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Fotografie, Idomeneo, Mozart, Oper, Konkret,

FotografieIdomeneoMozartHuber

TitelKontextsensibilität
Material, TechnikRauminstallation unter dem Scanner mit Jesus, Mullbinde, Brieföffner, Hände
Format IEPG
Jahr, OrtWürzburg, 2006
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Info844 6 4 2 6 von 6 - 1 Stimme
  • 6 Kommentare Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.
  • atarip
    Hier beobachte ich diese hässliche Hand mit weiss hemd..nicht das foto.ganz dünne und klein Finger..und ab und zu bekommen sie ihre eigenes gelb creme.
    Deine bedeutung und gedanken ist doch egal..Ein bild soll für die augen sein und nicht für lesen.Und gibt leute die nicht lesen konnen..
    Ein künstler von dunkelheit..
  • oicinitram
    ..zum Geldverdienen taugt es allemal, siehe madonna in Rom :)
  • xnup
    Hat sich doch alles längst umgekehrt - irgendwelche Tabus zu brechen im Zusammenhang mit Glauben und Kirche ist doch gar nicht mehr ernsthaft möglich. Die "Örtlichkeit" und "Leiblichkeit" möglicher Tabus hat sich längst verschoben - nämlich weg von der Verletzung irgendwelcher Glaubensgemeinschaften hin zu Verletzung der PC in der sog. Zivilgesellschaft.

    Ein Tabubruch moderner Prägung ist es wenn der Kölner Erzbischhof Homosexuelle wegen ihrer Form des Zusammenlebens und ihrer sexuellen Praktiken angreift - die Perspektive hat sich also komplett verschoben - die marginalisierten am Rande der Gesellschaft vor sich hindümpelnden Glaubensgemeinschaften brechen die Tabus der aufgeklärten, Zivilgesellschaft.

    Ein Theaterskandal der eine Provinzposse ist, und zu mehr taugt die Aufregung um christliche Symbole schon seit mindestens 20 Jahren nicht mehr.

    Wie hat mal ein schlauer Mensch der mir grade nicht einfallen will gesagt:

    "Philosophie ist der Versuch eine schwarze Katze in einem dunklen Raum zu fangen - Theologie ist dann der Versuch eine nicht vorhandene schwarze Katze in einem dunklen Raum zu fangen."

    chester
  • oicinitram
    die Inhalte beider Inszenierungen sind mir leider nicht bekannt, haben aber mein Interesse geweckt.

    Wer das Schwert ergreift, wird durch das Schwert umkommen. (Mt 26,52) sagt Jesus zu Petrus, nachdem dieser dem Knecht des Hohenpriesters das Ohr abgehauen hat.

    siehe auch Koran 47,4
    zum Thema Enthauptung

    ich denke aus beiden Quellen könnten viele Religionsoberhäupter eine Menge lernen, von Intendanten ganz zu schweigen.
  • apogaeum
    apogaeum
    Thanx, m!
    ...und liegt nicht Kontextsensibilität manchmal auch in der Verletzung derselben, in der Übertretung, der Infragestellung?

    Die Frage ist allerdings, ob die Berliner Indomeneo-Inzenierung, auf die sich Huber bezogen hat, tatsächlich kontextsensibel inzeniert ist. Sie verzichtet auf die Köpfung Jesu, köpft aber Mohamed. Ist das kontextsensibel? Und wie hätte Kontextsensibilität geübet werden können? Im Verzicht auf die Darstellung, in einer Beschränkung auf Jesus?

    In Würzburg läuft gerade "Lucia di Lammermoor" von Gaetano Donizetti. Die Inzenierung stellt Lucia als Psychiatriepatientin in eine Psychiatrie. Raimund, Lucias Vertrauter, tritt als Krankenhausgeistlicher auf und überredet Lucia zur politisch gewünschten Hochzeit, die von ihr verlangen würde, das Eheversprechen gegenüber Sir Edgar zu brechen. Der Konflikt, den sie nicht hinreichend kommunizieren kann, treibt Lucia in den Wahnsinn. Raimund überredet sie mit einem goldenen Kreuz, dass er in einer Pistolentasche an der Seite mit sich trägt, um sie an ihre ethische Pflicht gegenüber den politisch in Bedrängnis geratenen Bruder Enrico zu erinnern. Später zieht er das selbe Kreuz aus seinem Fussteil, einer Scheide, so dass sich jetzt das Kreuz zu einem Dolch verwandelt, das er gegen Sir Edgar richtet, als dieser in die Hochzeitsfeier eindringt und seinem Widersacher entgegentritt. Diese Darstellung verletzt niemanden, sagt gleichwohl aber Wesentliches aus zu Vorgängen, für die diejenigen Verantwortlich sind, an deren Adresse die Botschaft gerichtet ist und die man nicht hat kränken wollen.
  • oicinitram
    Tabus zeichnen sich durch eine besondere Kontextsensibilität aus, d. h. sie sind meistens nicht (oder nur schwach) kodifiziert, von besonderer Dynamik und gruppen- bzw. situtationsabhängig. Dort, wo Tabus gelten, müssen die Beteiligen selber wissen, was man machen bzw. sagen darf und wo die Grenzen liegen.

    Prof. Dr. Hartmut Schröder

    "Leib" ist in Theologie und Kirche ein häufig verwendeter Begriff, der in verschiedenen Zusammenhängen unterschiedliche Funktionen erfüllt. Die geläufige Rede von der Gemeinde als "Leib Christi" oder das Insistieren auf der "Realpräsenz" Christi in der eucharistischen Feier gehen nicht unbedingt mit einer Favorisierung körperlicher Elemente in der christlichen Theologie einher. Der "Leib" scheint häufig eher als etwas Ideelles, gar Ideales verstanden zu werden, erfüllt von Pneuma, aber ohne Blut. Lassen sich diesen und anderen semantischen Aufladungen des Leibbegriffs Funktionen in Theologie, Kirche und Gesellschaft zuordnen?

    Prof. Dr. Wilfried Engemann, Münster

    zwei aus dem Zusammenhang gerissene auszüge aus:

    Body - Embodiment - Disembodiment

    19. - 21. Juli, 2002 -- Universität Gesamthochschule Kassel
    10th Internationaler Kongress der Deutschen Gesellschaft für Semiotik (DGS)