrachter*innen-)Blick auf Anhieb gefangennehmen. Er schaut zur Seite, er beobachtet, fühlt sich selbst aber scheinbar unbeobachtet. Und genau dieser 'Augenblick' (im doppelten Sinne des Wortes) macht das Bild (für mich) zum 'Interpretationsspielraum', der mir die Möglichkeit gibt, meinen Blickerfahrungshorizont zu erweitern. So entsteht Inspiration, die Anregung der Sinne, ein Geben und Nehmen, was für mich einen Teil der "Kunst an sich" ausmacht.
  • Alexander Pitzius
    Alexander Pitzius
    @Vaga Wenn ich jemals öffentlich derart freundliche Kritiken bekäme wie von dir. Die meisten, die meine Bilder schlussendlich kaufen oder im Atelier aufkreuzen, machen sich gefühlt nur halb so viele Gedanken wie du. Tatsächlich hast du mich ja erfasst. Natürlich arbeite ich eng an Vorlagen, wie das auch jeder Hyperrealist tut. Die Auswahl erfolgt aber unter jenen Gesichtspunkten, die du ansprichst. Auch wenn ich mit Bleistift zeichne, passiert genau das, was du anklingen lässt: Von der Augenpartie nach außen schwindet der Detailgrad - nicht aber, weil da meine Motivation abnimmt, sondern vielmehr ist das ein Überbleibsel aus der Fotografie. "Fokus aufs Auge", alter Spruch. Und dass ich ein Freund der offenen Blenden bin, sieht man wohl auch an meinen Radierungen. Über 2.8 wirst du bei mir nicht viel finden, außer die Animaux vielleicht. Dort liegt mein Hauptaugenmerk ja am Detail. Dennoch versuche ich ja als Grafiker mit allen grafischen und auch tiefenperspektivischen Mitteln zu arbeiten, sofern es möglich ist. Ich hab das schließlich ja auch alles studiert. Ob ich bei jedem Druck dazu immer in der Stimmung bin, wage ich allerdings zu bezweifeln. Am Schluss passiert nun nach Jahren mittlerweile fast immer dasselbe. Vielleicht ist es auch das, was du gerade dabei bist herauszulesen. Vielleicht nenne ich es Stil?
  • Vaga
    Vaga
    Was mir bei deinen (Porträt-)Bildern grundsätzlich auffällt ist, dass besonders die Augenpartie eine unglaubliche 'Sprech-/Sogkraft' hat. Ich denke, es liegt nicht nur an der technischen Erstellung - in Schwarz-Weiß und demzufolge ohnehin der Reduzierung auf das Wesentliche in dem entsprechenden Antlitz. Es scheint auch die Art deines individuellen Blicks zu sein, mit dem du bereits die dazugehörige 'Vorlage' betrachtest plus mit einem gewissen theoretischen 'biografischen Studium' der jeweiligen Person, die du porträtierst.
    Für mich, als Betrachterin (z.B. nun auch dieses Thomas-Mann-Porträts) - ist der Blick, auch wenn er - wie hier - nicht ein direkter Blick in den meinen ist, sehr spannend und seltsamerweise ein direkter Weg zu der niemals beantwortbaren Frage, was sich hinter dieser Augenpartie, unter den dichten Schatten gebenden Brauen, aber auch hinter dieser Stirn bzw. 'hinter diesem Gesicht' in dem Augenblick der Entstehung der Porträtvorlage verbarg. Eine Frage, die du - auf (für mich) geheimnisvolle, spannende Weise - in deinen künstlerischen Porträtinterpretationen geradezu heraufbeschwörst.
  • Alexander Pitzius
    Alexander Pitzius
    @COLOMBIA So ist es.
  • COLOMBIA
    COLOMBIA
    Da tippe ich auf den Nobelpreisträger Thomas Mann. Gelesen habe ich den "Zauberberg", der mich fasziniert hat.
    https://www.ndr.de/geschichte/koepfe/Thomas-Mann-Mit-den-Buddenbrooks-zum-Literaturnobelpreis,thomasmann118.html

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